Freidemokraten offenbaren ihren Ungeist

FDP-Abgeordnete wollen nicht neben AfD-Abgeordneten sitzen

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Immer wieder gibt es Momente, in denen der wahre Charakter eines Politikers, Lehrers, Pastors, Journalisten, Aktivisten und wer sonst noch so hoch-moralisch daherkommt, in helles Licht gerückt wird. Und dafür sind Zeitgenossen wie ich, die insbesondere lauthälsigen Moralisten mit großer Skepsis begegnen, dankbar.

Diesmal sind es die Freidemokraten, die deutlich machen, wessen Geistes Kind sie – neben all ihren Floskel von Freiheit und Demokratie, Liberalität und miteinander Reden – ebenfalls sind. Sie wollen nämlich im Bundestag nicht mehr neben den Abgeordneten der Alternative für Deutschland Platz nehmen müssen. Die sitzen, was kein Problem ist, weil es dem gängigen Schema entspricht, auf der rechten Seite des Plenarsaals im Reichstag. Und daneben saßen bisher die Abgeordneten der Freidemokraten.

Das soll sich, ginge es nach der FDP, nun ändern. Direkt neben der AfD-Fraktion zu sitzen, empfindet eine FDP-Politikerin als Zumutung. Sie zöge es vor, einen Platz zwischen Grünen und Christdemokraten zugeteilt zu bekommen. Denn, so die Dame, im AfD-Block hätten sich viele als Ungeimpfte zu erkennen gegeben. Sie habe es als »unerträglich empfunden«, wie die Abgeordneten der AfD, »Ungezogenheiten« vorgetragen hätten.

Neuerlich machen Politiker des Bundestages also deutlich, wie es um ihr Verhältnis zur Würde des Menschen bestellt ist. Denn eines sollte wohl klar sein. Die Nähe eines anderen Menschen zu meiden und ihn nicht mehr berühren zu wollen, ist definitiv das sicherste Mittel, tiefe Verachtung zu zeigen, denn Ansteckungen durch andere Abgeordnete sind keine bekannt. Verachtung, die es in der Nomenklatura des gutdeutschen Staates nicht mehr geben darf. Denn Verachtung führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Der Rest der Geschichte ist gemeinhin bekannt.

Gerade die Dame von der FDP sollte das wissen. Denn es war ihre Partei, die in der Nachkriegszeit das Sammelbecken für Nazis wurde – keine Neonazis oder vermutliche Nazis; Nein, richtige Nazis. Solche, die ein paar Jahre vorher noch für die NSDAP kandidierten. Die saßen nun bei den Freidemokraten und fühlten sich politisch zu Hause. Aber vielleicht weiß Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann das einfach nicht, weil ihr Wissen um die politische Geschichte des Landes und ihrer Partei nicht so weitreichend ist.

Was die Dame aber wissen sollte: Was Anstand ist. Und zum Anstand im Parlament gehört die Achtung vor dem politischen Gegner. Es gehörte also durchaus zu den peinlichen Armutszeugnissen politischen Anstands, als die beiden einzigen verbliebenen Abgeordneten der Ex-SED vor einigen Jahren an einen eigenen Tisch am Ausgang gesetzt worden sind, statt ihnen zwei Plätze im Plenum zu räumen. Ein Vorgang, wie er in Demokratien mit einer Geschichte wie den Vereinigten Staaten unmöglich wäre.

Erst in den letzten Jahren ist dieser schlechte Umgang wieder umfassend in Mode gekommen: Der politische Gegner wird wie ein Kranker behandelt, der mit Ansteckung droht. Wer ihn berührt, läuft Gefahr, sich zu infizieren. Der Auftritt der Ex-SED im Landtag von Erfurt ging durch die Presse. Dort wurde einem gewählten Freidemokraten die Gratulation für seinen Wahlsieg verweigert. Aber so sind sie, die Linken.

Genau in diesem ideologischen Fahrwasser bewegt sich die Abgeordnete der Freidemokraten: Sie ist die verbrämte Links- wahlweise Rechtsradikale, die dem, der eine andere politische Meinung vertritt, nicht mehr die Hand schütteln will. Sie ist es, die körperlichen Abstand zu den Aussätzigen sucht, die sich ekelt vor anderen Menschen. Und dass sie damit nicht allein steht, macht es nicht besser.

Dieses Verhalten hat nichts aber auch gar nichts mit demokratisch zu tun und schon gar nichts mit der unantastbaren Würde des Menschen. Wer auf diese Weise den Abgeordneten einer anderen Partei für unrein erklärt, zeigt nichts weiter als schäbigste Menschenfeindlichkeit.

Dass es der Freidemokratin offenbar weniger ausmacht, neben den Antisemiten der Grünen zu sitzen, zählt daneben herzlich wenig. Diese tief verankerte Doppelmoral kennt man von den Freidemokraten seit Jahren. Sie sitzen eben gerne in der Nähe der wirklichen oder auch nur vermeintlichen zukünftigen Macht. Sie verkaufen ihr letzten Hemd, um den Zipfel eines Ministeramtes ergattern zu können. Das haben sie in den vergangenen sechs Jahrzehnten immer und immer wieder bewiesen.

Trotzdem darf diese moralische Abgründigkeit der Freidemokraten nicht dazu führen, sie persönlich zu meiden. Die Haltung, man sei politischer Gegner, würde aber trotzdem abends gemeinsam ein Bier trinken gehen, muss im Bundestag und anderen Parlamenten gelten. Gilt sie nicht mehr, ist es um Sitte und Anstand schlecht bestellt. Dann fallen wir wieder zurück in Zeiten, als Menschen ausgesetzt wurden.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Napp

Seit Walter Scheel, der die FDP-Stimmen an die Roten verkaufte, weil diese ihm den Bundespräsidentenposten versprachen, ist die FDP käuflich. Wer ihr die meisten gutbezahlten Ministeriums-Posten verspricht, der bekommt ihre Stimmen. Und das sind diesmal Scholz, SPD, und die Grünen. Bertl Brechts Kaukasischer Kreidekreis läßt grüßen.

Gravatar: karlheinz gampe

FDP ist Bilderberger Partei!

Lindner wohnt in Mio Wohnung von CDU Frau Spahn und beide gehören zur antidemokratischen, kriminellen Organisation Bilderberg. Kriminelle, korrupte Bilderberger haben sich EU und BRD zur Beute gemacht.

Klagt das Pack an!

Gravatar: adden

Dummheit und Stolz wachsen auf dem gleichen Holz!

Gravatar: Lutz

Frau Strack-Zimmermann, Sie sind einfach nur niveaulos.

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Lange genug hat das NSDAP Mitglied Genscher ,als von den Siegermächten geduldeter ,, Außenminister " , siehe ,, die Lebenslüge der Westdeutschen " und ,, Kanzlerbriefe ' von Egon Baar die NSDAP AKTEN von den Amerikanern verweigert !! Egon Baar ( Flackschütze in Belgien und ,, Seine Falschirmseide " für die Heimatfront ,danach SPD und Feind der ,, Deutschen Einheit verweigert !!!! Walter Scheel hatte seine Wehrmachtsuniform beim ,, Kniefall " Willi Brand's in Warschau verdrängt !!! Währen DIE doch Alle Bäcker , Maurer oder etwas ehrbares nach der Gnede des ,, Neuanfangs"" mit dem Blutgeld der Kriegsgewinnler geworden !!!!! Nein SIE gingen in die Politik !!! Und wurden FDP und CDU !!! Ein wenig SPD und im GROßEM auch SED nun wiedervereint !!! Schreit der DIEB :,, Haltet den DIEB" !!!!!!!

Gravatar: Joachim Datko

Bevor es die AfD gab, war ich Stammwähler der FDP.

Jetzt bin ich Stammwähler der AfD.

Besonders wichtig ist mir der Widerstand der AfD gegen eine Völkerwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika nach Deutschland.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

Gravatar: Hajo

Die Gelben haben doch einen an der Waffel und verhalten sich wie im Kindergarten und ihre Politik ist nicht viel besser, denn wie kann man als sogenannte Liberale mit den Sozialisten und Kommunisten eine Verbindung eingehen, das ist doch der Widerspruch in sich selbst und sollte ein Ampel zustande kommen, dann ist das keineswegs normal und was die Typen der anderen Seite zumuten ist doch in Worten nicht mehr auszudrücken und bestätigt nur deren Machtgeilheit, ähnlich den Damen in Versailles, die auch nicht unbedingt aus Überzeugung den Herrscher geliebt haben, dafür umso mehr den Glanz und das Geld, was damit verbunden war.

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