Spektakuläre Fälle weisen auf Lücken im System hin

Jugendämtern fehlt die Kontrolle

Schon wieder hat es so einen Fall gegeben. In Trier wurden Inobhutnahmen einfach erfunden und ein Mitarbeiter des Jugendamtes veruntreute die genehmigten Gelder. Nicht existierende Kinder wurden jahrelang in erfundenen Pflegefamilien untergebracht. Wenn jemand kontrolliert hätte, wie es diesen Kindern geht, wäre aufgefallen, dass es sie gar nicht gibt. Es hat sich aber niemand um die Kinder gekümmert.

Symbolbild Pixabay
Veröffentlicht: | von

Thomas Penttilä vom Verein Trennungsväter e.V. hat solche Fälle – wie den in Trier, von dem die Welt berichtet – gesammelt. In Hamburg hatte es bereits so einen Fall gegeben, auch da wurden Pflegekinder einfach erfunden. Es gab lediglich Gutachten, die Kinder gab es nicht. In einem Fall wurde sogar ein Heim erfunden, das überhaupt nicht existierte. Real waren lediglich die Geldzahlungen. In Millionenhöhe.

In einem ausführlichen Artikel in der Berliner Zeitung über die Situation des Jugendamtes in Marzahn/Hellerdorf wird erklärt, wie so etwas passieren kann. Die Mitarbeiter berichten darin von ihren Arbeitsbedingungen: »Es gab schon Fälle, erzählt Tille (so der Name einer der Mitarbeiter), da kannten die Kollegen die Kinder gar nicht, die sie betreuen. Sie hatten den Vorgang kurz zuvor von Kollegen übernommen, die krank geworden sind. Oder sich um andere Fälle kümmern mussten.«

Die Ämter sind überfordert. Es können auch nicht alle Stellen besetzt werden. Es fehlt vor allem an Aufsicht und Umsicht. So sieht es auch der Verein Trennungsväter e.V. Für ihn belegen die Fälle, dass es an Kontrolle mangelt und die Jugendämter ein zu starkes Eigenleben haben. Die Jugendämter verlieren ihren guten Ruf, den sie noch immer noch weitgehend genießen. Sie stehen in der Gefahr, zu einem System zu werden, das im Windschatten der Aufmerksamkeit Geschäfte betreibt, die nicht am Wohl der Kinder orientiert sind, sondern eigene Interessen bedienen. 

In einem Artikel der Zeit von Ulrike Gastmann wird (hinter einer Bezahlschranke) ein durchaus kritisches Gesamtbild gezeichnet. »Jugendämter nehmen überforderten Eltern oft den Nachwuchs weg«, heißt es da. Dann wird die Frage gestellt: »Ist das wirklich zum Wohl der Kinder?«

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: karlheinz gampe

Bei Kindern aus dem Ausland haben die Ämter vermutlich gar keinen Einblick ! Jugendämter schaden oft Kindern, da sie diese zu ihrem Schaden den Eltern wegnehmen und einer Lobbyindustrie zuführen, die gut an den Kindern verdient. Deutschland ist ein kriminelles Land, wo Korruption blüht.

Gravatar: Dirk S

Zitat:"Jugendämtern fehlt die Kontrolle"

Nicht nur denen. Allen Ämtern fehlt die Kontrolle. Wir benötigen viel mehr Demokratie, damit das Volk, der Souverän, auch seine Kontrollpflichten ausüben kann. Was letztenendes bedeutet, dass viele Amtsposten per Wahl vergeben werden müssen und nicht mehr per politischer Kungelei.

@ karlheinz gampe

Zitat:"Deutschland ist ein kriminelles Land, wo Korruption blüht."

Auch schon mitbekommen? ;-)

Korruptionsfreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: Thomas Waibel

Hier stellt sich die Frage, ob diese Obhutnahmen berechtigt sind, weil der Zerfall der Familie immer mehr voranschreitet oder die Jugendämter zu schnell sie, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche in Obhut zu nehmen.

Gravatar: Unmensch

Das ist der Idealzustand linker Politik: in Namen von "sozial", "menschlich" usw. Geld verteilen - und alles ist gut. Also, ohne Kontrolle, weil, das sind ja Menschen, arme, unschuldige, gute Menschen. Da darf man doch garnicht daran denken, dass die betrügen... nein, so ein böses Wort, das sagt man nicht!

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang