Eine „versaute“ Agrarpolitik

Die Massenhaltung von Tieren in Großbetrieben – Der Brand in einer Ferkel-Aufzuchtanlage mit fast 76 000 toten Tieren – Widerstand gegen die Großanlage von Anfang an – Das Baugenehmigungsverfahren für sie ist noch immer nicht abgeschlossen – Die Agrarpolitik ist vorwiegend auf Großbetriebe ausgerichtet – Nötig aber ist in der Landwirtschaft eine breite Streuung von Risiko, Eigentum und Bauernhöfen mit mehreren Standbeinen – Doch Politiker und große agrarnahe Unternehmen unterstützen „industrielle“ Landwirtschaft

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Die Massenhaltung von Tieren zur Ernährung von Menschen ist nach wie vor sehr umstritten. Für die Betreiber und ihre Unterstützer rangiert sie unter dem Begriff „moderne und effektive Landwirtschaft“, die Tierschützer dagegen lehnen sie ab als nicht artgerecht und als Tierquälerei. Zu den Kritikern gehören auch Landwirte. Im Mittelpunkt der Kritik steht durchweg die Schweine- und Legehennenhaltung. Meist zwar schwelt der Konflikt so vor sich hin, aber wenn dort etwas passiert, rückt er sofort wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. So auch jüngst nach dem Großbrand in der riesigen Sauenhaltungsanlage von Alt Tellin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mit ihren achtzehn Ställen.  Dahinter steckt letztlich eine – man verzeihe mir diese deftige Wortspielerei – „versaute“ Agrarpolitik, die Großbetriebe begünstigt und bäuerliche Betriebe benachteiligt.  Bitte hier weiterlesen

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Gerhard

hmmmmm.....

war nicht grade die Grüne Landwirtschaftsministerin Renate Künast unter Rot-Grün maßgeblich dafür zuständig das die Agrarfirmen immer größer wurden und der kleine Landwirt mehr und mehr zur Aufgabe seines Nebenwerwerbs gezwungen wurde.....

Gravatar: Hans-Peter Klein

Sie werfen ein weiteres Politikfeld auf, bei dem Sie, stellvertretend für die AfD, sich sehr stark ur-grünen Forderungen noch aus den '80er und '90er Jahren annähern.

Es war die grüne deutsche Umweltbewegung die zuerst vehement gegen die Massentierhaltung protestiert hat.
Weitergedacht kommt man zur biologischen Landwirtschaft als politische Forderung, denn Massentierhaltung geht einher mit Pharma-, Pestizid-, Düngemitteleinsatz bei der konventionellen Landwirtschaft.

Die regelrechte Vergewaltigung der Umwelt, der Nutztiere setzt eine Abstumpfung und Gefühlsverrohung seitens des Menschen voraus, der in allem nur noch ausbeutbare Objekte erkennt.

Sie ahnen es schon:
Der Kreis schließt sich bei der Energieversorgung, dahinter steht dieselbe Denke:
Die Natur als auszubeutender Steinbruch, also:
Her mit dem Öl, der Kohle, dem Uran.

Was der abgebrannte Stall für die verelendeten Schweine in MV, das sind Öltankerkatastropen, Fukushima und saurer Regen durch rauchende Schlote/Auspuffe von Menschen aus Menschenmassenhaltungen in der globalen Dimension.

Jetzt fehlt nur noch mehr Dezentralität als zentrale Forderung Ihrerseits, und ich weiß überhaupt nicht mehr, warum Sie die grüne Umweltbewegung als Ihren politischen Feind Nummer Eins hier stets ansehen und entsprechend bekämpfen.

MfG, HPK

Gravatar: Werner Hill

Gut, daß sich die FW dieses Themas annimmt!
Die Massentierhaltung muß noch viel mehr angeprangert werden.
Ich habe den Eindruck, daß immer mehr Menschen bereit wären, für weniger - aber besseres - Fleisch auch mehr zu bezahlen und gleichzeitig etwas für das Wohl der Tiere zu tun.
Böse Zungen behaupten sogar, daß bei der Genehmigung von Betrieben mit Massentierhaltung jede Menge Schmiergeld fließt.

Wenn sich die AfD dieses Thema noch mehr auf die Fahnen schreiben würde, könnte sie gleichzeitig Gutes tun und Symphatien gewinnen.

Gravatar: Hajo

Der Prozeß, den kleinen Landmann auszuschalten läuft schon lange und das sichtbare Zeichen ist das Höfesterben, was niemand interessiert hat, nicht einmal die eigene Lobby, die sich gerne mal als Retter in der Not darstellten und dennoch gemeinsame Sache mit den Herrschenden machten und hie und da mal ein Zeichen setzen um den Anschein der Solidarität zu setzen, übrigens deckungsgleich mit den Gewerkschaften die auch nur noch ein Plazebo sind um die Gemüter zu beruhigen.

Da war der Sozialismus ehrlicher, der gleich alles zu Kolchosen umgewandelt hat um den Ertrag zu konzentrieren, was aber in die Hose ging, wenn Funktionäre zu Bauern werden und dann das Interesse erschlafft, was beim einzelnen Agrarbetrieb ja noch vorhanden ist, schon aus eigenem Interesse und der Tradition heraus.

In diese Richtung wollen sie ja wiedergehen und das wäre das Ende der privaten Landwirtschaft, denn dann geht die Vielseitigkeit und Verantwortung auf das Großkapital über und die werden konzentrieren und vorgeben was gut ist und dann ist es auch mit der Individualität des Angebotes, dann wird es vorgeschrieben was auf den Tisch kommt und alte Träume der Grünen werden war, als sie von fleischlosen Tagen sinnierten, was dann Realität wird und die Fetten werden wieder rank und schlank und müssen sich umstellen auf Körner und Wasser, was ja auch gut schmecken kann wenn man es mit Geschmackstoffen anreichert, was ja auch schon geschieht und kräftig die Werbetrommel dafür gerührt wird.

Auch die Bauern werden mittelfristig Opfer der großen Politik, wenn sie es derzeit auch noch nicht wahrhaben wollen, weil der Sozialismus übernommen wird um darunter mit viel Geld eine neue Weltherrschaft zu errichten und wie sie die Typen alle schon für sich eingespannt haben, sieht man an den Medien, den Politikern, den linientreuen Unternehmern usw. und die Bauern denken noch von gestern und meinen, weil sie große Trecker fahren sei dies ein Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit und merken garnicht, wie sie dabei untergebuttert werden.

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