Katholizismus, Torah und ein libertärer Gott

Javiers Mileis Spiritualität

Milei schätzt die analytische Form des Talmuds und betrachtet die Torah aus wirtschaftlicher Perspektive. Trotz seines Interesses am Judentum bleibt er bezüglich einer Konversion vom Katholizismus unverbindlich.

Bild: Ilan berkenwald, Flickr
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Argentiniens Präsident-elect Javier Milei gewährt Einblicke in seine scheinbar widersprüchlichen spirituellen Praktiken, die seinen eigenwilligen Weltblick beeinflussen. Der 53-jährige Ökonom, dessen Amtseinführung am 10. Dezember stattfindet, studiert die Torah, bekennt sich zum Katholizismus und sieht in Gott einen »libertären« Verbündeten, so ein BA Times Bericht.

Bei seiner Vereidigung als Nationalabgeordneter Ende 2021 verwendete er den Eid mit Verweis auf »Gott, die Heimat und die Heiligen Evangelien«. Seitdem konsultiert er regelmäßig den einflussreichen sephardischen Rabbi Axel Wahnish aus Buenos Aires, um die Situation »auf einer tieferen Ebene« zu verstehen.

Milei schätzt die analytische Form des Talmuds und betrachtet die Torah aus wirtschaftlicher Perspektive. Trotz seines Interesses am Judentum bleibt er bezüglich einer Konversion vom Katholizismus unverbindlich, da dies mit der Präsidentschaft inkompatibel erscheint.

In einem Fernsehinterview äußerte er sich als »Freund Israels«, der die Torah studiert, und reiste kürzlich nach New York, wo er das Grab eines Lubavitch-Bewegungs-Führers besuchte.

Ein enger Kontakt von Milei, Tomás Pener, bestätigt, dass der zukünftige Präsident derzeit nicht konvertiert. Milei betont seine freundschaftlichen Beziehungen zu Israel und seine Bereitschaft zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem.

Trotz seiner Kontroversen um Argentiniens Militärdiktatur hat Mileis Haltung zu Israel wenig Aufsehen erregt. Der politische Analyst Carlos Fara bezeichnet Mileis Offenheit bezüglich seiner Spiritualität als »atypisch« in der argentinischen Politik. Seine Versöhnung mit Papst Franziskus, den er zuvor heftig kritisierte, zeigt eine überraschende Wende.

Argentinien, mit 75 Prozent katholischer Bevölkerung, hat die größte jüdische Gemeinschaft in Lateinamerika. Mileis Fokus auf Israel könnte jedoch Bedenken in der »ruhigen« argentinischen jüdischen Gemeinschaft auslösen.«

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Michl Deutscher

Es sind die Augen! Sie sind böse. Es ist ein böser Blick. Jesus Christus spricht:

34 Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.

35 So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.

36 Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und kein Teil an ihm finster, dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit hellem Schein.

Lukas 11:34-36

Ein falscher Heiland! Der Antichrist? Immerhin Antrittsbesuche bei den Lubawitscher Kabbalisten.

Gravatar: J. L.

Was soll das werden? Finanzkabbalistik? *lol*

Ich halte den Mann für einen falschen Fuffziger. Mich interessiert nur, wer seine Strippen zieht. Von seinen Versprechen wird nix übrig bleiben, und am Ende nagen die Leute Rinde von den Bäumen. Wetten?

Gravatar: Heinrich

Die Meinungen über den neuen Präsidenten Argentiniens,
Javier Milei, sind unterschiedlich.
Hier noch einige weitere Informationen :

„Milei hat im Wahlkampf versprochen, das argentinische ‚Umweltministerium‘ zu schließen und die Regierung zu verkleinern, aber jetzt wird plötzlich ‚die Klimapolitik auf verschiedene Ministerien verteilt‘“. Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, wie die Machthaber die „neue Politik“ (die den Menschen zuhört) nutzen, um ihr Narrativ voranzutreiben. So war es auch bei Giorgia Meloni.

https://uncutnews.ch/wie-javier-milei-das-ganze-argentinische-volk-betrog/

Ich frage mich ob Präsidenten heutzutage wirklich noch gewählt werden ? Es schein mir mehr, dass sie von den Globalisten mit ihren Verbindungen und Möglichkeiten dorthin gesetzt werden.

Gravatar: Rita Kubier

Mir erscheint dieser Typ sehr suspekt! Allein sein verklärtes, abwesend, fast bösartig wirkendes Äußere lässt irgendwie nichts Gutes ahnen. Könnte gut sein, dass der auch nur eine vom "Tiefen Staat" eingesetzte Marionette ist.

Gravatar: Matthias Hergert

Eid auf "Gott, die Heimat und die Heiligen Evangelien". Schöner Eid! Was will man mehr. Ich stelle mir diesen Eid vor auf den Lippen von Olaf Scholz oder Nancy Faeser... Aber: Gott ist tot, Heimat ist blöd, und die Evangelien sind Märchen, so tönt es zwischen den Zeilen der deutschen "Trinität". Ich wünsche dem argentinischen Präsidenten Milei und dem ganzen Volk dort alles Gute.

Gravatar: Emilio Jahnke

Er soll auf sein Land denken, arbeiten und handeln und nur dann hat er ein Erfolg.

Gravatar: Fritz der Witz

Ich trau dieser Gestalt nicht über den Weg. Wem kann man überhaupt noch trauen ?

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