Weder ökonomisch noch nachhaltig

70.000 Tonnen giftiger Schrott: Der Atommüll der Windkraftindustrie

Das Umweltbundesamt warnt in einer Studie vor einem Entsorgungsproblem für die Windkraftindustrie. Die Betreiber redeten das Problem bisher klein.

/ Wikicommons / CC BY-SA 2.0
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Bereits vor einem Jahr hatte der führende Entsorgungskonzern Remondis öffentlich gewarnt, der Energiewende stünde ein Entsorgungsproblem ins Haus. Die Betreiber der Anlagen kümmerte das nicht. Jetzt warnt das Umweltbundesamt in einer Studie vor den Resten der Rotorblätter – und nicht nur vor denen.

Dass die Windkraftanlagen irgendwann, wie man so sagt, den Geist aufgeben, wurde von der Windkraftindustrie und ihrer Lobby insbesondere bei den Grünen lange Zeit ignoriert. Sie bepflasterten Deutschland großflächig mit ihren Propellern. Die ersten Hinweise auf ein Entsorgungsproblem kommentierte der Präsidenten des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers: »Die Sorge, künftig vor Bergen alter Rotorblätter zu stehen, sind mehr als unbegründet.«

Doch in den nächsten Jahren werden die Unternehmen und ihre Politiker von den Realitäten eingeholt. Die Anlagen müssen erneuert oder abgebaut werden. Ein von der Windkraftindustrie verursachter Müllberg nimmt Gestalt an. Allein im Jahr 2021 sind es demnach mehr als 50.000 Tonnen sogenannte GFK-Verbundwerkstoffe – Stoffe, die besonders schwer oder auch gar nicht recyclebar sind. Bis zum Jahr 2038 kann der Abfallberg in der Spitze auf mehr als 70.000 Tonnen pro Jahr ansteigen; wohlgemerkt pro Jahr. Da es in Deutschland nur eine einzige spezialisierte Verwertungsanlage für solche Abfälle gibt, hat die Windindustrie ein Abfallproblem.

Nun tritt ein, was vor einem Jahr prophezeit worden ist: »Wir stellen mit massiven Subventionen Windräder auf, aber niemand hat sich Gedanken darüber gemacht, was danach mit den Anlagen passiert« erklärte vor einem Jahr der Remondis-Geschäftsführer Herwart Wilms. Bei einigen Werkstoffen sei »unter vernünftigen ökonomischen Bedingungen eine Aufbereitung kaum zu schaffen«. Weil die Windindustriellen schon vorher nicht über den Abfall und seine Beseitigung nachgedacht haben, haben sie kaum finanzielle Rücklagen gebildet. Und als sei das nicht genug, fordert das Umweltbundesamt die umfassende und umweltverträgliche Beseitung der Windradanlagen mit Stumpf und Stil. Sprich: Auch die Betonsockel müssen zurückgebaut werden.

Um sich Finanzieren zu können, tritt die Windkraftindustrie mit neuen Forderungen der Politik gegenüber. Mit größeren Anlagen will sie sich refinanzieren. Dafür aber sollen etliche Auflagen beim Bau der Propeller verschwinden. Die Grünen haben schon deutlich gemacht, sie dabei unterstützen zu wollen.

Die aktuelle Situation spricht Bände über die Nachhaltigkeit der Windkraft und überhaupt der Energiewende als ganzes. Ihrem Anspruch, erneuerbar und sauber zu sein, wird sie nicht mal im Ansatz gerecht. Zur größten Landschaftszerstörung, die es in Deutschland jemals gegeben hat, kommen jetzt Probleme, wie man sie von Atomkraftwerken her kennt. Auch dort wurde das Abfallproblem in den ersten Jahren tendenziell ignoriert. Und immer verließ man sich darauf, dass der Steuerzahler am Ende für die nötigen Summen aufkommen würde. In diesem Punkt hat sich in Deutschland nicht viel geändert. Außer, dass die Atomindustrie dabei ist, das Abfallproblem auf Dauer zu lösen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Werner Mueller

Ernst-Friedrich Behr 04.11.2019 - 13:03
„Sind dafür ausreichende Rückstellungen gebildet, wie man das bei den Kernkraftwerken gemacht hat?“

Und wo hat den die Kernkraft genügend Rückstellungen gemacht ?

Beispiel:
Muss der Steuerzahler nicht ca. 6.000.000.0000 € bezahlen für den Abbruch von Kernkraftwerk Lubmin / Greifswald ?

Für 6.000.000.000 € kann man auch die 30.000 Windkraftanlagen beim Abbruch mit je 200.000 € unterstützen.

Gravatar: Werner Müller

„Ein von der Windkraftindustrie verursachter Müllberg nimmt Gestalt an. Allein im Jahr 2021 sind es demnach mehr als 50.000 Tonnen sogenannte GFK-Verbundwerkstoffe – Stoffe, die besonders schwer oder auch gar nicht recyclebar sind.“

1. Die GFK-Verbundwerkstoffe werden weiter verwendet, z.B. als Brennstoffersatz bei der Zementherstellung.

2. Alleine bei der Braunkohleverstromung fallen jährlich ca. 5.000.000 Tonnen Asche und und Reststoffe an die man Deponieren muss zum größten teil.

Gravatar: Manfred Hessel

HPK, können Sie außer dümmlichen Geschwafel auch mal etwas konstruktives beitragen ? Oder ist das zu viel verlangt ? Mir komt es nämlich so vor, daß Sie immer dann irgendwelchen Blödsinn von sich geben wenn Sie nicht mehr weiter wissen, also täglich. Herr Behr und Herr Weber haben Ihnen ein paar sachliche Fragen gestellt und Sie antworten mit nichtssagenden Geschwätz. Sie sollten sich grün einfärben und Politiker werden.

Gravatar: Hans-Peter Klein

@ Ernst-Friedrich Behr 04.11.2019 - 13:03

Ach, der Herr Behr vom Otto Weber - Fan Club, angenehm,

giftet mal wieder gegen die Windenergie,
diesmal: Rotorblätter seien "giftiger Schrott".

Kapier ich nicht, was ist an denen "giftig" und was ist an GFK "Schrott" ?
Gabs schon die ersten Vergiftungs-Opfer?

MfG, HPK

Gravatar: Egon Dirks

Wieder dieselbe Eier, nur in einer anderen Projektion! Hab gebeten aufzuhören mit dieser billiger Demagogie - bei welcher Art der Stromproduktion die Abfälle dreckiger und staubiger sind, Beton, Blackout, tote Vögeln, das ist alles richtig, ABER aus der zweiten Reihe und dient ja nur – mit dieser Demagogie versuchen die EE Matrosen den „Energiewende“-Schwachsinn möglichst dauernder irgendwie über die Wasseroberfläche halten...
Schauen wir lieber das Foto zum Artikel an. Bei je 3 MW sind da bei 100 MW Windstromleistung installiert, zur Kenntnisnahme für EE Matrosen – eine Landkreisstadt, wie, z.B. Weiden in Bayern, die hat normalerweise eine Zweiketten Leitung 110 kV auf der MEIST zwei Trafos je10 MVA (Megavoltampere) hängen und den ganzen Kreis mit Strom versorgen, auch das Agrarnetz 20 kV; hier ABER haben wir 100 MW, die Leistung reicht aus Berlin und München zusammen mit Strom versorgen, jetzt stellen wir uns vor, die Windmühlen sind einander mit Kabelleitungen 10 kV verbunden und kommen so ins örtliche Stromnetz, ob das ohne Umbau des Netzes möglich ist lassen wir weg, uns interessiert nur das Volumen der Arbeit, stellen wir jetzt vor, wir haben 27 000 WKAs, die mit hunderttausenden km von Verbindungs- und Anschlussleitungen 10 kV und hunderten neuen Umspannwerken 10/110 kV verbunden sein sollten und fragen jetzt, wo ist das alles?!, mehr gesagt, zum Ende des Ausbaus der „Energiewende“ soll die Ökostrommenge versechsfacht werden (?!)... Realitätsverlust?! Nein, DUMM!

Was mache ich damit? Ich bin ein Elektriker und mir reicht es nicht aus, dass zwei elektroahnungslosen Partei-Soldaten von BNA und Wasserbruderschaft sagen, dass im Ersten Quartal 2019 haben wir rund 42% Ökostrom im Netz gehabt, für mich heißt es, dass praktisch 50% fossilen Elektroerzeuger im Ersten Quartal 2019 außer Betrieb genommen waren und das behaupten, da muss man nicht Mal Elektrostroh im Schädel drin haben...

Beste Grüße an Alle...

Gravatar: Otto Weber

@ Hans-Peter Klein 04.11.2019 - 11:52
>> Soviel zu den Fundamenten bei WKA: Da gibts also Lösungen<<.

???????????

Sicher gibt es da Lösungen.

Bloß, die würden die WKA-Betreiber mit erheblichen Nachschüssen behaften bzw. bei vorheriger Pflicht einen realistisch AUSKÖMMLICHEN Betrag für SÄMTLICHE Rückbauten und Entsorgungen rückzustellen, gar nicht bauent!!

Auch wenn der Wind keine Rechnung schickt und so mancher Plausibilitäts-Irrläufer daraus die zwangsläufige Wirtschaftlichkeit zusammenspinnt: Viele WKAs sind selbst mit üppiger EEG-Umlage nicht wirtschaftlich zu betreiben.

WIRTSCHAFTLICHKEIT VON WINDRÄDERN

https://www.niederwallmenach.org/unsere-themen/wirtschaftlichkeit-von-windr%C3%A4dern/

SWR deckt die Unwirtschaftlichkeit der Windparks auf und bestätigt die Aussagen der BINU

>>Schon lange haben wir gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass sich Windparks in unserer Region höchstens nur Dank unvorstellbar hoher Subventionen rechnen, viele Standorte aber auch trotz dieser Subventionen Verluste machen. Dies hat nun der SWR in einer Reportage aktuell (01.02.2018) bestätigt. Den Beitrag finden Sie hier<<.

Gravatar: Unmensch

Mag ja sein. Aber Windkraft ist grün und grün ist gut und nachhaltig. Und wer etwas anderes sagt ist ein rechter Hetzer.

Gravatar: Gerhard G

Mit diesem Müll sollte man die Grünen etc. zuschütten

Gravatar: karlheinz gampe

@ Manfred Hessel

Dann hat Herrn Klein aber auch das Recht, dass der strahlende Atommüll vor ihre Haustür entsorgt wird.

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