»Bloß nicht Provozieren« – Alice Schwarzer und die Taliban

Eigentlich ist Frau Schwarzer nicht für ihre Nähe zu Islamisten bekannt. Allerdings argumentiert sie wie die Taliban.

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Eigentlich war Frau Alice Schwarzer schon für eine ganze Weile nicht mehr in den Schlagzeilen. Das muss für eine wie sie schwer erträglich sein. Also braucht sie ein aktuelles Thema und eine Meinung, die provoziert. Beides hat die Frauenrechtlerin jetzt gefunden: Den Ukraine-Krieg und ihre seltsame Aufforderung an die Ukrainer, sich den russischen Gewalttätern zu ergeben, weil sie sonst nur noch mehr Gewalt auf sich ziehen.

Die Kritik an ihrer Stellungnahme in Form eines Offenen Briefes kam prompt und fiel heftig aus. Sie ging bis zum Vorwurf, menschenverachtend zu argumentieren.

Nun hat die Herausgeberin der Emma nachgelegt. Sie kritisierte den ukrainischen Präsidenten Selenskyj und rief ihn dazu auf, Präsident Putin nicht weiter »zu provozieren«. Was konsequent ist.

Denn auch wenn es keiner sehen will – aber Frau Schwarzer argumentiert die ganze Zeit in Kategorien, gegen die sie völlig zu recht seit Jahren gekämpft hat. Das zeitliche Zusammentreffen mit einem anderen Geschehen macht das deutlich.

Afghanistan – ein anderes Land, ein anderer Kriegsschauplatz. Nach weit über 40 Jahren Krieg liegt das Schicksal der Völker am Hindukusch wieder in der Hand von Islamisten. Fast ein halbes Jahrhundert Krieg: Krieg gegen Russen, Krieg gegen Amerikaner, Krieg gegen eine internationale Koalition. Seit letztem Sommer sind die Taliban wieder an der Regierung. Und gestern haben sie eine wichtige und bezeichnende Verordnung erlassen: Frauen müssen ihren ganzen Körper verhüllen. Am besten, sie kriechen in eine Burka. Das sei, so der Taliban-Anführer Hibatullah Achundsada, »traditionell und respektvoll«.

Was hat diese sicher nicht unerwartete Verordnung einer islamischen Regierung mit der Ukraine zu tun? – Ganz einfach. Die Begründung des Taliban-Chefs für diese frauenverachtende Verordnung ist die gleiche, mit der Alice Schwarzer den Ukrainerinnen rät, sich den russischen Gewalttätern zu ergeben. »Jene Frauen, die nicht zu alt oder zu jung sind, müssen gemäß den Scharia-Richtlinien ihr Gesicht mit Ausnahme der Augen bedecken«, erklärt der Ober-Islamist Achundsada, um »Provokationen« bei der Begegnung mit Männern zu vermeiden. Die beste Art der Bedeckung sei die Burka. Aber am besten blieben die Frauen überhaupt zu Hause.

Beide, Schwarzer und Achundsada, sehen also im Verhalten eines Opfers eine Provokation der Täter. Und auch das ist absolut richtig. Jedes Opfer ist für den Täter eine Provokation. Es provoziert zur schändlichen Tat. Hinter den Bergen bei den Afghanen die Männer, hinter der polnisch-ukrainischen Grenze die Russen. Die Frauen, die Ukrainer sind Schuld, dass die Männer, die Russen gewalttätig werden.

Diese Begründung ist natürlich uralt, falsch und erbärmlich. Aber noch erbärmlicher wird sie, wenn eine Vertreterin der Frauenbewegung sie einsetzt, um Ukrainerinnen zu zwingen oder sie zumindest dazu zu bewegen, sich unter der Knute ihrer Quäler zu beugen. Um im Bild des männlichen Quälers zu bleiben. Frau Schwarzer rät einer Frau, das rettende Frauenhaus zu verlassen, weil ihr Clan sie sonst töten könnte. Und ein bisschen Respekt vor dem Clan-Chef kann schon nicht schaden.

Dass ausgerechnet eine Frauenrechtlerin auf diese perfide Verdrehung verfällt, hat seinen Grund. Für sie, für Alice Schwarzer, lieferte die Rede von den Rechten der Frauen immer nur einen Grund, sich in den Medien präsentieren zu können. Dazu brauchte es die schon angesprochenen provokanten Thesen, wie die Rede vom Tampon, das Frauen nicht dauergeil machen würde. Die Rede von Frau Schwarzer mag saudumm sein. Aber sie bleibt in der Erinnerung haften. So wie ihr Aussehen, das sich seit 40 Jahren nicht ändert.

Mir ist eine andere Szene in der Erinnerung haften geblieben. In einem amerikanischen Western wird ein Frau von mehreren Männern bedroht. Entschlossen, sich zu wehren, zerschlägt sie eine Flasche und droht, wenigstens einem der Täter das Gesicht zu zerschneiden. Ich würde keiner Frau dazu raten, sich bis zum letzten zu wehren. Aber ich würde sie auch nicht auffordern wollen, sie hätte sich zu ergeben. Zumal die Ukrainer über die Waffen verfügen, Widerstand, erfolgreichen Widerstand gegen Putins Schlächter zu leisten.

Natürlich ist das eine Provokation. So wie die Versenkung eines Kreuzers der russischen Flotte vor der ukrainischen Küste. Eine Provokation, über die man sich freut. Nicht nur in der Ukraine.

Frau Schwarzer weiß davon nichts. Sie ist in einem Wohlfahrtsstaat groß geworden, den die US-Amerikaner den Westdeutschen schenkten. Mit all den erbärmlichen Intellektuellen, die sich in ihren kleinbürgerlichen Luxusproblemen ergehen. In denen niemand mehr weiß, was es bedeutet, für seine Freiheit zu kämpfen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: karlheinz gampe

CDU STASI Merkel, CDU von der Leyen, SPD Scholz, SPD Steinmeier sind Kriegsverbrecher, denn sie sind am fernem Hindukusch eingefallen um angeblich die Deutsche Freiheit gegen den Islam zu verteidigen! Dann haben sie genau diesen Islam nach Deutschland geholt ! Hoch- und Landesverrat! Sie sind verantwortlich für viele Tote, Hunger, Not und Elend im jetzigem Afghanistan. Wenn man Idiot ist sollte man keinen Krieg in fernen Ländern führen, denn der Herr hat sie geschlagen und diese kriminellen, ungebildeten Idioten wollen schon wieder Krieg führen! Sie sind lernresistent! Diese kriminellen BRD Kreaturen gehören vor das Kriegsverbrechertribuna! Ob Putin ein vergleichbarer Idiot ist, dass ist zurzeit nicht zu erkennen! Ihr Die Argumentation des Autor ist wie immer schlecht! Er nimmt Kriegspartei für die kriminellen Lakaien der USA, die auf Kosten anderer einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine führen. Wer zählt die deutschen Todesopfer der kriminellen US Büttel ?

Gravatar: Uwe Lay

Aber die Taliban waren doch die "Guten", als sie mit der militärischen Ausrüstung durch den Westen die russischen Truppen besiegten und Afghanistan befreiten! Jetzt machen sie doch nur, was sie immer schon vorhatten.
Zudem: Daß die Ukraine durch ihre Politik der Integration in die Nato die Sicherheitsinteressen Rußlands verletzte, kann man nicht einfach als "Provokation" abtuen.Der Krieg ist wohl als eine Überreaktion auf den Aufbau dieses gegen Rußland ausgerichteten Frontstaates zu beurteilen.Außerdem geht es jetzt schon nicht mehr um eine Verteidigung der Ukraine, sondern: Die Nato will, daß die Ukraine diesen Krieg gegen Rußland gewinnt. Warum sollte da die Ukraine Frieden wollen, wenn sie hoffen kann, den Krieg zu gewinnen dank der dem russischen Kriegsgerät überlegenen Natowaffen?
Uwe Lay Pro Theol Blogspot

Gravatar: Elke

Alice Schwarzer, geb. 3. Dez. 1942

Ich bin Jahrgang 1947, hatte im Leben viele Kontakte und war geübt im Umgang mit den Menschen. Jedoch nunmehr komme ich mit älteren Frauen auch nicht mehr klar und werde als Esel missbraucht. Die eine, Anfang 80 J. dreht das Gespräch immer so, dass sie auf die von mir geschätzte afd zu sprechen kommt und scheißt mich dann zusammen. Die andere, einst Lehrerin, hält lange Vorträge, die ich natürlich unterbreche, weil ich kein Interesse auf lange Vorträge habe. Es ist nicht zum Aushalten.

Also alles eine Altersfrage, bzw. ungelebtes Leben und somit beende ich meinen Kommentar.

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