»Bring our boys home« — Warum geht nur ein Drittel?

Der angekündigte Rückzug von fast einem Drittel der in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten macht das Dilemma der gesamten westlichen Politik seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 deutlich.

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Der angekündigte Rückzug von fast einem Drittel der in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten macht das Dilemma der gesamten westlichen Politik seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 deutlich. Am Vorabend des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung am 3. Oktober hat man fast den Eindruck, daß hier in Teilen das nachgeholt wird, was eigentlich schon nach der Auflösung des Warschauer Paktes hätte umgesetzt werden sollen. Der Abzug amerikanischer Truppen ist überfällig. Seit dem Ende des Warschauer Paktes gilt das, was ein anderer amerikanischer Präsident, George Bush der Vernünftige, seinerzeit sagte. Mit der Sicherheitslage in Europa konnte diese Anwesenheit nicht mehr begründet werden. Die US-Truppen in Deutschland dienten der amerikanischen Kriegfsührung in allen Teilen der Welt und vor allem außerhalb des Geltungsbereiches des NATO-Vertrages. Dafür streifte man noch nicht einmal die Relikte des Besatzungsrechts auf dem Territorium Deutschlands ab. Mit dem Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut verbleibt Deutschland in einer unvertretbaren Sonderstellung in der NATO, denn keinem anderen Land wurden derartige Bestimmungen auferlegt.

Mit diesem zentralen Stationierungsgebiet Deutschland wurde nicht nur die NATO den UN als militärischer Dienstleister angedient und über den Jugoslawien-Krieg die kriegsverhindernde.Charta der Vereinten Nationen ausgehebelt. Die Vereinten Nationen wurden fortan zur Migrationsagentur für angelsächsische Global-Milliardäre, um bestimmte Staaten in der Substanz zu verändern. Deutschland ist dabei ein markantes Beispiel, wie die Äußerung eines ehemaligen Verteidigungsministers zum „fortdauernden Verfassungsbruch“ und der staatlich verordneten Aushebelung des deutschen Rechtsstaates deutlich macht. Den Ministerpräsidenten in deutschen Bundesländern, die jetzt Krokodilstränen in Richtung Washington vergießen, sollte man in Stammbuch schreiben, daß mittels der hier stationierten US-Truppen unsere Nachbarn nah und fern in die Steinzeit zurückgebomt worden sind. Millionen Menschen, die sich jetzt auch in Deutschland aufhalten, wurden durch amerikanische Dauerkrieg aus ihrer Heimat herausgebomt.


Als in Washington dämmerte, daß dies alles nur um den Preis des Substanzverlustes der USA selbst zu haben war, wurden die Beziehungen zu Moskau zeitgerecht vereist, um so etwas wie eine Schein-Legitimation für US-Truppen  in Europa aufrecht zu erhalten. 2012 paradierte noch die Bundeswehr auf dem Roten Platz in Moskau vor einem begeisterten Publikum. Das muß man sich heute in Erinnerung rufen, wenn die Beziehungen zu Moskau in Rede stehen. Jetzt trägt in Anbetracht heimischer Probleme noch nicht einmal mehr diese Linie. Wenn in Washington freundschaftliche Beziehungen zu anderen Staaten auf Dauer Bestandteil der US-Politik sein sollten, ist eine  Komplett-Revision der amerikanischen Politik überfällig und nicht der verbrämte Einstieg in den nächsten Weltkrieg.

Willy Wimmer, 30. Juli 2020

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Walter

ZU meinem Kommentar vom 10.8.2020 - 11:55
Bei der Aussage von "George Friedman" ist mir ein Fehler unterlaufen. Hier die Richtigstellung.


"Also das urzeitliche, urweltliche Interesse der USA, wofür wir seit Jahrhunderten die Kriege führten - erster und zweiter Weltkrieg und kalter Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht die uns bedrohen kann und unser Interesse war es, sicher zu stellen, dass dies nicht geschieht."

Dies ist die vollständige Aussage von "George Friedman.

Gravatar: Walter

Noch nie hat ein ehemaliger in hoher wichtiger Funktion tätiger Politiker diese Aussage gemacht, dass der Abzug der amerikanischen Truppen aus Deutschland schon längst überfällig ist.
Für diese offene und ehrliche Aussage haben Sie Herr "Wimmer" meinen RESPEKT und meine volle ZUSTIMMUNG.
Solange dies nicht geschieht ist unser Land als einziges in Europa nicht voll SOUVERÄN.

> Die Nato ist doch heute nur ein Bündnis um die Kriege der USA zur Sicherung ihrer Weltherrschaftspläne zu unterstützen<
>Mit dem Zusatzabkommen zum Nato - Truppenstatut ist Deutschland kein souveräner Staat, denn keinem anderen Land wurden derartige Bestimmungen auferlegt<

Wenn jemand glaubt, die herrschenden Eliten in den USA wären uns gut gesonnen, dann unterliegt er einer großen Täuschung. Deutschland ist für die USA ,wie es der frühere Sicherheitsberater "Zbigniew Brzezinski" einmal ausdrückte, nur ein tributpflichtiger Vasallenstaat und mehr nicht.

Die Nato - Staaten sind in Ihren Entscheidungen von den USA genauso abhängig wie die damaligen Staaten des Warschauer Paktes von Moskau.

( "Paul Craig Roberts", ehemaliges Mitglied der Regierung
von "Ronald Reagan" )

Noch exakter waren die Aussagen des Ehemaligen Chefs von Stratfor "George Friedman" auf dem Chicago Global Affairs am 3.2.2015.

" Also das urzeitliche, urweltliche Interesse der USA, wofür wir seit Jahrhunderten die Kriege führten - erster und zweiter Weltkrieg und KALTER KRIEG, weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann und unser Interesse war es sicher zustellen, dass dies nicht geschieht.
Dies ist vermutlich auch die Ursache, warum die USA und ihre Präsidenten die Nord - Stream - 2 Pipeline torpetieren, welche Deutschland braucht für eine sichere Energieversorgung des Landes.
Dafür gibt es aber vermutlich noch zwei weitere Gründe. Die derzeitige Gaspipeline von Russland nach Europa über die Ukraine könnte irgendwann marode sein und braucht große finanzielle Mittel die zur Sanierung notwendig wären, welche Deutschland dann nicht aufbrigen müsste, da wir von derselben nicht abhängig wären. Dann müssten wohl die USA ihre lieben ukrainischen Freunde finanziell unterstützen, was natürlich auch nicht in deren Interesse wäre und wenn, dann würden wohl die Durchleitungsgebühren in großer höhe ansteigen. Für Deutschland wäre die Nord - Stream - 2 eine sichere und preiswerte Gasversorgung. Auch ist unser Land damit nicht mehr erpressbar.

Ein weiterer Grund für die USA ist, sie wollen ihr teures Fräcking - Gas nach Europa verkaufen. Dazu müsste dann auch eine Pipeline vom Miitelmeer nach Europa gebaut werden um den Balkan und Osteuropa damit zu versorgen.Wenn natürlich Nordeuropa schon versorgt ist, wären die finanziell schwachen Südeuropäer wohl kaum in der Lage die nötigen Mittel dafür aufzubringen.
Damit nimmt man natürlich den USA die Möglichkeit, die Europäer fest an die USA zu binden.

Man sieht hier doch das große Interesse der USA. Im DEUTSCHEN Interesse wäre allerdings viel wichtiger, dass die US - Atomwaffen aus Deutschland abgezogen würden. Bei einem großen militärischem Konflikt mit Russland wäre Deutschland der atomaren Vernichtung preisgegeben. Die US - MIlitärs wissen das und haben dies auch so eingeplant wie man bei ihren Nato - Stabsübungen erkennen konnte. So ein Verhalten gegenüber Verbündeten ist nicht zu akzeptieren.
Um es mit den Worten eines ehemaligen CDU - Politikers auszudrücken, wem der Truppenabzug nicht passt, der kann ja auswandern.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Das muß man sich heute in Erinnerung rufen, wenn die Beziehungen zu Moskau in Rede stehen. Jetzt trägt in Anbetracht heimischer Probleme noch nicht einmal mehr diese Linie. Wenn in Washington freundschaftliche Beziehungen zu anderen Staaten auf Dauer Bestandteil der US-Politik sein sollten, ist eine Komplett-Revision der amerikanischen Politik überfällig und nicht der verbrämte Einstieg in den nächsten Weltkrieg.“

Unsere Göttin(?) und dadurch auch Allwissende(?) allerdings hat/te da einen Plan:

„Gemeinsam gegen Russland - Merkel will Pakt mit China schließen“!
https://www.n-tv.de/politik/Merkel-will-Pakt-mit-China-schliessen-article12538251.html

Warum wohl setzte sie ihn bis heute nicht um?

Weil eine brisante Studie enthüllte, dass im Gegenzug(?) längst China und Putin Deutschland immer mehr in die Zange nehmen – und der „große Verbündete“ alles noch schlimmer macht?
https://www.businessinsider.de/politik/welt/studie-deutschland-putin-china-merkel/

Muss unsere Allwissend-Allmächtige(?) etwa auch deshalb jetzt auf ´Putin` setzen??
https://www.tagesschau.de/ausland/merkel-putin-161.html

Sollte man US-Präsident Trump nicht auch schon wegen dieser scheinbaren Zusammenhänge zustimmen???
https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-trump-erklaert-merkel-fuer-verrueckt-1.2687898

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Wenn die USA ihre ,,zur Sicherheit gegen gegen dieses Tollhaus in Berlin " stationierten Truppen abziehen ,
öffnen sich Höllentore !!
Ich weiß ,nicht ob die Welt jemals in jeder Weise so verkommen war !!
Ein Glück ,daß ich mein Leben gelebt habe !!!!
-Wir schreiben hier nur gegen den Wind !!!

Gravatar: Tom der Erste

Angenommmen, nur mal angenommen, da ist etwas im Busch und da wird etwas gegen die Merkel-Diktatur geplant , würde ich da meine Familie nicht auch unauffällig aus der Schußlinie nehmen ? Ich kann ja in einem der Nachbarländer warten und bin bei Bedarf dann ganz schnell wieder da.

Gravatar: Oliver Hilgendorff

Herr @Sigmund Westerwick, mit Besatzern aus dem fernen Morgenlande und Afrika scheinen Sie aber keine Probleme zu haben , oder ?

Gravatar: Manfred Hessel

@Sigmund Westerwick , ich kann mir gut vorstellen , daß die sogenannnten " Besatzer " dieses Land ohne Bedauern verlassen. Wer Terroristen unter dem " Flüchtlings " Vorwand beherbergt

https://www.welt.de/politik/specials/911/article13594678/Unfassbar-Der-deutsche-9-11-Terrorist-Bahaji.html

sollte eigentlich ganz froh sein daß er noch nicht eine passende Antwort auf den Kopf bekommen hat.

Im Übrigen wäre es mir persönlich lieber wenn an jeder Straßenecke ein gut bewaffneter grimmig dreinblickender GI stehen würde anstatt irgendwelche dahergelaufene Strolche und ihre Antifa-Verbündeten bei Nacht und Nebel unsere Bürger terrorisieren.

Gravatar: Sigmund Westerwick

Der Abzug der Besatzer

Natürlich sollte ebenso wie im Osten auch die Besatzungsmächte Westdeutschlands endlich abziehen, nicht nur weil die USA von Deusghland aus Drohenkriege in aller Welt steuert, sondern auch weil über Deutschland die Osterweiterung der Nato Richtung Osten vorangetrieben wird.
Keine andere Macht hat innerhalb der letzten 30 Jahre so viele Kriege geführt wie die USA, und die NATO war fast immer dabei, wobei man sich klar sein muß dass das NA der Nato Nord Atlantik heisst, was also haben Natorstaaten in Afghanistan, Serbien, Lybien oder Syrien anderes zu tun als den Mist wegzuräumen, den die USA eingebrockt haben.
Das ganze Verhältnis USA Europa und NATO ist neu zu überdenken, und bis dahin ist es besser sich von den USA fern zu halten, und so kann es nur gut sein, wenn die USA Truppen aus Deutschland abziehen. Alles andere könnte als Beteiligung an Angriffskriegen ausgelegt werden.

Gravatar: harald44

Wer von den BRD-Politbanausen jetzt jammert, weil - endlich - die ersten US-Besatzungssoldaten abziehen, der ist in meinen Augen kein Deutscher, sondern ein Volksverräter.
Nur: Warum sind diese Leute, die unser Vaterland meinen hassen zu müssen, überhaupt hier und nicht bspw. in Timbuktu, Marrakesch, Beirut oder sonst irgendwo, wo der Pfeffer wächst!

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