Nach der Ablehnung des Brexit-Vertrages

Nigel Farage rechnet mit zweitem Brexit-Referendum

»Ich glaube und fürchte, dass wir auf einem Weg zu einer Verlegung und möglicherweise einem zweiten Referendum sind«, erklärte der frühere UKIP-Chef Nigel Farage. Dabei rechnet er aber damit, dass die Briten aus Trotz »mit einer noch größeren Mehrheit« für den Brexit stimmen.

Foto: Gage Skidmore / Flickr / CC BY-SA 2.0
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Einer der stärksten Brexit-Befürworter, Nigel Farage, hält nach der Ablehnung des Brexit-Vertrags im britischen Unterhaus ein zweites Referendum über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union für möglich.

»Ich glaube und fürchte, dass wir auf einem Weg zu einer Verlegung und möglicherweise einem zweiten Referendum sind«, sagte der frühere UKIP-Chef am Mittwoch gegenüber dem Nachrichtensender Sky News. Er rechne jetzt zunächst mit einer Verlängerung der Frist für den Brexit über den 29. März hinaus.

Es dürften im Anschluss die Stimmen für ein zweites Referendum in Westminster lauter werden, so Farage, der nach dem Maastrichter Vertrag die konservativen Tories verließ, um 1993 die UKIP als Partei für den Austritt Großbritanniens aus der EU zu gründen. Aktuell ist er als Vorsitzender der Fraktion »Europa der Freiheit und der direkten Demokratie« im EU-Parlament. Seine UKIP verließ er vergangenen Monat.

Farage äußerte in Straßburg den Verdacht, die EU wolle, wie schon in der Vergangenheit bei EU-Vertragsänderungen in Dänemark und Irland, durch weitere Referenden den zuvor geäußerten Willen der Bürger wegwischen.

Seine Landsleute seien zwar dafür bekannt, die Dinge entspannt zu sehen, »aber ich verspreche Ihnen, wenn man sie zu sehr unter Druck setzt, dann sind sie wie ein brüllender Löwe«, betonte der Abgeordnete. Er sieht, dass die Briten bei einem zweiten Referendum »mit einer noch größeren Mehrheit« als im Juni 2016 für den Austritt stimmen würden.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Marc Hofmann

Der alte Hund Nigel Farage...besetzt geschickt das Thema "zweites Referndum" und verknüpft es gleich mit einer "Verlängerung über den 29. März hinaus".
Und das die Mehrheit in England und der EU jetzt endlich mal Klarheit haben wollen, wird man keinen "zweiten Referendum" die Zustimmung geben....da sich ja dann die Unklarheiten über den 29. März hinaus verschieben werden...auf dann eine weitere UNBEKANNTE ZEITSPANNE der Unsicherheiten/Unklarheit.
Und Farage schickt noch hinterher...das man ein Risiko mit diesen zweiten Referedum eingeht...der Brexit kann noch mehr Befürworter hinter sich wähnen.

Gravatar: Pierre

@Marc? Irre ich mich?

Sowohl Sie als auch Nigel sind für den Ausstieg, für den Brexit. Richtig?

Wären Sie geneigt Ihre Kritik an Nigel umfassender zu beschreiben? Warum kritisieren Sie ihn? Welchen Fehler soll er begangen haben und mit welchen Folgen?

Gravatar: Marc Hofmann

@Pierre
Wie kommen Sie darauf, dass ich Kritik an Nigel verübe!?
Ich kritisiere ihn nicht...ich lobe sein strategisches Geschick...eine Thema zu besetzen...bevor es die Gegenpartei macht um damit die Oberhand über das Thema zu erlangen bzw. zu behalten....Nigel ist damit in der TREIBER POSITION und nicht in der GEJAGTEN....
Man kann es auch so zusammenfassen...Nigel stellt die EU und die Englischen Bürger vor die Wahl....

Entweder ein "Schrecken ("harter" Brexit am 29.03.) mit Ende oder Schrecken (weitere Verhandlungen über den 29. März hinaus und dann noch ein zweites Referendum irgendwann...und dann ist es immer noch nicht sicher, wie es weitergeht) ohne Ende."

Gravatar: Thomas Rießler

Eine Kritik an Nigel Farage kann man in dieser Sache durchaus anbringen, weil er das Thema zweite Abstimmung wieder aufwärmt. Die Sache stellt sich mir als zweistufiger Prozess dar. Zunächst verhandelt Theresa May mit der EU bewusst so schlecht, dass ihr Vertrag vom Unterhaus abgelehnt werden muss. Dann treten andere Leute auf, die eine zweite Abstimmung ins Spiel bringen.

Die Briten waren halt etwas naiv. Sie haben Politiker verhandeln lassen, die überhaupt kein Interesse am Brexit haben. Das Resultat ist folglich, dass sich die Sache zwei Jahre lang ergebnislos verzögert hat und nun zur Neuabstimmung ansteht. So ähnlich lief die Sache doch auch schon beim Lissabon-Vertrag und der doppelten Abstimmung der Iren ab. Lang ist’s her und das Gedächtnis des Wahlvolks ist kurz.

Politik ist ein …

Gravatar: Ercan Aslan

Solange wählen zu lassen, bis das Ergebnis "passt"!

Ist das nicht gelebte Demokratie??
;-p

Gravatar: Klimax

"Seine UKIP verließ er vergangenen Monat", und zwar weil sie ihm zu islamkritisch wurde. Ein interessantes Detail.

Gravatar: caesar

Bewährte Mwthode in sog. "Demokratien":
Es wird solange abgestimmt ,bis das Ergebnis paßt.

Gravatar: arno

...ein zweites referendum werden die brexit-befürworter aber tunlichst nicht anstreben, denn aktuelle umfrageergebnise zeigen eindeutig, das eine klare mehrheit der briten für den verbleib stimmen würde.

Gravatar: Angela ******

Alles Wesentliche hat er schon vor acht Jahren gesagt, gerade auch in Hinsicht auf den Zusammenhang zwischen den Deutschen unter ihrer alternativlosen Mutti und dem - damals noch in weiter Ferne liegenden - Austritt Grossbritanniens aus der EU unter dem sogenannten Vertrag von Lissabon.

https://www.youtube.com/watch?v=aakqpOO3NpE#t=11s

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