Sven von Storch im Interview mit der Initiative Meinungsfreiheit

Sven von Storch: »ARD und ZDF könnten von heute auf morgen abgewickelt werden«

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss laut Bundesverfassungsgericht bestehen bleiben. Aber nicht unbedingt als ARD-Anstalt mit regionalen Ablegern. Der ÖRR könnte von heute auf morgen zum unabhängigen Bürgerrundfunk umgebaut werden. Wie das geht, erklärt Sven von Storch im Interview.

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Initiative Meinungsfreiheit für den Bürger (MfB): Herr von Storch, wann haben Sie das letzte Mal ARD und ZDF eingeschaltet?

Sven von Storch: Da geht es mir wahrscheinlich wie Millionen anderer Bürger in diesem Land. ARD und ZDF schaue ich nur, wenn ich zufällig in einem der vielen Kanäle hängenbleibe und Begriffe fallen, die mich für ein paar Sekunden fesseln. Aber meistens regt mich die konzentrierte Staatspropaganda derart auf, daß ich sehr rasch weiterschalten muss.

Das Framing wird auch zunehmend dreister und plumper. Subtil können die schon nicht mehr wie das vielleicht noch unter Merkels Anfangsjahren als Kanzlerin war. Und dann diese Masche mit angeblich normalen Passanten wie du und ich, die zufällig die Kameras kreuzen und interviewt werden – und sich hinterher herausstellt, es war ein WDR-Mitarbeiter oder die Tante oder der Trauzeuge vom zuständigen Redakteur des Beitrags. Allein für diesen Januar zählt das Portal Nius 98 Fälle dieses Betrugs am Zuschauer auf.

MfB: Das System Staatsfunk ist schwer unter Druck geraten durch die nicht enden wollenden Skandale um überzogene Gehälter und Vetternwirtschaft. Trotzdem wird das System an sich von den Massenmedien nicht offen in Frage gestellt. Vielen Bürgern erscheint der ÖRR wie ein riesiger, fest verwurzelter Koloß, der sich nie mehr von der Stelle bewegen wird.

Sven von Storch: Da haben Sie recht – und doch wieder nicht. Der Koloß ÖRR mag gigantisch sein, aber es gibt einen Weg daran vorbei. Der ist nur ein kleiner Trampelpfad und kaum zu sehen, weil der Koloß ihn fast verdeckt. Und doch: Die Bestandsgarantie, die das Bundesverfassungsgericht für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk festgesetzt hat: diese Garantie gilt tatsächlich für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk – jedoch nicht für ARD, ZDF und die Landesrundfunkanstalten und die angeschlossenen Radiosender.

MfB: Wie das?

Sven von Storch: Aus verfassungsrechtlichen Gründen muss der ÖRR bestehen bleiben. Diese Bestandsgarantie zielt aber nicht auf eine bestimmte Rundfunkanstalt und auf eine bestimmte Größenordnung ab. Das heißt, an die Stelle von ARD, ZDF und Deutschlandfunk könnten auch sechzehn verschiedene Anstalten treten, die neu gegründet und eingerichtet werden. In jedem Bundesland ein eigenes Fernsehen, eine Art Bürgerrundfunk, der an die Stelle des NDR, WDR oder MDR treten könnte. Selbstverständlich mit eigenem Personal, eigenen Intendanten, Programmdirektoren, Aufnahmeleitern, Redakteuren und so weiter. Durch einen unabhängigen Bürgerrundfunk könnte man praktisch das ganze ARD-System, die Buhrows, Böhmermanns, Lanz, Maischbergers und Co. auf einen Schlag abwickeln. Und dieser Bürgerfunk hätte sehr viel mehr Akzeptanz bei den Zuschauern, die dafür vielleicht sogar gerne zahlen.

MfB: Wie können sich die Bürger damit durchsetzen? Wie kann man das erreichen?

Sven von Storch: Das Jahr 2024 wird die entscheidende Schlacht gegen die Zwangsgebühren und gegen die Bevormundung durch den Staatsfunk geschlagen. Denn in Thüringen, Sachsen und Brandenburg wird in diesem Herbst gewählt. In allen drei Bundesländern hat sich die Stimmung gegen den Staatsfunk gewendet.

Die Landtagswahlen im Osten könnten der Startschuss sein für einen fundamentalen Wandel des Staatsfunksystems. Denn im Osten Deutschlands sehen die Bürger den Staatfunk besonders kritisch. Das liegt an der Erfahrung der Ostdeutschen mit dem Mißbrauch der Staatsmedien in der DDR. Inzwischen erinnert immer mehr Bürger in Deutschland die Berichterstattung von ARD und ZDF an die »Aktuelle Kamera« der DDR. Statt die Regierung kritisch zu hinterfragen, bekämpft der Staatsfunk die Opposition. Aber am Ende könnte sich herausstellen, daß er sich damit selbst bekämpft und ins Aus geschossen hat.

MfB: Herr von Storch, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: famd

Zuerst müsste der Rundfunk-Staatsvertrag aufgelöst werden. Leider unmöglich, da dieser im Gesetz festgeschrieben ist. Dieser Vertrag regelt eindeutig die Einflussnahme von politischen, kulturellen und informellen Verbindlichkeiten der Staatsdoktrin. Die einzige Freiheit die diese Medien haben, ist mehr zu machen als erforderlich um den politischen Gegner zu diskreditieren. Jedes Medium, welches in DE genehmigt wird, muss nachweisen, dass es die Interessen des Staates bezüglich Vorgaben erfüllt. Demzufolge werden systemische Medien auch vom Staat(Gebühren) bezahlt. Alle anderen nutzen die Möglichkeiten ihrer Finanzierung über Advertising.

Um die inhaltliche gleichgeschalte Linie aufzubrechen, bedarf es eines radikalen Umbau der Art der Staatsführung/Regierung dahingehend, das die Bindung der Medien an die Staatsräson aufgehoben wird.
Es ist erkennbar, dass gerade solche Medien wie, MDR, WDR, NDR, rbb, Welt, N24, ntv, t-online, Focus....(z.B.) sich besonders hervortun um ideologische Indoktrinationen gegen die Bürger im Sinne eines Regierungsauftrages durchzuführen. Falschbewertungen von Weltereignissen im Sinne der Macht. Bei diesen Medien liegt das Narrativ für Hetze und Fake-News. Heißt: Andersdenkende dürfen als Nazis beschimpft werden - umgekehrt gegen die Medien gerichtet, wird das StGB greifbar oder sie reagieren bewusst nicht, weil sie wissen, sie werden vom Staat geschützt.

Dieser unhaltbare Zustand ist allein ein Grund, um diese Gesellschaft (falls nicht schon verloren) komplett vom Dach bis zum Fundament zu ändern.

Gravatar: Bertl

Ich glaube der öffentliche Rundfunk hatte ursprünglich die Aufgabe in Fällen von Katastrophen z.B. die Hörer zu warnen. Dass alles so gewuchert ist und zur Selbstbedienung frei gegeben ist war vermutlich nicht beabsichtigt.

Gravatar: Voltaire

1. P-Konto einrichten, wenn Rente / Einkommen unter der Pfändungsgrenze liegt

2. Erstwohnsitz abmelden

3. Lastschrifteinzug kündigen

PROBLEM gelöst!!!

Gravatar: Thomas Lutz

Der Staats proppaganda Funk ist bei mir seit Jahren aus
diesem Mist kann man sich nicht antun.
Könnte man irgendwie um die Bezahlung dieses WOKen Drecks herumkommen würde ICh das sofort tun

Gravatar: caesar

"»ARD und ZDF könnten von heute auf morgen abgewickelt werden«"
Hmm ,wenn das so einfach ist frage ich mich warum hat die AfD das noch nicht eingeleitet.Immerhin hat Hr. v. Storch vor Jahren 2,5 Mio Unterschriften zur Auflösung der GEZ gesammelt wovon man nichts mehr hört.

Gravatar: winfried

Die "Aktuelle Kamera" brauchte ja keiner schauen, weil ein Kanal weiter schon die Tagesschau war. Heute muss man per VPN Ostfernsehen schauen, die Russen machen gutes Programm, früher störten sie die Sendungen, aber dafür gab es dann den "Russentot" - gibt es auch einen "Amitot"?

Gravatar: Ketzerlehrling

Je eher, desto besser. Und noch etwas in eigener Sache. Einmal die Cookie-Einstellungen bestätigen, sollte genügen und nicht bei jedem Artikel von neuem. Bitte, das ist so lästig, das geht doch einfacher.

Gravatar: Ulrich Müller

ARD und ZDF könnten nicht nur, sie sollten auch baldmöglichst abgewickelt werden, denn das Zwangsbezahlsystem ist undemokratisch und eine Zumutung!

Gravatar: Nordmann

Der sog. "öffentlich rechtliche Rundfunk", der sich aus GEZ Zwangsabgaben finanziert ist zu einem fremdgesteuerten Organ der Propaganda der herrschenden Parteiinteressen verkommen. Führende Personen dieser Einrichtungen bereichern sich, gemessen an erbrachten Leistungen, in schamloser Weise. Trotz enormer GEZ-Zwangsabgaben, auch für Menschen die diese Medien nicht nutzen, besitzen diese Medien die Unverschämtheit, Sendezeit trotz bereits eingetriebene Rundfunkbeiträge, für zahlreiche Werbung
weitere Zusatzeinnanmen zu generieren.
Dieses Selbstbedienungs-Familienunternehmen gehört gründlich ausgemistet und auf den ursprünglichen Zweck zurückgeführt. Ohne GEZ

Gravatar: Matthias Hergert

In vielen Beiträgen dieser sektenartigen Fernsehsender muss ich an die unaufhörliche Belehrung des Volkes zu DDR-Zeiten durch atheistische Funktionäre denken, an die Schaffung eines neuen Denkens, ja eines neuen Wortschatzes, durch den auch die Gedanken bestimmt werden sollten: Wo die Worte für eine Sache fehlen, so ist auch die Sache außer Sichtweite (statt von Klimawandel soll beispielsweise nur noch von Klimakrise gesprochen werden). Wo die Denkweise so gestaltet ist, dass sie ohne gewaltsame Weichenstellung nicht mehr zu den Zielen der öffentlich-rechtlichen Sekte führt, sollen sie aus dem Denken der Menschen gestrichen werden.

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