»Do you speak English?«

75% aller US-Amerikaner sprechen keine Fremdsprache: Amerikas Sprachenproblem wird zum Wirtschaftsproblem

75% aller US-Amerikaner sprechen keine Fremdsprache. Nur 1% aller US-Amerikaner sind aufgrund ihrer Schulbildung in der Lage, eine Konversation in einer fremden Sprache zu führen. Wer dennoch eine Fremdsprache spricht, ist in der Regel Migrant der ersten oder zweiten Generation.

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Rund drei Viertel aller US-Amerikaner sprechen keine Fremdsprache. Sie verstehen und sprechen nur Englisch. Selbst wenn sie Deutsch oder Spanisch oder Französisch in der Schule hatten, verstehen sie nur ein paar Wörter und sind unfähig, eine Alltagskonversation in der Fremdsprache zu führen.


Nur ein einziges (!) Prozent aller US-Amerikaner hat eine Fremdsprache aufgrund der Ausbildung in der Schule ausreichend genug gelernt, um damit ein normales Alltagsgespräch zu führen zu können.


Von den rund 20 bis 25 Prozent der Amerikaner, die mindestens eine Fremdsprache verstehen, sind die allermeisten Migranten oder Kinder von Migranten, die in Elternhäusern aufgewachsen sind, in denen noch die Sprache des jeweiligen Herkunftslandes gesprochen wird. Von denen wiederum gibt es einen größeren Teil, die auch nach Jahren Aufenthalt in den USA kaum oder kein Englisch können. Besonders die Hispanics aus Lateinamerika haben oft Sprachschwierigkeiten in Englisch und sprechen auch im Alltag in den USA vorwiegend Spanisch.


Damit zeigt sich ein doppeltes Versagen der US-amerikanischen Bildungspolitik. Die High Schools und Colleges haben versagt, den alteingesessenen US-Amerikanern ausreichende Kenntnisse in wenigstens einer Fremdsprache zu vermitteln. Gleichzeitig versagt das Bildungssystem, Einwanderern frühzeitig ausreichende Englischkenntnisse zu vermitteln. Wenn es um Fremdsprachen geht, sind die USA also in doppelter Hinsicht ein Entwicklungsland.


Mittlerweile sorgen sich immer mehr Bildungsexperten, dass das Versagen der US-Schulpolitik massive wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringt. Während in Europa und in Asien immer mehr Kinder ein oder mehrere Fremdsprachen lernen, fallen die jungen US-Amerikaner zurück. International aufgestellte US-Unternehmen greifen gerne auf nicht-amerikanische Mitarbeiter zurück, die multilingual sind.


Selbst in vielen Entwicklungsländern sieht es besser aus als in Amerika. Auf den Philippinen verstehen beispielsweise viele Bürger sowohl Englisch als auch Spanisch.


Einziger Trost für die Amerikaner: In Kanada (außer Québec), Australien, Neuseeland, Irland und Großbritannien sieht es nicht besser aus. Die englischsprachige Welt ist gefangen in ihrem scheinbaren Privileg, eine Weltsprache zu sprechen. In Lateinamerika sieht es ähnlich schlecht aus. Viele Mexikaner können kein Englisch, obwohl sie die USA als Nachbar haben.


Europa und Asien sind dagegen führend, wenn es um Fremdsprachen geht. Immer mehr Chinesen lernen Englisch. Südkoreaner und Taiwanesen sowieso. In Indien ist Englisch Verkehrssprache. In Europa gibt es kaum noch junge Menschen, die kein Englisch können. In einer Welt der internationalen Vernetzungen sind solche Sprachkenntnisse von großen Vorteil.


Die besten Voraussetzungen haben die Schüler in der Schweiz, Belgien, Niederlande, Dänemark. Schweden, Norwegen und Finnland. Die Schweiz und Belgien profitieren von der Mehrsprachigkeit, die nordischen Staaten vor allem von einem guten Schulsystem.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Napp

Seitdem die Engländer in der Kolonialzeit mehr fremde Länder als alle anderen europäischen Staaten "erobert" und englisch-westlich zivilisiert haben, inklusive Nordamerika, ist Englisch die Weltsprache schlechthin geworden. Entscheidend dazu beigetragen hat, daß das Gebrauchsenglisch die einfachste Grammatik wohl aller Sprachen hat. Einfacher noch als die inzwischen wieder verschwundene künstliche "Weltsprache" Esperanto. Für kulturell interessierte Europäer kommt noch hinzu, daß das Englisch, das auf den Theater-Bühnen des Londoner Westends gepflegt und gesprochen wird, sehr ausdrucksreich ist und schön und fein klingt. Es ist ein Genuss, es zu hören.

Gravatar: Karl Napp

Es ist viel schlimmer: Das amerikanische "Englisch" ist keine Sprache, sondern eine Mundkrankheit.

Gravatar: Britta

@ Joachim Datko
@ Hartwig

Ich bin ebenfalls der Meinung das Englisch als Sprache
reicht. Wer Englisch spricht, benötigt keine andere Sprache
mehr.

In Amerika habe ich erfahren, dass es zum Beispiel Chinesen gibt, die 40 Jahre in Amerika leben und kein
Englisch sprechen. Das gilt auch für viele andere Aus-
länder.
In den großen amerikanischen Städten fahren die Busse
mit Reklame herum auf denen zu lesen steht;
Lerne Englisch. Und angegeben sind die Namen von
Sprachschulen.

Gravatar: Rita Kubier

Warum sollten auch englischsprechende Menschen eine Fremdsprache erlernen? Alles auf dieser Welt erfolgt in englischer Sprache. In jeder Branche ist weltweit Englisch bestimmend und vorherrschend. Daher sind Menschen/Völker, deren Muttersprache Englisch ist, gar nicht gezwungen, eine Fremdsprache zu erlernen. Beruflich wird gar nichts anderes gebraucht. Nur, wer den Anspruch an sich selbst stellt, noch eine andere Sprache sprechen bzw. beherrschen zu wollen, wird eine erlernen.
In Deutschland steht neben der deutschen Muttersprache doch auch nur deshalb Englisch als Zweitsprache hoch im Kurs, weil diese inzwischen in fast allen Berufen gebraucht wird. Und im Ausland sowieso. Wäre das nicht der Fall, wäre es sehr fraglich, ob die Deutschen so bereitwillig Englisch bzw. eine Zweitsprache würden erlernen wollen bzw. müssen.
Von den Migranten ganz abgesehen. Denn wir erleben hier in Deutschland mit den Migranten das Gleiche wie offenbar in den USA. Von denen sind ebenso extrem viele nicht gewillt Deutsch, die Sprache ihres neu erwählten "Heimat"landes sprechen bzw. erlernen zu wollen, obwohl ihnen der Staat das kostenlos anbietet. Und selbst die Migrantenkinder wollen oft genug kein Deutsch sprechen - zu Hause schon gar nicht. Trotzdem erhalten die Migranten bei uns problemlos die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen, selbst wenn sie kaum Deutsch sprechen können. Wenn es in den USA das gleiche Problem mit den Migranten gibt, dann sind die USA nicht allein damit!

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

»Do you speak English?«
Amerikas Sprachenproblem wird zum Wirtschaftsproblem“!

Trotzdem siegte Trump „über Berlin“(!) und Peking“(?)!
https://www.eurotopics.net/de/224806/deutsche-wirtschaft-auf-schrumpfkurs#

Läuft es in Sachen des geplanten Untergangs Deutschlands für „Merkel und ihre Macher“ etwa deshalb ´im Moment noch` optimal!!!
https://www.amazon.de/Geplanter-Untergang-Merkel-Deutschland-zerst%C3%B6ren/dp/3939562556

Klar: Germany First???

Gravatar: Joachim Datko

In der Regel reicht Englisch als Fremdsprache und die Sprache, in deren Sprachraum man lebt. Wer Englisch als Muttersprache spricht, braucht normalerweise keine Fremdsprache.

Mit Übersetzungs-Apps kann man getrost auf weitere Fremdsprachen verzichten. Der Aufwand sie zur normalen Kommunikation zu lernen steht in keinem Verhältnis zum Vorteil, den man dadurch gegenüber Apps hat. Noch dazu wird die Qualität der Übersetzungs-Apps im Laufe der Zeit weit über die Fähigkeiten, die man mit einer zusätzlich erlernten Sprache hat, gesteigert.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

Gravatar: Hartwig

Na ja!!

Mit Intelligenz hat das aber NICHTS zu tun. Nur das zählt, wenn man wirtschaftlich erfolgreich sein will. Und die USA unter Trump sind momentan weltweit die BESTEN!!

Die Menschen verachtenden, kommunistischen Verbrecher in China sind es, trotzdem den vielen Falschaussagen hierzulande, den ständigen Wiederholungen, von Idioten, es ganz sicher nicht. Es gibt keinen erfolgreichen Kapitalismus unter Führung von kommunistischen Verbrechern. Das ist eine gemeine Lüge.

Und warum soll das ein Nachteil für die US-Amerikaner sein? Dem kann ich nicht folgen.

Die Spanier hingegen, oder die Italiener, sind viel ärmer dran. Wenn schon, dann schon so.

Die englische Sprache dominiert. Und das ist sehr gut so. Das ist kein Nachteil. Ganz im Gegenteil. Wenn Fremdsprachen so wichtig wären, wie hier angedeutet, dann würden die gleichen US-Amerikaner, diese auch lernen WOLLEN. Weit, weit über 95 Prozent aller Wirtschaftsbücher werden in englischer Sprache publiziert.

Mit Intelligenz hat das nichts zu tun.

Und die Aussagen dieser angeblichen Bildungsleute kann man getrost in den Mülleimer werfen.

Ich habe Kinder lange unterrichtet. Wer weiß beispielsweise, dass in Deutschland, die Türken, die türkisch sprechenden Menschen, nicht die einzigen sein sollen, die schlecht Deutsch sprechen? Gemäß den Aussagen bestimmter "Fachleute" sollen Italiener gleichauf liegen. Statistiken werden dann angeführt. Wer überprüft diese Zahlen jemals?

Noch einmal, auf der Zunge zergehen lassen. Sowohl türkische als auch italienische Menschen, sprechen hierzulande, beide gleich schlecht, die wunderschöne deutsche Sprache.

Ich habe dieses ständige Nörgelei an den sehr klugen US-Amerikanern, die sehr viel bessere Werte vertreten und VERTEIDIGEN, AKTIV, als unsere dämlichen, geisteskranken Politiker, die stolz darauf sind, deren Versprechen NICHT einzuhalten langsam satt.

Ich wäre sehr gern US-Amerikaner. Sehr gern. Und sehe darin KEINEN Nachteil.

Und ich spreche weit mehr als eine Sprache. Viel mehr!!

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