Ukraine-Krieg: Freiburg, London, Przewodow oder: Nicht jeder Schuss ist ein Treffer

Gestern wurde in Polen das Dorf Przewodow von Raketen getroffen. Es gab zwei Tote und die Gerüchteküche läuft heiß.

Veröffentlicht:
von

Im neunten Monat des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sind zwei Raketen auf polnischem Gebiet eingeschlagen; es gab zwei Tote. Da Polen Mitglied der Nato ist, handelt es sich um einen im Prinzip ernsten Zwischenfall. Entsprechend kocht die Gerüchteküche hoch. Dabei könnte ein bedachter Rückblick in die Geschichte zeigen, daß die Erklärung für die Einschläge ganz einfach ist; einfacher, als viele Journalisten beider Seiten akzeptieren wollen.

Zwei Ereignisse haben die Art der Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg erheblich beeinflusst: Die Luftangriffe auf Freiburg am 10. Mai 1940 und auf London am 24. August des gleichen Jahres. Beide Angriffe gehören in die zweite Phase des Krieges, zu der die Angriffe Deutschlands auf Frankreich und England gerechnet werden und die mit der Niederlage Frankreichs in den Ebenen Flanderns und der Niederlage Deutschlands am Himmel über England endete. Beide Angriffe wurden von der Deutschen Luftwaffe durchgeführt. Und beide führten zu unbeabsichtigten Treffern.

(...)

Die Fehlwürfe von Freiburg und London dienten dazu, die Kriegsführung auf eine brutalere Stufe zu bringen. Absichtlich wurden die zivilen Ziele in den beiden Städten allerdings nicht bombardiert. Und so dürfte es auch in Przewodow sein, das von zwei bis jetzt nicht identifizierten Raketen getroffen wurde. Und selbst wenn es sich um russisches Kriegsgerät handeln sollte, wäre das noch kein Beweis für eine russische Urheberschaft.

Zu den neuen Paradoxien des Ukraine-Kriegs gehört, dass in diesem Fall die Putin-Versteher Washington unterstellen, es würde Moskau anklagen – was es aber ausdrücklich nicht macht. Im Gegenteil: Die russische Urheberschaft wird gerade von US-amerikanischer Seite bestritten und damit indirekt betont, dass ein Eingreifen der Nato nicht zur Diskussion steht. Warum auch? Die Ukraine ist momentan militärisch erfolgreich und ein direktes Eingreifen der Nato in den Angriffskrieg Russland nicht nötig.

Daß andererseits die deutschen Medien zusammen mit den Putin-Verstehern bereits über einen mögliches Eingreifen der Nato diskutieren, steht auf einem anderen Blatt und gehört zu den amüsanten Seiten des Krieges in der Ukraine.

Auch die polnische Regierung bemüht sich, Ruhe zu bewahren. Offenbar ist man auch in Warschau an keinerlei Eskalation interessiert. Auch dort weiß man um die Erfolge der Ukrainer am rechten Ufer des Dnjepr und lässt sich nicht provozieren. Auch dort weiß man, dass momentan allein der Kreml an einem Eingreifen der Nato interessiert sein dürfte, um etwas zu erreichen, was bisher nicht gelungen ist: Die russische Bevölkerung für diesen Krieg zu gewinnen, der für Putin verloren zu gehen droht. Deshalb spricht Moskau von einer Provokation.

Damit ist aber noch lange nicht gesagt, daß nun umgekehrt Moskau der Urheber ist. Es kann eben auch sein, daß der Kreml lediglich versucht, aus dem Irrläufer von Przewodow so viel Nutzen zu ziehen wie möglich. Vorwerfen kann man das der russischen Führung kaum.

[zum vollständigen Artikel]

[zum Weiterlesen: Siege und Niederlagen]

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Per Müller

Wladimir ist wohl keineswegs daran interessiert einen 3. Weltkrieg bei zu wünschen.
Denn dazu hätte er schon lange die Möglichkeit gehabt.
.
Er hat es auch nicht nötig, mit derartigen Sachen zu provozieren um die Nato in Zugzwang zu bringen.

Deshalb gilt, Ruhe und Sachverstand bewahren, denn nur die Diplomatie und entsprechende Untersuchungen
können Licht ins dunkle bringen.

Dumme Journalisten und insbes. grüne Politiker, ganz voran Analena, wünschen wohl die Ausweitung des Krieges, denn es sind grässliche Kriegstreiber.

Pfui !

Gravatar: karlheinz gampe

Da die Ukraine weiterhin behauptet, dass Russland die Rakete abgefeuert hat, dürfte es sich um einen false flag der Ukraine handeln um die Nato in den Krieg zuziehen. Der russische Rückzug erschließt sich mir nicht. Ich hatte erwartet, dass die Russen die Ukrainer in einen Kessel ziehen.

Wie viele Mrd hat eigentlich dieser korrupte Selenski schon eingesackt?

Gravatar: Thomas

" Warum auch? Die Ukraine ist momentan militärisch erfolgreich und ein direktes Eingreifen der Nato in den Angriffskrieg Russland nicht nötig. "

Aber nur in ihrer Phantasie, der Blödzeitung und den
Medien der deutschen Blockparteien, Spiegel, Stern
Focus und ähnlichen Parteizeitungen. Desweiteren liefern
Natostaaten Waffen, militärische Güter und Söldner, an die
Ukraine, weil die ehemalige ukrainische Volksarmee , nach
der masiven russischen Einwirkung nich mehr besteht.
Die ukrainische Armee besteht, in großen Teilen aus
Natosöldnern und Natowaffen, somit ist die NATO ,
eindeutig und klar Kriegsteilnehmer, ohne deren Einwirkung, der Krieg, schon längst am Ende wäre und
zehntausende von Menschen noch am Leben.
warten wir erstmal, die russischen Winteroffensive ab,
dann werden wir sehen.

Gravatar: Gerhard G.

@ Ekkehardt Fritz Beyer 16.11.2022

Beim lesen dieser Worte von AH wurde mir übel:

„Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.“

Dazu das Geschrei der Kriegstreiber und unserer Regierenden der letzten Monate ... wir sind ,mittenmang'
Es bedarf doch nur eines Irren der es Russland in die Schuhe schiebt ....dann gnade uns Gott !.

Gravatar: Gerhard G.

Die 2 Raketen auf ein poln.Dorf ...sollen sogenannte Irrläufer sein ....
Ob es Biden und NATO wagen diesen Angriff Putin unterzujubeln ???
E.F.Beyer.... ihren letzten Abschnitt sollten geschichtsbewusste Bürger stets im Hinterkopf haben.
Viele unserer Politnasen wissen damit nichts mehr anzufangen...Leider !

Gravatar: Uwe

Ist die Ukrainische Seite wirklich so erfolgreich?
Früher standen die Russen schon vor Berlin, aber die Meldungen sprachen immer noch vom Endsieg.
Bisher lese ich immer nur die Meldungen kommen aus der Ukraine oder vom britischen Geheimdienst.
Glaubhaft?

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Im neunten Monat des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sind zwei Raketen auf polnischem Gebiet eingeschlagen; es gab zwei Tote. Da Polen Mitglied der Nato ist, handelt es sich um einen im Prinzip ernsten Zwischenfall. Entsprechend kocht die Gerüchteküche hoch.“ …

Ist es nicht schon ´äußerst` merkelwürdig, dass mich diese Nachricht an den „Überfall auf den Sender Gleiwitz am 31. August 1939“ und seine Folgen erinnert???
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz

Gravatar: Hajo

Aber sie bürsten den Fall schon runter, im Westen Biden und Stoltenberg, denn es gibt immer mal wieder Geschosse, die aus welchen Gründen auch immer ihr Ziel verfehlen und daraus einen Kriegsgrund zu machen ist doch geradezu abenteuerlich, solange nicht erkennbar ist, daß man damit ein Mitgliiedsland schwer schädigen will.

Wer Weihnachten nicht mehr erleben will, muß es nun als Kriegsgrund sehen und danach handeln und ganz ehrlich, das sitzen viele Geistesgestörte auf Bali zusammen und machen sich gegenseitig Mut und verurteilen den Agressor, den sie selbst zu dem gemacht haben, bevor der auf die Idee kam über seinen Nachbarn herzufallen, wenn man die ganze Entwicklung seit gut 15 Jahren betrachtet.

Wären da nicht ihre eigenen Schandtaten seit gut hundert Jahren, könnte man ihre Argumentation ja noch nachvollziehen, aber so sind sie völlig unglaubwürdig und da hilft auch nichts, wenn die Chinesen der Atomdrohung als unhöflichem Akt zustimmen, die unterschreiben alles, wenn es persönlich hilft, werden sich aber im stillen Kämmerlein von niemand dreinreden lassen und das gleiche gilt auch für andere östliche Staaten, die noch eine eigene Meinung vertreten und nicht mehr die Lakaien des US-Imperialismus und der Krone von England sein wollen, die ja ehedem pleite sind, wie man an ihren verzweifelten Taten des Premierwechsels erkennen kann.

Die deutsche Regierung kann man im gesamten Blick der Weltpolitik schon lange nicht mehr für voll nehmen, denn sie sind irrlichternde Gestalten, für jeden erkennbar ohne eigenständiges Profil und wer sich seine eigene Pipeline wegbomben läßt und bei der Ankündigung noch betrappelt daneben steht, scheint nicht sonderlich überzeugend zu sein und dieser Fall ist ein ganz besonderes Zeichen politischer Schwäche, was natürlich gesehen wird, auch von den Russen und das macht wenig Eindruck, wenn man Mahnungen ausspricht, die Nuklearbedrohung nicht auszusprechen, wenn man selbst keinerlie Fortune besitzt, den Gegner im Ernstfall schwer zu schädigen.

Das ist eine einzige Ohnmachtsansage und in die falsche Richtung ausgesprochen, sinnvoller wäre es, dem Ami die Leviten zu lesen, daß man keine Lust hat wegen deren Ambitionen über die Wupper zu gehen, aber das fehlt der Mut und das Format, was uns mit dieser Politikerriege abhanden gekommen ist, worüber man sich täglich schämen muß, denn die Russen haben uns nicht den Krieg erklärt, sondern ihrem Nachbarn und wenn der so dämlich ist sich vor den Karren spannen zu lassen, dann muß er die Konsequenzen tragen und anscheinend reicht das Leid der eigenen Bevölkerung immer noch nicht aus um zu verhandeln, die opfern noch den letzten Mann um Recht zu behalten, weil der angloamerikanische Westen es so will und seine eigenen Interessen dabei verfolgt.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang