Kritiker äußern Bedenken wegen Zensur.

Cambridge University Library löst mit Liste »problematischer« Bücher eine Kontroverse aus

Der Index wieder eingeführt: an der Universität Cambridge

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Die Universitätsbibliothek Cambridge hat eine kontroverse Debatte ausgelöst, indem sie ihre Bibliothekare aufgefordert hat, eine Liste von Büchern zu erstellen, die als »problematisch« angesehen werden, so ein Bericht im Sunday Telegraph.

In einem Schreiben an die Bibliothekare der renommierten Einrichtung werden sie aufgefordert, alle Bücher zu nennen, die ihnen begegnet sind und die Anlass zur Besorgnis gegeben haben, unabhängig von den Gründen für diese Besorgnis. Anhand dieser Angaben wird im Intranet der Cambridge Librarians eine Liste von Beispielen erstellt, die eine genauere Untersuchung der betreffenden Probleme ermöglicht.

Das Pembroke College hat seine Mitarbeiter ebenfalls darüber informiert, dass die Universität dabei ist, Beispiele für solche Bücher zu sammeln, und plant, Leitlinien für Bibliothekare und Leser zu erstellen.

Obwohl die Universitätsbibliothek Cambridge an ihrer Verpflichtung festhält, Inhalte nicht zu zensieren, auf schwarze Listen zu setzen oder zu entfernen, sofern sie nicht gegen britisches Recht verstoßen, haben einige die Alarmglocken wegen der Auswirkungen dieses Schrittes geläutet.

Dr. James Orr, Dozent für Theologie in Cambridge, äußerte sich besorgt: »Die Erstellung eines Indexes von Büchern, die für eine Seite eines Themas problematisch sind - eines Themas, über das sowohl Akademiker als auch die Öffentlichkeit zutiefst uneins sind - wäre eine unheilvolle Entwicklung. Sie würde den berechtigten Ruf der Universitätsbibliothek als eine der besten Einrichtungen ihrer Art in der Welt untergraben.«

Diese Kontroverse steht in engem Zusammenhang mit der umfassenderen Idee der »Entkolonialisierung« des Universitätslehrplans, einem Konzept, das von der Verwaltungsspitze im Jahr 2022 propagiert wurde. Der ehemalige amtierende Vizekanzler Dr. Anthony Freeling, der das Amt bis Juli 2023 innehatte, stellte jedoch 2023 klar, dass diese Bemühungen während seiner Amtszeit eingestellt wurden.

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