Die Lügen des Frank Pergande in der FAS

Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber mein Eindruck in den letzten Wochen war, dass immer, wenn ein weiteres Gewaltverbrechen durch illegale Migranten gegen junge Frauen medial ‚eingeordnet‘ wurde, diese oft unsäglich verharmlosenden Texte von Frauen geschrieben wurden. Wie gesagt, es mag Einbildung sein.

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Keine Einbildung ist, dass einer der schlimmsten Texte gegen die DDR-Aufarbeitungsszene mit Frank Pergande von einem Ostdeutschen in der FAZ verantwortet wird. Vielleicht will sich am Ende doch kein Westler die Finger daran schmutzig machen, diese Art Drecksarbeit zu erledigen.


Der Text ist durch und durch perfide, den er setzt schon mit der Überschrift ‚Besondere Tragik‘ die Tonlage – die Bürgerrechtler als Leute, die immer zwanghaft gegen etwas sein müssen, als eine Art besonders tragische Folge der Repression in der DDR.

Ein ganz schlimmer Text, da er die nach körperlicher Gewalt gegen Personen und Familie schärfste Waffe des Stalinismus nutzt: Die Pathologisierung des politischen Gegners. Zum Glück leben wir aber nicht mehr in einem stalinistischen System und deshalb funktioniert diese Art von Stigmatisierung auch nur durch Lügen. Für eine rein faktenbasierte Konversation darüber, warum man Kritik an z.B. der momentanen Asyl- und Sicherheitspolitik als nur durch Neurosen erklärbare Verirrung empfinden kann, fühlt sich Frank Pergande (wohl zu Recht) nicht gut gerüstet.

Ich werde mich deshalb hier vor allem mit diesen Lügen auseinandersetzen. Und von denen gibt es mehrere. Und alle drehen sich immer um das Reizthema der etablierten Medien, die AfD.

Lüge #1: Das zeitweilige Aussetzen der Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte Hohenschönhausen und Siegmar Faust hätte mit ‚Nähe zur AfD‘ zu tun. Womit belegt Frank Pergande dies? Mit Fakten jedenfalls nicht. Hier die entsprechende Stellungnahme der Gedenkstätte – das Thema AfD kommt hier erkennbar nicht vor.
www.stiftung-hsh.de/presse/pressemitteilungen/2018/stellungnahme-zum-artikel-immer-gegen-den-strom/

Lüge #2: Das zeitweilige Aussetzen der Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte Hohenschönhausen und dem Förderverein hätte mit ‚Nähe zur AfD‘ zu tun. Auch hier hilft ein Blick auf die Fakten – zugegeben, die Lage ist vielleicht nicht schwarz und weiß, aber es ist nicht so, dass die Gedenkstätte wegen einer zu großen Parteinähe temporär die Zusammenarbeit aufgekündigt hätte:
www.stiftung-hsh.de/presse/pressemitteilungen/2018/gedenkstaette-setzt-zusammenarbeit-mit-foerderverein-aus/

Sicherlich kann und sollte man über Leitlinien der Erinnerungsarbeit und unbedingtes Beachten dieser Art Linien reden, ich habe dies in diesem Text auch getan, aber Frank Pergande hat ja keinen Artikel über die Schwierigkeiten von ehemaligen Häftlingen im Umgang mit der freien Presse und den Leitlinien von parteiunabhängiger Öffentlichkeitsarbeit oder den Versuchungen und Fallstricken öffentlicher Exponierung geschrieben, sondern es ging ihm um eine politische Stigmatisierung.

Lüge #3 – Die dreisteste und weitestgehende, die Frank Pergande aber offenbar dringend brauchte um den gewünschten Spin zu erzeugen:
„Vera Lengsfeld ist wohl das prominenteste Beispiel: Über die Grüne und CDU kam sie zur AfD“ Eine wirklich dreiste Lüge, insbesondere für einen Journalisten, der den Rechercheapparat der FAZ zur Verfügung hat. Ich bin seit meinem politisch wohlbegründeten Wechsel von Bündnis 90/Die Grünen 1996 Mitglied der CDU (mal schnell nachgerechnet: über 20 Jahre). Seit 13 Jahren mit der Kanzlerin und Bundesvorsitzenden Angela Merkel an der Spitze. Bis zum heutigen Tage. Die ‚Gemeinsame Erklärung‘ ist eine parteiunabhängige Initiative. Die entsprechende Gegendarstellung ging an die FAZ.

Aber wie schreibt Frank Pergande richtig: Wir haben heute Meinungsfreiheit. Aber Fakten bleiben Fakten, egal wo Frank Pergande sein Geld verdient und welche Meinungen er meint vertreten zu müssen. Deshalb in aller Deutlichkeit: Jemand, der lügt, ist ein Lügner. Und einen Opportunisten und Karrieristen darf man heute sicherlich offener und gefahrfreier als Opportunisten und Karrieristen bezeichnen.
Frank Pergande hat sein Handwerk an der DDR-Journalistenschmiede in Leipzig gelernt und dann bis zum Mauerfall ausgeübt – ich werde seine alten Texte nicht daraufhin überprüfen, ob er schon damals lieber auf der ‚richtigen‘ Seite der Macht stand, ich habe nie den Stab über Menschen gebrochen, die in diesem diktatorischen System aufgewachsen sind.

Aber heute ist die Situation anders und deshalb muss Frank Pergande meine massive Verstimmung aushalten, denn dieser Vorwurf ist perfide: ‚einseitig, überzogen und vor allem missgelaunt‘ (Frank Pergande), und dies noch garniert mit einem Biermann- und einem Rathenow-Zitat.
Darauf antworte ich mit Biermann:
„Mein Lieber, das kommt von der Arbeitsteilung: Der eine schweigt, und der andere schreit Wenn solche wie du entschieden zu kurz gehen Dann gehn eben andre, dann gehn eben andre, dann gehn eben andere ein bisschen zu weit!“

Aus: Ballade für einen wirklich tief besorgten Freund – Vorsicht (!): Könnte man als einseitig, überzogen und vor allem missgelaunt interpretieren):

www.songtexte.com/songtext/wolf-biermann/ballade-fur-einen-wirklich-tief-besorgten-freund-63fa2633.html

Vielleicht hat Frank Pergande gedacht, dass er seinen Text für seine Karriere so schreiben muss, wie er es getan hat – er hätte sich besser anders entschieden. Es hätte ihm sicher nicht den Job gekostet: Vielleicht wäre dies einem Westler so doch nicht passiert.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Walter

Seine Diplomarbeit schrieb der Journalist "Frank Pergande" in der ehemaligen DDR zu dem Thema:
>Die Geschichte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"- ein Beitrag zur Erforschung der Funktion des imperialistischen Journalismus in der BRD.< (Wikipedia)

Wer in der früheren DDR aufgrund seines Studiums in
gehobener Stellung tätig war, musste seine Loyalität gegenüber dem Staat zeigen der ihm dies ermöglicht hatte. Zumindest nach außen,auch wenn er innerlich nicht mit allem einverstanden war.

Dies war die Bedingung die man zu erfüllen hatte, wenn man seinen beruflichen Werdegang nicht gefährten wollte.
Gerade Journalisten mussten eine besondere Systemtreue vorweisen,da sie sonst zum Journalistik - Studium gar nicht zugelassen wurden.

Das gerade ein solcher Journalist in der heutigen sogenannten freien Gesellschaft offene Meinungen nutzt, um damit andere politisch und beruflich zu desavouieren ist vollkommen unverständlich.

Oder ist so etwas in Zeiten der "politischen Korrektheit" einfach notwendig, um sich damit seinen Arbeitsplatz als Journalist zu sichern?
Dafür fehlt mir leider das Verständnis.

Die über Nacht sich umgestellt,
zu jedem Staate sich bekennen,
das sind die Praktiker der Welt,
man könnte sie auch Lumpen
nennen

Wilhelm Busch

Gravatar: Alleszuspät

Ende 2015 erschien dieser Artikel bei geolitico: http://www.geolitico.de/2015/12/28/toedlich-wie-ein-verlorener-krieg/#_ednref17
Er beschreibt auf beklemmende Weise, wie Deutschland und folglich ganz Europa in den Untergang geritten werden sollen. Weil nämlich ein paar bornierte Strategen in "think tanks" das so beschlossen haben. Das sind Menschen, die Naturgesetze für Schwindel und Gottes Schöpfung für unzulänglich halten. Sie wollen alles besser machen, weil sie die finanziellen Mittel dazu haben und die Welt als ihre Spielwiese betrachten.
Angeblich passiert in der Politik alles nach einem Plan, nichts ist zufällig. Der gesunde Menschenverstand, die Erfahrung aus Jahrtausenden (in Sagen und Protokollen überliefert), sprechen dagegen. Es sind ganz einfache Regeln, welche das Überleben des Einzelnen und seiner Gruppe sichern. Regeln, die vor noch hundert Jahren jeder kannte und die wir ganz schnell wieder beherzigen müssen, um das kommende Unheil zu überstehen.

Gravatar: karlheinz gampe

Der Typ ist Merkelianer. Hat der auch der Stasi gedient ? Wie die rote, opportune CDU Erika der Stasi, die rote CDU Kanzlerin, welche sich schon damals Mördern andiente ?

Gravatar: Jutta Erdmann

Wir s.g. 'Westler' haben es immer noch nicht begriffen,

in der DDR war jeder Journalist , jeder Hauptabteilungsleiter, usw. Genosse der SED!
Und damit ab einer gew. Position der Stasi 'zuträglich'.
NIEMAND in diesem Regime, der an einer Stelle mit Einfluss saß, war systemneutral!

Also, was wundert Ihr Euch? Wer Nazis oder Kommunisten wieder in Amt und Würden hieft, erhält auch Faschismus oder Kommunismus. Evtl. unter anderen Vorzeichen.
Sozialisierung und Denken sind nicht einfach so umerziehbar, sonst wäre ja auch Integration machbar. Das sind die typischen Annahmen von Sozialisten, den Menschen einfach umzuerziehen. Wieviel Millionen Leben hat das bereits gekostet? Mehr als 100 Millionen? Wollen die Deutschen wirklich unter diesen Opfern sein?

Unsere Eltern wußten es noch. 'Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr'.

Gravatar: Manni

Ein Kommunist is nu mal ein Kommunist, basta. Nehmt ihr diesen denn noch für voll??

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