„Synodalität“ ist für deutschen Progressismus gleich Nationalkirche

Papst Franziskus hat in seiner viel beachteten Ansprache vom Samstag (17. Oktober) betont, er wolle den „synodalen Weg für die Kirche“ vorantreiben.

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Das bedeutet eine verstärkte Beteiligung der Ortsbischöfe an den Entscheidungen der Weltkirche und gleichzeitig eine Dezentralisierung der Kirchenleitung. 


Leider werden diese päpstlichen Aussagen in Deutschland von vielen dafür als Vorwand genommen werden, was vielerorts schon längst vollzogen ist: Ein großes Spektrum des deutschen Katholizismus fühlt sich schon jetzt von Rom unabhängig und meint, Entscheidungen treffen zu können, die weder von Rom noch von der Weltkirche akzeptiert werden.


Ein Beispiel war die Vergabe von Beratungsscheinen durch katholische Beratungsstellen im Rahmen der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung. Diese Scheine hatten (und haben immer noch) den einzigen Zweck, eine straffreie Abtreibung zu ermöglichen.


Die deutschen Laienverbände – allen voran das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken" – bestanden darauf, dass die Deutschen alleine entscheiden sollten. Sie wollten schlichtweg nicht kapieren, dass in dieser Problematik auch Glaube und Moral involviert waren und deshalb die katholische Kirche in Deutschland keine Position einnehmen konnte, die dem katholischen Glauben und der katholischen Lehre widerspricht.


Bekannterweise stiegen die deutschen Bischöfe aus dem staatlichen Beratungssystem erst aus, nachdem Papst Johannes Paul II. intervenieren musste.


Doch die Einstellung hat sich nicht verändert: Das ZdK will nun die Beratungsstelle „Donum Vitae“ rehabilitieren, obwohl diese den Beratungsschein ausstellt. So etwas nennt man Starrsinn.


Der Blick auf die hiesige Theologie lässt auch Schlimmstes befürchten, sollte die „Synodalität“ entsprechend der deutschen Lesart interpretiert werden.



Schon heute gibt es eine Schar von deutschen Theologen, die sich nicht an das katholische Lehramt gebunden fühlen. 



Die Interventionen der deutschen Delegation (Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode) bei der Familiensynode zeigen, dass inzwischen selbst hohe deutsche Prälaten das Lehramt nicht für verpflichtend halten.


Eine „deutsche“ Interpretation des „synodalen Weges“ würde deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur zu einer deutschen Nationalkirche, sondern insgesamt zu einer Kirche führen, die sich nicht dem Heiligen Geist unterwirft, sondern dem Zeitgeist. 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas Rießler

Was soll dieses ewige Gejammere über die deutsche Delegation? Sie als kleiner Basis-Katholik wollen selbst festlegen, was Sie als katholisch ansehen und geben sich damit päpstlicher als der Papst. Ihr Guru hat keine Berührungsängste mit seinen deutschen Delegaten-Brüdern. Die verstehen sich prächtig und herzen sich bei jeder Gelegenheit. Die Widersprüche zwischen den deutschen Klerikern und Rom, die Sie hier konstruieren, sind nicht real. Und überhaupt: Was hat der Papst mit dem christlichen Glauben zu tun? Ungefähr so viel wie Merkel mit Demokratie.

Gravatar: Joachim Datko

Es gibt keine heiligen Geister!

Zitat: "[...] nicht nur zu einer deutschen Nationalkirche, sondern insgesamt zu einer Kirche führen, die sich nicht dem Heiligen Geist unterwirft, sondern dem Zeitgeist."

Es gibt weder Götter noch Geister!

Gravatar: ewald

an welchen hirten soll ich - ein einfaches deutsches - schaf mich nun halten ? .an den oberhirten in rom,dem romtreuen hirten hanke,ostler oder dem deutsch-nationalen hirten marx
oder dem oberstem schaf vertreter zdk. ??

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