Ministerien steigern ihre Ausgaben auf Rekordhoch

Bundesregierung gibt 45 Millionen Euro mehr für externe Experten aus

Drastisch stiegen im vergangenen Jahr die Kosten der Bundesregierung für externe Experten an. Anstatt in den Ministerien Aufgaben mit eigenem Personal zu erfüllen, wurden für 146 Millionen Euro Beraterfirmen beauftragt. Im Vorjahr waren es noch 101 Millionen Euro.

Foto: Rolf Heinrich/ Wikimedia Commons/ CC BY 3.0 (Ausschnitt)
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Politik - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Ausgaben, Berater, Bundesrechnungshof, Bundesregierung, Experten, Finanzen, Finanzministerium, Innenministerium, Steuergelder, Verkehrsministerium
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Die Bundesregierung gab 2017 über 45 Millionen Euro mehr für externe Experten aus als im Vorjahr. Damit stiegen nach den Zahlen des Finanzministeriums die Ausgaben der Bundesministerien recht sprunghaft um 45 Prozent auf 146 Millionen Euro an.

Dabei stellt sich die Frage, warum die Ministerien ihre Aufgaben zunehmend nicht mehr mit eigenem Personal bewältigen können und inwieweit mögliche Interessenskonflikte bei der Auswahl der externen Experten bestehen.

Nicht nachvollziehbar ist nämlich in den meisten Fällen, mit welchen Unternehmen die Ministerien Beratungsverträge abgeschlossen haben. Die beratenden Firmen hätten dazu vorab einer Veröffentlichung zustimmen müssen. Diese lag oft nicht vor. Bei Neuverträgen werde jedoch unterdessen stets eine Zustimmung eingeholt.

Am häufigsten beschaffte sich das Innenministerium Hilfe bei Beratern. Von dessen Mitarbeitern wurden 250 Verträge geschlossen, die 66 Millionen Euro kosteten. Für das Innenministerium war seinerzeit Thomas de Maizière (CDU) verantwortlich.

Das Verkehrsministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) schloss insgesamt 58 Verträge ab, die zusammen 28 Millionen Euro kosteten. Dabei entfiel mit 15,4 Millionen Euro die Hälfte der Ausgaben auf Beratungen zur Lkw-Maut. Das Ministerium unter dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gab für 84 Beraterverträge 24 Millionen Euro aus.

Lediglich das Umweltministerium von Barbara Hendricks (SPD) verzichtete als Einziges auf Sachverstand von außen. Auch das zuletzt von Katarina Barley (SPD) geführte Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wirtschaftete mit einem Ausgabenvolumen von 172.000 Euro für externe Berater recht sparsam.

Die Beraterverträge der Bundesregierung sorgen immer wieder für Kritik. So kritisierte erst vor kurzem wieder der Bundesrechnungshof die teure Dienstleistung, dass Ministerien zu erfüllende Aufgaben an Fremdfirmen delegieren.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: karlheinz gampe

Wenn man selbst zu blöd ist, dann braucht es fremde Expertise. Nur sind die meisten Experten selbst Deppen ! Man denke hier nur an den kriminellen Bankster und CDU Merkelberater, den Ackermann. Steuergelder werden so
sinnlos für Klientelpolitik verbraten. Wozu braucht es noch Abgeodnete und Ämter, wenn die Mandatsträger unfähig sind.?

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Am häufigsten beschaffte sich das Innenministerium Hilfe bei Beratern. Von dessen Mitarbeitern wurden 250 Verträge geschlossen, die 66 Millionen Euro kosteten. Für das Innenministerium war seinerzeit Thomas de Maizière (CDU) verantwortlich.“ …

Weil Deutschland unter de Maiziere vom Sachsensumpf regiert wurde? https://marbec14.wordpress.com/2016/09/01/thomas-de-maiziere-sachsensumpf-vertuschung-von-kinderschaendung-im-kanzleramt/

Wird sich das unter einem bayrischen Innenmister ändern???

Gravatar: Marc Hofmann

Das sind KEINE externen Experten...das sind Lobbyisten! Die grün-sozialistische Merkel-Medien Gesinnungspolitik unterwandert das Deutsche Parlament...die Willensbildung des Deutschen Volk mit diesen sog. "externen Experten"...die nichts weiter sind als Lobbyisten...also NGO Vertreter = NICHT REGIERGUNG VERTRETER!
Die sprechen nicht für das Deutsche Volk sondern agieren gegen das Deutsche Volk!

Gravatar: D.Eppendorfer

Durch die von ihnen selber oder ihren Vorgängern wie im Akkordwahn verabschiedeten Gesetzeslawinen haben unsere Volksvertröter längst jeden Überblick verloren, was rechtens und was linkens ist.

Darum werden zusätzlich zu ihnen noch Heerscharen von Experten mit mühsam erarbeitetem Steuergeld zugeschissen, um den Bürger mit halbwegs gesetzeskonformen Verordnungen zu gängeln. Und falls das nicht klappt, werden eben schnell neue Gesetze ergrübelt, die dann weitere externe Berater mit Arbeiterkohle beglücken.

Ignorant arrogantes Gesindel ist da filzokratisch unterwegs in einer vom dummen Max Mustermann alimentierten Fachidiotendiktatur.

Übrigens hat nicht der Rechtsstaat, sondern der Linksstaat im NSU-Prozess sein zu erwartendes Urteil gesprochen. Da war es doch wohl klar, dass bei einer Geheimhaltungsdauer von sensationellen 120 Jahren auch die Tschäpe keinerlei Freiheit mehr zu sehen bekommen darf. Egal, wer da aus dem parlamentarisch kaum kontrollierbaren tiefen Staat im Staate, dem Verfassungsschutz, wo wie gepfuscht hat oder gar selber involviert war, wir heute gut und gerne hier Lebenden werden es nie erfahren.

Das ist Transparenz im Stile der neuen tollerant kunterbunten Merkelandistan-Demokratur. Perfekte Durchsichtigkeit bis zur totalitären Unsichtbarkeit. Wie Sie sehen, sehen Sie nix!

Gravatar: Hannes

Klar, da kann der rotgrüne Filz sich weiter Geld gegenseitig in die Taschen schaufeln... die Kadergenossen müssen doch versorgt sein...

Gegen den Muff unter den Talaren ist man angetreten und hat sich über Seilschaften beschwert... Heute ist aus Muff eben Filz geworden und statt von Seilschaften spricht man heute von Netzwerken...

Die Akteure haben sich gewandelt, aber die wiederwärtige Gier und das Rückgratlose verhalten ist das gleiche!

Gravatar: Werner

Es ist ein alter Hut, dass Deutschland von Beratern und Lobbyisten regiert wird. Ansonsten könnten Politiker nicht von heute auf morgen, von einem Ressort in das andere hüpfen. Das wäre unmöglich. Keiner kann z.B. von seinem Wissen her, zuerst Wirtschaftsminister machen und ein paar Tage später Verteidigungsminister. Die Politiker wechseln ihre Ministerposten wie manche die Unterhose. Für Berufspolitiker ist Politik lediglich ein einträgliches Geschäft. Alles Schwindel und die dumme Masse wählt sie immer wieder.

Gravatar: Walter

Dann werden wir ja bald von Experten regiert. Hoffentlich sind es nicht solche Experten,welche bei der Energiewende beraten haben, dann sehe ich schwarz. Es wäre vielleicht auch schon mal wichtig, die Ministerämter mit Leuten vom Fach zu besetzen. Wenn man eine Medizinerin zum Verteidigungsminister macht, muss man sich ja nicht wundern wenn diese sich dann mehr um Kindergärten und Uniformen für schwangere Soldatinnen kümmert.
Vom Grundsatz ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich bei bestmmten Problemen von richtigen Experten beraten lässt, nur müssen es halt wirkliche Experten und keine Wichtigtuer sein.

Gravatar: Frank

Naja, wenn man selber keine Ahnung hat...

Dies zeigt doch ganz deutlich wer da am schaffen ist.

Dem Innenministerium ging es sicher nur um die Sicherheit der Parteibonzen.

Und gerade die welche es am nötigsten gebraucht hätten

"Lediglich das Umweltministerium von Barbara Hendricks (SPD) verzichtete als Einziges auf Sachverstand von außen."

verzichten.

Es wird leider nicht nach Fähigkeit und Sachverstand eingestellt in der Regierung sondern nach Beliebtheit. Da liegt der Hase im Pfeffer.

Jeder Dussel kann Minister werden, das nennt sich Demokratie. Da ist das nunmal so. Sie hat eben eindeutig ihre Schattenseiten unsere "heilige Kuh".

Denkt das Volk nicht mit, so brauchen auch die Auserwählten nicht mitdenken, basta.

Wobei wir wieder bei diesem häßlichen Sprichwort wären.

"Jedes Volk hat die Regierung, welche es verdient."

Ich hasse es wirklich aber es bewahrheitet sich immer wieder.

Entschuldigt bitte!

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