Viele müssen mit ALG II aufstocken

Jeder zweite Hartz-IV-Empfänger benötigt nach Jobvermittlung weiterhin Sozialleistungen

Die Rückkehr in den Arbeitsmarkt bedeutet für viele ehemals arbeitslose Bürger, weiterhin keine bedarfsdeckendes Einkommen zu haben. Oft müssen sie weiterhin aufstocken. Der Niedriglohnsektor blüht.

Foto: Pixabay
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Wie der »Tagesspiegel« unter Bezugnahme auf eine von der AfD-Bundestagsfraktion angeforderte Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit berichtet, sind viele Hartz-IV-- bzw. ALG-II-Empfänger auch nach einer Rückkehr in die Beschäftigung weiter auf staatliche Hilfe angewiesen.

Im vergangenen Jahr konnten nur 45,5 Prozent der Betroffenen drei Monate nach der Integration in den Arbeitsmarkt den Bezug von Hartz-IV oder Sozialgeld beenden. In knapp 55 Prozent der Fälle war die Rückkehr in die Beschäftigung hingegen nach drei Monaten noch nicht bedarfsdeckend, die Beschäftigten waren also weiter auf Sozialleistungen angewiesen. Besonders betroffen waren Beschäftigte mit Kindern: Nur jeder Dritte aus dieser Gruppe konnte den BA-Zahlen zufolge durch die Integration in den Arbeitsmarkt die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen beenden.

Dazu teilt der AfD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, René Springer, in einer Presseerklärung mit:

»Durch die Hartz-IV-Reformen sollte die Integration in den Arbeitsmarkt verbessert werden. Stattdessen sehen wir Hunderttausende, die ihre Abhängigkeit von staatlichen Leistungen trotz Vermittlung in einen Job nicht beenden können. Das Hartz-IV-Karussell dreht sich schon viel zu lange. Es wird Zeit, dieses bürokratische und stigmatisierende System zu überwinden.«

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Sebastian K

Genauso wie bei der Intelligenz gibt es bei Humankapital eine massive Streuung. Es gibt Leute die einen riesigen Mehrwert erzeugt haben - Thomas Eddison, Bill Gates (microsoft) oder Sergej Bryn (Google) fallen auf Anhieb ein, aber die Reihe lässt sich endlos fortsetzen. Aber dann gibt es auch Leute deren Mehrwert sehr gering ist. Selbst wenn man sie reihenweise durch eine Ausbildungsmaßnahme nach der nächsten schickt. Und dann fragt man sich, was macht man mit ihnen?

Wenn man echte Armut als geringen persönlichen arbeitsbedingten Mehrwert bei unter 65-Jährigen definiert, sind diese Leute intrinsisch arm. Also stellt sich nur die Frage, ob sie mit Hartz-4 zu Hause hocken sollen, oder draußen arbeiten, um beschäftigt zu werden. Mit ein bisschen Lohn-Aufstockung, eben.

Ich finde es ist sozialer, sie draußen zu beschäftigen. Aber, dass sie dadurch aus der Armut rauskommen werden ist in vielen Fällen ein Tagtraum. Die einzige Frage hier ist ob sie nicht-arbeitende Arme oder arbeitende Arme sein sollten.

Und dann gibt es ein Problem wenn diese inhärent-arme Lohn-Aufstocker in private Niedriglohnwirtschaft reinkommen. Dort sind sie eine natürliche Konkurrenz für die dortigen, nicht-auftstockenden Beschäftigten. Was tun also? Ich finde, es ist besser, dass die Aufstocker die Nicht-Aufstocker in diesem Wirtschaftsteil verdrängen. Da die Nicht-Aufstocker tendenziell über höheren Mehrwert-Potential verfügen und dadurch leichter Arbeit in besser entlohnenden Teilen der Wirtschaft finden können...

Gravatar: Gastautor

Teilzeit macht es möglich. Ein Arbeitgeber beschäftigt im Niedriglohnsektor viel lieber 2 jeweils 20 Stunden als 1 Person 40 Stunden. Warum wohl? Man ist flexibler.
Bei richtigen Fachkräften ist das anders, weil die man nicht so einfach ersetzen kann.
Es bringt auch nichts den Mindestlohn zu erhöhen! Wie hoch soll den diese bitte sein? Das man von der Teilzeit leben kann?
Hier muss der Gesetzgeber einen Riegel vorschieben. Es muss für den Arbeitgeber deutlich teurer sein, wenn diese zwei statt nur eine Person beschäftig.

Gravatar: Thomas Waibel

Eine der wichtigsten Reformaufgaben wäre, die staatlichen Ausgaben und die Steuern auf das notwendige Minimum zu reduzieren.

Würde man die 2.000.000 illegale Ausländer abschieben und die Grenze für illegale Einwanderer schließen, würde man die Staatsausgaben erheblich reduzieren. Dann könnte man die Staatsfinanzen sanieren und die Steuern senken.

Gravatar: Arno

Dabei wäre Abhilfe so einfach: Mindestlohn heraufsetzen.
Ganz nebenbei würde das auch die Rentenproblematik entschärfen, denn wer mehr einzahlt, erhält auch schliesslich mehr.

Gravatar: Frank

Der Sozialstaat gehört gänzlich abgeschafft. Je mehr Sozialismus wir uns leisten umso härter müssen alle arbeiten und umso stärker entwertet die Währung.

Doch je stärker die Währung entwertet und umso härter alle arbeiten müssen für den Sozialstaat, je weniger Leute gehen überhaupt freiwillig arbeiten.

Die Folge davon ist das die wenigen die noch ehrlich arbeiten extrem unter dem "Sozialstaat" zu leiden haben und dieses Leiden wird von Jahr zu Jahr härter / schlimmer.

Auf lange Sicht schafft sich aber der "Sozialstaat" bereits selbst ab. Geld erhält nämlich seinen Wert einzig und allein dadurch das ehrliche Menschen wertvolle Dinge erarbeiten und NICHT wie so mancher Blödel glaubt beim drucken"!

Die Produktion sinkt ständig und die Kosten steigen ständig. Was denken Sie wie das ausgeht?

Kredite, Kredite, Kredite, Transferleistungen
Staatsbankrott, Ende des Sozialstaates.

Ich bin dafür, denn ich bin Betroffener. 90% Steuern, das sind exakt 10% die mich von einem Sklaven unterscheiden, falls das hier überhaupt noch einen Unterschied macht.

Sozialismus nur dort wo er Menschen schnell (3 Monate) wieder auf die eigenen Beine hilft aber nicht als LEBENSMODELL für ALLE wie hier in Restdeutschland.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Die Rückkehr in den Arbeitsmarkt bedeutet für viele ehemals arbeitslose Bürger, weiterhin keine bedarfsdeckendes Einkommen zu haben. Oft müssen sie weiterhin aufstocken. Der Niedriglohnsektor blüht.“ ...

Göttlich(?) gefördert, etwa weil unsere(?) Allmächtige den Niedriglohnsektor im Interesse der deutschen Industrie schon deshalb noch viel weiter ausbauen will, um der Konkurrenz nicht nur der Billiglohnstaaten außerhalb Europas standhalten zu können sondern speziell auch der EU-Partner(?)??
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/eu/a-293353.html

Gravatar: Erdö Rablok

Vernünftigerweise sollte das Wahlalter auf 21 Jahre festgelegt werden. Weiter wäre es durchaus angebracht, das Wahlrecht auf jene zu beschränken, die Steuern zahlen oder Rentenbezieher sind, also ihren Beitrag für den Staat leisten oder geleistet haben. Wie in der Schweiz sollten Staatsbedienstete kein passives Wahlrecht besitzen.

Gravatar: Peter S.

Der Niedriglohnsektor und Teilzeit machen das möglich!

Vielen Dank dafür an die Spezialdemokraten und die selbsternannten "Bürgerlichen", die nur ihr eigenes Wohl und das der Konzerne vertreten.

Gravatar: Friedhelm Sieb

Ein Skandal, der seinesgleichen in funktionierenden Demokratien mit einer sozialen Marktwirtschaft innerhalb Europas sucht. Unfähigkeit ist das Markenzeichen von Regierungen eines real existierenden Sozialismus. Die Auswirkungen sehen wir in diesen Ländern. Eine Gesetzgebung folgt der anderen. Was ist das Ergebnis ?? Hier wird nicht mehr ergebnisorientiert regiert sondern die Protagonisten scheinen lediglich auf den Erhalt des eigenen persönlichen Vorteils und Wohlstands ihre Zeit in den Parlamenten abzusitzen. Sachdienliche Lösungen für die betroffenen Menschen und Ergebnisse die dem Wohl derjenigen gereichen gibt es scheinbar nicht mehr.
Ein Skandal !!

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