Woher kommt der Strom? Polen macht gute Geschäfte mit Kohlestrom

Seit einigen Wochen macht Polen am Geschäftsmodell „Strom aus Deutschland: Billig einkaufen – Teuer verkaufen“ mit. Das Pikante ist die Tatsache, dass Polen regenerativ geschwängerten (erneuerbarer Anteil diese Woche knapp 50%) Strom aus Deutschland billig einkauft bzw. umsonst abnimmt, um dann bei passender Gelegenheit (Abbildung) den eigenen Strom, der zu 3/4 mittels Kohleverbrennung hergestellt wird, teuer an Deutschland zu verkaufen.

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Das ist einer der Treppenwitze der Energiewende, von der nicht wenige behaupten, sie werde ohnehin scheitern (Abbildung 1). Ich kann dem nur zustimmen. Wenn Deutschland halbwegs grünen Strom exportiert und dann annähernd die doppelte Menge Kohlestrom aus Polen importiert, dafür auch noch viel mehr Geld bezahlt, als es für den exportierten Strom eingenommen hat, dann ist das nicht nur ökonomisch wenig sinnvoll. Auch ökologisch ist das mehr als ein Eigentor. Es konterkariert sämtliche Ideen von der klimaneutralen, CO2-freien Welt. Genauso wie die anstehende Abschaltung der letzten Kernkraftblöcke in Deutschland. Die liefern bis Ende des Jahres 2021 noch um die 60 TWh sicher und zuverlässig nahezu CO2-freien Strom. Bis Endes des Jahres 2022 werden es noch 30 TWh Strom sein. Dann ist Schluss, dann muss der Strom entweder fossil hergestellt oder aber importiert werden. Auch aus Polen. Kohlestrom. Oder aus Frankreich. Strom aus Kernkraft. Diesen Strom importiert Deutschland bereits heute (Abbildung 7) in erheblichem Umfang.  Ende Jahr wird es mehr Strom sein als ein Kernkraftwerk erzeugen kann. Wir aber sind so hirni (sorry!), die eigenen Kernkraftwerke abzuschalten. Wenn man nun noch bedenkt, dass Deutschland pro MWh Strom aus Frankreich diese Woche über 75€ hingelegt hat, dann wird neben dem schein-ökologischen Aspekt (Raus aus der gefährlichen Kernkraft!) der ökonomische Unfug sichtbar. Der in Deutschland erzeugte Strom aus Kernkraft ist in der Herstellung um etliches billiger als der importierte aus Frankreich.

Zum Wochenbeginn (Abbildung 2) flaute die regenerative Stromerzeugung ab, um zu Wochenende wieder anzuziehen. Darin liegt eine gewisse Tragik. Gerade in bedarfsarmen Zeiten ist viel regenerativer Strom im Markt. Der wird auch diese Woche billig verschleudert oder gar verschenkt (Abbildung 3). Die konventionellen Stromerzeuger (Abbildung 4) steuern zwar zumindest am Samstag dagegen. Aus Netzstabilitätsgründen können sie die 20 GW aber nicht zu sehr unterschreiten.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 5 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, dem „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Webseite der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 6 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 7 ab. Abbildung 8 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdoppelung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Abbildung 9 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befaßt. Lesen Sie, was die „Ahnungslosen“ planen.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info mittlerweile ein sehr mächtiges Instrument der Stromdatenanalyse geworden.

Tagesanalysen

Montag, 9.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,93 Prozent, davon Windstrom 28,53 Prozent, Solarstrom 19,62 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,78 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die regenerative Stromerzeugung war heute noch kräftig. Dennoch kam es am Morgen und am Abend zu den bereits bekannten Stromlücken. Die konventionellen Stromerzeuger könnten diese schließen. Sie wollen es nicht. Die Preise sind entsprechend hoch. Nur über Mittag sinken sie ab. Der Handelstag.

Dienstag, 10.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,96 Prozentdavon Windstrom 15,71 Prozent, Solarstrom 19,59 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,65 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am Dienstag sinkt die regenerative Stromerzeugung weiter ab. Die Windstromerzeugung strebt Richtung Null. Die beiden gewollten Stromlücken lassen den Importstrompreis kräftig steigen. Die konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Mittwoch, 11.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,13 Prozentdavon Windstrom 5,24 Prozent, Solarstrom 23,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,86 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Windstromerzeugung im Keller (für 3 Tage), PV-Stromerzeugung geht so. Der Stromimport ist teuer, das bisschen Exportstrom wird nicht verschenkt, liegt sogar im grünen Bereich. Das „Verschenken“ aber wird noch kommen.  Konventionelle Erzeugung und Handelstag.

Donnerstag, 12.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,48 Prozentdavon Windstrom 4,5 Prozent, Solarstrom 23,55 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,43 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch dieser Tag gestaltet sich arm an Windstrom. Das gleiche Bild wie gestern. Importstrom teuer. Exportstrom geht so. Nur am Morgen, da muss der Strom nicht zu Höchstpreisen importiert werden. Ursache: Die geringe Gesamtnachfrage. Konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Freitag, 13.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 49,66 Prozent, davon Windstrom 16,71 Prozent, Solarstrom 20,37 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,58 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Am Freitag, den 13. steigt die Windstromerzeugung wieder an. ´Unpassend` zu Wochenende. Wieder ein feiner Tag für Preisdifferenzgeschäfte. Morgens und abends importiert Deutschland teuren Strom. Über Mittag gibt er ihn günstig ab.  Die konventionelle Erzeugung und der Handelstag.

Samstag, 14.8.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 61,43 Prozent, davon Windstrom 24,37 Prozent, Solarstrom 23,83Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,23 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Heute wird Strom verschenkt und später wieder hochpreisig eingekauft. Der Wind weht kräftig, die Stromerzeugung brummt. Die Konventionellen fahren die Erzeugung runter. Es nutzt nichts. Um 14:00 wird der Strom verschenkt. Wer profitiert? Schweden, Tschechin, Polen, die Schweiz und Österreich.

Sonntag, 15.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,80 Prozent, davon Windstrom 16,99 Prozent, Solarstrom 23,84 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,97 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Auch am heutigen Sonntag rutschen die Preise in den Keller. Der Bedarf ist so gering, es zu viel Strom im Markt. Regenerativer Strom, der billig abgegeben und teuer zurückgekauft wird. Die konventionelle Stromerzeugung und der Handelstag.

Zum Schluss noch ein Schmankerl, welches die Professionalität und Sachkenntnis unseres Bundeswirtschaftsministers, Herrn Peter Altmaier, im Bereich „Strom“ eindrucksvoll dokumentiert. Es ist ein Auszug aus einer Rede, die der Mann am 30.10.2020 im Deutschen Bundestag gehalten hat. Wenn Sie den kompletten Tagesordnungspunkt zum EEG mit allen Reden und Dokumenten aufrufen wollen. Hier ist er.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit über fünf Jahren den Politikblog www.mediagnose.de

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans Diehl

Klimawandel ist nicht mein Thema, deshalb komme ich direkt zur Energiewende und versuche diesen Teil des Artikels von der Ideologie in die Realität zu übersetzen.

Dazu einige Kernpunkte.

Ideologie: Bei Dunkelflaute gibt es nichts mehr. Erst wenn die Herbststürme übers Land ziehen gibt es wieder Strom.

Realität: Bei uns weht auch zwischen durch noch der Wind und scheint die Sonne.
Bescheidenes Beispiel. Als wir letzte Woche zwei Regentage hintereinander hatten, erzeugte unsere 15 kWp Photovoltaikanlage den Eigenbedarf und speiste etwa die gleiche Menge noch ins Netz ein. Dokumentiert von einem Display, das bei uns im Hausflur hängt.

Ideologie, Leistungsdichte. Realität: Dafür sind die Rohstoffe kostenlos.

Ideologie: Fatale Fluktuation von Sonne und Wind.

Realität siehe hier von einem aus der Branche
https://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/energiewende-80-prozent-erneuerbare-sind-kein-problem/13688974.html

Ideologie: Strom wird mit Kosten ins Ausland verschenkt.
Realität, siehe hier ..https://www.iwr.de/news/stromexport-deutschland-erzielt-rekordeinnahmen-news26696

Dazu meinen Kommentar hier vom 07.09.2021 - 11:11
https://www.freiewelt.net/blog/woher-kommt-der-strom-polen-macht-gute-geschaefte-mit-kohlestrom-10086114/

Ideologie: Unsere hohen Strompreise.

Realität: Die sind unserer Volksverdummenden Energiepolitik geschuldet. Nach dem Kosten/Nutzen Prinzip hätten wir gegenwärtig eine EEG Umlage von weniger als „Null“

Bestätigt wird das in der Praxis. An maßgebenden Stellen ist zu lesen, dass ein Durchschnittshaushalt durch die EEG Umlage mit 220 bis 230 Euro jährlich belastet wird. Von gleichen Stellen wird empfohlen zu den Stromanbietern zu wechseln, die die – wegen der vorrangigen Einspeisung von EEG Strom – gesunkenen Großhandelspreise ( Börsenpreise ) an ihre Kunden weiter geben, weil man da bis zu 300 Euro jährlich sparen könnte.

Wie das mit der EEG Umlage gerade kontraproduktiv geschieht, zeigt der Ex Chef vom Fraunhofer Institut im folgenden Video.
https://www.youtube.com/watch?v=VjN_J3QA3RI

Während sich die Kosten für die EE Vergütungen ( gelbe Balken ) gerade mal verdoppelt haben, hat sich die EEG Umlage ( schwarze Linie ) in dieser Zeit „verfünffacht“

Nach dem Kosten/Nutzen Prinzip wäre das gerade umgekehrt. Bei sinkenden Börsenpreisen wäre die Umlagenkurve ab 2010 nach unten gegen „Null“ gelaufen.

Ich könnte mit der Realität beliebig fortfahren, möchte es aber bei dem Dargestellten belassen, weil wir mit der Lernkurve ohnehin noch nicht am Ende sind, was bei dem Artikel Ideologie bedingt auch nicht berücksichtigt wird.

Gravatar: Hans Diehl

Werner sagt.
Und wie sieht die Realität aus beim Stromaustausch mit Polen aus? Stromexport von D nach Polen im Jahr 2020 ca. 9,26TWh zum Preis von 54,86€/MWh
Stromimport aus Polen nach D im Jahr 2020 ca. 0,01TWh zum Preis von 51,07€/MWh
Polen hängt am Deutschen Strom wie der Drogensüchtige an der Nadel.

@ Werner.
Das ist ja nicht nur mit Polen so.
Schauen Sie mal hier:
https://www.iwr.de/news/stromexport-deutschland-erzielt-rekordeinnahmen-news26696
Zitat:...Münster - Die deutsche Stromwirtschaft hat im Jahr 2013 mit dem Export von Strom so viel verdient wie noch nie.... Zitat Ende

Weiter heißt es.
Zitat: Verdacht: EEG-Strom wird günstig eingekauft und teuer ins Ausland exportiert
Die mit dem Export von Strom erzielten Preise lagen zudem deutlich über den Börsen-Strompreisen am Termin- und Spotmarkt. Stromeinkäufer konnten am Spotmarkt, an dem auch der Strom aus erneuerbaren Energien gehandelt wird, im Mittel für 3,78 ct/kWh einkaufen. "Es liegt zumindest die Vermutung nahe, dass auch teilweise der vom Verbraucher bezahlte EEG-Strom an der Börse von Händlern günstig eingekauft und mit erheblichen Aufschlägen ins Ausland verkauft worden ist", sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Zitat Ende.
Der „Verdacht“ wird bestätigt, wenn man betrachtet, wie das EEG 2010 von Lobbyisten umgestaltet wurde.
Siehe hier unter Auswirkungen. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausgleichsmechanismusverordnung
EEG Strom wurde aus den Bilanzkreisen der Versorger raus genommen und muss seit dem separat an der Börse vermarktet, genauer gesagt verramscht, werden weil er dort als Überschuss anfällt. Zu Niedrigstpreisen wird er dort von den „Altgedienten“ gekauft und lukrativ ins Ausland exportiert. Finanziert wird das alles von den deutschen Stromverbrauchern, für die gilt nämlich seit 2010, „Je niedriger die Börsenpreise desto höher die EEG Umlage.
Der Gipfel der Dreistigkeit besteht darin, dass das „physikalisch“ gar kein EEG Strom sein kann, der da als Überschuss exportiert wird, deswegen hat man 2010 beschlossen, dass EEG Strom nicht mehr physikalisch, sondern nur noch „Kaufmännisch „ gehandelt wird
Siehe hier: https://www.netztransparenz.de/portals/1/EEG-Jahresabrechnung_2018.pdf

So, nun mal ran ihr Experten von EIKE und nehmt meine Ausführungen unter die Lupe. Widersprüche aber bitte mit Quellen belegt, wie ich das auch hier getan habe.

Gravatar: Heinz

"Zumindest kommt das den Stromexporteuren in der Nachbarschaft zugute. Und mit jedem subventionierten E-Mobil wird unser Stromimport wachsen. Kann das noch Dummheit sein ...?"

Meiner Meinung nach nicht. Das Ziel ist offensichtlich, die Aussenhandelsbilanz Deutschlands negativ zu beeinflussen und Deutschland über Jahrzehnte politisch erpressbar zu machen.
Für die Energiekonzerne ändert sich (fast) nichts. Ob nun deren Kraftwerke in Deutschland oder z.B. in Polen stehen, ist denen so etwas von egal...

Gravatar: Hans Diehl

Siegmund Westwerwick sagt:
Das deutsch-polnische Stromverhältnis sagt nur, dass die deutschen den Solar- und Windstrom verschenken müssen, wenn die Sonne zu intensiv scheint, und bei schwachem Sonnenschein und im Winter sehr teuer Kohlestrom in Polen kaufen müssen.

@ Siegmund Westwerwick
Cool bleiben. Bevor Sie Ihren Frust hier ablassen wollen, sollten Sie sich erst mal schlau machen.

Nennen Sie mal eine Quelle wo man erkennen kann, dass Sonnen und Windstrom „verschenkt“ wird.

Gravatar: Werner

von Redaktion (eike)
„Bis Endes des Jahres 2022 werden es noch 30 TWh Strom sein. Dann ist Schluss, dann muss der Strom entweder fossil hergestellt oder aber importiert werden.“

Oder man baut die erneuerbaren aus.

Gravatar: Werner

Und wie sieht die Realität aus beim Stromaustausch mit Polen aus?

Stromexport von D nach Polen im Jahr 2020 ca. 9,26TWh zum Preis von 54,86€/MWh

Stromimport aus Polen nach D im Jahr 2020 ca. 0,01TWh zum Preis von 51,07€/MWh

Polen hängt am Deutschen Strom wie der Drogensüchtige an der Nadel.


Und 2021 ?
In den ersten 5 Monaten haben wir 4,17TWh Strom nach Polen geliefert.
In den ersten 5 Monaten haben wir 0,06TWh Strom aus Polen importiert.

Gravatar: Sigmund Westerwick

Der tägliche Wahnsinn der Stromwende

Das deutsch-polnische Stromverhältnis sagt nur, dass die deutschen den Solar- und Windstrom verschenken müssen, wenn die Sonne zu intensiv scheint, und bei schwachem Sonnenschein und im Winter sehr teuer Kohlestrom in Polen kaufen müssen.

Fällt die Solarstromernte schlecht aus, also im Winter oder wenn es tagelang regnet, muss Braunkohlestrom oder Steinkohlestrom aus Polen oder Atomstrom aus Frankreich importiert werden, und der ist sehr viel teuer.
Im Ergebnis bei gleicher Strommenge zahlt der deutsche Stromverbraucher deutlich drauf.

Das ist das Ergebnis der deutschen Strompolitik, die deutlich saubere deutsche Kohle- und Atomkraftwerke stilllegt, um in Polen und Frankreich technisch veraltete Kraftwerke lukrativ am Netz zu halten.

Im europäischen Zusammenhang ist das völliger Unsinn, der deutsche CO2-Ausstoß wird lediglich 50 oder 100 km nach Osten verschoben, aber die Energiewender können behaupten wir haben den CO2-Ausstoß verringert und der Konsument zahlt dafür Milliarden ans Ausland.

Die Polen und Franzosen freut es.

Gravatar: Hans Diehl

Tom aus Sachsen sagt:

Zitat aus Ihrem eigenen Kommentar : " Der Strom meiner 15 kWp Anlage auf dem eigenen Dach, fließt physikalisch nicht weiter als zu meinen Nachbarn rechts und links.

Daraus und aus dem Begriff " physikalisch" ist zu deuten, daß Sie eine Standleitung zu Ihren Nachbarn gelegt hatten und Ihre Nachbarn zeitweilig mit Energie beliefern. Wenn Sie andererseits in das öffentliche Netz einspeisen dann wissen Sie ja gar nicht wer genau diesen Strom bekommt,
oder ist er mit kleinen grünen Punkten markiert

@ Tom
Nein ich habe keine Standleitung, zu meinen Nachbarn. Ich speise ins öffentliche Netz ein. Aber auch da kommt mein Strom physikalisch nicht viel weiter als zu meinen Nachbarn rechts und links, und nicht nach Polen, wie in dem Artikel suggeriert wird.

Gravatar: Tom aus+Sachsen

@Hans Diehl ,

Zitat aus Ihrem eigenen Kommentar : " Der Strom meiner 15 kWp Anlage auf dem eigenen Dach, fließt physikalisch nicht weiter als zu meinen Nachbarn rechts und links. An den letzten regnerischen Tagen konnte ich, nach Abdeckung meines eigenen Bedarfes, nur noch einen mit dem Überschuss bedienen. "

Daraus und aus dem Begriff " physikalisch" ist zu deuten, daß Sie eine Standleitung zu Ihren Nachbarn gelegt hatten und Ihre Nachbarn zeitweilig mit Energie beliefern. Wenn Sie andererseits in das öffentliche Netz einspeisen dann wissen Sie ja gar nicht wer genau diesen Strom bekommt, oder ist er mit kleinen grünen Punkten markiert ?

Aber keine Bedenken, ich petze natürlich nicht, warum sollte ausgerechnet ich die Grünen damit auch noch unterstützen ? Ich lasse mir was besseres einfallen was den Denunzianten und Hetzern so richtig auf die Füße fällt.

Gravatar: Hans Diehl

Egon Dirks sagt:
Weltweit gilt, dass bei Staaten mit stark entwickelter Industrie, der Haushaltsstromverbrauch nur 25-30% vom gesamten Verbrauch ist, d.h., 70-75% ist industrieller Stromverbrauch und Sie haben Recht – die Industrie bekommt keinen einzigem Ampere vom Dachsolarstrom!!!

@ Egon Dirks.
Die Industrie bekommt gegenwärtig zunehmend Solarstrom aus PPA Verträgen, da geht mit Sicherheit ..„monetär“.. nichts billig nach Polen und teuer zurück.

Siehe hier wie ein PPA Vertag monetär funktioniert.
https://www.pv-magazine.de/2021/08/31/google-und-engie-unterzeichnen-ppa-ueber-mehr-als-140-megawatt-photovoltaik-und-wind-fuer-deutsche-standorte/


Oder hier:
https://www.pv-magazine.de/2021/08/30/pfalzsolar-vereinbart-seinen-ersten-deutschen-ppa-mit-konzernmutter-pfalzwerke/


Und nun zu dem Artikel da heißt es

Zitat:...Das Pikante ist die Tatsache, dass Polen regenerativ geschwängerten (erneuerbarer Anteil diese Woche knapp 50%) Strom aus Deutschland billig einkauft bzw. umsonst abnimmt, um dann bei passender Gelegenheit (Abbildung) den eigenen Strom, der zu 3/4 mittels Kohleverbrennung hergestellt wird, teuer an Deutschland zu verkaufen. Zitat Ende.

Wenn da ein EE geschwängerter Anteil dabei sein sollte, geht das ausschließlich zu Lasten der konventionellen Erzeuger, weil die seit einer Gesetzesänderung von 2010 ihre Erzeugung nicht mehr anpassen müssen. Die Erzeuger von Sonnenstrom bekommen ihren fest vereinbarten Preis über die Laufzeit des PPA Vertrages. Das nicht anpassen von Kohlestrom, sind so die letzten Zuckungen der „Altgedienten“

Googeln sie mal unter PPA da erfahren sie mehr über Sonnenstrom für die Industrie.

Gravatar: Egon Dirks

@ Hans Diehl,...

...was Ihren PV Strom angeht, der NUR bei den Nachbarn landet, da haben Sie absolut recht, ABER Sie wissen scheint nicht, was das für eine Ohrfeige für HPK und die gesamte „Energiewende“ ist! Weltweit gilt, dass bei Staaten mit stark entwickelter Industrie, der Haushaltsstromverbrauch nur 25-30% vom gesamten Verbrauch ist, d.h., 70-75% ist industrieller Stromverbrauch und Sie haben Recht – die Industrie bekommt keinen einzigem Ampere vom Dachsolarstrom!!!

Sie haben Recht, ABER, schauen wir mal in den PV Strom genauer rein, nehmen wir dazu in einem Dorf eine Trafostation mit einem Trafo 400 kVA 20/04 kV an, von der TS gehen drei Freileitungen 0,4 kV in verschiedenen Richtungen den Straßen entlang ab, (eine klassische Freileitung 0,4 kV ist 3xA70+1x25 ein Viertel lang von der TS, dann 3xA50+1x25 bis die Hälfte, dann 3xA35 usw. und ist sie 500-800 m lang, hier A für Alu und 70 für mm²), die Spannung der Leitungen 0,4 kV bei TS wird manuell mit Umschalter am Trafo eingestellt und ist 5-10% höher als Nominal aus Sicht, dass am Ende der Leitung die Spannung etwa 5-10% nicht kleiner, als Nominal sein soll. Jetzt, für Dachsolaranlagen bei Häusern nahe TS, die sind zwar mit ihrer Leistung am Netz, liefern ABER wegen erhöhter Spannung kein PV-Strom, der Strom in diesem Bereich kommt direkt vom Trafo, weil aber die Phasenrichter im Netz dabei sind, generieren sie ihren induktiven reaktiven Strom ins Netz und schaden damit dem Netz; ganz anders sieht es aus in der zweiten Hälfte der Leitungen 0,4 kV, hier sorgen die PV Dächer für den Ausgleich der Netzspannung und liefern PV Strom zum Verbraucher, d.h., die Idee alle Dächer solar bekleiden ist schmeichelhaft, wenn man elektrisch aber tiefer reinschaut, ist sie ziemlich dumm... Was Display angeht, da schauen Sie sich lieber um, wie weit ihr Haus von der TS ist um festzustellen, ob Sie überhaupt PV Strom liefern oder NUR parasitieren...

Beste Grüße.

Gravatar: Hans Diehl

Tom aus Sachsen sagt:

@Hans Diehl, da hoffe ich doch, daß Sie Ihre Nachbarschaftshilfe in Sachen Energielieferung auch brav beim Finanzamt als Einnahme angeben sonst gehe ich zu Herrn Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) petzen.

@ Tom.
Das haben Sie falsch gedeutet. Meine Steuer relevante Erzeugung geht ins öffentliche Netz, wofür ich Einkommen Steuern bezahle. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass der Netzbetreiber den nicht an meinen Nachbarn vorbei ins Ausland verschenken muss, wie böse Zungen immer behaupten. Sie sehen, da gibt es nichts zu petzen, Sie können allenfalls die bösen Zungen mal aufklären.

Gravatar: Tom aus Sachsen

@Hans Diehl, da hoffe ich doch, daß Sie Ihre Nachbarschaftshilfe in Sachen Energielieferung auch brav beim Finanzamt als Einnahme angeben sonst gehe ich zu Herrn Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) petzen. Oder verschenken Sie Ihren Strom ? Das müssten Sie und der Abnehmer natürlich dann auch nachweisen. Wie auch immer, ich habe Sie im Blick.

Gravatar: kassaBlanka

...um dann bei passender Gelegenheit (Abbildung) den eigenen Strom, der zu 3/4 mittels Kohleverbrennung hergestellt wird, teuer an Deutschland zu verkaufen.

Und bis dahin wird der Strom im Netz gespeichert.

Gravatar: Hans Diehl

Egon Dirks sagt:
hab mehrmals erklärt, dass, wer den deutschen Dachsolarstrom oder Teil davon in Polen oder sonst wo im Ausland haben will, muss ihn zuerst aus dem Netz 0,4 kV ins Hochspannungsnetz 110/220/380 kV bringen und da soll sich in ganz DE ein EE-Super-Spezialist finden, der elektrisch erklärt, was da gemacht werden muss und wenn es im gesamt DE KEINEN so einen EE-Super-Spezialisten gibt, bin sicher, dass EIKE-Matrosen da auch keine zwei Sätze, was da zu tun ist, schreiben, dann ist das, was da alles zusammengekratzt ist, eine komplette schwarze EE Lügerei, hab geschrieben, wenn ein Kluger das Volk für DUMM haltet, das ist schlecht, aber das ist ein Kluger, wenn aber elektroahnungslose EE Komödianten das Volk für DUMM halten versuchen – das passt schon in kein Tor rein... Mein Rat, hören Sie, bitte, auf, Ihre EE Elektronaivität hier zu demonstrieren...

@ Egon Dirks.
Treffender hätte es keiner von den „EE Matrosen“ hier darstellen können.
Endlich räumt mal einer – der der Energiewende eigentlich kritisch begegnet – mit dem Märchen auf deutscher PV Strom müsste ins Ausland verschenkt werden. Der Strom meiner 15 kWp Anlage auf dem eigenen Dach, fließt physikalisch nicht weiter als zu meinen Nachbarn rechts und links. An den letzten regnerischen Tagen konnte ich, nach Abdeckung meines eigenen Bedarfes, nur noch einen mit dem Überschuss bedienen. So hat es jedenfalls das Display angezeigt, das bei uns im Hausflur hängt.

Gravatar: fishman

Strom Biomasse /Wasserkraft wird vermutlich hauptsächlich in landwirtschaftlichen Gäranlagen produziert. Meiner Meinung nach ein riesiges Subventionsprojekt für die industrialisierte Landwirtschaft. Was ist daran nachhaltig in der Summe?
1. Die Herstellung der Betonanlagen samt umweltschädliche Zementproduktion .
2. Der Materialeinsatz von Maschinen, Traktoren und Feldbearbeitungsgeräten . Verschleiß von Gummireifen etc.
3. Energie aus fossilen Brennstoffen, hauptsächlich Diesel Kraftstoff zur Bestellung der Felder und Einbringung der Ernte, samt Herstellung der Silagespeicherung.
4. Die Auslaugung des Bodens durch Missachtung der Fruchtfolge zugunsten von Mais, samt effektiver "Unkrautvernichtung" mit Glyphosat
5. Vergärung der Maissilage erzeugt Kohlendioxyd im riesigen Maßstab
6. Die Stromerzeugung durch mit Gärgas betriebenen Generatoren / Verbrennungsmotoren.
7. Ausbringen riesiger Mengen von Gärgülle in Flur und Feld, verbunden mit großem Materialeinsatz von Spezialtankfahrzeugen, sowie auch hier wieder Einsatz erheblicher Dieselkraftstoffmenge.
8. Der Verlust von Landarbeitskräften samt know how durch weitestgehende Automatisierung.
Dieser Aufwand für die Erzeugung von gut 10% unseres benötigten Strom. Ein Wahnsinn! Die Öko Bilanz sowie wirtschaftliche Bilanz würde mich einmal sehr interessieren.

Gravatar: Egon Dirks

Werte Redaktion (eike),...

„Mittwoch, 11.8.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,13 Prozent, davon Windstrom 5,24 Prozent, Solarstrom 23,03 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,86 Prozent.“

...wer so was behauptet, der hat überhaupt keine Ahnung, was Strom ist und besonders, was Solarstrom angeht und egal wer das behauptet EIKE oder welche Agora. Hab geschrieben, unser Solarstrom ist überwiegend Dachsolarstrom, solch Strom wird weltweit statistisch nicht „gemessen“, da werden bloß 5-7% vom Gesamtverbrauch angenommen und fertig, mehr gesagt, den kann man nicht transformieren und deshalb kann man ihn auch nicht TRANSPORTIEREN, deshalb sind diese obere 23 Prozent naive EE Anekdoten... Man darf nicht vermischen den normalen Stromverlauf im Netz mit Papieren von kommerziellen Börsenstromspekulationen und dem Artikel nach ist EIKE da grüner, als alle EE Grünen mit HPK und seinen EE Matrosen zusammen und dem Artikel nach, wenn man SO EINE EIKE hat, da brauch man überhaupt keine Grünen, man schämt sich nicht, dass man ELEMENTARE Elektro-Grundlagen nicht versteht, hab mehrmals erklärt, dass, wer den deutschen Dachsolarstrom oder Teil davon in Polen oder sonst wo im Ausland haben will, muss ihn zuerst aus dem Netz 0,4 kV ins Hochspannungsnetz 110/220/380 kV bringen und da soll sich in ganz DE ein EE-Super-Spezialist finden, der elektrisch erklärt, was da gemacht werden muss und wenn es im gesamt DE KEINEN so einen EE-Super-Spezialisten gibt, bin sicher, dass EIKE-Matrosen da auch keine zwei Sätze, was da zu tun ist, schreiben, dann ist das, was da alles zusammengekratzt ist, eine komplette schwarze EE Lügerei, hab geschrieben, wenn ein Kluger das Volk für DUMM haltet, das ist schlecht, aber das ist ein Kluger, wenn aber elektroahnungslose EE Komödianten das Volk für DUMM halten versuchen – das passt schon in kein Tor rein... Mein Rat, hören Sie, bitte, auf, Ihre EE Elektronaivität hier zu demonstrieren...

Beste Grüße.

Gravatar: Werner Hill

Auch wenn ich nicht die Zeit habe, alles zu lesen, habe ich den Verdacht, daß die deutsche Energiepolitik suboptimal ist.

Zumindest kommt das den Stromexporteuren in der Nachbarschaft zugute. Und mit jedem subventionierten E-Mobil wird unser Stromimport wachsen.

Kann das noch Dummheit sein ...?

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