Kinderarbeit für die Energiewende

Kobalt: die schmutzige Seite des guten Öko-Gewissens

Unsere saubere Welt des guten ökologischen Gewissens hat eine schmutzige Gegenseite. Für Handys und Computer, besonders für E-Autos und Batterien wird ein seltener Rohstoff benötigt: Kobalt. Der wird unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen, die nun ans Tageslicht gekommen sind.

Batterien Pixabay
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Lebenswelt, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: African Resources Watch, Amnesty International, Apple, Demokratische Republik Kongo, Elektroautos, Kinderarbeit, Kobalt
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Die größten Vorkommen befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo, die mehr als die Hälfte des globalen Kobaltbedarfs deckt. Die Bedingungen, unter denen da Kobalt abgebaut wird, sind ruinös für den Menschen und für die Umwelt.

Amnesty International und African Resources Watch hatten schon vor gut zwei Jahren nachgewiesen, dass bereits Kinder ab sieben Jahren ihr Leben und ihre Gesundheit im Kleinbergbau von Kobalt im Kongo riskieren. 

Nun hat der Stern das Thema zum Skandal gemacht und berichtet, dass in einem neu veröffentlichten Bericht von Amnesty International etwa 30 Namen von Top-Unternehmen auftauchen, die alle mit Kobalt zu tun haben. Unter ihnen sind Apple, Samsung, Sony, BMW und Volkswagen. Den Konzernen wird vorgeworfen, dass sie von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo profitieren und dass sie mangelnden Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen zeigen.

Kobalt ist der Grundstoff für unser elegantes Hightech-Luxus-Lebens und unser gutes ökologisches Gewissen. Kobalt ist nicht nur für Handys wichtig, sondern auch ein Schlüsselelement für Autocomputer und Batterien. Die Kobalt-Nachfrage wird durch den steigenden Bedarf an effizienten Energiespeichern in Elektroautos, Smartphones und für erneuerbare Energien noch weiter wachsen.

»Time to Recharge« heißt deshalb auch der Artikel, der die dunkle Seite des reinen Umwelt-Gewissens auslotet. »Recharge« heißt so viel wie Wiederaufladen, wie man es von Akkus kennt. Denn darum geht es: um Batterien und Akkus.

Das ist auch die schwache Stelle der Energiewende, die nun in Bonn und bei den Sondierungsgesprächen verhandelt wird. Da Wind und Sonne unzuverlässig Strom liefern, kommt der Speicherung von Energie zentrale Bedeutung zu. Noch hängt unsere Energieversorgung an Kohle und Kernkraft. Die alternativen Energien hängen an Kobalt.

 

 

Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

Warum sollten sich eine Göttin der Mega-Vielfaltigkeit zusammen mit den Führungskadern der FDP und der Grünen ausgerechnet für die Würde der Menschen und deren Kinder im Kongo interessieren?

Geht es ihnen etwa nicht in erster Linie um die Aufrechterhaltung der ´westlichen` Wirtschaft und den Wohlstand von deren Führungen – besonders aber der Eigenen???

Gravatar: die Vernunft

Das ist nur die Spitze des Eisbergs, den auch die grüngetarnten lobbygesteuerten Abgeordneten zu verantworten haben. So gibt es z.B. kaum noch Trockenrasierer ohne Akkus. Mit deren Lebensende endet auch deren Funktion, das ist der Grund! Auch die vielen Kleinverbrenner in Rasenmähern und Laubbläsern. Frühe nahm man eine Harke oder Forke, aber das bringt nicht genug Lärm, Gewinn und unkontrollierbaren Umweltdreck!

Das beste Beispiel, wie schlecht die Selbstverpflichtungen der Industrie funktionieren, zeigt sich am Beispiel Microplastik! Wieder schädigen und zerstören wir nachhaltig Leben mit neuen Stoffen, die die Natur nicht abbauen kann, und die letztlich auch im Menschen landen. Oder nehmen wir den Dieselabgasskandal, hingenommen durch den bewußten Betrug von einer informierten Regierung! Nichts ist so verlogen, wie unsere lobbygesteuerte gewissenlose verlogene Politik!!!

Gravatar: Dietmar Fürste

Indem uns 'alternative' Energiequellen als so genannte "erneuerbare" (Wind und Sonne) verkauft und uns allen die Kosten dafür längst per Gesetz (EEG) aufgezwungen werden, bleibt die Frage der Energiespeicherung zur unabdingbaren Grundlast-Sicherung dieser Texhnik - wie im Artikel berichtet - ungelöst.

Es wird also auch hier ungerührt mit der Lüge operiert, dass es eine "saubere" Sache sei und die Endlichkeit der Vorräte an Kobalt, Lithium und anderen seltenen Erden wird ebenso ausgeblendet, wie die Unhaltbarkeit der Lügen über einen bevorstehenden Klima-Kollaps wegen unserer zu hohen CO2-Emissionen (= 0.085% der globalen Emissionen).

Gravatar: Dirk S

Zitat:"Die Bedingungen, unter denen da Kobalt abgebaut wird, sind ruinös für den Menschen und für die Umwelt."

Das gilt mehr oder weniger für so ziemlich alle Metalle, die für die neuen "umweltfreundlichen" Technologien benötigt werden. Man könnte die Umweltfreundlichkeit vieler "Öko"-Technologien mehr als nur in Frage stellen.

Zitat:"Amnesty International und African Resources Watch hatten schon vor gut zwei Jahren nachgewiesen, dass bereits Kinder ab sieben Jahren ihr Leben und ihre Gesundheit im Kleinbergbau von Kobalt im Kongo riskieren."

Und wen wundert das jetzt? Wer wollte, hätte schon viel früher wissen können, dass es in den Minen Kinderarbeit gibt. Wollte nur keiner wissen.

Zitat:"etwa 30 Namen von Top-Unternehmen auftauchen, die alle mit Kobalt zu tun haben. Unter ihnen sind Apple, Samsung, Sony, BMW und Volkswagen."

Ja nun, es geht um Mobiltelefone und Elektromobilität. Wen wundert es, dass da die Top-Marken auftauchen? Der Kunde will billige Akkus, also werden die Rohstoffe billig eingekauft und billig gefördert. Und Kinderarbeit ist nun mal billigsten. Der Kunde akzeptiert dies, wenn er sein Smartphone dafür billiger bekommt. Von Kundenseite gibt es keinen Druck auf die Hersteller, dies zu ändern.

Zitat:"Den Konzernen wird vorgeworfen, dass sie von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo profitieren und dass sie mangelnden Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen zeigen."

Solange es den Kunden nicht interessiert, warum sollten die den Einkauf ihrer Rohstoffe verteuern? Kinderarbeit ist schlimm, aber wenn das neue Smartphone nach Abschaffung der Kinderarbeit 10€ teurer wird, ist das für viele Kunden noch viel schlimmer.

Zitat:"Kobalt ist der Grundstoff für unser elegantes Hightech-Luxus-Lebens und unser gutes ökologisches Gewissen."

Oder anders: Wir verschließen ganz fest die Augen, wenn es eklig wird. Und streicheln zur Beruhigung das neue iPhone.

Zitat:"Kobalt ist nicht nur für Handys wichtig, sondern auch ein Schlüsselelement für Autocomputer und Batterien. Die Kobalt-Nachfrage wird durch den steigenden Bedarf an effizienten Energiespeichern in Elektroautos, Smartphones"

Tja, nix mit super-duper öko-umweltfreundlich. Hätten die mal vorher jemanden gefragt, der sich auskennt und nicht die Augen vor den unangenehmen Seiten verschließt. Aber den will niemand hören. Deshalb fragt den auch keiner.

Zitat:"für erneuerbare Energien noch weiter wachsen."

Das kann ich das nun wirklich nicht verstehen. EEn kann man auch mechanisch speichern, das muss nicht chemisch sein.

Zitat:"»Time to Recharge« heißt deshalb auch der Artikel, der die dunkle Seite des reinen Umwelt-Gewissens auslotet."

Sinnfrei, die Schattenseiten werden ignoriert und fertig. Oder gibt es für jeden iPhoneX-Käufer die x Tonnen Dreck, die sein Gerät in der Produktion verursacht hat, nachträglich frei Haus geliefert? Natürlich nicht, deshalb sieht die auch keiner und kann die leicht ignoriert.

Zitat:"Da Wind und Sonne unzuverlässig Strom liefern, kommt der Speicherung von Energie zentrale Bedeutung zu."

Wie schon geschrieben, es ist sinnvoller und letztendlich auch kostengünstiger, die Energie mechanisch zu speichern.

Zitat:"Die alternativen Energien hängen an Kobalt."

Und Neodym, Lanthan, Praesodym, Scandium und den ganzen anderen "Seltenen Erden", die natürlich jede Menge Dreck bei der Förderung verursachen. Aber das interessiert natürlich keine Sau, weil der woanders anfällt.

Was mich immer wieder nervt ist die Selektivität, mit der bei Umweltthemen argumentiert wird und wie wenig das Gesamte gesehen werden will. Kernenergie hat Risiken und ist nicht sehr umweltfreundlich, "Alternative Energien" sind aber nicht unbedingt besser, sie haben eben andere Risiken und verursachen andere Schweinereien, genauso wie Kohle, Gas und Öl. Wie ich immer schreibe: "Man kann sich die Sauerei aussuchen, die man anrichtet. Aber anrichten wird man eine."
Folglich muss man darüber diskutieren, welchen Weg man gehen möchte, aber ohne ideologische Scheuklappen und mit allen Vor- und Nachteilen, allen Risiken und Nebenwirkungen auf dem Tisch. Na ja, die Erfahrung zeigt, dass ich Unmögliches erwarte.

Umweltfreundliche Grüße,

Dirk S

Gravatar: Lutz Schnelle

Sklaverei ist sozialdemokratische Normalität. Coltan ist ebenso Bestandteil fast jedes elektronischen Geräts und wird völlig planlos in afrikanischen Bürgerkriegsgstaaten abgebaut.
Kakaobohnen werden von Kindersklaven geerntet, das spanische Obst und Gemüse in unseren Supermärkten wird von Sklaven gezüchtet, damit es schön billig bleibt, in der Fleischindustrie produzieren Sklaven die Gewinne.
Fragt mal euro Abgeordneten oder bei abgeordnetenwatch, warum sie uns verheimlichen, daß die EU ein Nazi-Plan war und ob sie sich verantwortlich fühlen, ein Großraumwirtschafts-Sklavensystem durchgesetzt zu haben. Worin sich diese Sklaverei von der altrömischen Sklaverei unterscheidet und warum wir sie wählen sollen bei der Aussicht auf Sklaverei.

Das einzig Neue an diesem System ist, daß die Sprengsätze verbrieft worden sind in sozialem Gerede.

Gravatar: tumb stone

@Dirk
EEn mechanisch speichern?!?
sollen wir jetzt überall riesige Schwungräder installieren..?
möglichst im Vakuum, damit keine Verluste auftreten
Gut man könnte das mit Rummelplätzen kombinieren (könnte nur sein, daß den Leuten schlecht wird..) oder zur Beschleunigung von Rohrpostkapseln nutzen.. vielleicht gar Raketen.. aber das saugt ja auch wieder Energie ab..

Gravatar: Dirk S

@ tumb stone

Zitat:"EEn mechanisch speichern?!?"

Macht man schon seit langem z.B. mit Pumpspeicherwerken. Aber auch Schwungräder (wären als schnelle Zwischenspeicher für lokale Anlagen denkbar) und sonstige gravitative Speicher (z.B. Massen in alten Bergwerksförderschächten) sind denkbar. Das wichtigste für solche Massenspeicher wäre doch, dass sie billig, langlebig und zuverlässig sind. Und da sind chemische Speicher (Akkus) nun mal nur eingeschränkt brauchbar. Übrigens wäre auch eine termische Speicherung (geschmolzene Salze) denkbar. Da könnte sich der deutsche Erfinder- und Ingenieursgeist mal so richtig austoben, wenn man ihn mal von der Leine lassen würde.

Erklärende Grüße,

Dirk S

Gravatar: tumb stone

@Dirk S
ja klingt ja alles erst mal ganz nett - aber bei näherer Betrachtung: allein für die jetzige installierte Windrad-Leistung bräuchte man ca. 200 Pumpspeicherwerke!!
Wir haben in D leider nicht die nötigen Bergtäler..
wo wollen wir denn die Massen an Salzen schmelzen?
die Massen an Bergwerksschächten will ich gar nicht ausrechnen, aber man kann wohl von mehreren pro Windrad ausgehen..
ähnlich ist es mit den Schwungrädern etc. - mech. Speicherung braucht immer eines: sehr viel Platz !
und da beißt sich die Katze eben in den Schwanz..

Gravatar: Dietmar Fürste

Mechanisches Zwischen-Speichern von EEn in der Menge, die von WKA und PV in Spitzenzeiten erzeugt werden kann, ist reine Illusion und zeugt von Nichtwissen.

Alle Weiterentwicklung in Sachen Akku u. Batterie auf chemischer Grundlage scheitert derzeit wegen der begrenzten Energiedichte der in Frage kommenden chemischen Verbindungen im Vergleich zu fossilen Energieträgern.

Ein Staats-Verbrechen ist und bleibt unser - von fremden Interessen gesteuerter - und schon fast vollendeter Ausstieg aus einem Energieträger, dessen Vorräte noch für 400 Jahre gereicht hätten; der Steinkohle, die zur Benzinsynthese, für eine Vielzahl von chemischen Erzeugnissen, für hochwertigen Koks zur Stahlproduktion und als Anthrazit unverzichtbar ist und nun teuer impotürtiert werden muss.
Letzteres erreicht einen Kohlenstoffgehalt von fast 90% und verbrennt wegen dieser hohen Energiedichte nahezu rückstandsfrei bei intensiver Hitzeentwicklung.

Ebenso unverantwortlich war in der Folge seinerzeit die Demontage unser modernsten Großkokerei Europas und deren Verkauf an die Chinesen.

Die Deindustrialisierung scheint für gewisse Kreise offenkundig schon länger zur " Therapie" des verhassten, aber besiegten Deutschlands zu gehören.


Die geschilderten mechanischen Lösungen erinnern an die Erfindung seines Automaten zum Fingernägel-Beschneiden, von der Tünnes seinem Freund Schäl erzählte.
"Aber die Menschen haben doch ungleich lange Finger?" fragt der zurück.
"Naja - vorher!" antwortet Tünnes.

Ironie OFF

Gravatar: Udo Stemmer

„Für Handys und Computer, besonders für E-Autos und Batterien wird ein seltener Rohstoff benötigt: Kobalt. Der wird unter menschenunwürdigen Bedingungen gewonnen, die nun ans Tageslicht gekommen sind.“

Kobalt wird unter den gleichen Bedingungen gefördert wie Öl, Kohle, Gold, Diamanten, Kupfer praktisch alle Rohstoffe werden teilweise unter unmenschlichen Bedingungen und Auswirkungen für die Bevölkerung gefördert, da macht auch Kobalt keine Ausnahme.

Ich kenne jetzt keinen Rohstoff der zu 100% unter Menschenwürdigen Bedingungen gefördert wird.
Am Beginn von jedem Rohstoff steht die Ausbeutung, Vertreibung u.s.w. der ärmsten der Armen, bei einem Rohstoff etwas mehr beim anderen etwas weniger.

#

Dietmar Fürste schreibt am 16.11.2017 - 09:58
„die Unhaltbarkeit der Lügen über einen bevorstehenden Klima-Kollaps wegen unserer zu hohen CO2-Emissionen (= 0.085% der globalen Emissionen).“

Hallo Herr Dietmar Fürste,
bitte mal eine Quellenangabe wo man die „CO2-Emissionen (= 0.085% der globalen Emissi-onen).“ für Deutschland findet.
Die Quelle sollte zumindest nachprüfbar sein, z.B. deutschen Uni oder was von einem Deutschen oder EU Ministerium oder so was in der Richtung.

Oder haben wir jetzt nicht nur das „Rechengenie“ Herrn Dirk S in der Debatte und Sie gesellen sich mit dazu oder wie soll ich die 0,085% verstehen.

Zumindest komme ich bei einer Überschlägigen Abschätzung auf ca. 2 bis 2,5% CO2-Emissionen die wir deutsche rausblassen.
Sie geben mit ihren 0,085% einen um das ca. 25 fache geringen Prozentsatz an.

http://volker-quaschning.de/datserv/CO2/index.php
Na da bin ich mal gespannt wie Sie auf ca. 0,085% kommen oder sind das auch nur Lügen der „Klimaskeptiker“ ?


MfG

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