Ökonomen kritisieren Rentenkonzept des SPD-Arbeitsministers

Heils Grundrente kann jährlich bis zu 12 Milliarden Euro kosten

Arbeitsminister Heil (SPD) plant Millionen Geringverdienern, die lange gearbeitet haben, automatisch höhere Renten zukommen lassen. Das kritisieren mehrere namhafte Ökonomen, die dadurch milliardenschwere Zusatzbelastungen für den Haushalt erwarten.

Foto: Olaf Kosinsky/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0 de
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Führende Ökonomen üben Kritik an den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für eine Grundrente. Im Fokus steht dabei insbesondere die Finanzierung. Die Belastungen dürften von Anfang an weit höher sein, als die Regierung verspricht, warnt der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.

»Die Kosten für die Grundrente werden von Anfang an im zweistelligen Milliardenbereich liegen«, erklärte der Ökonom. »Die Grundrente wird in den ersten Jahren zehn, elf oder zwölf Milliarden Euro kosten und in den folgenden Jahren immer teurer werden«, erläuterte diese anhand von eigenen Berechnungen zur bisherigen Grundsicherung ab.

Auch Clemens Fuest, Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), geht von weit höheren Summen aus, als von Arbeitsminister Heil offiziell veranschlagt. »Entscheidend ist, wieviel die Rentenpläne langfristig kosten werden und da werden wir erhebliche finanzielle Belastungen bekommen, weil die Zahl der Rentner in den kommenden Jahren stark wachsen wird«, sagte dieser.

»Die Kosten für die Grundrente werden deshalb im Zeitablauf zunehmen und jedes Jahr durch die Demographie weiter steigen. Wie hoch sie in zehn Jahren sein werden, lässt sich kaum seriös sagen; sicher ist nur, dass diese Maßnahme sehr viel Geld kosten wird«, betonte Fuest.

»Zwar ginge die Zahl der neuen Rentner wieder zurück, wenn die weniger geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Das bedeute aber nicht, dass die Kosten für die Grundrente dann automatisch geringer würden«, warnt Raffelhüschen. »Wieviel die Grundrente in der Zukunft kostet, wird auch davon abhängen, wie hoch die Inflation in der Zwischenzeit war«.

Klar sei aber jetzt schon, dass die Grundrente den Beitragszahler oder den Steuerzahler noch einmal richtig viel Geld kosten werde. Unterdessen wird das Thema auch mehr und mehr zum Konfliktthema für die große Koalition. Beim nächsten Koalitionsausschuss am 13. Februar soll es auf die Tagesordnung kommen, da auch Unionspolitiker Kritik äußerten.

Die Pläne des Arbeitsministers sehen vor, dass Millionen Geringverdiener nach einem langen Arbeitsleben automatisch höhere Renten bekommen. Dabei sollen kleine Renten um bis zu 447 Euro im Monat aufgestockt werden. Kritisiert wird vor allem, dass der tatsächliche Bedarf nicht geprüft werden soll. So könnten auch viele Rentner profitieren, die nicht auf Unterstützung angewiesen sind.

Laut »Bild«-Zeitung hätten nach dem Heil-Konzept bis zu vier Millionen Menschen Anspruch auf die Grundrente, die Kosten würden damit milliardenschwer werden. Eine Bedürftigkeitsprüfung könne die Zahl der Bezieher auf rund 130.000 Menschen reduzieren. Die jährlichen Kosten lägen dann nur noch bei rund 200 Millionen Euro.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner

Grundrente ist diskutierwürdig, aber nicht wieder solche unausgegorenen Vorschläge in die Welt setzen, wie Heil. Wenn Grundrente, dann für alle und in angemessener Höhe. Dann müssen die ganzen Sozialleistungen weg fallen. Die Rente in ihrer jetzigen Form natürlich auch. Wer trotzdem arbeitet hätte ein gutes Auskommen. Und ich bin überzeugt, dass die meisten trotzdem arbeiten würden, vielleicht weniger Stunden. Dazu kommt, die Arbeitnehmer wären freier.

Gravatar: Schnully

Also ! Nutznießer müssen mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben um dann vielleicht mit Hilfe der SPD insgesamt ca. 900 Euro Rente zu erhalten , wobei es egal ist wie Reich der Empfänger durch den Ehepartner oder andere Einkünfte ist . Das will uns die SPD als Sozial verkaufen . Wer 35 Jahre in die Rentenkasse einzahlen mußte sollte sowieso eine angemessene Rente erhalten . Was haben die Gewerkschaften und ihre SPD die ganzen Jahre eigentlich gemacht ? Geschlafen, Mitgliedsgelder gehortet und sich die Gehälter erhöht ?

Gravatar: alfred

"Heils Grundrente kann jährlich bis zu 12 Milliarden Euro kosten...! Na und ? Sind die Deutschen, die mit Ihren Steuern und Zwangsabgaben das Staats-Säckle" gefüllt haben nicht einmal einen Bruchteil der Asylantenkosten wert ?
Offensichtlich nicht, sonst müßte nicht darüber debattiert werden....

Gravatar: Gipfler

Der völlig falsche Ansatz. Es ändert sich nichts.

Wenn es sozial ist, verarmten Menschen mit Steuergeldern zu helfen, was ist denn dann das Verhalten der verantwortlichen Politiker eines „Rechtsstaates“, offenen Auges eine solche immer mehr anschwellende massenhafte Verarmung überhaupt erst entstehen zu lassen?! Und zwar durch Rechtsverhältnisse, die sie selbst übernommen, geduldet oder geschaffen haben.
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/12/02/der-sozialstaat-feigenblatt-des-staatlichen-sozialen-unrechts/

Gravatar: D.Eppendorfer

Die an allen Wählerfronten scheiternden Rotsocken versuchen unter den hohlen Heilsversprechen doch nur, verirrtes Wahlvieh zurück zu kaufen, indem man dem zuvor arm regierten Malocher-Dummkopf plötzlich mehr Gäääld verspricht, das dann irgendwie irgendwo anders garantiert wieder einkassiert wird.

Und leider lassen sich viele angeblich "mündige" Piefke-Schildbürger von solchen Verlockungen blenden wie nach Süßigkeiten lechzende Kleinkinder. Mit der Vernunft ist es nämlich längst vorbei in Schland - hier regiert allein die naive Emotion und meist eine bizarr illusionäre.

Ein einfältiges Vielfalts-Volltrottelvolk, das sich über viele Jahre so michelprimitiv obrigkeitshörig verarschen und abzocken lässt, verdient seine beflissen angestrebte Auslöschung, denn deren ignorant arrogante Idiotie verursacht global mehr Schaden als Nutzen.

Das jedoch werden diese rechthaberischen Bessermenschen-Allheilssektierer nie kapieren.

Darum weg mit diesen erbärmlichen Missgeburten, die man frühzeitig abzutreiben versäumt hat !

Gravatar: Querulantino

Grundsätzlich ist es natürlich richtig, dass ein Mensch der lebenslang gearbeitet hat von seiner Rente muss leben können. Nur der Ansatz der SPD ist wohl eher von der Absicht geprägt, auf Kosten der Steuerzahler bei der betreffenden Personengruppe Stimmen zu kaufen.
Zwingend erforderlich ist meiner Meinung nach ein völlig neues Rentensystem, welches die steigende Arbeitsproduktivität berücksichtigt. Es macht eben einen Unterschied, ob ich 25 Stunden am Tag arbeiten muss um meinen Lebensunterhalt und den der von mir mit zu versorgenden Rentner zu erwirtschaften, oder ob ich auf einen Knopf drücke und eine Armee von Robotern setzt sich in Bewegung.
Außerdem hat die SPD ja maßgeblich mit dazu beigetragen die Lebenshaltungskosten durch immer dämlichere Ökovorschriften, verfehlte Wohnungspolitik und anderen ideologischen Schwachsinn in die Höhe zu treiben und damit das Problem zumindest für einen Teil der Betroffenen erst geschaffen.
Und dann ist da ja noch die Rente mit 63, ein Lieblingskind der SPD.
Diese wird doch nicht (vorrangig) von Menschen in Anspruch genommen die dafür gesundheitliche oder andere soziale Gründe geltend machen können, sondern denen, die sich das leisten können oder sich sonst einen wirtschaftlichen Vorteil davon versprechen.
Wenn ich mir vorstelle, ich wäre über 60 Jahre alt (ein paar Jahre fehlen noch) und Geringverdiener mit sagen wir 1000€ netto und müsste davon noch 200€ für Fahrkosten berappen, oder sollte mir gar noch ein neues Auto kaufen (was ich nicht bezahlen kann) weil mein alter Diesel nicht mehr fahren darf, und dann in der mir jährlich zugesandten Rentenauskunft lese das ich vielleicht 500€ Rente zu erwarten habe, dann wüsste ich was ich tue wenn mir der Staat 900€ Rente garantiert egal wie lange ich noch arbeite.
Ich würde niemandem übel nehmen so zu handeln, denn dies ist lediglich ein Ausdruck wirtschaftlicher Vernunft. Und genau daran fehlt es den Sozen, die vermutlich auch nicht bedacht haben, dass dadurch aus Beitragszahlern vorzeitig Leistungsempfänger werden. Ist dies in den Berechnungen überhaupt schon berücksichtigt?

Gravatar: ruhland

Die Rentenbesteuerung muss weg.
Die Anzahl der Bundestagsabgeordneten sollte halbiert werden.
Die Zahlungen nach Brüssel sind ebenfalls zu halbieren.

Die Freundschaft zu Russland wieder herstellen, dann kann die Aufrüstung eingespart werde.

Von der Leyen als Ministerin entlassen, so werden die hohen Kosten für Beraterverträge eingespart.

Kindergeld nach Rumänien, Bulgarien usw. anpassen, Sozialleistungen an kriminelle Clans einstellen, Hartz V an Ausländer, die keinen Cent einbezahlt haben nur gegen Minijob ausbezahlen.

Vorschlag: unsere Wälder unter Aufsicht pflegen, öffentliche Mülleimer leeren, Rasen mähen, Bäume schneiden, öffentliche Toiletten reinigen, d.h. nur wer sich für die Gesellschaft nützlich macht, wird unterstützt. Die Merkelakademiker dürfen selbstverständlich als Rechtsanwälte, Ärzte, Lehrer, IT´ler und Pflegefachkräfte usw. arbeiten, das ist ja klar, bei uns kriegt jeder eine gerechte Chance, wir sind ein demokratischer Rechtsstaat mit extrem demokratischer und sozialer Einstellung.

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Ein Land von Hofschranzen und wertschöpfender Arbeit endwöhter Mitläufer regiert wirft Brotsamen unter's Volk !!!Zumindest gehört dieses Geld den fleißigen dann obendrauf !!!

Gravatar: Emma Klüger

Alle mitschreiben, denn die Flüchtlis kosten und das Vierfacher von Kosten, deshalb sage ich, wenn die Politiker dagegen sind, sind gegen das eigene Volk und werden die Quittung in Ost-D. bald bekommen und mit recht.
Probieren sie mal mit 600 € Rente zu überleben und nicht ständig die Hartz-Keule im Rücken zu haben....

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