Todesurteil gegen zwei Briten – Russland bricht Kriegsvölkerrecht

Drei Kriegsgefangenen droht die Todesstrafe, weil sie für die Ukraine gekämpft haben. Die Rechtslage ist eindeutig. Es handelt sich nicht um Söldner.

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Eigentlich war es zu erwarten. Russland bricht das Kriegsvölkerrecht. Das hat Russland wieder und wieder getan: Beim Mord an etwa 4.400 polnischen Offizieren in Katyn 1940 ebenso wie beim Mord an hunderttausenden deutschen Soldaten, die 1945 zuerst, wiederum völkerrechtswidrig, durch russische Städte getrieben und zur Schau gestellt wurden und später in russischer Gefangenschaft elend verreckten. Ein Deutscher mit einem Funken Bewußtsein für seine Herkunft und die Geschichte seines Vaterlands weiß das.

Im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine wiederholt sich das Spiel, das keines ist. Zwei Briten und ein Marokkaner, die freiwillig auf Seiten der Ukrainer kämpften, wurden zum Tode verurteilt. Dieser Fall unterscheidet sich von den vorhergehenden nur durch die Zahl der Opfer. Im Prinzip verrät er jedoch den Charakter des Regimes im Kreml.

Russland bricht mit der Verurteilung der drei Ausländer das Kriegsvölkerrecht. Denn das ist eindeutig: Kämpfer, die als solche zu erkennen sind, genießen den Status als Kombattanten. Und zwar egal, ob sie der Krieg führenden Nation angehören oder nicht. Ausländische Freiwillige stehen ebenso unter dem Schutz des Kriegsrechts und sind als Soldaten zu behandeln. Sie werden bis zum Ende der Kampfhandlungen bzw. der Kriegs in speziellen Lagern für Kriegsgefangene untergebracht und dürfen in keinem Fall bestraft werden, es sei denn, sie haben ihrerseits Kriegsverbrechen begangen.

Diese Kämpfer müssen, anders als vielfach angenommen wird, nicht einmal zwingend eine Uniform tragen. War es in der Eile des ersten Angriffs nicht möglich, Uniformen an alle Kämpfer zu verteilen, fallen sogar nicht-Uniformierte unter Umständen unter das Kriegsrecht und gelten als Soldaten.

Söldner genießen diesen Status ausdrücklich nicht! Wer ist ein Söldner? – Ein Kämpfer, der für seinen Dienst an der Waffe bezahlt wird; nicht zu verwechseln mit dem Sold, den reguläre Soldaten erhalten. Ein Söldner kämpft allein wegen des Geldes. Daher kann er nach den Gesetzen des jeweiligen Landes, das ihn festgesetzt hat oder in dem er festgesetzt wurde, wie ein gewöhnlicher Verbrecher behandelt und unter Umständen als Mörder zum Tode verurteilt werden.

Das Gericht kann sich dabei nicht auf ein sogenanntes ›Söldnerverbot‹ berufen. Das Kriegsrecht kennt kein solches Verbot. Allerdings verbieten einige Länder, wie zum Beispiel die Schweiz, ihren Bürgern, als Söldner für fremde Herrscher zu dienen. Da zumindest Großbritannien ein solches Verbot nicht kennt, ist dieser Passus hier nicht anzuwenden. Und selbst wenn Marokko ein solches Verbot kennen und zumindest der Marokkaner gegen ein Söldnerverbot in seinem Heimatland verstoßen haben sollte, müssten er nach Marokkanischem Recht verurteilt werden – nachdem er zuvor ausgeliefert wurde.

Der Fall der drei Ausländer ist juristisch daher eindeutig, es sei denn der russischen Seite gelingt es, zu beweisen, dass sie Geld erhielten und nur wegen des Geldes kämpften. Bisher fehlt dieser Beleg. Und nur weil ein Gericht russischer Separatisten oder der Kreml die Angeklagten als Söldner bezeichnet, ist noch niemand Söldner.

Daher steht viel eher die Frage im Raum, worum es bei diesen Urteilen durch die russischen Separatisten eigentlich geht? – Sicherlich nicht um die Wiederherstellung eines Zustands vor den Kämpfen.

Nein, bei diesem potentiellen Mord geht es um eine Machtdemonstration. Russland möchte deutlich machen, wie es denen ergeht, die es wagen, die Ukraine bei ihrem Kampf um ihre Freiheit zu unterstützen und überhaupt, wie es jedem ergeht, der sich gegen russische Angriffe wehrt.

Ganz nebenbei rächt sich Moskau auch für die schmachvollen ersten drei Monate dieses Krieges, der die russischen Verbände und ihre Führung mehr als einmal blamierte – gerade in Mariupol. Auch mit einer vielfachen Überlegenheit gelang es nicht, die Kämpfer, die sich am Ende ergaben, zu überwältigen. Jetzt ist Rache an ihnen angesagt.

Dieser Fall macht deutlich, mit wem es die Ukraine seit Beginn der Kämpfe in der Ostukraine bei den Separatisten zu tun hatte: Mit Gruppen von Kämpfern, die sich weder ums Kriegsrecht scheren noch um überhaupt irgendein ein Recht. Sie selber sind es, die sich allerspätestens mit diesem Urteil diskreditieren. Nur kann ihnen in Russland herzlich wenig passieren. Die russischen Machthaber dulden das Vorgehen der Separatisten. Und da sie ohne die Zustimmung Putins nichts unternehmen, sitzen sie Verantwortlichen in Moskau.

Eine andere Kategorie sind die Lakaien Putins, die sich im Internet mit hämischen Kommentaren verbreiten, obwohl sie sich noch vor kurzem über angebliche Kriegsverbrechen in den beiden ukrainischen Ostprovinzen echauffierten. Einige von ihnen, die sogenannte Trolle, verdienen mit ihren Beiträgen Geld. Bei ihnen handelt es sich also um eine Kategorie von gedungenen Schreibern, die Propaganda für die Gegenseite nur betreiben, um sich ein Zubrot zu verdienen. Schreibsöldner wäre ein passender Name für sie, denn Söldner sind sie. Und es wäre zu fragen, ob der Artikel 5, das Recht auf Meinungsfreiheit, für sie überhaupt gilt.

Ergänzung:

In § 47 des Zusatzprotokolls zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte heißt es:

§ 47

1. Ein Söldner hat keinen Anspruch auf den Status eines Kombattanten oder eines Kriegsgefangenen.

2. Als Söldner gilt,

a) wer im Inland oder Ausland zu dem besonderen Zweck angeworben ist, in einem bewaffneten Konflikt zu kämpfen,

b) wer tatsächlich unmittelbar an Feindseligkeiten teilnimmt,

c) wer an Feindseligkeiten vor allem aus Streben nach persönlichem Gewinn teilnimmt und wer von oder im Namen einer am Konflikt beteiligten Partei tatsächlich die Zusage einer materiellen Vergütung erhalten hat, die wesentlich höher ist als die den Kombattanten der Streitkräfte dieser Partei in vergleichbarem Rang und mit ähnlichen Aufgaben zugesagte oder gezahlte Vergütung,

d) wer weder Staatsangehöriger einer am Konflikt beteiligten Partei ist noch in einem von einer am Konflikt beteiligten Partei kontrollierten Gebiet ansässig ist,

e) wer nicht Angehöriger der Streitkräfte einer am Konflikt beteiligten Partei ist und

f) wer nicht von einem nicht am Konflikt beteiligten Staat in amtlichem Auftrag als Angehöriger seiner Streitkräfte entsandt worden ist.

Bei den in Mariupol gefangengenommenen drei Personen handelt es sich damit offenbar nicht um Söldner. Alle Kämpfer wurden von der Regierung in Kiew als Angehörige der Ukrainischen Streitkräfte anerkannt und erfüllen damit § 47, e). [Das ursprüngliche f) war ein offensichtlicher Tippfehler. WH]

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Mordslust Mordlust

@ Deutscher Michl 17.06.2022 - 08:39

"Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Soldaten und Söldner. Auch wenn die Worte miteinander verwandt sind.
1. Ein Soldat kämpft für sein Land, seine Heimat, seine Nation, seinen Grund und Boden, seine Familie und sein Volk. Der grosse Vaterländische Krieg der UDSSR. Bei uns hiess es einmal für Volk und Führer.
2. Ein Söldner kämpft oder mordet für Geld für eine andere Nation in deren Diensten.
Was also sind die niedrigeren Beweggründe?"



Vielleicht haben SöldnerInnen die niedrigeren Beweggründe.

Vom Kriegsvölkerrecht einmal abgesehen haben für mich aber diejenigen die niedrigsten Beweggründe, die sich aus reiner Mordlust und aus Menschenhass und nicht wegen irgendwelchen Geldes, das sie dafür bekommen, in Kriegsgebiete begeben, um dort Menschen umbringen und ihre Mordlust befriedigen zu können.

Die zwei Briten und der Marokkaner scheinen mir solche Kandidaten zu sein.

Gravatar: Deutscher Michl

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Soldaten und Söldner. Auch wenn die Worte miteinander verwandt sind.
1. Ein Soldat kämpft für sein Land, seine Heimat, seine Nation, seinen Grund und Boden, seine Familie und sein Volk. Der grosse Vaterländische Krieg der UDSSR. Bei uns hiess es einmal für Volk und Führer.
2. Ein Söldner kämpft oder mordet für Geld für eine andere Nation in deren Diensten.
Was also sind die niedrigeren Beweggründe?

Gravatar: Felix Mendury

Was in 1940 und 1945 veranstaltet wurde, wurde nicht von "den Russen" begangen, sondern von "den Kommunisten". So viel sollte eigentlich jeder verstanden haben. Kommunisten, Sozialisten, Marxisten und andere Faschisten tun immer das selbe, sobald sie dazu die Möglichkeit haben; egal, in welcher Nation ihre kranke Ideologie gerade grassiert und welches Volk gerade die Geisel der Despoten gibt. Gerade als Deutscher sollte man das eigentlich begriffen haben.

Gravatar: Alter Schaukelstuhl

Welcher Menschenschlag geht zum Kämpfen / Töten in diese Regionen.
Sie verteidigen nicht ihr Volk/ ihre Familie oder ihre Heimat. All das haben sie nicht - sie beglücken sich mit Blutsold und sie dürfen töten.
Zum Beispiel, wie bekannt, Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Afrika, Ukraine u.v.m..
Wieso beauftragen Regierungen private Söldner (siehe z.B. Black Water) um sie zum Kämpfen / Töten einzusetzen?
W E I L sie nicht den Regularien unterworfen sind, sowie, die Regierung es nicht zu verantworten hat.
Black Water ist wohl umbenannt, aber weiter im Ami- Einsatz.
Bin sicher und es existieren Infos darüber, in der Ukraine sind GB- und Ami-Gurillias 1000fach im Einsatz.
Ich habe 1965 gelernt: Spähtrupp ohne Uniform, mit falscher Uniform ist nicht durch das Soldaten-Schutzabkommen gedeckt und man wird als Krimineller, Saboteur, Partisan oder Terrorist "entfernt".
Kein Pardon diesen Elementen!

Gravatar: Sandra Dürre

Sehr geehrter Hr. Hebold,

was schreiben Sie da? Gibst es zwei verschiedene Völkerrechte? Was hat Russland damit zu tun. Die Verurteilung erfolge von zwei neuen völkerechtskonformen 'Staaten'!

Was machen britische Armeeangehörige (Nato) in diesem Krieg? Oder waren es doch Freischerler, dann sind die Urteile rechtens. Was nun?

So sieht Hass und Geifer aus. Nichts aus der Geschichte gelernt. Das wird noch einmal unser Untergang. Hören Sie auf, ganz D in so einen Schlamassel zu ziehen. Wenn Sie etwas machen wollen, gehen Sie in die Ukraine und kämpfen da.

Gravatar: Karl Martell

1) Ich bin der Karl aus einem früheren Disput, deshalb jetzt Karl Martell.
2)Kriege bringen ja manchmal erstaunliches zutage. Da sind wir erzogen worden in dem Bewu0tsein, Deutschland/Hitler hätten den 2. Weltkrieg allein ausgelöst. Jetzt "beschließt" das Europaparlament , es seine Hitler und Stalin gewesen. Mit dieser Aussage wäre man früher bei uns erledigt gewesen. Aber immerhin: ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die "russischen" Kriegsverbrechen durften früher nicht thematisiert werden.Gut, daß auch das geändert wird. Fehlen dann noch die Kriegsverbrechen der Tschechen, Polen und Jugoslawen im Osten und der Amerikaner (Rheinwiesen z.B), Engländer, Franzosen etc. im Westen. Das ist aber immer noch Tabu! Nun zu den russischen Kriegsverbrechen: das hätte Ihnen, Herr Hebold nun gar nicht passieren dürfen, es waren nämlich sowjetische Kriegsverbrechen. Der große Führer Stalin war Georgier und in den Führungsriegen der Sowjetunion waren auch Ukrainer, Armenier , Kirgisen und andere. Und Ukrainer waren auch nicht wenige in der Sowjetarmee. Sicher, die Russen waren die Mehrheit in allen Zusammenhängen, aber die Verbrechen waren sowjetische und nicht explizit russische. Das sollte einem Historiker nicht unterlaufen.

Gravatar: Nick vR

Söldner genießen bei ihren Einsätzen keinen rechtlichen Schutz. Das Völkerrecht kennt wenig spezielle Regeln für Söldner und private Militärfirmen.

Söldner werden völkerrechtlich definiert als Personen, die nicht in die Hierarchie staatlicher Streitkräfte eingegliedert sind und nur aus kommerziellem Interesse an einem Krieg teilnehmen.

Völkerrechtlich genießen sie dabei keinen Schutz, das heißt, sie können als Söldner nicht legal an einem bewaffneten Konflikt teilnehmen. Wenn sie Gegner töten oder verletzen, machen sie sich deshalb strafbar.

Dies sieht das erste Zusatzprotokoll von 1977 zur Genfer Konvention über das Kriegsvölkerrecht vor. Auch den völkerrechtlichen Schutz als Kriegsgefangene können Söldner nicht erhalten

Ihnen steht im Falle einer Festnahme nur der allgemeine Mindeststandard zu: das Recht auf eine menschliche Behandlung und eine Gerichtsverhandlung.

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werte Kommentatoren,

um die Diskussion nicht ausufern zu lassen, habe ich Artikel 47 des Zusatzprotokoll zum Genfer Abkommen angefügt. Damit sollte klar sein, dass es sich bei den drei zum Tode verurteilten Kämpfern nicht um Söldner, sondern um Personen handelt, die im Auftrag der Regierung in Kiew gehandelt haben und daher durch Art 47, f geschützt sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Cantacuzene

Die Aufklärung von Kriegsverbrechen, die es auf allen Seiten eines bewaffneten Konfliktes gibt, ist eine gute Sache. Insoweit ist das Vorgehen der VR Donezk nicht zu kritisieren. Da es sich bei zwei Briten und einem Marokkaner evident um keine regulären ukrainischen Soldaten handelt, scheidet die Anwendung des Kriegsrechtes aus. Somit sind sie wie Partisanen zu behandeln und könnten ansich im Wege der völkerrechtlichen Repressalie standrechtlich erschossen werden. Daß die VR Donezk den Aufwand eines Gerichtsverfahrens auf sich nimmt, spricht ebenfalls für den ehrlicher Willen der Donezker, die vorgeworfenen Kriegsverbrechen aufzuklären. Es ist allerdings überhaupt fraglich, ob das Kriegsrecht bei dieser Militäroperation, in die mehrere politische Akteure verstrickt sind, Anwendung findet. Ich gehe davon aus, daß die Mehrheit der Kriegsgefangenen der Beteiligten schließlich ausgetauscht werden, wobei ausländische Söldner natürlich das Pech haben könnten, von der Ukraine nicht zurückgenommen zu werden.

Gravatar: Angermann

Sehr geehrter Herr Hebold, leider muss ich Sie (wiederum einmal) korrigieren.

Die Verurteilung dieser drei Söldner widerspricht keinesfalls dem Kriegsrecht, ganz im Gegenteil, Das Kriegsrecht gilt nur für reguläre Soldaten. Dies sind diese drei nun gerade nicht! Nach geltendem Recht hätten sie sogar sofort nach Gefangennahme und Identitätsfeststellung standrechtlich erschossen werden dürfen, denn sie sind Terroristen gleichgestellt.

Über die Todesstrafe kann man geteilter Meinung sein, ich persönlich lehne sie ab. Jedoch andere Länder, andere Sitten. Wer regt sich schon über die Todesstrafe für Rauschgiftschmuggler auf den Philippinen auf?

Andererseits hatte Putin in einer seiner Presseveröffentlichungen ausdrücklich gewarnt, was Söldnern passiert, wenn sie erwischt werden! War das der Grund für das lange Zögern der in Asowstal eingeschlossenen Soldaten/Söldner? Wohl auch.

Aber so ist der Westen, er hört nicht zu, ignoriert das Gehörte und handelt gegensätzlich. Und wenn es dann schiefgeht, ist das Geschrei groß!

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werte Kommentatoren,

der Übersichtlichkeit wegen habe ich meine Antworten zusammengefasst, da sich die Argumente in den Kommentaren teilweise überschneiden. Auf die argumentationslosen Anfeindungen gehe ich wie gewohnt nicht ein.

Im Einzelnen:

Die Existenz oder Anerkennung der abtrünnigen Volks-Republiken spielt für den Sachverhalt, Verletzung des Kriegsrechts, keine Rolle. Es sei denn, die Vertreter der Volks-Republiken hätten ausdrücklich erklärt, sich nicht an das Völkerrecht zu halten. Mir ist eine solche Erklärung nicht bekannt. Nun könnte man mir vorwerfen, ich spräche von Russland, wo ich von den beiden Volks-Republiken reden müsste. Da sich die beiden Republiken aber als Teil Russlands verstehen und den Anschluss an Russland planen, ist meine Redeweise durchaus passend.

Die Hinweise auf das Recht zur Selbstverteidigung sind gegenstandslos. Denn natürlich erlaubt das Recht auf Selbstverteidigung keine Verletzung des Kriegsrechts nach Ende der Kampfhandlungen. Zur Erinnerung: Es handelt sich um Gefangene.

Dasselbe gilt für alle anderen Hinweise auf wirkliche oder angebliche Kriegsverbrechen der Gegenseite oder gar der USA. In keinem Fall lassen sich dadurch eigene Kriegsverbrechen rechtfertigen. Das sollte jemand, der suggeriert, Jurist zu sein, eigentlich wissen. Es handelt sich um reine Stammtischrhetorik.

Eine sicher spannende und sinnvolle Diskussion über die generelle Möglichkeit eines Kriegsrechts sprengt diesen Rahmen. Entschuldigen Sie also, wenn ich darauf nicht weiter eingehe.

Dass die Staatsangehörigkeit keine Rolle für den Status eines Kombattanten spielt, lässt sich in der einschlägigen Literatur leicht nachlesen.

Damit bleibt als einziger Einwand, dass die Angeklagten gestanden hätten, *nur* für Geld gekämpft zu haben. Das wäre mir neu und der Kommenator gibt auch keine Quelle für seine Behauptung, es gäbe ein solches Geständnis an, sondern begnügt sich mit einem süffisanten Hinweis, ich solle besser recherchieren. Im übrigen würde ich auf ein Geständnis vor einem russischen Gericht wenig geben. Aber wer an Putin glaubt, glaubt sicher auch an den russischen Rechtsstaat.

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Hebold

Gravatar: fishman

Was soll diese hin und her Rechnerei und das Fingerzeigen auf die Nichteinhaltung von Kriegsrecht? Eigentlich schon ein widersprüchlicher, irreführender Begriff. Es kann kein natürliches Kriegsrecht geben und es gab es noch nie! Was ist Recht z.B. daran, einen unterlegenen Soldaten im Kampf ein Bajonett in den Leib zu jagen. Alles ist im Krieg nicht mehr menschlich oder gerade doch! Es als Rechtssache zu betrachten...... Das heißt nicht, daß man die Menschlichkeit im Kampfe nicht außer Acht lassen soll und alles dafür unternehmen muss, daß sie nicht verlorengeht. Aber als Außenstehender während der anhaltenden Kampfhandlungen, wo jeder doch weiß, daß die Wahrheit im Kriege zuerst stirbt, über die militärische Beteiligten mit historischen Vergleichen zu urteilen, halte ich zumindest für fragwürdig. Zum jetzigen Zeitpunkt wären die Parteien besser beraten mit klugen Ratschlägen , diesen Krieg schnellstens zu beenden. Die Kampfhandlungen könnten sofort mit einer Kapitulation oder einem Waffenstillstandsangebot der Ukraine beendet werden. Im Moment wird die Illusion vom Westen geschürt, man könne hoffen, daß die Russen durch die militärische Stärkung der Ukraine zum Aufgeben ihres Kampfes gezwungen werden könnten. Für die Ukraine ist der Krieg nicht zu gewinnen. Die angeblichen Hilfen mit Waffen werden nur zu einer Verlängerung des Krieges mit Chance auf dessen Ausweitung beitragen bei Inkaufnahme zusätzlicher Toter und Verwundeter Soldaten, Zivilisten Frauen und Kinder. Das ist Unverantwortlich! Wenn der Westen Stärke und Geschlossenheit demonstrieren will, kann er es nach dem Waffenstillstand der Parteien immer noch tun oder gerade dann. Die Ukraine wäre so nicht verloren, Russland muss dann sagen was es vom Westen und der Ukraine verlangt, und der Westen muss! dieses Mal zuhören und ernsthaft verhandeln. Das dabei erneut die berechtigten russischen Interessen berücksichtigt werden müssen, daran führt kein Weg vorbei. Und um diese ging es von Anfang an! Die USA haben ebensolche Interessen und diese sind international bekannt und werden respektiert. Und hätte man diese vor der Auseinandersetzung berücksichtigt, wäre es nicht zum Krieg gekommen.

Gravatar: Hans-Peter Klein

Ich sage nur : Guantanamo.
Ich sage nur: Julien Assange.
Ich sage nur: Drohnenmorde.

Ich frage nur: Was wirft Russland den 3 Ausländren konkret vor, um sie zum Tode zu verurteilen?

MfG, HPK























































































































MfG, HPK

Gravatar: Karl

Alle drei wurden für schuldig befunden, als Söldner an einem Versuch der gewaltsamen Machtübernahme in der Volksrepublik Donezk teilgenommen zu haben. Außerdem wurden sie beschuldigt, eine Ausbildung absolviert zu haben, um terroristische Anschläge und Sabotageakte auf dem Gebiet des im Februar von Russland offiziell anerkannten Staates durchzuführen. Pinner und Brahim gestanden ihre Schuld im erstgenannten Punkt.
einfach mal das Geständnis ignorieren und die gegebene Situation so hinstellen wie sie ihnen gefällt Herr Hebold??
und die Frage des Schreibsöldners stellt sich auch mir,,
ich jedenfalls bin keiner !!

Gravatar: Karl

>>> Der Fall der drei Ausländer ist juristisch daher eindeutig, es sei denn der russischen Seite gelingt es, zu beweisen, dass sie Geld erhielten und nur wegen des Geldes kämpften. <<<
Die Angeklagten hatten zu Beginn des Prozesses am 7. Juni jeweils ein Teilgeständnis abgelegt, Ihre Beteiligung an den Kämpfen im Auftrag der Ukraine und den Erhalt von Sold hierfür haben sie jedoch eingeräumt.
Einfach mal besser recherchieren Herr Hebold !!
Ein bezahlter Söldner ist was es ist: EIN SÖLDNER !!
und wenn ere das in einem Geständnis zugibt, sehe ich keinen verstoss irgendeinem Kriegsrechts !!

Gravatar: Aventinus

Von einem Staat, der einen vökerrechtswidrigen Krieg führt, zu verlangen, dass er sich in diesem Krieg an das Völkerrecht hält, ist völlig unsinnig. Diese Verurteilung ist selbstverständlich eine Farce. Sie dient lediglich der Propaganda, der Abschreckung weiterer ausländischer Kämpfer und dem Ziel, die Länder, deren Staatsangehörige diese Soldaten sind, unter Druck zu setzen. Deshalb ist es auch - Gott sei Dank - recht unwahrscheinlich, dass das Todesurteil an den dreien vollstreckt wird.

Gravatar: Lutz

Die Angeklagten wurden nicht von einem russischen sondern von einem Gericht der Volksrepublik Donezk verurteilt.

Diese existiert nunmal, auch wenn es dem kriegsgeilen Wertewesten von Sleepy Joe bis Holefleisch nicht paßt.

Gravatar: Hajo

Das ist nur eine Frage der Staatsangehörigkeit und wenn die Betroffenen eingeheiratet haben und dabei noch einen Paß ihres Heimatlandes besitzen, kann man sie als Söldner betrachten, mal ganz von dem abgesehen, daß ein Bürger seine Bürgerrechte sofort in der Heimat verliert, wenn er ohne Regierungs-Auftrag sich an fremden Kriegen beteiligt, was die meisten garnicht wissen.

Da gibt es seit Jahren gute Beispiele in der Türkei, wo Doppelpäßler als die ihrigen angesehen werden und bei Vergehen in ihrem Heimatland verhaftet werden können, was nun auch in der Ukraine stattfindet und das ist der Nachteil, wenn man zwei Pässe hat und was ausgefressen hat, wo man sich dann am besten nicht mehr sehen läßt.

Nun mag es ja gut klingen, wenn man sich für die angeblich gute Sache einsetzt, aber so einfach ist es nicht, wenn man sich nur auf das Völkerrecht beziehen will, das ausschließlich auf Verteidigung eigener Bürger
im Falle eines Angriffes gerichtet ist, nicht aber bei Fremden und das sind sie, solange sie nicht ihre frühere Staatsangehörigkeit ablegen und nur noch den Unterlagen nach Ukrainer sind.

Da Kriege noch nie ein Räuber -und Gendarm-Spiel darstellten, muß jeder Fremde, der seine Dienstleistung anbietet mit ganz anderen Strafen rechnen, als der Staatsangehörige von Haus aus und deshalb kann man sich es nicht schön reden, denn wer dort hinein geht, muß auch mit den Konsequenzen fertig werden und mit Recht werden sie als Kollaborateure betrachtet und die wiederrum können auch anders behandelt werden, als gemeinhin der normale Soldat, der ja eingezogen wird und somit durch Verfügung der Regierung zu militärischen Handlungen gezwungen wird.

Was wir derzeit betreiben ist ein Ritt auf der Rasierklinge und es gibt in der Duma genügend Falken, die schon ganz andere Maßnahmen fordern und dann Putin vergleichsweise fast ein Heiliger wäre, denn bei den Russen kommen alte Gefühle wieder hoch und der Verdruß, sich durch ihren Rückzug selbst beschädigt zu haben und das sollte man bei allen Überlegungen nicht ganz vergessen, denn wir sind in Europa, sprich, Berlin, Warschau, London und Paris die ersten die ins Gras beißen und niemand soll glauben, daß sie in dieser Auseinandersetzung mit der Ukraine die russische Seele spalten können, das ist eine Fehlannahme die uns noch Kopf und Kragen kosten könnte.

Bei uns wird in allen Überlegungen völlig übersehen, wen wir vor uns haben, nämlich die größte Atommacht der Welt und wer noch gesund über den Winter kommen will, sollte eine vernünftige Übereinkunft treffen, damit man das schlimmste verhüten kann und das Band ist ehedem zerissen, die glauben uns kein Wort mehr und der neue eiserne Vorhang ist gefallen, da passiert die nächsten 50 Jahre nichts mehr, sofern wir es überleben, weil wir dumm genug sind uns vor den US-Karren spannen zu lassen, der nichts bringt außer weiterem Ungemach.

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