Deutschland sitzt in der selbstgestellten Falle

Wer es immer noch nicht begriffen hat, dem sollte die Meldung über Bundeswirtschaftsminister Robert Habecks Aktivierung der Frühwarnstufe des sogenannten Notfallplans Gas endlich die Augen öffnen. Die Zeiten der bloßen Warnungen sind vorbei. Wir befinden uns bereits am Beginn des Notstandes.

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„Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe“, behauptet der Grünen-Politiker, die stehen aber unmittelbar bevor, wie man dem folgenden Satz entnehmen kann: „Dennoch müssen wir die Vorsorgemaßnahmen erhöhen.“

Die Bundesregierung bereitet die Öffentlichkeit auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor. Dabei ist der Angriffskrieg gegen die Ukraine nur der auslösende Faktor. Ursache – und das wird nach wie vor verschwiegen – ist die völlig verfehlte Energiepolitik der letzten Jahre. Treiber dieser mit dem Euphemismus „Energiewende“ belegten Reihe von Fehlentscheidungen waren die Grünen, denen sich nach und nach die SPD, die Union unter Merkel und schließlich die FDP anschlossen. Eine links-grüne Presse leistete erfolgreich Schützenhilfe.

Erst kam der beschleunigte Ausstieg aus der Kernkraft, ein staatsstreichartiger Entschluss von Ex-Kanzlerin Merkel, um die Union für die Grünen koalitionsfähig zu machen, dann folgte der Kohleausstieg, der laut Koalitionsvertrag der Ampel noch vorgezogen werden soll. Beide Ausstiege sollten durch russisches Erdgas kompensiert werden, bis eines nie zu erreichenden Tages die „Erneuerbaren“, von FPD-Chef Lindener jüngst als „Freiheitsenergien“ betitelt, die alleinige Versorgung des (noch) Hochtechnologielandes Deutschland übernehmen sollen. Die am Mittwoch, dem 30. März ausgerufene Frühwarnstufe diene der Vorsorge. Nach dem Notfallplan gibt es drei Krisenstufen. Im Notfall wären Haushaltskunden besonders geschützt.

Nicht so die Industrie.

Vor zwei Wochen hatte Habeck verkündet, Deutschland bis zum Herbst unabhängig von russischer Kohle machen zu wollen – und bis Ende des Jahres weitgehend unabhängig von russischem Öl.

„Jeden Tag, ja faktisch jede Stunde verabschieden wir uns ein Stück weit von russischen Importen“, so Habeck. „Wenn es gelingt, sind wir im Herbst unabhängig von russischer Kohle und Ende des Jahres nahezu unabhängig von Öl aus Russland.“

Das erinnert fatal an den legendären Versuch der DDR, mittels eines Ein-Megabit-Chips den Anschluss an die technologische Entwicklung herzustellen. Bekanntlich ging das total schief, weil zu viele ideologische Vorgaben die Entwicklung behinderten. Heraus kam ein Chip, der bereits bei seiner Vorstellung veraltet war und nie produziert werden konnte.

Ähnlich werden Habecks Gasersatzträume platzen – und das weiß er auch. Mit der ausgerufenen Frühwarnstufe soll vom eigentlichen Problem abgelenkt werden.

Russisches Gas kann weder von heute auf morgen, noch überhaupt durch amerikanisches Fracking-Gas vollständig ersetzt werden. Dafür gibt es weder genug Gastanker, noch Entladeterminals in Europa. Deutschland hat übrigens gar keinen, der erste soll erst gebaut werden, was Jahre dauern wird, auch wenn alle Umweltstandards geschleift werden.

Der Durchlauf der Nordstream 1 Pipeline beträgt 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Die Kapazität eines aktuellen LNG-Tankers: 147 tausend Kubikmeter. In Anbetracht der Konversionsrate zwischen gasförmigen und flüssigem Erdgas ergibt das etwa 600 Tankerfahrten zusätzlich im Jahr, um Nordstream 1 zu ersetzen. Angesichts noch wesentlich höheren Kapazitäten des kontinentalen Pipelinenetzes von Russland nach Europa dürfte die Zahl der zusätzlich nötigen Fahrten tatsächlich mehr als doppelt so hoch sein.

Weit mehr als tausend Fahrten quer über den Atlantik, jährlich und das bei jedem Wetter.

2018 gab es insgesamt etwa 470 dieser Tanker weltweit.

Wegen der hohen Konstruktionskosten, etwa 200 Millionen Dollar pro Schiff, werden solche Tanker erst auf Kiel gelegt, wenn eine Langfristcharter vorliegt, etwa über 20 Jahre.

Es ist also einen absolute Illusion oder Irreführung der Öffentlichkeit, wenn man den Eindruck erweckt, russisches Gas könnte kurzfristig ersetzt werden.

Der Gasverbrauch in Deutschland beträgt 400 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Es gibt bereits ernsthafte Warnungen aus der Industrie, die ja laut Notfall-Plan als erste abgeschaltet wird. Der Präsident des Verbandes der chemischen Industrie (VCI) Kullmann hat vor drastischen Folgen eines möglichen russischen Energielieferstopps für die deutsche Volkswirtschaft gewarnt. „Die Situation sei ernst, die deutsche Industrie und besonders die chemische Industrie müssten sich im Fall eines russischen Energie-Embargos „auf ein drastisches, auf ein dramatisches Szenario“ vorbereiten. Dann könne die Volkswirtschaft „nicht überleben“.

Gerade die chemische Industrie sei sehr energieintensiv. „Wenn wir von der Energieversorgung abgeklemmt werden sollten, dann stehen wir hier innerhalb von wenigen Tagen still“. In der Folge würden weitere Branche wie die Bau-, Auto – und Verpackungsindustrie nicht mehr produzieren können.

Wenn die dritte Stufe des Notfallszenarios der Bundesregierung eintrete, müssten die großen Werke innerhalb von drei Stunden abgestellt werden. Das würde bedeuten, dass Hunderttausende oder sogar Millionen Beschäftigte innerhalb kürzester Zeit „auf Kurzarbeit Null“ gesetzt werden müssten. Es gäbe dann zum Beispiel keine Dämmstoffe, keine Autolacke und keine Verpackungen mehr für Medikamente.”

Mache Grüne mögen die Desindustrialisierung Deutschlands ja sogar begrüßen. Aber woher soll dann das Geld für die Versorgung der Millionen Kriegsflüchtlinge kommen? Und was wird aus der EU? Margret Thatcher hat einstmals prophezeit, die EU wäre an dem Tag zu Ende, an dem Deutschland nicht mehr zahlen könne. Wir scheinen nahe an der Probe zu sein, die auf dieses Exempel gemacht werden wird.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Tom aus Sachsen

@HPK, Sie faseln immer wieder den gleichen Müll obwohl Sie ganz genau wissen daß Ihre Scheißerneuerbaren Energien keinesfalls beispielsweise Öl ersetzen können , denn Öl ist Grundlage vieler Stoffe , auch Plastik , aus denen wiederum Teile Ihres Computer´s bestehen oder wollen Sie mir hier weismachen daß Ihr PC aus erneuerbaren Energien gebaut wurde ? Aus Kohle sind auch die Bürsten für bestimmte Motortypen ohne die nichts geht , in der Medizin wird Kohle für Filter verwendet und in der Apotheke gibt es Aktivkohle gegen Magenverstimmungen. Mit welchen Stoffen wollen Sie Spaßvogel das alles ersetzen ???

Gravatar: Wolle

Bei dem "amerikanischen FlüssigGas" handelt es sich ja wohl um Gas, das mittels in Europa und vor allem Ger- money verbotenen Frackingmethode gewonnen wird. Was sagt "die Umwelt" dazu, daß "wir" solches Gas für teuer aus den USA kaufen, eine Idee, die zu Trumps Zeiten noch als völlig blödsinnig verlacht wurde. Und wenn schon auf derart gefördertes Gas zurück gegriffen wird, was macht den Unterschied, dieses sodann hier -wo es massig vorhanden ist- zum Herstellungspreis zu fördern, statt damit die Kassen der Amis zu fördern. Und Schiffstransport soll auch nicht ganz "öko" sein. Für mich ist der ideologisch gewollte Umstieg nur ein weiterer Beleg dafür, daß "wir" im Tollhaus leben. Und wer das jetzt mit "Haltung" und "Rußland" geht gar nicht begründet, wo war der die letzten 8 Jahre als die Ukrainer nach Lust und Laune in den abtrünnigen Ostgebieten "Donezk" Wohnblocks der Zivilbevölkerung zerschossen haben. Und die in der Ukraine von US -teils unter zumindest Vermittlung der Finanzierung durch Hunter Biden- betriebenen bisn zu 30 Bio-Waffen-Labors als "Wuhan" sind bei den hier "Haltung zeigenden" auch kein Thema. Und wer zum Morden im Jemen oder in Somalia Infos in hiesiger Presse sucht, der sucht vergebens, warum wohl. Ich bin jedenfalls nicht bereit, dem Gauckschen Friedens-Frieren zu folgen, noch dazu in einem Land, das mir meine Grundrechte streitig macht. Und dann aus Solidarität mit der "personifizierten Korruption" Europas???

Gravatar: Joachim Datko

Einen Teil meiner Kommentare zum Thema Energieversorgung kann ich auf freiwelt.net nicht finden.

Zu Hans-Peter Klein - 11:09 Zitat: "Darüber spricht merkwürdigerweise niemand, wenn hier von Energieknappheit die Rede ist."

Ich habe schon mehrere Kommentare dazu geschrieben, die wohl nicht freigeschaltet wurden.

Sie finden ein "Backup" davon unter monopole.de im Bereich Energieversorger.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker

Gravatar: Wolfgang Gotard

So etwas darf es in einer Demokratie nicht geben!
Einseitige Berichte, deren Meinungen zensiert werden.
Mit ARD+ZDF sitzen sie in der ersten Reihe? Deren Berichtserstattung, das eher der ehemaligen DDR entspricht, was politisch dem System genehm war. Dessen Daseins-Berichtigung in Ihrer jetzigen Form
auch dessen Bezahlung durch den Bürger (GEZ) ist nicht demokratisch, und sollte endlich einmal anders geregelt werden, denn was nicht bestellt wurde, muss auch nicht bezahlt werden. (Versteckte staatliche Steuer), demokratische Medien leben von vielfältiger Meinungsfreiheit und nicht von einseitiger Berichterstattung.
Andere Medien die eine gegensätzliche Meinung vertreten werden einfach abgeschaltet und verboten. Dieses Vorgehen entspricht einer Autokratie, und hat in einer
Demokratie nichts zu suchen.

Gravatar: Wolfgang

So etwas darf es in einer Demokratie nicht geben!
Einseitige Berichte, deren Meinungen zensiert werden.
Mit ARD+ZDF sitzen sie in der ersten Reihe? Deren Berichtserstattung, das eher der ehemaligen DDR entspricht, was politisch dem System genehm war. Dessen Daseins-Berichtigung in Ihrer jetzigen Form
auch dessen Bezahlung durch den Bürger (GEZ) ist nicht demokratisch, und sollte endlich einmal anders geregelt werden, denn was nicht bestellt wurde, muss auch nicht bezahlt werden. (Versteckte staatliche Steuer), demokratische Medien leben von vielfältiger Meinungsfreiheit und nicht von einseitiger Berichterstattung.
Andere Medien die eine gegensätzliche Meinung vertreten werden einfach abgeschaltet und verboten. Dieses Vorgehen entspricht einer Autokratie, und hat in einer
Demokratie nichts zu suchen.

Gravatar: Hans-Peter Klein

Warum wird eigentlich nie diskutiert, wieviel Öl, Kohle, Gas bereits heute durch die heimischen Erneuerbaren Energien täglich ersetzt wird?

Zur Erinnerung:

Für Steinkohle gilt :
1 TWh entspricht etwa 122.835,0 to SKE (Tonnen Steinkohleeinheiten),
dazu kommt noch der Gesamtwirkungsgrad von etwa 30% bei thermischen Verbrennungsmaschinen.

Das Gleiche für Öl:
1 TWh entspricht 85.984,5 toe (Tonnen Öl Einheiten)


Das Gleiche für Erdgas (LNG):
1 TWh entspricht 0,0692 t LNG (Tonnen Erdgas Einheiten)

Seit dem 01. Januar lieferten hierzulande alle Erneuerbaren Energien bereits 68,2 TWh an Nettostromnerzeugung in das bundesweite Stromnetz.

Darüber spricht merkwürdigerweise niemand, wenn hier von Energieknappheit die Rede ist.

MfG, HPK

Gravatar: Günter Schlag

Warum überhaupt gibt es eine Panikstimmung? Ist es das schlechte Gewissen vor einem Gegenschlag der Russen? Putin liefert und will auch weiter liefern. Und ich hab da nichts von Preiserhöhungen gelesen. Wir müssten nur ein Konto bei der Gasprom Bank eröffnen und in Euro dorthin zahlen. Und nichts würde passieren. Wobei ich mich schon wundere, dass die Russen sich mit Sanktionen überziehen lassen und uns weiter Gas und Öl liefern, wie eh und je.

Gravatar: Dr. Michael Josef Meixner

Rohstoffversorgung aus dem Osten:

 

Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine hat nicht zuletzt schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen. Wir spüren das zum Beispiel direkt durch täglich steigende Treibstoffpreise an unseren Tankstellen. Diese Preissteigerungen sind jedoch nur ein Aspekt einer katastrophalen Inflation in allen Bereichen unseres täglichen Lebens. 

 

Problematisch ist nur wie immer die selektive Berichterstattung. Berichtet wird vorzugsweise nur das, was wir unmittelbar sehen und dann wird die Schuld an der Preisinflation dem Krieg in der Ukraine und Putin zugeschrieben während gleichzeitig die inflationäre Geldmengenausweitung der Europäischen Zentralbank möglichst ignoriert wird. Fakten, die nicht ins Bild passen, werden bewusst ausgeblendet. Ich möchte hier einige Zahlen zu diesem Komplex präsentieren und frage mich natürlich, inwieweit der Leser dieser Zeilen davon gehört hat. 

 

Lassen Sie mich mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Volksrepublik China beginnen.  Gordon Chang, Fernost Experte der USA hat kürzlich über Handelsabkommen zwischen Russland und China berichtet, die kurz vor der Winterolympiade in China festgezurrt wurden. Vertragsgemäß wird Russland Gas und Rohöl für 117,52 Mrd US $ nach China liefern. China wird darüber hinaus 100 Millionen Tonnen Steinkohle aus Russland beziehen. Außerdem verpflichtet sich China Weizen nur noch aus Russland und nicht mehr aus den USA oder Kanada zu beziehen. 

 

Inzwischen ist eine große Gasleitung nach China in Betrieb gegangen und eine zweite wird unter Hochdruck fertiggestellt. In diesem Zusammenhang ist es sicher interessant zu erfahren, dass Spanien über ausreichend Erdgas aus nordafrikanischen Lagerstätten, insbesondere aus Algerien verfügt. Vorschläge spanischer Unternehmen eine Gasleitung über Frankreich nach Deutschland zu bauen, werde von Frankreich hintertrieben, heißt es. Die Bauzeit könnte in einer Notsituation bis auf 6 Monate gedrückt werden. Ich habe diese Informationen aus maßgeblichen Quellen der spanischen Wirtschaft. Ich berichte von diesen Gesprächen allerdings mit Vorbehalt, obwohl es sich um unbedingt seriöse Quellen handelt. 

 

China verfügt, wie wenig bekannt, über ein eigenes offenbar reibungslos funktionierendes Zahlungssystem als Gegenstück zu dem amerikanischen SWIFT.. Die Einbeziehung Russlands in das chinesische Zahlungssystem kann dem amerikanischen SWIFT langfristig nur schaden. Und wie soll man sich das vorstellen, ohne SWIFT russisches Gas und Öl zu bezahlen. Sollen die fälligen Beträge im Koffer nach Russland geschafft werden oder wird man sich des chinesischen Zahlungssystems bedienen? Und was geschieht, wenn Zahlungsanweisungen nicht ausgeführt werden? Kein Geld, keine Ware! Dann wird es hier sehr kalt!

 

Offensichtlich ist man auch in Berlin beunruhigt. Einige Politiker glauben trotzdem ohne Russengas auskommen zu können, obwohl zur Zeit noch 55 % des Erdgases aus Russland kommen, wobei die Niederländer (Versorgungsbeitrag 16 %) kurzfristig ausfallen werden. Die Erschöpfung der niederländischen Erdgasfelder führt mittlerweile zu immer intensiveren Erdbeben mit massiven Schädigungen der Gebäudesubstanz, vor allem in der Provinz Groningen.

 

Die jetzige Bundesregierung hat bereits eine geniale Lösung für den sich abzeichnenden Erdgas Engpass gefunden. Es braucht jetzt dringend 2 LNG-Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 1 Mrd. wurden umgehend, wie man sich erinnert,  in einer kürzlichen Sondersitzung des Bundestages bewilligt. Die Projekte wurden schon lange von internationalen  Anbietern verfolgt, aber nicht realisiert, da die Rückvergasung von LNG wirtschaftlich unter normalen Umständen absolut unrentabel ist (LNG = Liquified Natural Gas). Nach Angaben aus Kreisen des Internationalen Anlagenbaus werden bis zur Inbetriebnahme einschließlich der Genehmigungsverfahren 5 Jahre ins Land gehen.

 

Inzwischen haben die KfW und die niederländische Gasunie als Bauherrin eine Absichtserklärung über Finanzmittel in Höhe von 500 Mio € unterzeichnet. Habeck, der deutsche Wirtschaftsminister erklärte dazu, eine Absichtserklärung (MoU) sei typischerweise die erste von 3 Vertragsstufen bei der Realisierung von Großprojekten. Interessant, wieviel man als Minister nach dazu lernen kann, wenn es hart auf hart kommt. Mich würde interessieren, wie die beiden folgenden Vertragsstufen aussehen und wann sie in Kraft treten werden. Wenn der Bund bezahlt, damit die Gasunie Geschäfte macht, ist das eine weiterer Schritt in eine von Subventionen getriebene Wirtschaft, in der Rentabilität und Kosten keine Rolle mehr spielen. Als Folge dieser hemmungslosen Subventionspolitik werden wir alle verarmen!

 

Und wie teuer wird unser Heizgas erst sein, nachdem Erdgas energieaufwendig in teuren Anlagen zu LNG verflüssigt wurde, in teuren Schiffen über Ozeane hinweg nach Norddeutschland geschippert wird, um anschließend wieder in gasförmiges Gas umgewandelt zu werden. Das wird unser teuerster Strom werden. Aber wir werden uns das gerne leisten, weil Kernkraft- und Kohlestrom hässliche Gestalten der Vergangenheit sind.

 

Vielleicht ist es auch wissenswert, dass die Kapazität für die Rückvergasung eines LNG-Terminals 8 Mrd. Kubikmeter beträgt, wohingegen sich die Gasimporte aus Russland auf 140 Mrd. Kubikmeter  insgesamt belaufen. Diese Gasmengen beinhalten das gesamte Russengas, das über deutsche Pipelines zu allen Verbrauchern europaweit durch geleitet wird (ed. by Frédéric Simon, EURACTIV MEDIA NETWORK BV.). Wollen die Belgier, Österreicher etc. sich auch vom Russengas abkoppeln. Damit ist übrigens auch noch nicht der Gasbedarf der geplanten Gaskraftwerke abgedeckt, die für die abgeschalteten Kernkraft- und Kohlekraftwerke einspringen müssen. Die Grünen mit Habeck an der Spitze werden es schon richten. 

 

Gewöhnungsbedürftiger für die kritische Öffentlichkeit ist jedoch der freihändig vergebene Auftrag von Herrn Habeck an den Gashändler Trading Hub Europe über 1,5 Milliarden € für die Beschaffung von Erdgas. Sehr, sehr merkwürdig, wenn laut EU-Richtlinien Aufträge über 10.000,00 € bereits öffentlich ausgeschrieben werden müssen und auf einmal 1,5 Mrd EURO Aufträge ohne Ausschreibung vergeben werden. Aber Herr Habeck lernt ja noch und die 100 Tage Frist der Lernphase dieser Regierung ist ja noch nicht ganz abgelaufen.

 

Aber das ist noch lange nicht alles, woran wir uns gewöhnen dürfen. Selbst Kohle ist mittlerweile unerschwinglich teuer geworden, obwohl kein Mensch mehr Kohle will. Da soll angeblich kein Bedarf an Kohle vorhanden sein und trotzdem ist Preis für Importkohle im Hafen von Rotterdam innerhalb von 2 Jahren von 67 $/Tonne in der Spitze auf 270 $/Tonne angestiegen. Wie kommt das denn, wenn Deutschland und alle anderen Verbraucher in Europa massiv aus der Steinkohle aussteigen.

 

Bei den Preissteigerungen für strategische Rohstoffe sollten wir nicht Exoten, wie Rhodium vergessen. Erst mit der Dotierung durch Rhodium werden die heutigen Hochleistungskatalysatoren, zu dem was sie sind, höchst leistungsfähige Nachverbrenner von Kohlenwasserstoffen in chemischen und energetischen Prozessen. Seit 2 Jahren ist der Rhodiumpreis um 1000 % Prozent gestiegen und kostet heute 20.000 US/oz., das Zehnfache des ganz und gar nicht billigen Goldes. Russland ist weltweit der Hauptlieferant von Rhodium. 

 

Russland ist ebenfalls ein wichtiger Produzent von Nickel, das wir als Industriestandort in großen Mengen benötigen. Die Preise von Nickel sind in den beiden letzten Wochen um Hunderte Prozent senkrecht nach oben geschossen. Stündlich werden neue Preise angeschrieben. In der Spitze wurden über 80.000,00 Dollar/Tonne bezahlt. Früher lagen die Preise für Nickel in der Größenordnung um 15.000,00 Dollar/Tonne. Batterien für unsere viel gepriesene Elektromobilität benötigen große Mengen Nickel, was inzwischen bei den TESLA Produkten schon zu nennenswerten Preissteigerungen geführt hat. 

 

Ein weiterer Rohstoff, den wir in großer Menge aus Russland importieren, ist Ammoniak und daraus abgeleiteter Stickstoffdünger, der auf der Grundlage von Erdgas produziert wird. Dabei entfallen 80% der Betriebskosten auf Gas. Russland hat naturgemäß einen Wettbewerbsvorteil, da es nicht nur über billiges Erdgas verfügt, sondern darüber hinaus sehr preiswertes Kali anbieten kann. Die deutschen Düngemittelhersteller konnten diesem Wettbewerb nicht standhalten und haben ihre Anlagen weitgehend stillgelegt. Dummerweise haben die Preise für Stickstoffdünger in den letzten Monaten um 300% zugelegt. Viele Bauern sind kaum noch in der Lage diese Preise zu bezahlen. Wir werden die Auswirkungen dieser Preisexplosion im Herbst bei den Ernteerträgen bitter zur Kenntnis nehmen müssen. Übrigens waren die Erfinder der Ammoniaksynthese die Deutschen Haber und Bosch!

 

Der von vielen sich für besonders schlau haltenden Politiker geforderte Boykott russischer Rohstoffe ist alles andere als zielführend. Die Leidtragenden werden wir, die Untertanen sein, während Russland seine Rohstoffe trotzdem und dann über andere Kanäle verkaufen wird. Die Welt hungert geradezu nach Gas, Öl, Stickstoffdünger, Rhodium, Nickel, Weizen u.v.a.m., was Russland im Übermaß besitzt.

 

In den letzten Tagen entstand eine große Knappheit an Speiseölen. Auch die Preise von Rapsöl und speziell Sonnenöl gingen dramatisch nach oben. Die beiden Ölsorten kommen zu großen Anteilen aus der Ukraine und Russland.   

 

 

Gravatar: asisi1

Wer sich 16 Jahre Merkel gewählt hat, der ist für den heutigen Zustand Deutschlands mit verantwortlich!
Und die Schmerzen die jetzt kommen, können gar nicht groß genug sein!

Gravatar: Anton Stoeckl

Eine Energiewende mit Solar und Wind ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Das Jahr hat 8760 Std. Die mir bekannten Solranlagen bringen im Jahr + - 1 000 Std. Leistung. Windkraft erzeugt in Kuestennaehe ca. 30 % der Zeit Strom und im BW 14 % der Zeit. Nachts, speziell im Winter wenn am Meisten Strom gebraucht wird kommt von Solar ueberhaupt nichts. Es kommt haeufig vor das die Sonne scheint und auch der Wind weht. Dann haben wir zu viel was sozusagen durch Verkappung 1.3 Milliarden Euro / Jahr kostet um den uberfluessigen Strom gegen Bezahlug loszuwerden.. Zusammengenommen Wind und Solar kommen im Jahr bestenfalls eine Versorgungssicherheit von 2 400 Std. heraus..Kann mir bitte Jemand erklaeren wo die restlichen ca. 6 300 Std. an Elektrizitaet herkommen sollen wenn es im vergangen Jahr schon ueber 8 500 manuelle Eingriffe ins Stromverteilungsnetz bedurfte um einen europweiten Blackout zu verhindern??

Gravatar: Olaf Fröhlich

Deutschland sitzt in der selbstgestellten Falle

Ganz genauso ist es :-) und ich wünsche mir das diesen Stiefelleckern aus der Ampel endlich auf die Zunge gepisst wird! Lieber Präsident Putin, vertreiben Sie bitte diese Blutsauger der Ampelregierung Deutschland aus dem Bundestag. Ich weiß, wo gehobelt wird, fallen Späne, aber wenn diese Regierung weiter hier ist, habe ich nicht einmal mehr Späne.

Gravatar: Ulrich Müller

Das kapieren die Leute aber nicht. Auf Focus zb posten ziemlich viele Kommentatoren: "sofort Russengas abschalten, das bisschen frieren müssen wir in Kauf nehmen." Die begreifen nicht, dass da eins ins andere greift und die Folgen gravierend sein werden. Es muss wohl erst ziemlich übel kommen, bis (vielleicht) einige Dummichel aufwachen.

Gravatar: Werner Hill

Ja, wir sitzen in der Falle!

Aber - was in diesem Beitrag anklingt - auch unsere "Freunde", die uns in diese Falle geschoben haben, dürften nun immer nachdenklicher werden.

Wie sollen wir aus dieser Falle heraus wunschgemäß aufrüsten, das Klima retten, (nicht nur die Kriegs-) Flüchtlinge gut versorgen, die EU finanziell am Leben erhalten, die Ukraine (auch mit Waffen) unterstützen, Putin sanktionieren und Lockdown- und Impfschäden überwinden?

Und dann werden auch noch die bravsten Bürger grantig, weil die Corona-Maßnahmen und Impfungen nichts gebracht haben, weil die Preise explodieren und weil ihre Arbeitsplätze gefährdet sind.

Vielleicht ist das jetzt der Anfang vom Ende einer fremdbestimmten und selbstzerstörerischen Politik ...

Gravatar: Hans Meier

Liebe Frau Lengsfeld,
das mit der Falle, stimmt, aber die Falle wurde nicht von deutschen Politikern oder Parteien aufgestellt.
Darin hat Deutschland weder Übung noch Tradition, wir waren noch nie erfolgreiche Pelztierjäger und Fallensteller.
Bei uns entwickelte sich, zum Ärger der Briten, eine Industrialisierung immer erfolgreicher weiter und wuchs ein enormes technisches Wissen, was viel Neid und Begehren um Fachkompetenzen in Übersee auslöste.
Nun waren die Briten mit ihrem Empire so lange erfolgreich, das ein Kapital-Markt-Zentrum in London entstand.
Nachdem vor erst 8 Generationen Auswanderer aus Europa und aus Afrika, und anderen Regionen organisiertes Personal, einen extremen Reichtum in den USA erzeugt haben, sind dort die weltweit höchsten Kapital-Pyramiden gewachsen.
Diese Kapitalverwalter sorgen sich natürlich um den Erhalt ihrer Finanz-Pyramiden und beauftragen kluge Strategen, die vorausschauende Konzepte entwickeln, damit alle Großkapitalhalter auch in Zukunft ihre Freude am Erfolg haben. Das sind prämierte und hoch dotierte US-Thinktanks, die ganz tolle Politik entwickeln, und die haben zusammen mit unsrer „Klima-Schutz-Macht“, immer dafür gesorgt, dass in dem Teil in dem sie die Deutschen und die Welt samt Klima beschützen, damit keiner was anstellt, was ihnen nicht passt.
Tatsache ist, diejenigen, die diese tiefe Fallgrube gegraben haben, um so einen Bären zu fangen, hatten kein Jagdglück.
Im Gegenteil sie sind selbst heftig aufs Gesicht gestürzt, beim tiefen Fall in die Grube infolge von Gravitation.
Ich finde da hat so was wie kognitive Intelligenz zur logischen Konsequenz beigetragen, oder anders formuliert, Maulhelden sind auf die Fresse gefallen.

Gravatar: w.w.

der artikel trifft den nagel auf den kopf!!!!

Gravatar: Hajo

Die berühmte Geschichte mit dem technischen Fortschritt, wo die Ulmer einen Balken quer durch das Münsterportal ins Kirchenschiff tragen wollten und ihn nicht durch brachten.

Erst als ein ganz Schlauer einen Spatzen beobachtet hat, wie dieser einen Strohhalm längs im Schnabel in das Kircheninnere transportiert hat haben sie das Problem gelöst und die Grünen und Roten befinden sich immer noch in der Phase des Ulmer Querbalkens, aus dem sie vermutlich nie heraus kommen, weil sie mit ihrem Spatzenhirn die großen Aufgaben der heutigen
Zeit nicht bewältigen können und das wird mittlerweile nicht nur ein Transportproblem, sondern ein Statikproblem, was dann alles zum Einsturz bringen kann.

So kann die Geschichte fortgeschrieben werden, denn die Dummheit ist grenzenlos, während die irdischen Rescouren zur Neige gehen und uns ehedem auslöschen werden, was nur noch eine Frage der Zeit darstell.

Gravatar: Lutz

1.) Weg mit den Sanktionen!
2.) Nordstream 2 vollenden!
3.) Weg mit dem Scholz-Regime!
4.) Bildung eines Kabinetts aus Fachleuten!

Gravatar: Jürgen Kurt Wenzel

Nun bin ich doch dankbar ,den Mangel in der sowjetischen Besatzungszone ,,, DDR " ertragen zu dürfen !! Braunkohlenschutt und den ,, Wattfraß " der kontrollierenden Blauhemden an der Tür !! Doch ja ,wir hatten einen Ofen ,der auch Großmutters Socken und alles brennbare fraß und Wärme spendete !!!! Tja das wird lustig mit der Wohlstand verdorbenen Gutmenschengeneration !!!!Dann noch Stromausfall und das Handy tot !!!!!!!Massen dann dem Wahnsinn verfallen , plündernd und mordend durch nie erlebte Not !!!!

Gravatar: Heiko G.

Dem Artikel kann ich in allen Punkten voll zustimmen.

Leider sind viel zu viele Menschen in diesem Land nicht in der Lage, diesen Sachverhalt zu erkennen und so wird es zwangsläufig zum Totalzusammenbruch dieses Landes kommen.

Einer schweren Rezession in Europa und besonders in Deutschland, wird evtl. sogar noch eine jahrelange Depression folgen. Es ist unmöglich vorherzusagen, was danach politisch in diesem Land abgeht.

Ich sach nur: Rette sich wer kann!

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