Mehr als Sex

»Aktionsplan« Ba-Wü ist Attacke auf Kirchen

Es geht im baden-württembergischen »Bildungsplan« nicht nur um die Bildung. Der dazugehörige »Aktionsplan« enthüllt: Eine neue Herrschaftsform soll her. Das betrifft auch die Kirchen.

Foto: Florian Plag / flickr.com / CC BY 2.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Reportagen | Schlagworte: 1984, Aktionsplan, Baden-Württemberg, Bildungsplan, Birgit Kelle, Christen, Diskriminierung, George Orwell, Gesellschaft, Juden, Kirchen, LSBTTIQ, Minderheiten, Muslime, Transformation, sexuell
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Die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs macht weiterhin Druck: Ungeachtet aller Proteste und ungeachtet aller beschwichtigenden Aussagen von Regierungsvertretern arbeitet man heimlich, still und leise weiter an der Transformation der Gesellschaft, damit Homosexuelle und andere sexuelle Minderheiten in der »schönen neuen Gender-Welt« (Birgit Kelle) auf ihre Kosten kommen. Das geht aus einem Dokument hervor, das – wie gut unterrichtete Kreise sagen – gleich mehrfach von an dem Prozess Beteiligten an die Öffentlichkeit lanciert wurde.

Es handelt sich bei dem achtseitigen Papier um einen »Aktionsplan ›Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg‹« (PDF), eine umfangreiche Ideensammlung zur Förderung der Interessen von sexuellen Minderheiten – die unter Abkürzungen wie LSBTTIQ firmieren –, die nichts auslässt. Unterteilt sind die Maßnahmen in sechs Bereiche, die noch einmal jeweils sorgfältig ausdifferenziert werden. Jede der rund 200 Maßnahmen ist mit den Farben Grün, Gelb oder Rot unterlegt. Was grün unterlegt ist, soll in den »Aktionsplan« aufgenommen werden, was gelb unterlegt ist, soll weiter in den Arbeitsgruppen diskutiert werden, was rot unterlegt ist, soll ebenfalls aufgenommen werden, aber ohne dass eine Umsetzung angestrebt werden soll.

Eins muss man den Autoren des Papiers lassen: Sie haben eigentlich an alles gedacht: Ob Kinder und Jugendliche oder Senioren, ob den medizinischen Bereich oder die Verwaltungsbehörden, ob Aufträge an die Ministerien (»Aktionstage politisch unterstützen«) oder den Duden-Verlag (»Kritische Betrachtung des Dudens«) – der Anspruch, für mehr »Akzeptanz« nicht-heterosexueller Lebensweisen zu sorgen oder wenigstens sie zu fördern, ist umfassend, und kann, wie es Birgit Kelle tut, in der Tradition von George Orwells Dystopie »1984« gesehen werden.

Den Kirchen an den Kragen

Zum Beispiel sollten sich die Kirchen vorsehen – ihnen könnte es, wenn der »Aktionsplan« angenommen wird, wahrhaft an den Kragen gehen. »Grün« ist zwar erst eine Idee: Man möchte, vorsichtig formuliert, mit den Kirchen über Fragen der Diskriminierung und Gleichbehandlung ins Gespräch kommen. Mit »Gelb« sind zwei Forderungen unterlegt, die recht schwammig sind: Man möchte eine »offene Diskussion über Tendenzschutz von Kirchen« führen und die »Sichtbarmachung von gläubigen LSBTTIQ-Menschen« erreichen. Wie, bleibt unerwähnt.

Im »roten« Bereich wird das Papier aber schon etwas präziser, auch wenn manche Forderung immer noch im Ungefähren bleibt. »Seelsorge für TTI-Menschen aus der Lehrerschaft«, »Ermöglichung von kirchlichen Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare« und »Queere Gottesdienste«. Auch die Forderung nach einem »Runden Tisch mit allen gesellschaftlichen Akteuren (Kirchen, Staat, Gesellschaft)« ist wohlfeil, schnell aufgestellt und schnell vergessen. Schließlich kann man viel fordern, aber wenn der andere nicht will, dann nützt das alles nichts. Da sind die Forderungen »Keine Unterstützung von bzw. keine Vergabe von Aufträgen an Institutionen, die diskriminieren (wie z.B. Kirchen)«, »Kirchen dazu aufrufen, keine Diskriminierungen gegenüber LSBTTIQ-Arbeitnehmer/innen durchzuführen« und »Kirchenrecht unter das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) ordnen« schon relevanter, denn hier kann der Staat schließlich selbst handeln und ist nicht auf die Mitarbeit der Kirchen angewiesen.

Die Luft zum Atmen genommen

Bemerkenswert an den Forderungen, die an die Kirchen gestellt werden, ist, wie unbekümmert man seinen Fantasien freien Lauf lässt. Was die Kirchen wollen, die ja »mitspielen« müssten, wird geflissentlich ignoriert. Dass sie eine Lehre vertreten, die nicht mal eben so abgeändert werden kann, weil »Kirche« eben nicht nur der Gemeindepfarrer ist, der mal eben ein homosexuelles Paar segnet, haben die Autoren des Maßnahmenkatalogs offensichtlich nicht verstanden (bei den Katholiken spielt ja zum Beispiel auch der Papst eine Rolle). Gravierender indes ist, dass man sich auch nicht im Geringsten um die geltende Rechtslage kümmert, sondern entweder munter drauf los fabuliert oder unverhohlen Vorschläge macht, die ihr zuwiderlaufen. Ist das Ignoranz oder Frechheit, Phantasterei oder schon Größenwahn?

Dass der Islam nicht direkt erwähnt wird, ist übrigens bezeichnend. An anderen Stellen hat man zwar auch Migranten mit Sprachschwierigkeiten im Visier, wo mit Sicherheit an Zuwanderer aus islamischen Ländern gedacht worden ist. Aber die islamische direkt anzusprechen, das wagt man dann doch nicht. Nebenbei bemerkt: Das ist der Blinde Fleck von vielen linken und »queeren« Aktivisten, die sich lieber risikofrei an den Kirchen, vornehmlich der katholischen mit dem Papst, weniger an den nicht so ernst genommenen evangelischen abarbeiten, als auf die viel größere Gefährdung homosexueller und sonstwie gearteter Lebensweisen hinzuweisen, gar ihr zu entgegnen, die aus dem islamischen Kulturkreis kommt.

Die Kirchen werden von den Autoren des Maßnahmenkatalogs nur als einer von vielen Ansprechpartnern oder besser: Zielen genannt, und das auch nicht besonders prominent. Allerdings lässt sich an diesem Beispiel zeigen, dass die Verfasser ein doppeltes Ziel verfolgen. Zum einen ist die Förderung sexueller Minderheiten für sie sehr konkret eng verbunden mit dem Kampf gegen die Kirchen, in denen sie offensichtlich immer noch (und durchaus zutreffend) ein besonderes Hindernis auf dem Weg zur Anerkennung und Erfüllung vermeintlicher Rechte vermuten. Zum andern zeigt sich hier, mit welchen Methoden sie dieses und andere Ziele durchsetzen wollen, nämlich mit unscharfen Begriffen und verwässerten Kriterien. Aufgeweckte Zeitgenossen wissen, dass man damit Standards – womöglich gegossen in Gesetzesform, aber der Staat, also der Inhaber des Gewaltmonopols, hat da viele Möglichkeiten – schaffen kann, die den Regierungen alle Möglichkeiten zur Herrschaft geben und der Zivilgesellschaft die Luft zum Atmen nehmen.

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Die nächste DEMO FÜR ALLE ist morgen, Samstag, 21. März in Stuttgart.

Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karin Weber

Es wird Zeit für einen Aufstand der Anständigen. Petitionen und Demos verhindern das nicht. Auch die Auflösung der nationalen Souveränität muss gestoppt werden, weil genau die eine solche Entwicklung fördert und unumkehrbar macht. Ich glaube nicht mehr daran, dass das friedlich passieren wird. Dieser Wahnsinn wird Menschenleben kosten und schuld daran ist die politische Klasse.

Gravatar: Klartexter

Strafe muss sein. Wer hat denn die Rot-Grüne Mehrheit in BW und damit diese Regiertung gewählt. Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Glatteis, wie die Damen und Herren Wähler(innen) in BW. Wer mit dem Bauch denkt, irrt sich.

Gravatar: Klingler

Wie heisst es doch so schön "Die Revolution frisst ihre Kinder". Auch diese abartigen Denker werden ihrer gerechten Strafe zugeführt. Wie Frau Weber schon ausführte, es kann nur noch zu einem Aufstand kommen, da ja alle demokratischen Spielregeln in "unserer sogenannten Demokratie" einseitig nicht eingehalten und beachtet werden. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Gravatar: H.Roth

Hier wird von Kirchen im Allgemeinen gesprochen. Genauer betrachtet gibt es ja nur von der katholischen und in anderen Ländern von der orthodoxen Kirche Kritik an der Genderideologie. Die Evangelische Kirchen - bis auf wenige mutige Ausnahmen, wie Herr Latzel - ist keineswegs passiv, sondern aktiv an der Genderisierung beteiligt. Der erste Werbefilm für Gendertoiletten stammt von der EKD. Lesbische Pfarrerinnen, sowie die von Frau Kelle erwähnte Vikarin, sind keine Seltenheit. Ein Pfarrer und Vater von 7 Kindern ließ sich zur Frau umoperieren und bekam dafür Applaus. Ideologisch ist die EKD ja kaum noch von den Grünen zu unterscheiden. Ich habe auch stark den Eindruck, dass gerade Feministinnen gerne Pfarrerinnen werden, weil sie von der ehemaligen "Männerdömäne", der Kanzel, Macht ausüben können. Würde endlich die Kirchensteuer und der Beamtenstatus socher Personen abgeschafft werden, und die Versorgung direkt durch die Kirchengemeinde wiederhergestellt, gäbe es noch ein Fünkchen Hoffnung zur Besserung der EKD. Ansonsten tut es keinem leid, wenn sie - mitsamt ihrer "Genderbibel" - in ihrem bunten Sumpf untergeht.

Gravatar: Stephan Achner

Den Kirchen geht es an den Kragen? Aber sicher nicht allen Kirchen - denn dank der grünen Unterwanderung der EKD wird die bereits genderverseuchte evangelische Kirche die Aktionsplan-Verantwortlichen mit offenen Armen empfangen und die Aktionsplaninhalte mit protestantischem Übereifer umsetzen. Da gehe ich jede Wette ein.

Gravatar: Dr. Gerd Brosowski

In einer Anekdote heißt es, in Byzanz, dem nachmaligen Istanbul, hätten sich Theologen heftig über der Frage zerstritten, wieviele Engel denn auf eine Nadelspitze passten, während vor den Mauern die osmanischen Sturmtruppen heulten und sich auf die entscheidende Attacke vorbereiteten.

Heute bombt sich eine bluttriefende Terrorgruppe namens ISIS an Europa heran, schlachtet an der Küste des Mittelmeeres vor den Fernsehkameras der ganzen Welt Christen, schleust ihre Killer in unsere Länder ein und verkündet auf allen erreichbaren Nachrichtenkanälen, dass sie uns versklaven oder schlachten, unsere Frauen und Mädchen zu Tode vergewaltigen will. Und wir müssen derweil unsere Kräfte darauf verwenden, unsere Kinder vor dem Zugriff der Gendersekte zu bewahren.

Vielleicht wird man eines Tages die Anekdote erzählen, wie sich die letzten Christen in Westeuropa mit Irren herumschlagen mussten, die in den Schulen statt des Übens von Rechnen, Schreiben und Lesen das Training mit Gummimuschis einführen wollten, während im Orient und bereits mitten unter ihnen die Schlächter ihre Messer bereitlegten, um ihnen allen die Köpfe abzusäbeln.

Gravatar: Freigeist

Gehen Sie mal als Gast zu einer grünen Stadtversammlung. Sie werden staunen, wie viel Gläubige sie dort antreffen werden. Ich habe es mal gewagt, auf solch einer Versammlung als Atheist mich zu melden. Es waren dort mehr Menschen gläubig als ich erwartet habe. Von den Grünen wird Gottesglauben kaum bedroht. Das Gender-Thema bedroht nicht den Glauben, allenfalls hinterletzte Meinungen der Karnevalisten-Bischöfe mit ihren bunten Kleidchen.

Gravatar: H.Roth

Ich empfehle ihnen in der Bibel einmal das Buch "Richter" zu lesen. Da wird deutlich, dass auf einen "inneren Zerfall" (Und die Kinder Israels taten wieder was böse war in den Augen des Herrn), immer auch eine Bedrohung von Außen, durch Feinde Israels, erfolgte. Sozusagen als Erziehungsmaßnahme, durch die eine Rückbesinnung und Korrektur erreicht wurde. Das sind historische Berichte, aus denen wir etwas lernen sollten.

Gravatar: Wojf Köbele

Leider habe ich in den 60er Jahren für die Abschaffung des §175 StGB mitgekämpft. Beabsichtigt war die Entkriminalisierung eines "Versehens" der Natur, nicht die Entfesselung des schwulen Herrschaftsanspruchs über die sexuell naturkonform Orientierten. Und leider setzte ich mich auch für die Frauenemanzipation ein...
Daß die Homosexualität eine Perversion darstellt, demonstrieren uns alljährlich die Schwulen augenfällig auf den Christopher Street Days. Ich frage mal, ob jetzt auch die Abqualifizierung von Sadismus/Masochismus, Pädophilie, Nekro- oder Koprophilie usw. als Perversionen mit Wirkung des Inkrafttretens eines "Bildungskonzepts" der Grünen zu den amtlich anerkannten Phobien zählen wird.
Mit welcher Berechtigung wird in sensible Erziehungsbereiche der Eltern derart gewaltsam eingegriffen? Gilt das Erziehungsprivileg der Eltern nicht mehr? Was die Biologie, die Anthropologie, die Neurologie über die Bedürfnisse der Kinder zu sagen haben, interessiert das Gesindel, das seit einer Generation die "Deutungshoheit über den Stammtischen" okkupiert hat, nicht.

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