Satire von Machthabern nennt man Zynismus

»Vernichtsungsreflex« titelte gestern die Frankfurter Allgemeine und der Leser erwartet einen Bericht über neue Massenmorde in Syrien oder irgendwo im Iran. Weit gefehlt. Der Artikel beschäftigt sich mit Geschehnissen im nahen Berlin und es geht allein um eine Satire des ZDF. Des ZDF ? - Nun, das weiß der Sender selbst nicht genau.

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Was ist geschehen ? Worüber lohnt es, aufgeregt unter diesem bedeutungsschwangeren Titel deutschlandweit zu schreiben ? - Ein Filmteam hat in Berlin-Lichtenberg gedreht. Jedenfalls sagen sie, sie wären ein Filmteam. Ein Stand der AfD wurde von ihnen errichtet; erkennbar als Rechte erkennbar gekleidete Männern huschten durchs Bild; ein Neger trat auf und wurde gejagt; es ging wild durcheinander. Kurze Zeit nach Drehbeginn waren die ersten Anwohner gleichfalls vor Ort. Sie witterten Arges. Wurde hier womöglich ein Stand der AfD nachgebaut, um die Partei mit nachgestellten Szenen zu diskreditieren ? Das wäre ja durchaus nichts neues. Ein Anruf bei verschiedenen Sendern konnte keine Aufklärung bringen. Vom ZDF, um Auskunft gebeten, hieß es, von ihnen würde niemand Filmaufnahmen in Lichtenberg machen.

Einen Tag später reagierte die AfD in Berlin. Sie zeigte sich entsetzt über den Versuch, mit einem nachgebauten Infostand die Stimmung gegen die AfD noch zu verschärfen. Anschläge gegen Parteimitglieder sind in Berlin nicht eben selten; Anschläge gegen Veranstaltungsorte der AfD zählt die links-grünen Szene zu ihren Erfolgen. Die anderen Parteien machen nichts bis gar nichts dagegen. Sie profitieren vom Auschluss der AfD aus der Öffentlichkeit.

Noch einen Tag später haben die Machthaber bei den Staatsmedien erkannt, dass auf den Vorfall reagiert werden muss. Denn die Stimmung droht seit Wochen zu kippen. Man beschließt, eine Erklärung für die Filmaufnahmen zu finden. Die ist einfach und klingt nach dem ersten Hören wie ein Witz: Im Auftrag des ZDF wurde eine Satire gedreht.

Jetzt hat das Märchen von der Satire Frankfurt erreicht. Jetzt wirft man in der FAZ der AfD vor, keinen Spaß zu verstehen. Denn als solcher sei eine Satire doch immer gemeint.

Man könnte der FAZ die logischen Unstimmigkeiten vorweisen. Heißt es zunächst noch, mehrere Anwohner hätten den Stand für einen fake-Stand gehalten, heißt es kurz darauf, der Stand wäre für jeden als Filmset zu erkennen gewesen. Wer ist hier blöder? - Die wachen Bürger oder der Schreiberling, der seine eigenen Zeilen nicht kennt.

Tiefgreifender aber ist: Offenbar weiß man in der FAZ nicht mehr, was politische Satire denn ist: Sie ist immer nur ein Mittel der Opposition sich über die Mächtigen lustig und auf diesem Weg Kritik an den Machthabern möglich zu machen. Es gibt keine Satire von Mächtigen, auch nicht den schwarzen Kanal. Der war Satire von Machthabern am mächtigen Gegner. Aber Satire des Neuen Deutschland über die Bürgerbewegung wäre wie eine Satire über Juden im Stürmer gewesen: Nackter, brutaler Zynismus.

Und genau in diese Kategorie gehörte diese Satire, wenn es denn je eine war. Sie ist Zynismus im Stile des Stürmers: Das Ziel ist eine Gruppe, die eine Minderheit bildet. Sie zieht den Hass der zahlenmäßigen Mehrheit auf sich. Ihre Mitglieder werden nach Möglichkeit sozial und politisch geächtet. 

Zur Satire wird der Fall erst, wenn sich die Filmemacher unter Hinweis auf jüdische Opfer zu Opfern aufspielen, indem sie behaupten, der nach ihrer Meinung jüdisch klingende Name eines der beiden Filmemacher habe bei der AfD antisemitische Gefühle geweckt. Dieser Filmemacher fasst sich besser an die eigene Nase statt zu schreiben: „Und spätestens wenn Juden im Spiel sind greift bei Teilen der AfD-Klientel der alte Vernichtungs-Reflex. Die Morddrohung aus dem Antisemitismus-Baukasten ging am 16.September ein“.

Ich kenne keinen Antisemitismusbaukasten, ich weiß auch nicht viel von jüdisch klingenden Namen; das ist offenbar das Fachgebiet dieser Filmcrew. Aber Morddrohungen gegen Mitglieder der AfD sind mir bekannt. Nur berichtet die FAZ nicht davon und die Filmcrew schon gar nicht. Sie greifen erst ein, wenn die Interessen und Methoden der Machthaber in Rundfunkanstalten und Mediengruppen kritisiert worden sind. Denn das sind ihre Interessen: Ihre Macht zu erhalten.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: sigmund westerwick

Es wird immer bunter

ok, gehen wir also mal von Satire aus, wenn ich auch die zeitlichen Zusammenhänge nicht verstehe. Festzustehen scheint, dass der Regierungssender zum Erhalt der Macht eine Satire über die Afd drehen wollte, diese hat wiederum zu Drehzeitpunkt nichts von der Satire gewusst, selbst Schuld.
Im Wissen um seinen angeblichen jüdisch klingenden Namen und in der Vorahnung, dass die AfD daher aus ihrem Antisemitismusbaukasten eine Morddrohung aussprechend würde, scheint der Satirebeitrag aus Sicht der Filmschaffenden daher berechtigt zu sein.

Ich habe nicht den Eindruck, irgendetwas verstanden zu haben, bin mir aber sicher, dass es besser gewesen wäre, wenn die Filmschaffenden der Qualitätsmedien an den betreffenden Tag einfach im Bett geblieben wären,
eine Menge nutzlosen Zeug wäre nicht geschrieben worden, und es hätte auch noch Rundfunkgebühren gekostet.
Manchmal ist wenig eben mehr.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Aber Morddrohungen gegen Mitglieder der AfD sind mir bekannt. Nur berichtet die FAZ nicht davon und die Filmcrew schon gar nicht. Sie greifen erst ein, wenn die Interessen und Methoden der Machthaber in Rundfunkanstalten und Mediengruppen kritisiert worden sind. Denn das sind ihre Interessen: Ihre Macht zu erhalten.“ ...

Und ihre Macht ist – gedankt sei der AfD – in höchster Gefahr!!!

Auch weil - natürlich ´nicht` über den deutschen Mainstream - nun bekannt wurde, dass das deutsche Gesundheitssystem bei 56 testenswerten Staaten inzwischen auf Platz 45 zurückfiel?

Belegte unser Heimatland in Präe-Merkel-Zeiten nicht auch dies bzgl. noch mit weitem Abstand Platz 1?

Wen wundert es da, dass 3/4 der Deutschen unzufrieden mit der vermerkelten Bundesregierung sind?https://www.br.de/nachricht/drei-viertel-der-deutschen-unzufrieden-mit-der-bundesregierung-100.html

Ist es nicht auch deshalb allerhöchste Zeit, dass die AfD das Ruder übernimmt???

Gravatar: Karli

Mir ist die Film-Crew auch aufgefallen, denn sie trugen alle weiße Helme auf ihren Köpfen. Komisch?!

Gravatar: karlheinz gampe

Der Rotfunk, die Merkelsystemsender fürchten um ihre Pfründe (Jobs), wenn die AfD den Rotfunkzwangsbeitrag wieder abschafft. Dieser roten Merkel Klientel ist jedes Mittel recht selbst die Fälschung von Videos (siehe Chemnitz)

Gravatar: Andreas Berlin

Gehörten zu dieser angeblichen Satire nicht auch Aufnahmen, in denen ein ***** gejagt wird? Das wäre niemals als offizieller GEZ-Lacher in irgend einem Skript genehmigt worden. Ich vermute mal, hier sollte für Herrn Maaßen bzw. seinen Nachfolger noch ein paar Chemnitz-Videos als Beweismittel erstellt werden. Nur gut, dass ein paar Aufmerksame Bürger die AfD informiert haben!
Die Argumentation heute, die könnte direkt aus dem Neuen Deutschland der damaligen DDR-Machthaber stammen. Die haben sich auch immer die abenteuerlichsten Begründungen ausgedacht. Damals wie heute fragt man sich dann: für wie doof halten die uns eigentlich?

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