Ungarn fordert unabhängige Entscheidung bei Grenzübertritten

Orbán: EU sollte einen Teil des für den Grenzschutz ausgegebenen Geldes zurückzahlen

»Unser Streit mit Brüssel liegt nicht daran, dass sie die Zahlen, die wir sehen, nicht sehen«, sagte Orbán, »sondern daran, dass sie denken, es sei alles gut.«

Viktor Orban/Bild: Wikicommons
Veröffentlicht:
von

Es sei eine vernünftige Forderung Ungarns, dass die EU zumindest einen Teil der seit 2015 für den Grenzschutz ausgegebenen Gelder zurückzahle, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag in einem regelmäßigen Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Kossuth Radio, wie Hungary Today berichtet.

In den vergangenen sechs Jahren seit 2015 seien Grenzzäune nicht nur von Ungarn, sondern auch von Griechenland, Spanien, Bulgarien, Slowenien, Estland, Litauen, Lettland und Polen gebaut worden, so Orbán. Dies zeige, dass Ungarns Position, die es 2015 »im Alleingang« eingenommen habe, langsam zur Mehrheitsmeinung in Europa werde, sagte er.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres seien insgesamt 92.000 illegale Grenzübertritte verhindert worden, was zeige, dass der Migrationsdruck innerhalb eines Jahres um das Drei- bis Vierfache gestiegen sei, so Orbán.

Ungarn habe bisher fast 600 Milliarden Forint für den Grenzschutz ausgegeben, was in etwa der Summe entspreche, die die Regierung im nächsten Jahr den Eltern in Form von Steuererleichterungen zukommen lassen werde, sagte er. Daher sei es eine vernünftige Forderung Ungarns, dass die EU zumindest einen Teil dieses Geldes zurückzahlen solle, fügte er hinzu.

Orbán warnte davor, dass sich die Pandemie durch illegale Einwanderer schneller ausbreite.

»Unser Streit mit Brüssel liegt nicht daran, dass sie die Zahlen, die wir sehen, nicht sehen«, sagte Orbán, »sondern daran, dass sie denken, es sei alles gut. Sie glauben also, dass Migration eine gute Sache ist. Der Chef der Brüsseler Bürokratie hat gesagt, dass es gut ist, wenn mehr Migranten kommen, dass Migration gut ist, dass unsere Gesellschaften Migration brauchen. Sie sind also der Meinung, dass das, was wir an unseren südlichen Grenzen bekämpfen, keine schlechte Sache ist, sondern eine gute Sache, und sie halten uns für falsch, weil sie glauben, dass wir eine gute Sache verhindern. Darauf sagen wir, wisst ihr was, wenn es gut für euch ist, nehmt sie mit. Ungarn ist bereit, einen Korridor für Migranten zu öffnen, damit sie nach Österreich, Deutschland und Schweden marschieren können.«

»Wenn ihr sie braucht, nehmt sie auf, aber Ungarn weigert sich, Brüssel zu erlauben, Ungarn seine Meinung aufzuzwingen«, fügte er hinzu.

Es sei Sache des ungarischen Volkes, zu entscheiden, wer ins Land kommen dürfe und mit wem es zusammenleben wolle. »Diese Debatte wird uns noch jahrelang begleiten, denn wir leben in einem Zeitalter der Epidemien und der Migration«, so Orbán.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Nordmann

Orban: Kurs halten!
EU: Eigene Interessen der Mitgliedstaaten vertreten.
Anderenfalls: zurück zur EWG.
EU-Wasserkopf zum platzen bringen.
Statt Politschwätzer - erprobte Technokraten.

Gravatar: Peter Lüdin

Die angeblichren "Flüchtlinge" am Grenzzaun können nicht sehr schlau sein. Allenfalls gierig und rücksichtlos. Denn von Gier und dem Wunsch nach einem guten Leben in Europas Sozialsystem ohne Eigenleistung getrieben, sind sie an die EU-Aussengrenze gekommen.
Wenn Polen die Aussengrenze nicht schützte, hätte man wieder einen grossen Wettlauf in den hiesigen Sozialsystemen und der Zusammenbruch des bunten EU-Schuldenstaates käme deutlich früher als ohnehin.

Gravatar: Ketzerlehrling

Auch wenn ich in Sachen Flüchtlinge und nationale Souveränität bei Ungarn und Polen bin, aber dass sie noch mehr abgreifen ohne Gegenleistung, das geht zu weit. Sie sind beide Nehmerländer und vertragliche Vereinbarungen, wie der Grenzschutz, gehört zu ihren Aufgaben. Die Impertinenz dieser Länder geht einem auf den Docht. Wenn es ihnen nicht passt, können sie austreten. Doch wer würde sie finanzieren?

Gravatar: ArthurJahne

Was anderes wäre Lobbyismus pur und Betrug von der EU.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Es sei Sache des ungarischen Volkes, zu entscheiden, wer ins Land kommen dürfe und mit wem es zusammenleben wolle. »Diese Debatte wird uns noch jahrelang begleiten, denn wir leben in einem Zeitalter der Epidemien und der Migration«, so Orbán.“

Da Ungarn unter göttlich(?) unterstützter Diskriminierung der meisten übrigen EU-Mitglieder der Vorreiter bei den Grenzbefestigungen des Landes war:

Wäre – außer der dafür eigentlich notwendigen Kostenübernahme für die Grenzanlagen Ungarns -nicht sogar noch eine erhebliche Sondergratifikation als Geste der Entschuldigung fällig?

Wonach dieses göttlich(?) gesteuerte Uschi endlich Ruhe geben sollte!!!
https://www.youtube.com/watch?v=_YKC8RvDiCo

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang