In Deutschland will man es nicht wahrhaben

In den Niederlanden ist Multikulti gescheitert

Nach zwanzig Jahren schaut der niederländische Politologe Ruud Koopmans zurück. Einst galt er als Befürworter von Multikulti. Er kommt nun zu dem Schluss, dass Multikulti gescheitert ist und Assimilation der bessere Weg gewesen wäre. Er erlebte immer wieder, dass man ihm in Deutschland nicht glaubt.

Symbolbild Pixabay
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Lebenswelt, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Deutschland, Integrationsprobleme, Multikulturalismus, Niederlande, Ruud Koopmans, Theo van Gogh, Zuwanderer
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Koopmans zieht selber den Vergleich: »In meinem Heimatland, so meinte ich, war die Integrationspolitik viel besser aufgestellt als in Deutschland. Dort war es sehr leicht, die niederländische Staatsangehörigkeit zu bekommen, Sprachanforderungen wurden kaum gestellt, die doppelte Staatsangehörigkeit war ohne Einschränkungen erlaubt, es gab das kommunale Wahlrecht für Ausländer, ethnische Selbstorganisationen wurden großzügig subventioniert, und wir hatten zusammen mit Großbritannien die strengste Antidiskriminierungsgesetzgebung Europas.«

Die Niederlande sah sich als führend in Sachen Multikulti – und war stolz darauf. Was die Kultur der zugewanderten Minderheiten anbelangte, hatten die Niederlande den Multikulturalismus regelrecht »umarmt«. An den Schulen wurden die Herkunftssprachen der größten Zuwanderergruppen unterrichtet. 

»Kurz gesagt«, so Koopmans: »Die Niederlande hatten genau das gemacht, was Vertreter von ethnischen Selbstorganisationen und viele Bürger und Politiker mit ihnen meinen, das in Deutschland auch gemacht werden sollte, um die Integrationsprobleme zu lösen. Es solle Migranten doch viel einfacher gemacht werden, ein permanentes Bleiberecht zu bekommen oder Deutscher zu werden, ohne „ausgrenzende“ Sprachanforderungen, Einkommensnachweise und Integrationstests. Die Ablehnung der doppelten Staatsangehörigkeit verletze elementare Menschenrechte, schließe Menschen aus vom Wahlrecht und behindere die Integration.«

Deutschland hat die Niederlande als Vorbild gesehen. Eine Delegation nach der anderen kam auf Einladung nach Berlin. Der Ablauf solcher Begegnungen, so schreibt Koopmans, war immer gleich: Die Niederländer predigten die Segnungen ihres Integrationsansatzes, und die Deutschen glaubten es ihnen nur allzu gerne.

Doch dann sollte Koopmans für die Zeitschrift 'Migrantenstudies' einen Bericht schreiben und darin einen Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden ziehen. In der vollen Überzeugung, er würde nun die empirischen Beweise für die Überlegenheit der niederländischen Integrationspolitik zusammentragen, machte er sich an die Arbeit.

Zu seinem großen Erstaunen ging der Vergleich aber in fast jeder Hinsicht zugunsten von Deutschland aus. Er musste es einsehen, die Zahlen waren deutlich: »In Deutschland waren Zuwanderer zwar doppelt so häufig arbeitslos und sozialhilfeabhängig wie Menschen ohne Migrationshintergrund, aber in den Niederlanden waren viermal so viele arbeitslos und zehnmal so viele sozialhilfeabhängig.«

Er musste auch eine Überrepräsentation von Ausländern in der Kriminalstatistik feststellen. Dabei war es doch angeblich alles so vorbildlich in den Niederlanden. Niederländische Türken konnten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Nachrichten auf Türkisch hören und, wenn gewünscht, konnten sie ihre Kinder in den staatlich subventionierten islamischen Religionsunterricht oder sogar auf eine islamische Schule schicken.

Doch zusammenfassend muss Koopmans festhalten: »Wie immer man diese Befunde auch deuten möchte, eines war klar: Der niederländische Multikulturalismus war keinesfalls das nachahmenswerte Erfolgsmodell, für das viele sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland es hielten.«

Er wundert sich. »Noch immer ist die Idee in Deutschland weitverbreitet, bedingungslose Erteilung von dauerhaften Bleiberechten, leichtere Einbürgerung, doppelte Staatsangehörigkeit, Kommunalwahlrecht für Ausländer und staatliche Anerkennung und Unterstützung für die Sprachen, Kulturen und Religion der Zuwanderer seien wegweisend für eine gelungene Integration. Umgekehrt gelten Integrationsanforderungen, Sprachtests, und Bedingungen für die Heiratsmigration für viele als „Integrationsbarrieren“.«

Schockiert war Koopmans schließlich von dem Mord an Theo van Gogh ­– und mehr noch von dem Umgang damit und der folgenden Deutung, die aus den Terroristen Opfer machen wollten. »Wer gedacht hätte«, schreibt er, »die Politik würde jetzt ein klares Signal für die Meinungsfreiheit und das Recht auf Religionskritik setzen, hatte sich geirrt. Premierminister Jan Pieter Balkenende besuchte zwar eine niedergebrannte islamische Schule, und Königin Beatrix ging in Amsterdam auf Teevisite in ein marokkanisches Jugendzentrum, aber die Eltern von Theo van Gogh besuchten sie nicht.«

Kommt einem das bekannt vor? Der Justizminister Piet Hein Donner plädierte sogar wenige Tage nach dem Mord im Parlament dafür, das verstaubte Gesetz gegen Gotteslästerung wieder anzuwenden. Der Terror hatte gewirkt. Der Staat knickte ein.

Dies ist ein Auszug aus seinem Buch, das in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Assimilation oder Multikulturalismus – Bedingungen gelungener Integration“ erschienen ist. Die FAZ hatte Auszüge daraus veröffentlicht.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Klingler

"Nach zwanzig Jahren schaut der niederländische Politologe Ruud Koopmans zurück. Einst galt er als Befürworter von Multikulti."
Ich brauche keine 20 Jahre um zu erkennen, wohin dieser Multikulti-Wahnsinn führt. Ich brauche keine Einsicht, um zu erkennen, dass es Gedanken von Irren und Spinnern sind, die das Leben eines ganzen Volkes und insbesondere meiner Nachkommen gefährden. Deren Naivität und angebliches "psychologisches Gespür" ist Mord am eigenen Volk. Mir nützt es reichlich wenig, wenn von solchen "Gesellschaftsexperimentatoren" die späte Einsicht kommt. Ich hasse diese Leute, die meinen, alle Menschen sind gleich. Ich habe nur noch Verachtung für deren Einsicht, denn die sind an diesem katastrophalen Zustand der Gesellschaft mit Schuld. Das Kind ist leider in den Brunnen gefallen, ein zurück, ohne schmerzhafte Opfer und wenn er überhaupt gewollt wird, wird es nicht geben. Das ist genau so naiv, wie das naive Denken über Multikulti vor 20 Jahren.

Gravatar: Maria

ob die "Naiven" es wollen oder nicht, Multikulti ist überall gescheitert.
Hier bewahrheitet sich das alte Sprichwort, "man kann nicht zwei Herren dienen" entweder Demokratie und Rechtsstaat oder schariageprägte islamische Rechtsauffassungen und Lebensweisen.

Gravatar: Peter

Da möchte man doch glatt rufen:

"Scheitert Multikulti, dann scheitert Europa!"

Gravatar: Ercan Aslan

Tja, vielleicht sollte er diese Erkenntnis auch mal Leuten wie Yasha Mounk, Claus Kleber, Karen Miosga, Marionetta Slomka, Angela Merkel, Macron und den anderen NWO-Anhängern erzählen!
Aber für dieses "Experiment" hätte man nicht 20 Jahre verstreichen lassen müssen, sondern man hätte das Ergebnis von Multi-Kulti schon eben vor 20 Jahren schon sehen können! Dazu einige Beispiele:

- Die Sowjetunion
- Jugoslawien
- Tschechoslowakei

In diesen Ländern hatte man das Experiment, verschiedene Volksgruppen, die wenig gemeinsam haben, zwangszuvermischen, schon versucht!

Mit welchem Ergebnis ?

Also ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass immer sehr sehr viel Menschenblut geflossen ist...
Das hat Herr Yasha Mounk wahrscheinlich mit den "Verwerfungen" gemeint, die dann passieren könnten.
Nein Herr Mounk! Die "könnten" nicht passieren, die passieren und es wird wieder passieren, denn dieses teuflische Experiment hat bewiesenermaßen noch nie funktioniert und es wird auch nicht funktionieren, weil es nicht funktionieren kann! Ebenso wie die angestrebte Neue Weltordnung! Auch diese Versuche, eine Weltregierung aufzubauen, sind in der Geschichte immer wieder kläglich und mit sehr viel Blutvergießen gescheitert und es wird auch diesmal scheitern! Am besten sollte man Personen wie Hr. Mounk die Professur aberkennen und wegen Volksverhetzung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Rassismus anklagen....denn das, was diese Leute vorhaben ist nichts anderes!!

Gravatar: Marius

"Er wundert sich. »Noch immer ist die Idee in Deutschland weitverbreitet, bedingungslose Erteilung von dauerhaften Bleiberechten, leichtere Einbürgerung, doppelte Staatsangehörigkeit, Kommunalwahlrecht für Ausländer und staatliche Anerkennung und Unterstützung für die Sprachen, Kulturen und Religion der Zuwanderer seien wegweisend für eine gelungene Integration. Umgekehrt gelten Integrationsanforderungen, Sprachtests, und Bedingungen für die Heiratsmigration für viele als „Integrationsbarrieren“.«

Dass liegt daran, dass die Altparteien und herrschenden Eliten unter dem Begriff "Integration" keinesfalls eine kulturelle Anpassung an die autochthone deutsche Bevölkerung, oder gar eine richtiggehende Assimilation verstehen, sondern viel mehr so wie "Kolonisation" oder "Infiltration" - dass Migranten unter Beibehaltung ihrer Herkunftskultur und Identität in sämtliche Bereiche der deutschen Gesellschaft vordingen können und in sämtliche Elitepositionen aufsteigen können.

Die Folge dieser "Integrations"-Politik ist die allmähliche Ersetzung einer ganzen Ethnie und einer Kultur (nämlich der deutschen) durch andere Ethnien und andere Kulturen.

Gravatar: Rolo

Multikulti ist gescheitert, das sagte A. Merkel bereits 2010 im Deutschen Bundestag! Multikulti ist nicht nur in Deutschland gescheitert sondern auch in Frankreich, Belgien, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Schweden und anderen Staaten der EU, die sich auf dieses Experiment eingelassen haben doch nur in Deutschland wurden die Weichen nach dieser Erkenntnis nicht umgestellt! Im Gegenteil, durch die Asyl und Flüchtlingspolitik A. Merkels, die Artikel 16. a GG und geltendes EU Recht ( Dublin Abkommen ) bricht wurde diese Fehlentwicklung der Multikultipolitik noch weiter verstärkt! Die Kosten dafür, werden nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder, Enkel bezahlen mussen! Während unser Sozialsystem immer weiter zusammenbricht! Die steigende Anzahl von Armutsrentnern sind erst der Anfang!

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