Juncker: Wenn Lüge zur Methode wird

Eine der perfidesten Formen der Lüge ist es, nachträglich zu behaupten, etwas sei vor langem vereinbart worden, obwohl das überhaupt nicht stimmt. Damit versucht man, die Gegenseite in die üble Position eines Vertragsbrüchigen zu rücken. Im Dunkel der Vergangenheit nach Gegenbeweisen zu solchen Behauptungen zu suchen, ist ja oft schwierig. Noch schwieriger ist es zu beweisen, dass etwas Behauptetes nicht exstiert. Und außerdem kalkulieren solche Behauptungen immer mit dem schlechten historischen Gedächtnis der Öffentlichkeit. Besonderer Meister in solchen wilden Behauptungen ist der EU-Kommissionspräsident Juncker. Aber auch Russland und die Europäische Zentralbank beherrschen das miese Spiel, wie Beispiele zeigen.

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Jean-Claude Juncker sagte dieser Tage allen Ernstes in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Wer Andersfarbige oder Andersgläubige nicht aufnehmen will, kommt aus einer Vorstellungswelt, die ich nicht für kompatibel halte mit dem Ur-Auftrag der EU."

Die Erfindung eines solchen "Ur-Auftrags" ist ein infamer Trick. Damit behauptet der Luxemburger ja, dass die gegenwärtige Massenmigration von Anfang geheimer "Auftrag" der Gründer Europas gewesen sei. Er will mit dieser diffusen Behauptung vordergründig jene Staaten zu Antieuropäern stempeln, welche bei der 2015 mehrheitlich beschlossene Teilumverteilung der Flüchtlinge nicht mitmachen (was übrigens deutlich mehr als jene drei Länder tun, die Juncker jetzt vor den Europäischen Gerichtshof schleppt). Er stellt sich damit aber auch gegen die große Mehrheit der EU-Länder, die alle einen weiteren Zuzug von Nichteuropäern ablehnen.

Und vor allem zerstört er mit solchen Lügen bei noch mehr Europäern als schon bisher den Glauben an die EU. Wenn da plötzlich ein EU-Chef aus dem Nichts einen von den Bürgern, aber auch vielen Regierungen nicht gewollten "Ur-Auftrag" ziehen kann – was ist da sonst noch möglich?

Was Adenauer&Co wirklich bewegte

Das Gegenteil dieser ungeheuerlichen Lüge ist wahr. Weder bei der Gründung der ersten europäischen Gemeinschaften noch dann später bei deren Weiterentwicklung zum Binnenmarkt oder irgendwann dazwischen war auch nur im Entferntesten die Rede von der Aufnahme nichteuropäischer Massen.

Es findet sich keine Zeile dazu in den Verträgen. Und Konrad Adenauer&Co würden vor Zorn im Grab explodieren, könnten sie erfahren, dass Jahrzehnte später ein EU-Funktionär von einem "Ur-Auftrag" der Gründungsväter zur freien Zuwanderung aus der Dritten Welt nach Europa schwadroniert.

Die Gründer Europas hatten niemals auch nur im Entferntesten solche Intentionen. Damals standen ganz andere Motive im Vordergrund: Es galt, Frankreich und Deutschland wirtschaftlich durch einen gemeinsamen Markt, Freihandel, Wegfall der Binnengrenzen und gemeinsame Außenzölle dauerhaft so zu verbinden, dass es zu keinem Krieg mehr zwischen ihnen kommen wird. Und es galt als zweites Ziel, die westliche Hälfte Europas angesichts der Herausforderung durch das militärisch massiv gerüstete Osteuropa zu sichern, wirtschaftlich zu stärken und langsam zum erfolgreichen Gegenmodell zu entwickeln.

Das war sehr erfolgreich. In den 50er Jahren stand das vor dem Hintergrund der Tatsache, dass noch viele Europäer aus wirtschaftlichen Gründen nach Übersee AUSwanderten. Daher haben die Staatsführer bei der Gründung an vieles gedacht, aber sicher nicht an eine MassenEINwanderung.

Erst in den 60er Jahren gab es in Deutschland die ersten GASTarbeiter, zuerst aus Italiens Süden, und dann aus der Türkei (die damals übrigens total laizistisch war, in deren Städten Kopftücher&Co völlig undenkbar waren). Man glaubte damals noch lange, das seien ja nur Gäste, die vorübergehend bleiben, um einen Job zu haben. Aber ein Recht auf Masseneinwanderung nach Europa oder ein "Ur-Auftrag", dies zuzulassen, blieb weiterhin völlig undenkbar.

Auch dann beim großen Projekt "Binnenmarkt" in den 80er und 90er Jahren gab es zwar den Punkt "Freizügigkeit der Arbeitskräfte". Aber diese Freizügigkeit bezog sich eindeutig und ausschließlich nur auf EU-Bürger. Und nie auf Nichteuropäer.

Die EU-interne Freizügigkeit

Am Rande sei darauf hingewiesen, dass sogar diese bloß EU-interne Personenfreizügigkeit heute eines der größten Probleme Europas ist. Gäbe es sie nicht in der heutigen unbeschränkten Form, hätte Großbritannien mit Sicherheit nie den Brexit beschlossen.

Dort hat nämlich nur der Zorn vieler Bürger über die Massenzuwanderung polnischer und rumänischer Arbeitskräfte zum Brexit-Referendum geführt. Obwohl diese sehr tüchtig und keineswegs Wohlfahrts-Konsumenten sind. Obwohl (oder gerade weil?) die Briten als erste ihre Grenzen für diese Arbeitskräfte geöffnet und nicht die möglichen Übergangsfristen maximal ausgenutzt haben wie Österreich (auch in Österreich wollten damals übrigens viele eine vorzeitige Öffnung, aber Gewerkschaften und FPÖ haben das verhindert).

Ebenso hat das Nichtmitglied Schweiz Probleme mit der EU-Freizügigkeit. Diese ist aber mit der EU durch umfangreiche, auch zur Freizügigkeit verpflichtende Abkommen verbunden. Die Schweizer Bürger haben in einem Referendum aber ihre Regierung zu einem Stopp der Freizügigkeit verpflichtet – was vorerst noch unklare Konsequenzen haben wird.

Nicht nur in Hinblick auf die für ein funktionierendes Europa unverzichtbaren Vorzeigestaaten Schweiz und Großbritannien, sondern auch in Hinblick auf viele andere Probleme wäre es also klüger gewesen, wenn diese EU-interne Freizügigkeit nicht unlimitiert eingeführt worden wäre. Sie wird aber dennoch bleiben. Denn sie wird mit Sicherheit von den osteuropäischen Staaten lange mit Zähnen und Klauen verteidigt werden, zumindest solange Hunderttausende ihrer Bürger davon profitieren. Daher wird eine gute Lösung mit Briten und Schweizern extrem schwierig werden.

Aber noch einmal sei gesagt: Dieses Freizügigkeitsproblem innerhalb des Binnenmarkts hat absolut nichts zu tun mit der katastrophalen Massenzuwanderung aus der Dritten Welt, für die sich Juncker mit der lügnerischen Fiktion eines "Ur-Auftrags" so ins Zeug wirft.

Die Zwei-Prozent-Mär

Junckers freche Erfindung ähnelt auch dem Trick einer anderen europäischen Institution in ganz anderem Zusammenhang, nämlich der Zentralbank. Sie rechtfertigt ihr wahnwitziges Gelddruck- und Negativzinsen-Programm damit, dass das "Zwei-Prozent-Ziel" für die Inflation nicht erreicht sei (das in Österreich übrigens schon längst erreicht ist). Auch das ist eine mehr als kühne Wahrheitsverdrehung.

Zwar wurde bei der Euro-Einführung tatsächlich ein "Zwei-Prozent-Ziel"  festgelegt. Aber damit war immer nur gemeint, dass man eine höhere Inflation auf zwei Prozent HINUNTERdrücken müsse. Niemals ging es um den Auftrag zu einem HINAUFdrücken der Inflationsrate um jeden Preis. Das ist eine reine Erfindung der heutigen EZB zur Rechtfertigung ihrer Politik. Welche die Sparer schon um Hunderte Milliarden ihrer Altersvorsorge beraubt hat. Welche schon zur gigantischen Fehlallokation von Investitionen geführt hat. Welche schuld daran ist, dass Italien und Frankreich bis heute die dringend notwendigen – aber unbequemen – Reformen unterlassen haben.

Mit dieser trickreichen Fiktion versucht vielmehr der italienische EZB-Chef seine für die Deutschen, Niederländer und Österreicher verheerende Politik zu verteidigen, die aber in Wahrheit durch keinen Vertrag gerechtfertigt ist, sondern nur seinem Heimatland und Frankreich nützen soll. Wobei übrigens auch das nur kurzfristig funktionieren kann.

Die Nato-Verbots-Mär

Drittes Beispiel: Einer historischen Fiktion bedient sich auch gern die russische Propaganda, wenn sie behauptet, die Nato sei vertragsbrüchig gewesen, als sie ihr Gebiet nach Osten ausgeweitet hat. Einen diesbezüglichen Vertrag gab es jedoch in Wahrheit nie. Es gab lediglich zwei solche Äußerungen westlicher Politiker in Hinblick auf eine Nato-Mitgliedschaft der DDR, als zum ersten Mal vage die Möglichkeit einer deutschen Wiedervereinigung aufgetaucht ist. Aber davon steht in keinem dieser völkerrechtlichen Verträge etwas. Und nach den entscheidenden Schlussverhandlungen Kohl-Gorbatschow hat der deutsche Bundeskanzler ausdrücklich und öffentlich gesagt, dass ganz Deutschland der Nato angehören werde. Ohne Widerspruch des sowjetischen Machthabers.

Ebensowenig war in Hinblick auf die ja erst später frei werdenden osteuropäischen Staaten irgendwo eine solche Einschränkung fixiert worden. Es war vielmehr immer eindeutig, dass diese voll souverän werden. Und zur vollen Souveränität gehört als wesentlicher Bestandteil auch die Freiheit, über eine Bündniszugehörigkeit zu entscheiden. Das hat der dann regierende Jelzin auch voll zugestanden - nur die Nato hatte länger gezögert, ob sie ihre Sicherheitsgarantien so weit ausdehnen soll.

Wer auch nur die geringste Ahnung vom Völkerrecht hat, der weiß im Übrigen, dass jede Einschränkung der Souveränität eines Landes nur dann gilt, soweit sie explizit festgehalten ist. Dass solche Einschränkungen grundsätzlich immer total restriktiv zu interpretieren sind.

Es macht bestürzt, dass die Methode, historische Fakten zu erfinden, glatte "Fake News" in die Welt zu setzen, mehr denn je um sich greift. Und dass sie angesichts einer historisch ahnungslos gewordenen Medienszene immer erfolgreicher zu werden droht.

Jean-Claude Juncker sagte dieser Tage allen Ernstes in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Wer Andersfarbige oder Andersgläubige nicht aufnehmen will, kommt aus einer Vorstellungswelt, die ich nicht für kompatibel halte mit dem Ur-Auftrag der EU."

Die Erfindung eines solchen "Ur-Auftrags" ist ein infamer Trick. Damit behauptet der Luxemburger ja, dass die gegenwärtige Massenmigration von Anfang geheimer "Auftrag" der Gründer Europas gewesen sei. Er will mit dieser diffusen Behauptung vordergründig jene Staaten zu Antieuropäern stempeln, welche bei der 2015 mehrheitlich beschlossene Teilumverteilung der Flüchtlinge nicht mitmachen (was übrigens deutlich mehr als jene drei Länder tun, die Juncker jetzt vor den Europäischen Gerichtshof schleppt). Er stellt sich damit aber auch gegen die große Mehrheit der EU-Länder, die alle einen weiteren Zuzug von Nichteuropäern ablehnen.

Und vor allem zerstört er mit solchen Lügen bei noch mehr Europäern als schon bisher den Glauben an die EU. Wenn da plötzlich ein EU-Chef aus dem Nichts einen von den Bürgern, aber auch vielen Regierungen nicht gewollten "Ur-Auftrag" ziehen kann – was ist da sonst noch möglich?

Was Adenauer&Co wirklich bewegte

Das Gegenteil dieser ungeheuerlichen Lüge ist wahr. Weder bei der Gründung der ersten europäischen Gemeinschaften noch dann später bei deren Weiterentwicklung zum Binnenmarkt oder irgendwann dazwischen war auch nur im Entferntesten die Rede von der Aufnahme nichteuropäischer Massen.

Es findet sich keine Zeile dazu in den Verträgen. Und Konrad Adenauer&Co würden vor Zorn im Grab explodieren, könnten sie erfahren, dass Jahrzehnte später ein EU-Funktionär von einem "Ur-Auftrag" der Gründungsväter zur freien Zuwanderung aus der Dritten Welt nach Europa schwadroniert.

Die Gründer Europas hatten niemals auch nur im Entferntesten solche Intentionen. Damals standen ganz andere Motive im Vordergrund: Es galt, Frankreich und Deutschland wirtschaftlich durch einen gemeinsamen Markt, Freihandel, Wegfall der Binnengrenzen und gemeinsame Außenzölle dauerhaft so zu verbinden, dass es zu keinem Krieg mehr zwischen ihnen kommen wird. Und es galt als zweites Ziel, die westliche Hälfte Europas angesichts der Herausforderung durch das militärisch massiv gerüstete Osteuropa zu sichern, wirtschaftlich zu stärken und langsam zum erfolgreichen Gegenmodell zu entwickeln.

Das war sehr erfolgreich. In den 50er Jahren stand das vor dem Hintergrund der Tatsache, dass noch viele Europäer aus wirtschaftlichen Gründen nach Übersee AUSwanderten. Daher haben die Staatsführer bei der Gründung an vieles gedacht, aber sicher nicht an eine MassenEINwanderung.

Erst in den 60er Jahren gab es in Deutschland die ersten GASTarbeiter, zuerst aus Italiens Süden, und dann aus der Türkei (die damals übrigens total laizistisch war, in deren Städten Kopftücher&Co völlig undenkbar waren). Man glaubte damals noch lange, das seien ja nur Gäste, die vorübergehend bleiben, um einen Job zu haben. Aber ein Recht auf Masseneinwanderung nach Europa oder ein "Ur-Auftrag", dies zuzulassen, blieb weiterhin völlig undenkbar.

Auch dann beim großen Projekt "Binnenmarkt" in den 80er und 90er Jahren gab es zwar den Punkt "Freizügigkeit der Arbeitskräfte". Aber diese Freizügigkeit bezog sich eindeutig und ausschließlich nur auf EU-Bürger. Und nie auf Nichteuropäer.

Die EU-interne Freizügigkeit

Am Rande sei darauf hingewiesen, dass sogar diese bloß EU-interne Personenfreizügigkeit heute eines der größten Probleme Europas ist. Gäbe es sie nicht in der heutigen unbeschränkten Form, hätte Großbritannien mit Sicherheit nie den Brexit beschlossen.

Dort hat nämlich nur der Zorn vieler Bürger über die Massenzuwanderung polnischer und rumänischer Arbeitskräfte zum Brexit-Referendum geführt. Obwohl diese sehr tüchtig und keineswegs Wohlfahrts-Konsumenten sind. Obwohl (oder gerade weil?) die Briten als erste ihre Grenzen für diese Arbeitskräfte geöffnet und nicht die möglichen Übergangsfristen maximal ausgenutzt haben wie Österreich (auch in Österreich wollten damals übrigens viele eine vorzeitige Öffnung, aber Gewerkschaften und FPÖ haben das verhindert).

Ebenso hat das Nichtmitglied Schweiz Probleme mit der EU-Freizügigkeit. Diese ist aber mit der EU durch umfangreiche, auch zur Freizügigkeit verpflichtende Abkommen verbunden. Die Schweizer Bürger haben in einem Referendum aber ihre Regierung zu einem Stopp der Freizügigkeit verpflichtet – was vorerst noch unklare Konsequenzen haben wird.

Nicht nur in Hinblick auf die für ein funktionierendes Europa unverzichtbaren Vorzeigestaaten Schweiz und Großbritannien, sondern auch in Hinblick auf viele andere Probleme wäre es also klüger gewesen, wenn diese EU-interne Freizügigkeit nicht unlimitiert eingeführt worden wäre. Sie wird aber dennoch bleiben. Denn sie wird mit Sicherheit von den osteuropäischen Staaten lange mit Zähnen und Klauen verteidigt werden, zumindest solange Hunderttausende ihrer Bürger davon profitieren. Daher wird eine gute Lösung mit Briten und Schweizern extrem schwierig werden.

Aber noch einmal sei gesagt: Dieses Freizügigkeitsproblem innerhalb des Binnenmarkts hat absolut nichts zu tun mit der katastrophalen Massenzuwanderung aus der Dritten Welt, für die sich Juncker mit der lügnerischen Fiktion eines "Ur-Auftrags" so ins Zeug wirft.

Die Zwei-Prozent-Mär

Junckers freche Erfindung ähnelt auch dem Trick einer anderen europäischen Institution in ganz anderem Zusammenhang, nämlich der Zentralbank. Sie rechtfertigt ihr wahnwitziges Gelddruck- und Negativzinsen-Programm damit, dass das "Zwei-Prozent-Ziel" für die Inflation nicht erreicht sei (das in Österreich übrigens schon längst erreicht ist). Auch das ist eine mehr als kühne Wahrheitsverdrehung.

Zwar wurde bei der Euro-Einführung tatsächlich ein "Zwei-Prozent-Ziel"  festgelegt. Aber damit war immer nur gemeint, dass man eine höhere Inflation auf zwei Prozent HINUNTERdrücken müsse. Niemals ging es um den Auftrag zu einem HINAUFdrücken der Inflationsrate um jeden Preis. Das ist eine reine Erfindung der heutigen EZB zur Rechtfertigung ihrer Politik. Welche die Sparer schon um Hunderte Milliarden ihrer Altersvorsorge beraubt hat. Welche schon zur gigantischen Fehlallokation von Investitionen geführt hat. Welche schuld daran ist, dass Italien und Frankreich bis heute die dringend notwendigen – aber unbequemen – Reformen unterlassen haben.

Mit dieser trickreichen Fiktion versucht vielmehr der italienische EZB-Chef seine für die Deutschen, Niederländer und Österreicher verheerende Politik zu verteidigen, die aber in Wahrheit durch keinen Vertrag gerechtfertigt ist, sondern nur seinem Heimatland und Frankreich nützen soll. Wobei übrigens auch das nur kurzfristig funktionieren kann.

Die Nato-Verbots-Mär

Drittes Beispiel: Einer historischen Fiktion bedient sich auch gern die russische Propaganda, wenn sie behauptet, die Nato sei vertragsbrüchig gewesen, als sie ihr Gebiet nach Osten ausgeweitet hat. Einen diesbezüglichen Vertrag gab es jedoch in Wahrheit nie. Es gab lediglich zwei solche Äußerungen westlicher Politiker in Hinblick auf eine Nato-Mitgliedschaft der DDR, als zum ersten Mal vage die Möglichkeit einer deutschen Wiedervereinigung aufgetaucht ist. Aber davon steht in keinem dieser völkerrechtlichen Verträge etwas. Und nach den entscheidenden Schlussverhandlungen Kohl-Gorbatschow hat der deutsche Bundeskanzler ausdrücklich und öffentlich gesagt, dass ganz Deutschland der Nato angehören werde. Ohne Widerspruch des sowjetischen Machthabers.

Ebensowenig war in Hinblick auf die ja erst später frei werdenden osteuropäischen Staaten irgendwo eine solche Einschränkung fixiert worden. Es war vielmehr immer eindeutig, dass diese voll souverän werden. Und zur vollen Souveränität gehört als wesentlicher Bestandteil auch die Freiheit, über eine Bündniszugehörigkeit zu entscheiden. Das hat der dann regierende Jelzin auch voll zugestanden - nur die Nato hatte länger gezögert, ob sie ihre Sicherheitsgarantien so weit ausdehnen soll.

Wer auch nur die geringste Ahnung vom Völkerrecht hat, der weiß im Übrigen, dass jede Einschränkung der Souveränität eines Landes nur dann gilt, soweit sie explizit festgehalten ist. Dass solche Einschränkungen grundsätzlich immer total restriktiv zu interpretieren sind.

Es macht bestürzt, dass die Methode, historische Fakten zu erfinden, glatte "Fake News" in die Welt zu setzen, mehr denn je um sich greift. Und dass sie angesichts einer historisch ahnungslos gewordenen Medienszene immer erfolgreicher zu werden droht.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

Ich denke, man sollte den Junker nicht wirklich ernstnehmen, denn: Stellte nicht schon kurz nach seinem Amtsantritt prophylaktisch(?) fest:

''Wenn es ernst wird, muss man lügen“!

Die Lage scheint todernst zu sein!!!

Albert Einstein erkannte unter vielem Anderen auch:

„Die moralischen Qualitäten der führenden Persönlichkeiten sind für eine Generation und für den Lauf der Geschichte vielleicht von noch größerer Bedeutung als rein intellektuelle Leistungen.“

Allerdings: Trifft das auch auf den versoffenen Junker und die Merkel zu???

Gravatar: wolle01

Der gute Herr Juncker bleibt sich doch nur treu, also nicht aufregen u. so tun, als ob er jetzt ein neues Kaninchen aus dem Hut zaubert. Verbürgt ist doch seine Äußerung von 1999 ?? in etwa von mir jetzt frei formuliert "Wir setzen etwas um und warten ab, ob jemand die Konsequenzen bemerkt und sich aufregt. Passiert nichts, setzen wir die nächste etappe des Planes um. Und wenn es nötig sein solltze, muß man halt auch mal zur Lüge greifen." Und wer jemanden, der freimütig zugibt, auch mal zu lügen, wenn es seinen Zielen dient, in eine politische Schüsselfunktion hievt, muß sich über das Ergebnis nicht wundern. Hätten die mehr oder weniger mündigen Bürger in der Vergangenheit sich die Mühe gemacht, die nachlesbaren Ankündigungen ihrer "Helden" auch ernst zu nehmen, wäre Europa viel Leid u. Zerstörung erspart geblieben, klassisches Beispiel des Herrschers des 1000jährigen Reiches überall im Lande verfügbaren "K(r)ampf-" Buches.

Gravatar: Anton1

Prima Artikel wie immer. In dieser EU haben sich genau diese kaputten Leute gesucht und gefunden wie z.Bsp. Frau Merkel früher in wilder Ehe lebend, mit Eltern aus dem goldenen Westen geflüchtet in das sozialistische kaputte Arbeiterparadies. Ihre sogenannte Doktorarbeit (angeblich unaauffindbar verschwunden) hat sie nicht auf dem Gebiet(Physik) verfasst, das sie studiert hat, sondern ihre eingereichte Doktorarbeit ist auf dem Gebiet der Chemie verfasst. Merkwürdigerweise hat sie anschließend den Dr. der Chemie Herrn Sauer geheiratet, der sie angeblich bei der Verfassung der Dr.-Arbeit für Chemie unterstützt hat. Ha-Ha. (So wie ein Grobschmied keine Meisterprüfung als Uhrmacher schafft, ging es in der Wissenschaft der DDR einfacher. (Das Ehegelöbnis vor Gott ebenfalls gebrochen, darum erwähnt sie ihn laufend)
Junker der größte Milliarden-Steuerbetrüger zum Schaden unseres Landes, Alkoholiker und notorischer Lügner wurde von Merkel weitgehend unterstützt zur Erlangung seines Amtes und damit in ihre Abhängigkeit gebracht.
Martin Schulz, durch alle Raster bürgerlichen Lebens gefallen, Alkoholiker kurz vorm Selbstmord stehend als kleiner Buchhändler sein mikriges Leben fristendend, wäre niemals in den Europarat gelangt, ohne Unterstützung von Merkel, wo er sich mit seinen Gaunereien auf Kosten der Steuerzahler ein funktionierendes Netzwerk aufgebaut hat, mit dem Motto eine Hand wäscht die Andere. Offensichtlich sind sich beide in Einem einig, Martin wird in der neuen Regierung (von beiden geplanten Gro-Ko) Traumjob Vizepräsident, da er niemals gegen Merkel gewinnen kann.
Ein typisches derartiges Beispiel aus der Historie Adolf Hitler. Dieser dumme Mensch, der keine Prüfung schaffte (Kunstakademie) machte eine riesige Karriere nachdem er beschloss Politiker zu werden.
Was wir brauchen in Deutschland, sind Politiker mit dem Grundsatz: Deutschland zuerst, der Leitsspruch von Trump Amerika First. Damit wären alle Probleme wie Flüchtlingsinvasion mit Umvolkung gelöst, raus aus dem Euro und Ende der Alimentierung der korrupten Südländer (Kleptokratie Griechenland etc)

Gravatar: Gisela Glatz

Die Lüge ist das Einzige, was die Politiker sowohl im Staate als auch in der EU am besten beherrschen. Leider beherrschen sie aber nicht die Übersicht über ihr Lügenchaos. Da setzt der Verstand aus und sie verraten sich permanent.Es gibt ein Sprichwort: "Wer einmal lügt,dem glaubt man nicht, selbst wenn er mal die Wahrheit spricht !" Das trifft voll auf alle Politiker und auch Beamtengruppen zu. Alle haben etwas zu verbergen oder schleimen sich ein. Schade, das diese Personengruppen sich sich zu solchen Individuen entwickelt haben. Aber der Bürger hat es zugelassen und Gleichgültigkeit walten lassen.

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