China sollte Nordkoreas Regime aufgeben

Nordkorea entwickelt seine Atomwaffen und auch Trägerraketen zu deren immer ausgedehnteren Einsatz weiter und verschärft zugleich seine Rhetorik. Zuletzt drohte es damit, das Außengebiet der USA Guam anzugreifen. US-Präsident Donald Trump drohte seinerseits mit „Feuer und Macht“, sein Verteidigungsminister James „Mattis droht Nordkorea indirekt mit ‚Vernichtung des Volkes'“.

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Das ist der falsche Weg, da die Nordkoreaner am meisten unter ihrem mörderischen Regime leiden. Dieses sollte entfernt werden, wozu es vermutlich sogar genügen würde, Nordkoreas Präsident Kim Jong Un loszuwerden. Idealerweise ließe er sich seine lebensgefährliche Position für beispielsweise eine Milliarde US-Dollar abkaufen. Realistischer sind wohl ein Attentat oder eine sehr begrenzte militärische Operation.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum das bislang nicht geschehen ist. Erstens könnte das nordkoreanische Regime nicht nur Millionen eigene Bürger, sondern auch Millionen Südkoreaner mit in den Tod nehmen. Längeres Zuwarten führt jedoch zu einer zunehmenden Zahl an gefährdeten Menschen auch an weiter entfernten Orten (wie Guam, Japan oder langfristig sogar an der Westküste der USA). Zweitens braucht man unbedingt das Einverständnis oder besser noch die aktive Beteiligung von China. Sonst droht schlimmstenfalls der Dritte Weltkrieg. Auf jeden Fall ist Nordkorea ohne Billigung Chinas nicht zu haben. Umgekehrt könnte das Regime dort allein dadurch zusammenbrechen, dass China seine Unterstützung entzieht (so wie die DDR nach dem Ende der russischen Unterstützung sofort zusammenbrach).

China würde jedenfalls selbst stark davon profitieren, nicht mehr eine unberechenbare Atommacht mit Hungersnöten direkt vor der Tür zu haben, sondern einen friedlichen und prosperierenden Nachbarn. Ein Vorbild kann hier die deutsche Wiedervereinigung sein: Nach einer koreanischen Wiedervereinigung bliebe das Gebiet des heutigen Nordkoreas von ausländischen Truppen frei, die Zahl der koreanischen Truppen dort würde begrenzt, ganz Korea würde atomwaffenfrei und einen Nichtangriffspakt mit China unterzeichnen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Stasiopfer_in_USA

@Ich "Amiland ist abgebrannt." [????] Wir kommen raus aus der Krise. Deutschland nicht!

Gravatar: Franz K.

China wird Nordkorea niemals aufgeben, solange die USA Truppen in Südkorea stationieren, so einfach ist das. (Genauso wie China sich aus geostrategischen Gründen niemals aus Tibet zurückziehen wird.) Und selbst, wenn die USA sich zurückziehen sollten, wäre ein geteiltes Korea mit einem abhängigen Nordkorea für China strategisch gesehen unter fast allen Umständen besser als ein vereintes Korea. Ein solcher Staat hätte eine Bevölkerung von über 80 Millionen und ein enormes Wirtschafts- und Militärpotential, und das direkt vor der Haustür des chinesischen Kernlandes. Außerdem wären die USA aus der Sicht eines vereinten Koreas immer der natürliche Verbündete, einfach weil China nah läge während die USA fern wären. Kleinere Staaten handeln meistens nach diesem Schema, siehe auch das Baltikum, Polen, Ukraine usw. Man verbündet sich mit der weiter entfernt liegenden Großmacht gegen diejenige, an die man angrenzt.

Das einzige für China akzeptable Modell ohne Nordkorea dürfte in einem neutralen, demilitarisierten Korea liegen, mit dem für China verbrieften Recht einzugreifen, falls dieses Korea Anstalten machte, sich zu remilitarisieren. Möglicherweise müsste es sogar chinesische Truppenstationierungen auf koreanischem Boden geben. Um das einzuleiten, können die USA sich aus Südkorea zurückziehen. Südkorea hat eine dreimal so große Bevölkerung wie Nordkorea und eine um ein Vielfaches größere Wirtschaft. Das Land kann sich also sehr gut alleine gegen Nordkorea verteidigen. Für eine Nukleargarantie brauchen die USA keine Truppen in Südkorea, die kann ebensogut aus der Ferne gegeben werden. US-Truppen in Südkorea sind auch kein Pfand dafür, dass die USA eine Nukleargarantie auch einhalten, wenn Nordkorea Interkontinentalraketen hat. Vor die Alternative gestellt, ein paar tausend Soldaten in Südkorea oder Washington DC zu verlieren, würden die ebendort sitzenden amerikanischen Entscheider immer das Erstere wählen.

Die Forderung, China sollte Nordkorea aufgeben, ist reiner Atlantizismus. In Washington regiert der Tiefenstaat, und der bezieht einen bedeutenden Teil seiner Existenzberechtigung gerade daraus, dass er für allerlei eingeklemmte Klientelstaaten den großen Bruder und Weltpolizisten spielt. Die angestachelten und am Köcheln gehaltenen Konfliktherde ziehen sich wie eine Kette durch die eurasische Landmasse, rund um Russland und China herum. Wir in Mitteleuropa haben keinerlei Interesse daran, dass das ewig weitergeht, genauso wenig wie das koreanische oder irgendein anderes Volk.

Die Forderung muss lauten: USA raus aus Südkorea!

Gravatar: moritz

Womit wird eigentlich begründet das die VSA Trägerraketen mit Atomwaffen haben dürfen, NK aber nicht?
Wenn man die Aggresivität und die realen Taten beider Staaten vergleicht, dann wäre ein Verbot von amerikanischen Waffen viel logischer.

Gravatar: KritischeStimme

Unberechenbare Politiker (Trump)+hoerige Politiker (Merkel) sind eine gefaehrliche Kombination fuer Europa.
Das ist eine passende Gelegenheit diese gefaehrlichen Atombomben aus dem dichtbesiedelten Europa zu entfernen. Ueber den Einsatz von US-Atombomben entscheiden nur Amerikaner,und die haben mit allen Kriegen i/d Welt bewiesen das die nur auf USA Belange achten.Aus diesem Grund muss eine Stationierung in Europa abgewiesen werden.Nur wenn Europa das Sagen hat koennen US-Atombomben gelagert werden. Abgeordneter Voigt hat Recht,jetzt entscheidet die US ob Atombomben in Europa eingesetzt werden. Die Moeglichkeit das Atombomben zum Einsatz kommen in Europa,mit grossen verstrahlten Gebieten fuer die naechsten 1000 Jahre,wird mit jedem Agressionsakt seitens Nato/USA groesser.Das Wissen das explodierende Atombomben in Deutschland Merkels CDU NatoPolitik zuzuschreiben sind,wird uns dann nicht viel mehr nutzen
«Der geheime Staatsvertrag von 21. Mai 1949 wurde vom Bundesnachrichtendienst unter ‹Strengste Vertraulichkeit› eingestuft.
In ihm wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal der «Medienvorbehalt der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien bis zum Jahr 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die sogenannte ‹Kanzlerakte› zu unterschreiben hatte.

Gravatar: Marc Hofmann

China hat doch Nordkorea schon längst aufgegeben...nur wird dies China nie öffentlich zugeben....weil China sonst sein "Gesicht" verlieren würde....somit wird dies über die USA gelöst werden müssen...wenn die USA das Nordkorea Problem in die Hand nimmt, kann sich China neutral verhalten und somit sein "Gesicht" bewahren.
Vor allen dann, wenn der Erstschlag von Nordkorea ausgeht....also Nordkorea der Angreifer ist....China und die USA wie auch Russland, Japan, Südkorea haben sich über diese Strategie schon seit Monaten abgesprochen...Trump provoziert Nordkorea bewusst....man will den Erstschlag von Nordkorea...unbedingt!
Weder ein Clinton, ein Bush noch ein Obama waren und sind in der Lage so komplex und überlegt (knall hart) zu handeln wie es Trump und sein Team versteht.
Und sind wir mal ehrlich...jeder in Asien ist froh, wenn diese letzte Diktatur mit Nordkorea endlich fällt.

Gravatar: Picard

Das Heulen der US-Wölfe hat hoffentlich auch die Russen und Chinesen aufgeweckt. Stalin sagte Richtig: 'Da draussen lauert ein Wolf, er will unser Blut. Wir müssen alle Wölfe töten!

Gravatar: Elmar Oberdörffer

Die USA, Besitzer eines riesigen Arsenals von Atombomben und Trägerraketen mit globaler Reichweite, erregen sich darüber, daß ein anderer Staat Waffen gleichen Kalibers anstrebt. Mit welchem Recht? Der Besitz solcher Waffen und die Drohung mit ihrem Einsatz ist doch der einzig wirksame Schutz vor einem Angriff durch die USA. Die USA haben doch in den letzten Jahrzehnten schon viele Staaten angegriffen und zerstört, die nicht über solche Waffen verfügten und sich daher nicht wirklich wehren konnten.
Die Drohung von Kim Yong-Un, Guam anzugreifen, verstehe ich allerdings nicht. Die Zerstörung Guams würde den USA nicht wirklich wehtun, würde aber einen atomaren Gegenschlag provozieren, der Nordkorea vollständig zerstören und die Herrschaft Kims beenden würde. Gegen einen Angriff durch die USA kann Kim sich nur schützen, wenn er mit einem atomaren Gegenschlag drohen kann, der das Kernland der USA erreicht. Dazu muß er die Reichweite seiner Raketen noch ein bißchen verbessern.

Gravatar: Ich

Amiland ist abgebrannt!
Irgendwann trifft es nicht mehr die falschen, Herr Professor Dr. Alexander Dilger

Gravatar: Hand Meier

Vielleicht ist es gut sich über Guam zu informieren https://de.wikipedia.org/wiki/Guam
Es ist ein „Außengebiet“ der USA, ähnlich wie https://de.wikipedia.org/wiki/Diego_Garcia

Bei der politischen Streiterei mit Nordkorea bleiben mir eine Reihe ökonomischer Fakten völlig ausgeklammert, z. B. existiert eine Sonderwirtschaftszone in Nordkorea https://de.wikipedia.org/wiki/Industrieregion_Kaes%C5%8Fng

Dort werden die einzigen Devisen für Nordkorea erarbeitet.
Die beschäftigten Nordkoreaner werden wohl Arbeiten verrichten die für die Industrie Südkoreas wichtig sind.
Da Südkorea eine rege Autoproduktion unterhält halte ich es für möglich, das die Konkurrenzfähigkeit, mit niedrigen Preisen bei Chevrolet-PKWs, Hyundai usw. für den europäischen und amerikanischen Markt, ihre Kosten-Vorteile aus Nordkorea beziehen, und der verborgene Kern der Streiterei die „Bezahlung der Arbeits-Sklaven eines kommunistischen Systems“ sein könnte.
Denn Marketing-technisch ist ein ein hoher Image-Schaden zu befürchten wenn öffentlich würde „welche Auto-Marken sich auf dem Rücken kommunistischer Zwangsarbeiter“ sich im Wettbewerb befinden, denn wo man billigste Handarbeits-Kräfte in den Preisen immer schön drückt, da entstehen Feindschaften und keine Freundschaften.

Gravatar: Stephan Achner

".... , dass China seine Unterstützung entzieht ...":
Das wäre zwar schön, aber halte ich doch für reichlich naiv.

Warum sollte China diesem nordkoreanischen Diktator die Unterstützung entziehen? China ist - politisch betrachtet - doch selbst eine kommunistische Diktatur so wie Nordkorea. Und woher bezieht denn Nordkorea die technologische Unterstützung, um sein Raketenprogramm und seine Atomforschung durchzuziehen? Vielleicht hat ja sogar China seine Finger direkt drin. Und mancher in Peking freut sich sicherlich - mindestens im Sinne einer klammheimlichen Freude - darüber, dass sich der nordkoreanische Diktator direkt mit den USA anlegt.

Das Beste ist natürlich, wenn sich die USA mit China (und auch mit Rußland) einig ist, wie man mit dem nordkoreanischen Diktator und seinem irrsinnigen System umgehen soll. Der letzte einstimmige Beschluss im UN-Sicherheitsrat lässt hier sehr hoffen.

Aber wenn China dem nordkoreanischen System die Unterstützung entziehen wollte, hätte es dies schon längst tun können, in dem man einfach die chinesischen Grenzen zu Nordkorea durchlässig macht und jeden nordkoreanischen Fluchtwilligen aufnimmt und ihm chinesische Starthilfe gibt. So kann man einen diktatorischen Staat von innen ausbluten lassen, bis er irgendwann kollabiert. Da die Chinesen dies offensichtlich nicht tun, gehe ich davon aus, dass China weiterhin Nordkorea unterstützen will. Die einzige Frage wird sein, ob Peking dem nordkoreanischen Diktator im bilateralen Verhältnis hin und wieder kräftig auf die Finger haut. Mehr kann man wohl nicht erwarten.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Mattis droht Nordkorea indirekt mit ‚Vernichtung des Volkes'“….

Weil es seinen Führer liebt, unter dem es endlich aufwärts geht???

So legte Nordkorea hat einen eigenen Menschenrechtsbericht vor. „Das Fazit: In Nordkorea ist alles super, den Menschen gehe es gut und die Bewohner hätten das Recht, nicht gefoltert zu werden. Die Realität sieht anders aus.“ … http://www.focus.de/politik/videos/bevoelkerung-ist-gluecklich-nordkorea-legt-grotesken-menschenrechtsbericht-vor_id_4133905.html

Hören es die Deutschen von ihrer Göttin(???) nicht ähnlich – wobei m. E. auch hier die Realität anders aussieht? http://www.tagesspiegel.de/politik/merkel-in-haushaltsdebatte-den-menschen-in-deutschland-ging-es-noch-nie-so-gut/14881374.html

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