Der Infokrieg eskaliert! (»Erst holten sie Alex Jones…«)

In einer offenbar koordinierten Aktion löschten Facebook, YouTube (Google), Apple und Spotify die Kanäle, Videos und Podcasts von »InfoWars« bzw. Alex Jones. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Und erst der Anfang.

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Interessantes Timing

»Nach lauter Kritik verbannte Spotify die Podcasts des Verschwörungstheoretikers Alex Jones aus dem Programm. Jetzt ziehen andere Plattformen nach«, berichtet das Handelsblatt. [1] Jetzt muss man das oft cholerische Auftreten oder gar die Ansichten von Alex Jones nicht mögen, um sich darüber Sorgen zu machen. »Laute Kritik« jedenfalls begleitet ihn seit Anbeginn. Der Mann ist gefühlt schon länger auf YouTube, als es YouTube gibt. Bisher war das kein Problem.

Bisher war allerdings auch die kulturmarxistische Hegemonie des linken Mainstreams unangefochten! Wen störten da schon ein paar polternde Exzentriker, die man bei passender Gelegenheit als Schreckgespenst vorführen konnte? Die Welt schien sich trotz allem in die »gewünschte Richtung« zu bewegen. Bis 2016. Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten gelten neue Spielregeln. Sein Aufstieg wäre ohne die breite Unterstützung im Internet, vorbei an den Mainstream-Medien, so nicht möglich gewesen.

Es ist folglich kein Zufall, dass ausgerechnet vor den »Midterms« [2] im Herbst bei unbequemen Stimmen wie Alex Jones der Stecker gezogen wird. Das wird vor den US-Wahlen 2020 noch ganz andere Ausmaße annehmen! Auch scheint Facebook aktuell vor den Landtagswahlen in Deutschland wieder »proaktiv« verstärkt Profile zu sperren und zu löschen, die im Verdacht stehen, die AfD ein bisschen zu sehr zu mögen. Das ist übrigens keine Spekulation meinerseits; sie haben bereits in der Vergangenheit ganz offen mit ihrer Manipulation geprahlt. [3] Was passiert dann erst 2019 vor den Europawahlen?

Gefahr für die Demokratie

Richtig gruselig wird es allerdings, wenn man bedenkt, dass hier vermeintlich konkurrierende Konzerne einträchtig am selben Strang ziehen. Gigantische Unternehmen, die praktisch den gesamten Zugang zum und den Informationsfluss im Internet kontrollieren. Google und Apple allein beherrschen 99 % des Smartphone-Marktes, ein »Daumen runter« in ihren App-Stores vernichtet willkürlich Existenzen. Wer von YouTube oder Facebook gesperrt, von Google nicht gefunden wird, hat ein echtes Problem.

Schlimmer noch: Neue Unternehmen, die sich Meinungsfreiheit auf die Fahnen schreiben, zerstört man regelmäßig finanziell, bevor sie zu Konkurrenten werden. Wie das möglich ist? Praktisch der gesamte Zahlungsverkehr im Internet wird von einer Handvoll Unternehmen abgewickelt: Allen voran PayPal, Stripe und die »klassischen« Kreditkarten-Unternehmen (Visa, Mastercard, etc.). Ohne deren Kooperation geht gar nichts. Opfer dieser Oligarchie wurden beispielsweise die politisch neutralen Unterstützer-Plattformen MakerSupport und FreeStartr. [4]

Damit ist vorerst auch jener Mechanismus außer Kraft gesetzt, der solche Fehlentwicklungen eigentlich korrigieren soll: »Der Markt«. Sorry, meine libertären Mitstreiter, aber der regelt gar nichts! Sehr wenige Monopolisten haben ihn unter sich aufgeteilt und halten sich (selbstverständlich!) nicht mehr an die Spielregeln. Warum sollten sie auch? Da durch diese erdrückende Macht die Meinungsbildung aktiv behindert und somit die Demokratie in ihrem Kern angegriffen wird, kann es nur eine Forderung geben:

Zerschlagt die Konzerne!

Ernsthaft. Das ist nicht gesund. Es gibt ja nicht zum Spaß Kartellgesetze und Regulierungsbehörden. Ohne Spielregeln und Schiedsrichter, die ihre Einhaltung durchsetzen, werden sich Monopolisten ebenso wenig selbst zügeln wie Politiker freiwillig Macht abgeben. Man muss sie dazu zwingen. Ob dabei eine Zerschlagung das Mittel der Wahl ist, wird sich zeigen. Wenn am Ende nur ein paar kleinere Unternehmen dabei heraus kommen, die doch alle weitermachen wie bisher, ist nichts gewonnen.

Sinnvoller wäre sicherlich (zunächst) eine Regulierung im Sinne öffentlicher Grundversorger. Ebenso wenig, wie einem die Stadtwerke Strom oder Wasser abdrehen dürfen, weil man »falsch« wählt, dürfte ein Facebook-Konto, ein YouTube-Kanal oder ein PayPal-Account unliebsamer Zeitgenossen gekündigt werden. Wer das für einen unzulässigen Eingriff in die Vertragsfreiheit hält: Kein Ding — ich komme gern mal mit’m Leo vorbei und entschärfe die Infrastruktur. Danach philosophieren wir bei Kerzenschein und lauwarmem Wein darüber…

Am Ende profitieren alle

Ich gehe davon aus, dass dieses Thema in den nächsten Monaten in den Fokus der amerikanischen Politik rückt. Die Globalisten haben den Bogen schlichtweg überspannt. Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, wo dieses Problem gelöst werden kann, dann in den USA unter Präsident Trump (wo, wenn nicht dort?). Immerhin ist er selbst von den Zensurpraktiken der asozialen Medien betroffen. [5]

Im Übrigen dürfen sich auch die scheinbaren Profiteure der aktuellen Repression freuen: Klar, wenn man keine Argumente mehr hat, muss man die Konkurrenz halt gewaltsam aus dem Weg räumen — ich verstehe das schon. Aber der Mainstream schwenkt nach rechts! Unaufhaltsam, und immer heftiger, je verzweifelter die Unterdrückungsversuche ausfallen.

Wem wollt ihr in zehn Jahren noch irgendetwas verkaufen, liebe Globalisten? Ihr werdet die »Underdogs« von morgen sein, die Demonetarisierten, die entplattformten Verlierer. Wäre doch schön, wenn bis dahin jemand (auch für euch!) mitgedacht und solcherlei Vorgehen generell unterbunden hat, oder nicht?

Der Infokrieg eskaliert

Bis dahin aber können sich die Damen und Herren Möchtegern-Weltenlenker schon mal auf harte Zeiten gefasst machen. Wir haben diesen Krieg nicht angezettelt. Wir verlieren ihn vielleicht sogar zeitweilig. Aber wir werden den Preis ihrer Siege derartig in die Höhe treiben, dass ihnen sogar Trump wie ein Heilsbringer erscheint. Auf sein Mitleid würde ich nicht hoffen. Und was mich betrifft: Mit Leid kenne ich mich aus.

[1] www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/infowars-apple-youtube-und-facebook-entfernen-umstrittene-verschwoerungspodcasts/22883720.html
[2] de.wikipedia.org/wiki/Halbzeitwahlen_in_den_Vereinigten_Staaten
[3] www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/facebook-loescht-zehntausende-konten-100.html
[4] freestartr.com/stripe-de-platformed-freestartr/
[5]
twitter.com/realDonaldTrump/status/1022447980408983552

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Rudi Busse

Leute, setzt auf freie, unzensierte Blogs und Websites statt in der selbstverschuldeten Abhängigkeit von Facebook, Twitter, Spotify etc. pp. zu bleiben !

Ich stehe genau wie die Verfasserin in Opposition zu Facebook, Twitter, Youtube, Spotify etc. pp. ABER: Diese Anbieter sind nicht "das Internet". Es sind private Unternehmen, die IM Internet ZUSÄTLICHE Kommunikationsmöglichkeiten anbieten, die zu sogenannten "Soziale Medien" ernannt wurden. Aber: Privatunternehmen sind und müssen gewinnorientiert handeln, nicht sozial! Das Internet steht unverändert jedem und jeder offen. Ein Blog zu öffnen ist schnell gemacht, zur Not bei einem ausländischen Anbieter.

Die "Gefahr für die Demokratie" geht nicht von diesen Unternehmen aus, sondern von dem Millionenheer der Nutzer, die sich bequem von solchen Unternehmen abhängig machen. Das Internet wird in D bis jetzt nicht blockiert. Chinesische Verhältnisse haben wir noch nicht.

In diesem Licht betrachtet ist das, was z.B. Alex Jones macht vergleichbar damit, als hätte z.B. J.Elsässer statt einer eigenen Website seit Jahr und Tag eine Kolumne in der TAZ und würde sich nun darüber aufregen, dass ihm dort "der Stecker" gezogen wird. Alex Jones sollte besser über seine eigene Website kommunizieren, statt die Resourcen eines gewinnorientierten Privatunternehmens wie YouTube auszubeuten. Hagen Grell z.B. ist ja auch nicht von YouTube abhängig, sondern bietet seine Videos auf deiner eigenen Website an. Wozu also YouTube?

Die Forderung kann also nicht lauten "Zerschlagt die Konzerne", sondern "Nutzt die Resourcen des Internet" --- und verwechselt gewinnorientierte Privatunternehmen nicht mit "Sozialen Miedien".

Gravatar: Andreas Berlin

Ach Mensch, Sina, warum holt mich die DDR immer wieder ein....

Gravatar: Miguel David

Sehr geehrte Frau Lorenz,

ja Sie haben recht mit der Aussage das der "Markt" garnichts regelt. Nur liegt die Ursache nicht im Wesen des Marktes sondern darin das der "Markt" als solcher im freiheitlichen Sinne des Wortes kaum noch existiert. Und wenn Marktsegmente eine Form und Grösse erreichen das sie für das Establishment kritisch werden schreitet sofort der Gewaltmonopolist ein um die Angelegenheit in seine Richtung zu lenken. Oder glauben Sie das die Medienkonzerne aus eigener Überzeugung zeitgleich regierungskritische Inhalte sperren? Das ist nunmal das Wesen des Gewaltmonopolisten: Immer wenn was nicht gefällt mehr oder weniger subtil mit dem Knüppel draufhauen. Wer das Gewaltmonopol steuert ist eine ganz andere Frage. Aber eindeutig ist das sich ein Gewaltmonopol (fast) immer zur Tyrannei entwickelt.

Gravatar: Tyll Ruhtenberg

Liebe Leute,
die Ausschaltung von Alex Jones ist der sichtbare Anfang des WWIII. 1984 kommt aus dem Internet , ist jetzt voll im Schwung.
Keiner hat mehr eine Chance. Die Chemtrails zeigen nach ca.40 Jahren überall ihre Wirkung, fast jeder zweite ist Autist.

Gute Nacht, schöne Großmutter

Tyll Ruhtenberg

Gravatar: karlheinz gampe

Richtig, man muss die antidemokratischen Lügen-Medien zerschlagen( enteignen). Der Rotfunk der verlogenen CDU Stasi Antidemokratin Merkel ist aufzulösen. Es können dann neue demokratische Unternehmen aus dem Freiraum wachsen.

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