In eigener Sache: Josefine (statt Josef)

Am Festtag des Heiligen Josef wird viel über dessen Rolle als Ziehvater Jesu und die Rolle des Vaters generell geschrieben. Aus persönlichen Gründen gibt es heute eine andere Sicht.

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Das Hochfest des Heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria und Ziehvater Jesu, bietet sich eigentlich an, etwas über diesen meinen Lieblingsheiligen zu schreiben. Mein Namenspatron, der heilige Felix – Bischof und Märtyrer von Tibiure – passt mit seiner Vorliebe für christliche Bücher zwar sehr gut zu mir, aber was mich am Josef fasziniert ist die großartige Demut, die Stille und der Gehorsam, mit dem er sich dem Willen Gottes fügt im Blick auf das Gute, das er Gott zutraut. Irgendwie empfinde ich den Heiligen Josef tatsächlich als den Prototyp des liebenden Vaters und Ehemanns, des verantwortungsvollen Familienoberhaupts und letztlich als den Mann nach dem Geschmack Gottes – ein Vorbild für jeden Mann!

Josef macht nicht viel Aufhebens um sich, so wenig, dass er im Neuen Testament kaum Erwähnung findet, wo doch seine Abstammung in einer Linie von König David als Nachweis für Jesu Gottheit gelten soll. Man könnte meinen, seine Rolle wäre intensiver beschrieben, aber bis auf seine Herkunft, seinen Beruf, seine Gerechtigkeit, seine Demut und auch seinen Mut, sich Maria und seines Ziehsohnes anzunehmen, wissen wir eigentlich so gut wie nichts über ihn. Und doch ist seine Rolle auch nicht viel unwichtiger als die der Gottesmutter. Auch sein Ja zum Willen Gottes gehörte zu Gottes Plan und ein Nein hätte einiges zunichte machen können.

Ich bin nicht abergläubisch, darum fuchsen mich Fragen nach Sternbildern immer besonders, und darum empfinde ich eine Zuordnung von Charaktermerkmalen eines Menschen nach seinem Namenspatron auch als gelinde gesagt weit hergeholt. Und trotzdem feiert heute jemand nicht nur Geburtstag sondern auch Namenstag, auf den die Beschreibungen wie sie oben wiedergegeben sind, ganz gut passen.

Sie (nein, es handelt sich um eine Josefine, keinen Mann) kümmert sich solange ich denken kann, um ihre Familie und Freunde. Ist jemand erkrankt, braucht jemand Hilfe oder auch nur ein offenes Ohr, ist sie da. Das geht ab und zu auch mal sicher über die eigenen Kräfte hinaus – sie ist heute 78 Jahre alt geworden – und so wundert es mich immer wieder, wie sie das eigentlich hinbekommt. Natürlich stellen sich mehr oder weniger dramatische Zipperlein ein, aber ich höre sie nie darüber klagen; man muss schon nachbohren, um zu erfahren, wie es ihr wirklich geht (und ich gebe zu, dass ich das zu selten tue).

Bei aller Hilfsbereitschaft nimmt sie sich aber bewusst auch immer ein wenig zurück; man wird nicht erleben, dass sie sich in den Vordergrund drängt. Und wenn sie Hilfe und Unterstützung geleistet hat, ist sie – so mein Eindruck – auch schnell wieder aus dem Blick verschwunden. Es liegt ihr nicht, im Scheinwerferlicht zu stehen, obschon sie es verdient hätte, sich auch mal ein Kompliment abzuholen, für das was sie für die Menschen in ihrem Umfeld, seien es früher ihre eigenen Eltern, sei es heute die Familie, seien es Freunde oder Bekannte, tut. Manchmal meine ich, müsste man sie bremsen, damit sie sich nicht ausnutzen lässt, damit sie ihre Zeit auch mal ein wenig genießen kann … aber dann bin ich wieder gar nicht sicher, ob man ihr damit wirklich einen Gefallen täte.

Ich bin bestimmt nicht ganz objektiv in der Beurteilung dieser Frau, aber das Wenigste was man wohl von ihr wird sagen können ist, dass sie ein wunderbarer Mensch ist, eine liebevolle Ehefrau, Mutter und zwischenzeitlich Oma, und für alle die sie kennen mit Sicherheit auch eine gute und loyale Freundin. Den Rest muss der liebe Gott beurteilen, aber ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass er viel zu meckern haben wird.

Und damit soll es auch genug der Lobhudelei sein, die ihr sicher gar nicht recht ist (sie wird den Beitrag nicht online lesen, aber ich werde ihn ihr ausdrucken). Nur eins noch:

Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen zum Namenstag und Geburtstag, Mama!

Zuerst erschienen auf papsttreuerblog.de

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Bärbel Bätsch

“ Den Rest muss der liebe Gott beurteilen, aber ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass er viel zu meckern haben wird.“
Allerhand! Herr Honekamp. Ihr “ lieber Gott meckert “. Aufschlussreich für Ihre wahre Gottes Liebe, -Verehrung und -Ehrfurcht, dass Sie Ihm auch nur den “ Rest “ überlassen, nachdem Sie Ihm offenbar zuvor das Wort genommen haben. Ihr Meckern.
Nur tröstlich, dass für Sie, als bekennender Papst-treuer, der “ Heilige Vater “ des Vatikan – Staates als Gott Vater und Vater Staat zugleich dieselbe, eine Person zu sein scheint, die des Meckern fähig ist. Von Ihnen einmal abgesehen.
Nebenbei noch. Wo ist denn unser “ lieber Josef “ verblieben oder gar verblichen mit seiner stereotypen Frage: “ Haben Sie schon einmal das Neue Testament ganz gelesen?“ Deine Bärbel vermisst Dich so, bätsch!

Gravatar: Papsttreuer

Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass FreieWelt.net diesen Beitrag übernimmt. Ich hoffe, die Leser verzeihen mir diesen kleinen sentimentalen Ausflug :-)

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