Innerhalb von nur wenigen Jahren wurde ein erfolgreiches Bildungssystem in seinen Grundfesten erschüttert

Die Leistungen der Schüler Baden-Württembergs fallen ins Mittelfeld zurück

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Jörg Meuthen, der Chef der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg, hielt am 10. November 2016 im Landtag eine Rede über den Niedergang der Schulbildung unter der grün-roten Landesregierung. Meuthen, der neben Frauke Petry auch Bundessprecher der Alternative für Deutschland ist, sagte ab Minute 1:55: "Wir hatten ein gut funktionierendes, perfekt etabliertes Bildungssystem – über Jahrzehnte. Bis die ideologisch motivierten links-grün-roten Abrisstrupps mit ihrer obskuren Agenda daherkamen, die da lautete: Ideologie statt Verstand, Gemeinschaftsschule statt Gymnasium, Einheitsbrei statt Dreigliedrigkeit, Kuschelpädagogik statt Fachwissen, Gender-Gaga statt Wissenschaftlichkeit, Inklusion und Gleichheitswahn statt bedarfsorientierter und individueller Förderung, Leistungsnivelierung nach unten statt Leistungsoptimierung, Schulplansozialismus statt Schulwettbewerb und Bildungseinfalt statt Bildungsvielfalt. Da kann man, Herr Kollege Schwarz, Ganztagesbeschulung eigentlich nur als Bedrohung gelungener Bildung betrachten! Grün-Rot ruiniert ein gutes Schulsystem, titelte die Welt unlängst. Dem können wir uns nur anschließen. Innerhalb von nur wenigen Jahren wurde ein erfolgreiches Bildungssystem in seinen Grundfesten erschüttert und geradezu in Schutt und Asche gelegt".

In dem von Meuthen erwähnten Kommentar in der Welt vom 28.10.2016 fasst Thomas Vitzthum das katastrophale Abschneiden der Schüler aus Baden-Württemberg wie folgt zusammen: "Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2015 sind für das Land eine Klatsche. Seine Neuntklässler verlieren gegenüber den Schülern in anderen Ländern stark. Von einem Spitzenplatz in den Fächern Deutsch und Englisch vor sechs Jahren fällt Baden-Württemberg ins Mittelfeld zurück, im Kompetenzfeld 'Zuhören' in Deutsch gar auf den drittletzten Platz."

Der Bildungstrend ist eine Art PISA-Studie für Deutschland. In dem Bericht heißt es auf Seite 185: "Im Schuljahr 2012/2013 hat Baden-Württemberg zudem die Gemeinschaftsschule eingeführt, die alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse anbietet und eine Reihe von Besonderheiten aufweist (beispielsweise Lernentwicklungsberichte anstelle von Noten, keine Klassenwiederholungen, verbindlicher Ganztag). (…) Da sich diese Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2014/2015 höchstens in der 7. Jahrgangsstufe befanden, konnte die Gemeinschaftsschule als neue Schulart im IQB-Bildungstrend 2015 noch nicht berücksichtigt werden."

Getestet wurden in Baden-Württemberg also nicht die Schüler der neuen Schulart, bei der es sich meist um umgewandelte Werkrealschulen handelt. Nein, es waren die Schüler des "überkommenen" dreigliedrigen Schulsystems, die plötzlich wesentlich schlechter abschnitten als in den Jahren zuvor. Wie kommt das? Der Kommentator erklärt es uns so: "Die Schulreform geschah in Baden-Württemberg unter grün-roter Ägide vor allem aus einem ideologischen Motiv. Die Notwendigkeit, eine Gemeinschaftsschule einzuführen, gab es nicht. Zudem wurde dieser Schulform alle Aufmerksamkeit zuteil. Sie erhielt mehr Lehrerstellen, mehr Geld und – das ist wohl der entscheidende Punkt – das Recht auf Zukunft. Die anderen, bis hin zum Gymnasium, mussten damit leben, nur noch geduldet zu sein, ja im schlimmsten Fall Fusionsmasse zu werden. Dieses psychologische Moment ist nicht zu unterschätzen, es hat sich schnell eingefressen in die Köpfe jener, auf die es doch eben ankommt: die Lehrer" (Welt vom 28.10.2016: Grün-Rot ruiniert ein gutes Schulsystem).

Jörg Meuthen, der Chef der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg, hielt am 10. November 2016 im Landtag eine Rede über den Niedergang der Schulbildung unter der grün-roten Landesregierung. Meuthen, der neben Frauke Petry auch Bundessprecher der Alternative für Deutschland ist, sagte ab Minute 1:55: "Wir hatten ein gut funktionierendes, perfekt etabliertes Bildungssystem – über Jahrzehnte. Bis die ideologisch motivierten links-grün-roten Abrisstrupps mit ihrer obskuren Agenda daherkamen, die da lautete: Ideologie statt Verstand, Gemeinschaftsschule statt Gymnasium, Einheitsbrei statt Dreigliedrigkeit, Kuschelpädagogik statt Fachwissen, Gender-Gaga statt Wissenschaftlichkeit, Inklusion und Gleichheitswahn statt bedarfsorientierter und individueller Förderung, Leistungsnivelierung nach unten statt Leistungsoptimierung, Schulplansozialismus statt Schulwettbewerb und Bildungseinfalt statt Bildungsvielfalt. Da kann man, Herr Kollege Schwarz, Ganztagesbeschulung eigentlich nur als Bedrohung gelungener Bildung betrachten! Grün-Rot ruiniert ein gutes Schulsystem, titelte die Welt unlängst. Dem können wir uns nur anschließen. Innerhalb von nur wenigen Jahren wurde ein erfolgreiches Bildungssystem in seinen Grundfesten erschüttert und geradezu in Schutt und Asche gelegt".

In dem von Meuthen erwähnten Kommentar in der Welt vom 28.10.2016 fasst Thomas Vitzthum das katastrophale Abschneiden der Schüler aus Baden-Württemberg wie folgt zusammen: "Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2015 sind für das Land eine Klatsche. Seine Neuntklässler verlieren gegenüber den Schülern in anderen Ländern stark. Von einem Spitzenplatz in den Fächern Deutsch und Englisch vor sechs Jahren fällt Baden-Württemberg ins Mittelfeld zurück, im Kompetenzfeld 'Zuhören' in Deutsch gar auf den drittletzten Platz."

Der Bildungstrend ist eine Art PISA-Studie für Deutschland. In dem Bericht heißt es auf Seite 185: "Im Schuljahr 2012/2013 hat Baden-Württemberg zudem die Gemeinschaftsschule eingeführt, die alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse anbietet und eine Reihe von Besonderheiten aufweist (beispielsweise Lernentwicklungsberichte anstelle von Noten, keine Klassenwiederholungen, verbindlicher Ganztag). (…) Da sich diese Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2014/2015 höchstens in der 7. Jahrgangsstufe befanden, konnte die Gemeinschaftsschule als neue Schulart im IQB-Bildungstrend 2015 noch nicht berücksichtigt werden."

Getestet wurden in Baden-Württemberg also nicht die Schüler der neuen Schulart, bei der es sich meist um umgewandelte Werkrealschulen handelt. Nein, es waren die Schüler des "überkommenen" dreigliedrigen Schulsystems, die plötzlich wesentlich schlechter abschnitten als in den Jahren zuvor. Wie kommt das? Der Kommentator erklärt es uns so: "Die Schulreform geschah in Baden-Württemberg unter grün-roter Ägide vor allem aus einem ideologischen Motiv. Die Notwendigkeit, eine Gemeinschaftsschule einzuführen, gab es nicht. Zudem wurde dieser Schulform alle Aufmerksamkeit zuteil. Sie erhielt mehr Lehrerstellen, mehr Geld und – das ist wohl der entscheidende Punkt – das Recht auf Zukunft. Die anderen, bis hin zum Gymnasium, mussten damit leben, nur noch geduldet zu sein, ja im schlimmsten Fall Fusionsmasse zu werden. Dieses psychologische Moment ist nicht zu unterschätzen, es hat sich schnell eingefressen in die Köpfe jener, auf die es doch eben ankommt: die Lehrer" (Welt vom 28.10.2016: Grün-Rot ruiniert ein gutes Schulsystem).

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Dr. Bruno Köhler

Stimmt so nicht ganz. Der Abstieg des Bildungswesens in Deutschland hat schon unter der CDU mit Anette Schavan als Bildungsministerin begonnen, also unter den ganzen Merkellieblingen. Damals wurden "Fachverbünde" geschaffen, die dazu geführt haben, dass heute z.B. Chemie, Physik und Biologie nicht mehr als separate Fächer zählen, sondern als Fachverbund als eine Note. Naturwissenschaftliche Begabung wird so zur absoluten Bedeutungslosigkeit verbannt.

Gravatar: Jomenk

Ich hatte das Glück, sowohl die mittlere Reife, als auch das Abitur an einer Privatschule machen zu dürfen. Bei beiden Abschlüssen wurde das volle Programm gefordert.
Zwei Fremdsprachen, mindestens zwei Naturkundefächer, Deutsch und Mathematik. In meinem Fall kamen noch Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft dazu. Alle Fächer waren mündlich und schriftlich. Und da es eine Privatschule war, würden die Prüfungen von externen Lehrern durchgeführt. Bei meinem Neffen habe ich gesehen, was heute so für das Abitur abverlangt wird. Mit dem Wissen hättest man zur meiner Zeit keinen Blumentopf gewinnen können.

Gravatar: Stephan Achner

Die Privatschulen vor allem in Baden-Württemberg sowie in der angrenzenden Schweiz wird es freuen. Wer seinen Kindern etwas Gutes fürs ganze Leben mitgeben will (und das nötige Kleingeld dafür hat - ist leider so), der schickt seine Kinder dorthin.

Und mit dem Abstieg der Schüler in staatlichen Schulen Baden-Württembergs "ins Mittelfeld" sinkt deren Studierfähigkeit, vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, wie auch ganz grundsätzlich die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten. Damit werden diese Schüler im zunehmend internationalisierten Arbeitsmarkt, z.B. bei Ingenieuren, und Architekten, künftig eher zu den Verlierern zählen.

Aber das kapieren diese verblendeten grün-schwarz-linken Bildungsideologen halt nicht.

Gravatar: Werner N.

Ich vermisse hier die Stimmen der „Aufgeklärten“, die solche Zustände als „fortschrittlich“ und „modern“ preisen.

Die Dekadenz in allen Ausbildungsebenen fand schon vor Frau Schavan (CDU) statt: In von Rot oder Rot/Grün regierten Ländern und Kommunen wurden schon früher Anforderungen und Notenskala auf 1–3 herabgesetzt. Ein weiteres Mittel war das Mischen der Klassen mit kaum Deutsch sprechenden Ausländern. Gesonderte Ausländerklassen, um zunächst die Sprache zu lernen, waren „diskriminierend“. Wie von Insidern zu hören, besteht ein neuerlicher Trend darin, auch noch Behinderte in die Normalklassen zu nehmen, die dann u.A. mit Schreikrämpfen zum Unterricht beitragen. Für deren Ausbildung durch speziell geschulte Fachkräfte und den behindertengerechten Ausbau der Schulen fehlt das Geld. Mittlerweile werden jährlich über 1000 Lehrkräfte in der BRD von Schülern tätlich angegriffen, teils verletzt. Kein Wunder, dass erfahrene Lehrkräfte in Scharen weglaufen und Kommunen händeringend Studenten und Rentner als Ersatz suchen.

Inzwischen beklagen auch Unis katastrophale Wissenslücken bei Schulabgängern (WAZ.de / 27.10.2016). „Manche sind mit den einfachsten und trivialsten Dingen überfordert“, sagen Uni–Rektoren aus NRW – und das, obwohl schon länger „Schmalspur– Studiengänge“ überwiegen. Vom einstigen Glanzstück bundesdeutscher Ausbildung – der dualen Handwerkerausbildung – blieb nur noch ein Torso.

Leider nennt der Artikel einige Ursachen der Missstände nicht, wie das „Bologna–Abkommen“ (1999) zur „Harmonisierung der europäischen Ausbildung“ oder die zunehmende Auswahl von Lehrkräften, Direktoren und Profs nach Parteibuch vor Qualifikation. Die subversive Rolle der Gewerkschaft GEW als Mäzen von „Chancengleichheit“ durch Nivellieren, wurde ebenfalls nicht erwähnt.

Gravatar: ruhland

Deutschland müsste bei dem europäischen Pisa-Studie-Vergleich Spitzenreiter sein und nicht Mittelfeld. Schließlich müssen die heutigen Schüler in einigen Jahren in der Lage sein, die komplexen Zusammenhänge ihrer Arbeit in den Betrieben beherrschen. Aber mit diesen lächerlichen Politikern steigen wir überall dort ab, wo diese die Möglichkeit haben, direkt hinein zu regieren. Was diese Scharlatane in der Schulpolitik schon alles verbrochen haben, das ist sehr ärgerlich. Der Lehrplan müsste ausgemistet werden, die Gleichmacherei ist so was von daneben und gegen jede menschliche Natur, dass es eigentlich nicht überraschen kann, dass die Schwachen überfordert und die guten Schüler gelangweilt sind. Was aber auch nicht laut ausgesprochen darf ist die Tatsache, dass der Ausländeranteil insbesondere in den Großstädten so groß ist, dass kein vernünftiger Unterricht gehalten werden kann. Die Lehrer sind damit oft maßlos überfordert. Prof. Meuthen von der AfD ist als Hochschulprofessor absolut dazu autorisiert, das bestehende Schulsystem so dramatisch zu kritisieren, wie er es getan hat. Überhaupt fällt mir immer mehr auf, dass die Aussagen und Überzeugungen der AfD- Führungsriege eine große Schnittmenge zu meiner eigenen Meinung hat. Das ist tröstlich zu wissen, dass es immerhin eine Partei gibt, die vernünftige Ansichten vertritt.

Gravatar: Candide

Ok, Botschaft verstanden: nach Deutschland darf nie wieder ein Nobelpreis vergeben werden. (Das jährliche Treffen der Nobelpreisträger in Lindau darf aber beibehalten werden)?
Mein Abi-Jahrgang hatte noch das Große Latinum, Englisch, Französisch, Mathe, Physik, Bio (bereits mit Doppelhelix und Aminosäurensequenz) und Chemie, dazu auch noch Geschichte und Geographie. Daher kann ich bei den verschiedensten Themen einigermaßen folgen und (mehr oder weniger qualifiziert) mitreden.

Gravatar: Gernot Radtke

MINT (westlich (?); asiatisch): Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik.
.
MINT (orientalisch): Mohammed, Islam, Niqab, Taqqiya (Täuschung).
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To whom the bell rings ...

Gravatar: Anton Bürger

Wieso maulen denn Alle?

Das nenne ich mal Integrationsleistung! Alle gleich (schlecht).

Gravatar: Moritz

Der Einfluß des Bildungssystems scheint mir überzogen.

Klar die Ganztagsschule tötet individuelle Interessen und Hobbys ab, zudem führt die Zwangsvergessellschaftung der Kinder zu höheren Spannungen, aber letztendlich bekommen einfach die geringer Gebildeten die meisten Kinder und geben das auch durch ihre Erziehung häufig weiter. Heute hat man die Wahl, kinderlos und relativ Wohlhabend, oder Kinder und der Abstieg in die untere MiIttelschicht, bzw. einen Zustand in dem sich die eigene Arbeit kaum lohnt.

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