Humboldt-Universität – Vom »Gumbelkrawall« zum Genderterror und zurück

An der Humboldt-Universität zu Berlin wird eine Wissenschaftlerin ausgeladen, weil Linke mit Krawall drohten. Eine »Lange Nacht der Wissenschaften« senkt sich nieder.

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Einmal mehr hat sich der deutsche Hochschulbetrieb als feige erwiesen. Nachdem die Humboldt-Universität zu Berlin erfuhr, dass es Proteste aus dem links-faschistischen Milieu der Stadt gegen den Vortrag einer Wissenschaftlerin geben würde, sagt die Universitätsleitung die Veranstaltung kurzerhand ab. Aus Sicherheitsgründen, wie sie behauptete.

(...)

Eigentlich braucht man nicht mehr darzustellen, worum es ging: Um den Begriff des Geschlechts. In diesem Falls speziell um den Geschlechtsbegriff aus der Sicht des Biologen. Eingeladen war die Biologin und Doktorandin der Humboldt-Universität Marie Vollbrecht. Sie hätte im Rahmen der sogenannten ›Nacht der Wissenschaften‹ den Vortrag »Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht. Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt« halten sollen. Das rief sogenannte Aktivisten auf den Plan, Terroristen ist wohl das angemessenere Wort. Ein ›Arbeitskreis kritischer Jurist*innen‹ diffamierte Frau Vollbrecht schon einmal im Vorfeld als ›unwissenschaftlich, menschenverachtend und queer- und trans*feindlich‹ – die übliche rhetorische Munition.

Peinlich ist jedoch nicht das unwissenschaftliche und elende Gebrabbel dieser Linksfaschisten, die, statt zu einem wissenschaftlichen Dialog über das Thema einzuladen, die Gegenseite mundtot machen will. Das kennt jeder, der die Geschichte linker Ideologien auch nur ansatzweise kennt. Wirklich peinlich ist das Verhalten der Hochschulleitung. Sie kapituliert bereits, nachdem nur einmal aus der links-faschistischen Szene »Peng« gerufen wird. (…)

Dabei müssten es die deutschen Universitäten eigentlich besser wissen. An zahllosen ihrer Institute wird seit Jahren über die Zeit zwischen 1933 und 1945 geforscht und wie es dazu kommen konnte. (…)

Der Terror der Rechtsfaschisten hatte bereits Jahr vor 1933 begonnen. Denn anders – und auch wieder nicht anders –, beherrschten nach 1918 rechte und eben auch rechtsradikale Studentenschaft das Leben an den Universitäten. Und sie verbreiteten genau das, was die linken und linksradikalen Studentenschaften heute verbreiten: Ein Klima des Meinungsterrors und des konkreten Terror.

Ein Opfer war Julius Gumbel. (…) Der anerkannte Statistiker stand nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs politisch sehr weit links, wurde aber trotzdem als einer der wenigen Linken als Wissenschaftler in den Hochschulbetrieb aufgenommen. Zuvor hatte er den Zusammenhang zwischen politischer Gewalt und Justiz untersucht mit dem Ergebnis, dass er angeblich nachweisen konnte, dass rechte Attentäter in Weimar deutlich weniger häufig verurteilt worden als linke; zusammengefasst in dem 1922 erschienenen Buch ›Vier Jahre politischer Mord‹, das bis heute von der politischen Linken für ihre Interessen ausgenutzt wird.

(...)

Nachdem Gumbel 1924 bei einem Vortrag von den Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs als »Felder der Unehre« gesprochen hatte, wurde von seiner Hochschule in Heidelberg, an der er als Doktorand eingeschrieben war, ein Verfahren eingeleitet. Allerdings ohne Ergebnis. »Die Einstellung des Verfahrens«, heißt es weiter in einem Bericht, »hinderte jedoch die rechtsnationalistisch eingestellte Studentenschaft nicht, Gumbel ins benachbarte Tübingen zu verfolgen, wohin er von einer Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Akademiker und dem örtlichen Gewerkschaftskartell zu einem Vortrag eingeladen war. Obwohl der Vortragsort kurzfristig gewechselt wurde, kam es zu einer regelrechten Saalschlacht, über die die Zeitungen als ›Gumbel-Schlacht‹ berichteten.«

Im Wintersemester 1930/31 wurde Gumbel in Heidelberg zum außerordentlichen Professor ernannt. In der Folge kam es zu den »Gumbelkrawallen«. Rechtsradikale Studentengruppen forderten Gumbels Entlassung und riefen zum Boykott seiner Vorlesung auf: »Also ferngeblieben, deutsche Studenten, von den Vorlesungen jüdischer Dozenten. – Das Volk Israel soll sich seine eigene Universität aufmachen, in Jerusalem oder in Frankfurt. Dagegen ist nichts einzuwenden. – Dort kann Herr Gumbel seine Statistik, eine Tätigkeit, die gar nicht unter wissenschaftliches Arbeiten fällt, ausüben, dort kann er auf Gimbelfang gehen«.

(...)

Auf dem Gipfel der »Gumbel-Krawalle« hatten sich mehr als 3.000 rechtsradikale Studenten versammelt und forderten die Entfernung Gumbels aus dem Hochschuldienst. Doch diese Hochschule hielt den Anfeindungen durch die Rechtsfaschisten Stand. Erst im August 1932 wurde Gumbel nach einer unbedachten Äußerung entlassen. Er emigrierte in die Vereinigten Staaten, wo sein Name bis heute als Statistiker bekannt ist.

Proteste gegen unliebsame Wissenschaftler, Gewalt gegen Professoren, Diskreditierung ganzer Wissenschaftszweige als unwissenschaftlich – die Methoden sind heute die gleichen. Nur die politische Richtung hat sich geändert. Gestern waren es Rechtsfaschisten, die mit Terror Wissenschaftler und Wissenschaften vertrieben – heute sind es Linksfaschisten, die mit Terror Wissenschaftler und Wissenschaften vertreiben wollen.

Nur dass im Unterschied zu 1930/31 an den heutigen Universitäten feige Bürokraten und stillschweigende Sympathisanten der Linksfaschisten das Sagen haben und sich unterwerfen. Während zugleich den Genderisten das Feld geräumt wird. Auf diese Weise können die Anhänger des Genderismus die gut dotierten Posten besetzen und ihre Theorien ungestört unter den Studenten verbreiten. Doch ohne kritische Auseinandersetzung senkt sich eine lange Nacht über der Wissenschaft nieder. Soviel haben nationaler und internationaler Sozialismus gelehrt. Allerdings weiß man an der Humboldt-Universität zu Berlin davon nichts, will es nicht wissen oder findet es gut.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Nordmann

Ein ›Arbeitskreis kritischer Jurist*innen‹ der anonym bleiben möchte...... sehe ich das richtig?

Der auf youtube veröffentliche Vortrag der Doktorandin Marie Luise Vollbrecht war sehr informativ und hat eine weit grössere Zahl von interessierten Menschen erreicht, als das in einem Saal der Uni möglich gewesen wäre.

Ein voller Flop für die Gender- und Linksfaschisten. z.T. aus dem Lager der "weichen Wissenschaften"

Gravatar: Karl Napp

Soja Seifert;

Es heißt "Medaille" nicht "Medaillie" - deutsches Schprach-schweres Schprach.

Und Herr Hebold:

Wenn Sie endlich mal zum Friseur gehen, werde ich Ihre Kommentare vielleicht sogar mal lesen.

Gravatar: Soja Seifert

"Gestern waren es Rechtsfaschisten, .. – heute sind es Linksfaschisten, die mit Terror Wissenschaftler und Wissenschaften vertreiben wollen.“

NEIN, das ist der Irrtum des Jahrhunderts. Rechtsfachisten und Linksfachisten sind die gleiche Medaillie. Die hat zwei Seiten.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Nur die politische Richtung hat sich geändert. Gestern waren es Rechtsfaschisten, die mit Terror Wissenschaftler und Wissenschaften vertrieben – heute sind es Linksfaschisten, die mit Terror Wissenschaftler und Wissenschaften vertreiben wollen.“

Am Beispiel der angeblich so christlichen(?) Kirche in der Hoffnung – „sobald sich eine fortschrittliche Idee gegen die sie jahrhundertelang gekämpft hat, etabliert hatte - behauptete ihr Ideengeber und Vorreiter gewesen zu sein… und damit bis heute, „trotz ihrer verhängnisvollen Rolle in der Geschichte, ihr Image als eine Kraft des Guten“ zu bewahren???
https://hpd.de/artikel/passen-wissenschaft-und-christentum-zusammen-15147

Gravatar: Ulrich Müller

Dass jemand, der - völlig zurecht - darlegen will, warum es nur zwei Geschlechter gibt (denn es gibt nur zwei Gameten = Keimzellen, nämlich das Spermium und das Ei, eine dritte Gamete hat bis heute noch keiner gefunden) als ›unwissenschaftlich, menschenverachtend und queer- und trans*feindlich‹ verleumdet wird, zeigt eigentlich nur, wie sehr die linken Ideologen argumentativ mit dem Rücken an der Wand stehen.

Jeder sollte sich bei jeder Gelegenheit gegen diesen Genderscheiss verwahren!

Gravatar: Werner Hill

Wie sich die Bilder gleichen ...!

So läuft das schon länger auch an anderen Unis. Als Beispiel seien nur die Krawalle bei den Vorlesungen von AfD-Mitbegründer Prof. Lucke erwähnt.

Gravatar: Stefan Riedel

Ein kleiner Trost, Alexander und Wilhelm von Humboldt
müssen dieses erbärmliche Trauerspiel nicht mehr
erleben. Biologie, Genetik, Chemie,... das geht schon gar
nicht! Soziologie, Gender, Öko sind angesagt. Naturwissenschaft, soziales Konstrukt alter weißer XY-Chromosomen?

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