Viktor Orbáns bemerkenswerte Wortmeldung in Sharm el Sheikh

Der ungarische Ministerpräsident spricht Wahrheiten aus, zu denen westeuropäische Politiker nicht mehr fähig sind: westlicher „Demokratieexport“ hat nur Chaos gebracht; jedes Land hat das Recht auf seine eigene Kultur; Stabilität auch diktatorischer Regime im Nahen Osten geht vor, wenn dadurch Europa vor der Völkerwanderung geschützt wird; NGOs sind illegitime Politikakteure wie die Medien; die von Vertreibung und Völkermord bedrohten orientalischen Christen dürfen nicht vergessen werden.

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Eure Majestäten, meine sehr geehrten Damen und Herren Präsidenten und Premierminister,

Danke für die Einladung. Ich möchte Präsident el-Sisi gratulieren, ich möchte Präsident Tusk danken und allen, die an der Erarbeitung der gemeinsamen Erklärung beteiligt waren, danken. In den letzten Jahren haben wir alle wertvolle Lektionen gelernt. Die erste dieser Lektionen ist, dass die Außenpolitik, die auf den Export von Demokratie baut, nicht funktioniert: Sie verursacht Probleme und führt zu Situationen, die genau das Gegenteil von denjenigen sind, die man sich ursprünglich gewünscht hat. Die Erfahrung zeigt, dass wir einander mit gegenseitigem Respekt behandeln müssen, und wir müssen die kulturellen, religiösen und politischen Traditionen unserer Völker respektieren. Die zweite Lektion, die wir gelernt haben, ist, dass wir die Macht der Demografie nicht unterschätzen dürfen. Die demografischen Trends, die die Grundlage der Migration bilden, werden sich fortsetzen. Bis 2030 wird die Bevölkerung der arabischen Welt um 30 Prozent höher sein als im Jahr 2015 und wird die Bevölkerung der Europäischen Union übertreffen - welche tatsächlich rückläufig ist. Daher müssen wir zu dem Schluss kommen, dass sich die Ursachen der derzeitigen Migrationsspannungen verstärken werden. Die Frage, der wir uns alle stellen, ist folgende: Wollen wir diese Prozesse passiv akzeptieren, oder wollen wir sie steuern? Heute habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschenschmuggler, Terrororganisationen, illegitime Machtgruppen, NGOs, Finanzspekulanten und die Medien einen starken Einfluss auf die Migrationspolitik und damit auch auf die europäisch-arabischen Beziehungen ausüben. Wir möchten, dass legitime politische Führer gemeinsam die Kontrolle über die Ereignisse übernehmen. Deshalb ist die heute abgegebene Erklärung - unsere gemeinsame Erklärung - außerordentlich wertvoll.

Sehr geehrter Herr Präsident el-Sisi,

der Ausgangspunkt für die ungarische Politik ist, dass die Hilfe dort eingesetzt werden muss, wo Probleme auftreten, anstatt diese Probleme zu verteilen. Meine Heimat Ungarn hat zehn Millionen Einwohner. Wir wissen, wie viel Einfluss wir auf der Welt haben, und wir kennen unseren Platz. Deshalb müssen wir eine außenpolitische Strategie verfolgen, die zu unserer Stärke passt. Wir unterstützen die Europäische Union dabei, eine stärkere Rolle bei der Bewältigung regionaler Krisen und bei der Entwicklung von Krisenregionen zu übernehmen. Anstatt aus ideologischen Gründen Hilfe anzubieten, möchten wir stattdessen, dass wir Kräfte und Führer unterstützen, die in der Lage sind, Stabilität zu schaffen.

Herr Präsident,

ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Ungarn weit über seine Kräfte an internationalen Missionen teilnimmt: im Libanon, im Irak, in Libyen und in der Sahel-Region. Die vier Visegrád-Länder gewähren Libyen gemeinsam finanzielle Unterstützung zum Schutz seiner Grenzen. Ungarn beteiligt sich an einem Projekt, das gemeinsam von den V4 und Deutschland betrieben wird und durch das wir Marokko Unterstützung anbieten werden. In meiner Heimat Ungarn gibt es jährlich 1.400 staatliche Stipendien für Jugendliche aus Ländern der Arabischen Liga. In diesem Jahr gibt es 2.300 staatliche Stipendiaten aus Ihren Ländern, die in Ungarn studieren. Wir hoffen, dass sie nach Hause zurückkehren und ihren Ländern helfen. Abschließend möchte ich den arabischen Führern, die die in ihren Ländern und Regionen verfolgten christlichen Gemeinschaften schützen, meine Dankbarkeit aussprechen. Ich bitte sie, diese Politik fortzusetzen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Napp

Wie erbärmlich dagegen das Gequake der Weltmoralistin Merkel und des luxemburgischen Schluckspechts Juncker! Sie sollen aufhören, die asiatischen und afrikanischen Völker und die Russen über "Menschenrechte" und "Werte" belehren zu wollen.

Gravatar: karlheinz gampe

Orban hat wieder einmal recht ! Die linken Parteien CDU + SPD haben uns z. Bsp. den sogenannten arabischen Frühling in ihrer roten System-Presse als ihre Großtat verkauft und gefeiert. Sie brachten Krieg und Elend über die einst blühenden Länder im Nahen Osten. Unsere Politiker haben nicht nur gezeigt sondern auch bewiesen, dass sie deppert sind, was sich an den Folgen ihres unsinnigen Tuns offenbart.

Gravatar: egon samu

Gott segne Orbán und alle Anständigen.
Der Teufel soll alle Globalisten, Umvolker, Demokratiexporteure und arrogante Einmischer in fremde Angelegenheiten holen....

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Der ungarische Ministerpräsident spricht Wahrheiten aus, zu denen westeuropäische Politiker nicht mehr fähig sind: westlicher „Demokratieexport“ hat nur Chaos gebracht; jedes Land hat das Recht auf seine eigene Kultur; Stabilität auch diktatorischer Regime im Nahen Osten geht vor, wenn dadurch Europa vor der Völkerwanderung geschützt wird; NGOs sind illegitime Politikakteure wie die Medien; die von Vertreibung und Völkermord bedrohten orientalischen Christen dürfen nicht vergessen werden.“ ...

Klar: Viktor Orbán erkennt und sagt, was die sich selbst zur Elite ernannte EU-Führung in Brüssel und Berlin nicht sehen wie hören will
https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20190115323587180-eu-euro-prognose-zerfall/
und wird deshalb entsprechend bekämpft!!!

Allerdings: War dies mit einem Soros im Boot anders zu erwarten???
https://philosophia-perennis.com/2019/02/26/neue-erkenntnisse-so-tief-haben-sind-springer-und-die-welt-ins-soros-netz-verwickelt/

Gravatar: R. Avis

Empfohlene Lektüre: Franz Altheim "Entwicklungshilfe im Altertum - die großen Reiche und ihre Nachbarn" im Jahr 1962 bei Rowohlt erschienen.
Als das Buch herauskam war ich zu jung, um den Bezug zum damals aktuellen Geschehen zu erkennen. Der 'Kalte Krieg' hat den sog. Entwicklungsländern mehr geschadet als der vorangegangene Kolonialismus. Weil nämlich der demokratische Westen und die Sowjetunion in der Dritten Welt um Macht und Einfluß kämpften, konnten die Empfängerstaaten von Wohltaten beide Mächte gegeneinander ausspielen. Sobald eine Seite Bedingungen stellte, wie z.B. Familienplanung und Geburtenkontrolle, wandte man sich sofort der Gegenseite zu und der Westen mußte entweder klein beigeben, oder das Gebiet an den sozialistischen Konkurrenten verlieren. Die Empfängerländer mit ihren tief korrupten Regierungen sahen keinen Grund, ihre eingefahrenen Gleise zu verlassen und eventuell echte Reformen anzustreben. Im Gegenteil: Geberländer, die auf dem afrikanischen Kontinent investieren wollten, um beispielsweise industrielle Anlagen für die Verarbeitung von Lebensmitteln oder für die Produktion von Konsumgütern hinzustellen, mußten dem jeweiligen Staatsoberhaupt Bestechungsgeld für die Genehmigung bezahlen, dafür daß seinem Land technischer Fortschritt geschenkt wurde.
An dieser Mentalität hat sich nicht viel geändert: wer in Pseudo-Demokratieren etwas aufbauen will, auch für das Allgemeinwohl, muß nach allen Richtungen kräftig schmieren, sonst bleibt das Projekt schon in den Anfängen stecken.
Daher kann echte Demokratie (also Verantwortung des Einzelnen für alle) nur in unserem westlichen Kulturkreis gedeihen. Andere Gemeinschaften haben ein anderes Verständnis vom Zusammenleben, welches sie selbst für dem unseren überlegen halten. Die Früchte unserer "Dekadenz" nehmen sie natürlich gerne an.

Gravatar: Unmensch

Wenn er spricht, kommt mehr dabei heraus als die sonst üblichen scheinheiligen Schönsprechübungen gemäss dem Wunschweltbild der in Liebe vereinten Menschheit.

Gravatar: Klimax

Interessant, daß die V4 etwas zusammen mit Deutschland machen. Davon hat man bislang nie etwas erfahren.

Gravatar: Hans

Unsere globale Realität und Zukunft ist die Versklavung und Verarmung der Massen aus der Mittelschicht und der Unterschicht der europäischen Völker. Dieser Zustand wird hier am besten beschrieben: https://youtu.be/7mMOpYznsPw Viel Spaß beim Nachdenken für alle Glaubensrichtungen und alle politischen Lager. Das Video ist nur für Menschen die noch fähig sind die Realität in der sie leben zu erkennen. Etwas Geduld und Aufmerksamkeit sind erforderlich.

Gravatar: Wolfgang Brugger

Ich traue meinen Augen nicht! Hier wird anscheinend behauptet, dass Al Sisi die Christen schützt. Ägypten unter Mursi hatte eine demokratische Verfassung mit relevanten direktdemokratischen Elementen. (Hanns Seidel Stiftung der CSU) Einem Syrer gegenüber gab ich folgende Prognose ab. Das Militär wird Mursi mit Billigung des Westens stürzen, eine ganz brutale Diktatur errichten, die Mehrheitspartei verbieten und mit dem Rest Demokratietheater spielen. Es ist eben doch vieles leicht durchschaubar. Seit dem Putsch besteht in Ägypten eine Militärterrordiktatur. Wenn die Mehrheit hinter Al Sisi stünde, hätte er ein Wahlergebnis von 97 % bestimmt nicht nötig. Stellt sich ohnehin die Frage, warum Diktatoren die Wahlen derart plump fälschen. Den “Wählern” soll wohl klar gemacht werden, dass keinerlei Anlass besteht, den Wahlzirkus ernst zu nehmen und sich demokratische Freiheiten herauszunehmen.
Nach dem Putsch präsentierte sich der Koptenpapst Tawadros II mit Al Sisi und auch an den Feierlichkeiten zur Amtseinführung des Präsidenten nahm er teil. Dass diese Parteinahme bei der Mehrheit der Ägypter nicht gut ankam und sie nun in den Kopten ein Werkzeug des amerikanischen Imperialismus sehen, ist nicht völlig unerwartet. Die koptischen Christen müssen nun die Folgen des wenig erleuchteten Handelns ihres Oberhauptes erdulden.

Gravatar: Adorján Kovács

@Wolfgang Brugger
Erstens hat Orbán nichts behauptet, sondern nur "den arabischen Führern, die die in ihren Ländern und Regionen verfolgten christlichen Gemeinschaften schützen", seine Dankbarkeit ausgesprochen. Er hat also gar nicht gesagt, wen er meint.
Zweitens ist es lächerlich, das Mursi-Muslimbruder-Regime als demokratisch und christenfreundlich zu beschreiben, auch wenn das die CSU behauptet. Unter el-Sisi geht es den Kopten natürlich besser, aber immer noch viel zu schlecht.

Gravatar: Karl Napp

Bewundernswert ist es, in wie wenigen Jahren es die Länder China, Vietnam, auch Russland geschafft haben, zu allgemeinem Wohlstand zu gelangen. Nicht "obwohl" sie keine "westliche" demokratische Regierungsform haben und nicht in Weltmoralismus und Menschenrechts-Hype herumtorkeln, sondern gerade deshalb. "Wohlstand für alle" erreicht man eben nicht überall auf der Welt mit den Mitteln der westlichen Demokratien, sondern man muss die Mittel der Geschichte, Kultur, Denke und dem Wertempfinden der je unterschiedlichen Völker und Länder anpassen.

Gravatar: Andreas Berlin

Realistisch und vernünftig, was Herr Orban sagt. Wenn zehn Millionen Ungarn einen solchen Menschen hervorbringen, warum schaffen das achtzig Millionen Deutsche nicht!?

Gravatar: Gabriele

Klug, konzentriert und bündig. Es ist alles auf kleinstem Raum gesagt. Wer braucht das kriminell zu hoch bezahlte leere Geschwafel (der erdrückenden Mehrzahl und viel zu vielen) deutschen sog. Politiker

Gravatar: k. lauer

Warum bekommt man diese Rede nicht in der deutschen Presse zu lesen? Weil dann auch der Dumme weiss, welchen Schwachsinn unsere Politik verzapft. Ich hoffe, dass wenigstens die österreichischen Medien die Rede abdrucken.

Gravatar: Wolfram

Wow !!! Respekt vor Viktor Orban !!!

Friedensnobellpreis 2019 für ihn !!!

Gravatar: Lickert

Ich kann es nicht fassen, wie dumm die Deutschen sind!

Gravatar: Volker Schulz

Jede Rede von Orban hat Substanz, während das Geseiere deutscher Politiker mit einer Ausnahme, der AfD, kaum noch zu ertragen und eine einzige Beleidigung der intelligenteren Bürger ist. Doch die braucht man ja nicht, die Dummen sind in der Mehrzahl und entscheiden Wahlen. Die Demokratie ist an ihre Grenzen gestoßen, denn ohne anständige Politiker und unabhängige Medien kann sie nie funktionieren.

Gravatar: Nathan Warszawski

As-Sisi ist ein Glücksfall für Ägypten und die Welt.

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