Regierung weitet Genderforschung massiv aus

Geschlechtersoziologie kassiert über 200 Millionen Fördergeld

Über 230 Millionen Euro Steuergelder sind in den vergangenen zwölf Jahren in die Genderforschung geflossen. Die Folge sind ein enormer Anstieg der Lehrstühle. Mittlerweile ist an nahezu jeder deutschen Universität die Genderdisziplin vertreten.

Foto: Pixabay
Veröffentlicht:
von

Für die Bundesregierung leisten »die Ergebnisse der Gender- bzw. Geschlechterforschung wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung gesellschaftlicher Fragestellungen«. Entsprechend gewichtig fällt ihre Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen nach dem Stand der Genderförderung aus. Auf 39 Seiten listet das Bildungsministerium stolz Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Projekte mit sogenanntem Genderfokus auf, für die zwischen den Jahren 2007 und 2018 Beträge in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe geflossen sind.


Mit circa 230 Millionen Euro an öffentlichen Subventionen hat die Genderforschung über die vergangenen zwölf Jahre einen beispiellosen Aufstieg gemacht. Die Projekte verteilen sich auf Bundes- wie auf Länderebene, mithin auf Universitäten und Fachhochschulen. Gefördert wird alles, was irgendwie einen »Genderfokus« aufweisen kann. Entsprechenden, an Hochschulen angesiedelte Forschungsprojekte flossen über die vergangenen zehn Jahre rund 110 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu. Als einer der Hauptempfänger des Millionenregens entpuppt sich das Fach der Empirischen Sozialforschung, quasi die universitäre Dachorganisation der Geschlechterstudien. Angesichts der rund 230 öffentlich geförderten Projekte seit 2009 behauptet sich der DFG weiterhin als sichere Einkommensquelle für all jene Sozial-, Literatur-und Wirtschaftswissenschaftler, Historiker und Theologen, die im Titel ihres Forschungsprojekts mit einem der Schlüsselbegriffe aufwarten können: »Geschlechter«, »Gender«, »Frauen«, »Migration«, »Minderheit(en)«.


Die Kritik richtet sich beileibe nicht gegen die von der Bundesregierung aufgelisteten Forschungsvorhaben in ihrer Gesamtheit. Dass der Genderfokus durchaus wertvolle Erkenntnisgewinne birgt, wenn die unterschiedlichen Effekte von Medikamenten auf Männer und Frauen untersucht werden, liegt klar auf der Hand. Im Bereich der Geisteswissenschaften tauchen denn auch mehrere psychologische Forschungsvorhaben auf, die sich auf die Untersuchung von speziell auf Frauen wie Männer abgestimmte, teilweise medikamentös begleitete Therapieangebote konzentrieren. Auch im Bereich der Kulturwissenschaften gehört der historisch gefütterte Blick auf die unterschiedlichen weiblichen und männlichen Lebens- wie Erfahrungsräume zum normalen geisteswissenschaftlichen Diagnosewerkzeug. Welchen Erkenntnisgewinn jedoch Projekte bergen sollen, die Titel wie »Das Anna und ihr Hund. Weibliche Rufnamen im Neutrum«, »Rechtsextremismus und Gender« oder »Leib Christi – Gendersensible Rekonstruktion einer theologischen Metapher« tragen, dürfte sich eher dem allgemeinen Verständnis entziehen. Statt neuer Wissensräume zu öffnen, dürfte diesen Forschungsvorhaben wohl eher der Zweck des politischen Sekundierens und Zuarbeitens eingeschrieben sein. Ganz besonders fällt in diesem Zusammenhang ein mit rund 680.000 Euro gefördertes Projekt des Soziologen Stefan Hirschauer auf. Er widmete sich bis letztes Jahr der Frage, wie »Väter und Mütter entstehen?«, für die er eine »geschlechtliche (Ent)differenzierung pränataler Elternschaft« liefern wollte. Freie Welt berichtete hier.


Wo die politische Absicht liegt, verrät die glasklare Sprache des Geldes: Den Spitzenplatz der von der Bundesregierung direkt geförderten Projekte nimmt »Frauen an die Spitze« ein. Das mit 37,2 Millionen Euro subventionierte Vorhaben soll die »Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem und in der Wirtschaft« steigern. Das ist auch geschehen.


Nach insgesamt acht Jahren Projektdauer, das wird auf den nächsten Seiten der Drucksache 19/11752 deutlich, ist aus dem ehemals dürftigen Bächlein an Professorinnen ein veritabler Strom geworden, ganz besonders im Bereich der Geschlechterstudien. Bei den Zahl der Professuren lässt sich hier ab dem Jahr 2000 ein Anstieg um weit mehr als das Dreifache verzeichnen. Die ehemals 60 Lehrstühle sind hier aktuell auf 217 angeschwollen, nicht eingerechnet die Vielzahl an Genderforschern, die sich in den ebenso vom Bund geförderten sogenannten Gender-Kompetenzeinrichtungen tummeln. Nahezu 100 Prozent dieser Stellen dürften von Frauen besetzt sein.


Ein ähnliches Bild zeigt sich bei dem den zur wissenschaftlichen Disziplin geadelten »Gender Studies«. Die deutschen Hochschulen sind quasi das geistige Bollwerk der querschnittsartig in den Geisteswissenschaften verankerten »Gender Studies«. Von hier kommen all jene Sozialkonstrukteure, die sich später als Gleichstellungsbeauftragte, als gendersensible Pädagogen, als Trans-, Queer- und LGBT-Experten und Berater für Inklusion und Diversität vom öffentlichen Dienst, von Gewerkschaftsetagen und mächtigen NGOs aufgesogen werden.


Noch fahren sie voll auf Erfolgskurs dank des geduldigen Steuerzahlers: »Gender Studies«, so die Bundesregierung, sei mittlerweile aus dem Katalog der Kleinen Fächer entfernt worden, da es als »zu groß identifiziert« wurde. Das ehemalige Nischenfach Geschlechter- oder Genderstudien ist zur eigenständigen akademischen Disziplin aufgestiegen, die sich mittlerweile als Großes Fach an 31 Universitäten breit gemacht hat und insgesamt 217 Professuren umfasst. Die Zahl täuscht ein wenig. Denn dank allerlei, meistens an die Sozialwissenschaftlichen Institute angeschlossenen Unterfächer, dürften »Gender Studies« inzwischen an sämtlichen der insgesamt 106 deutschen Universitäten vertreten sein. Zum Vergleich: Das Fach Alte Sprachen ist im denselben Zeitraum auf 120 Professuren geschrumpft. Pharmazie kommt auf etwa 190 Professuren.



Ein Gastbeitrag der Initiative Familien-Schutz

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: W.E. Mai

MEINUNGSkommentar:

Folgt der Spur des Geldes: Dort findet sich für jede LÖSUNG eine PROBLEM. Darauf kann die Welt nur gewartet haben.
Sind die restl. 28 (27) EU-Staaten auch so links-rot-grün minderheitenfixiert, während deren moralismus-verliebte Gesinnungspolizei akribisch jede öffentl. Aussage danach durchforstet, ob ein Substantiv od. Verb daeaus dazu geeignet ist, die allgegenwärtige Empörungsmaschinerie auf Trapp zu bringen/zu halten (Stichwort: "Rassist" Tönnis, Schalke04)
Dabei brennt es doch in Nah-/Mittelost mit unabsehbar schlimmen Folgen für EU, DEU und wirklich existenzielle Problematiken auch für die hies. Bevölkerung (ökonom. wie ökolog., sicherheitspolit. und kulturell) müssten doch die (eine verantwortliche) Politik um den Nachtschlaf bringen. Es scheint jedoch, das kann nur die Sorge um Macht- und Pfründeverlust durch Wählerstimmenverluste aufgrund neuer polit. Konkurrenz.

Gravatar: Caro

Ich bin jetzt 60 Jahre auf diesem Planeten und weiß immer noch nicht, für welches der 285 Geschlechter ich mich entscheiden soll. Ich lasse es auf sich beruhen, statt mich über ignorante Besserwisser aufzuregen, die sowieso nur nach meinem hart verdienten Geld gieren. Meine Energie verbrauche ich auch nicht für Dinge, die ich nicht ändern kann. Irgendwann kommt der Tag der Abrechnung, denn so wie die letzten 10-20 Jahre in dieser Frittenbude wird es auf keinen Fall weitergehen.

Gravatar: Sorgenbürger

Mein seliger Großvater sagte schon in den 80ern: "Wer nicht weiß, ob er/sie Männlein oder Weiblein ist, soll er/sie einfach nachschauen. Wer es dann immer noch nicht weiß, ist ein Fall für die Klapse!"

Gravatar: Ulrich Frommherz

Ja, so kennt man die deutschen Politiker.....sie würden der Jugend lieber korrektes Deutsch und die anderen wichtigen Grundschulfächer beibringen anstelle dieses völlig überflüssigen Gender-Blödsinns.
Statt dessen senkt man das Anforderungsniveau an die Schüler ab, um möglichst vielen -vor allem "integrierten"- ein 1er Abitur zu ermöglichen.
Das kommt mit unter anderem auch daher, dass ein grosser Teil der deutschen Politiker selbst keine eigenen Qualifikationen vorweisen können - ausser natürlich dem Parteibuch, das sie dann zu allen, selbst zu den höchsten Ämtern befähigt. Dabei wäre gute Qualifikation nur ein Hindernis.

Gravatar: Armin

Sie sitzen derweil in vielen Organen des Staates, in Justiz, Rechtswahrnehmung, Gesundheitssystem und testieren ihre Gegner zu Unmenschen.

Aus leeren Behauptungen werden dann Elefanten, Täter gegen Opfer die Gegner sind werden instrumentiert.
Große Züge an Gesellschaftseliten hat jegliche Rechtschaffenheit gegenüber Abarten und Korruptionen, die diesen Rechtsstaat missbrauchen zur Ideologisierung, verkauft.

Dass rechts-wahrende und sozial-ethische Staatsorgane sich diesen Kadavergehorsam anbiedern ist perfide.

Gravatar: Albert

Ja, so ist das in unserer Gesellschaft.
Schade, dass immer nur die gesellschaftlich dominanten Themen gefördert werden.

Was man damit an guten alte Märchenbücher hätte fördern können!

Gravatar: germanix

Zitat:
»Geschlechter«, »Gender«, »Frauen«, »Migration«, »Minderheit(en)«. Diese Verschwendungssucht der Regierung Merkel kennt keine Grenzen!

Man gewinnt den Eindruck, dass Menschen, die nicht arbeiten wollen, jedoch viel Geld monatlich kassieren wollen, nicht Asyl schreien, sondern "Gender" und schon kommt nach einem Kaffeeklatsch-Lapsus-Studium der Geldsegen!

Den Deutschen geht es "noch" zu gut! Die böse Überraschung kommt erst noch - die Wähler haben sich überwiegend unkritisch dem Merkel-Joch gebeugt und laufen lethargisch in ihren Untergang!

Dann kommt das große Wehgeschrei - vor allem von den jetzt jungen Leuten - die überwiegend ein "Neckermann Wünsch Dir was" - Abitur geschenkt bekommen (Ausnahme Bayern und Sachsen), die dann ohnmächtig feststellen müssen, dass nur durch harte Arbeit Geld rein kommt!

Die gegenderte Kaffeeklatsch-Studien-Gesellschaft wird dann successive zurückgestuft - solange, bis dafür kein Geld mehr ausgegeben werden muss!

Gravatar: Thomas Waibel

@Förderband

In der Tat ist das ein totaler Widerspruch.

Ebenso die Förderung der Trennung von Kirche und Staat und zugleich die Unterstützung der Islamisierung, d.h. die Verbreitung einer Ideologie, die Staats und Gesellschaft der Religion unterstellen will.
Nach Meinung der Linken, Grünen und SPD haben in den öffentlichen Schulen Kreuze nichts zu suchen, aber gegen das Tragen von Kopftüchern durch Lehrerinnen in der öffentlichen Schulen haben sie nichts einzuwenden.

Gravatar: Thomas Waibel

Der Staat hat kein Geld, um angemessene Renten zu bezahlen, aber für die Durchsetzung einer Perversität wie die Gender-Ideologie sind Millionen dar.

Alles eine Frage der Prioritäten.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang