Maximales Arbeitskräftepotenzial für maximale Ausbeutung

Die Mär vom Fachkräfte- und Ingenieursmangel ist gefährlich

Politik und Wirtschaft sorgen durch irreführende Kampagnen dafür, dass die Zahl der Wettbewerber auf dem Arbeitsmarkt stets hoch bleibt, damit Arbeitgeber bei der Stellenbesetzung die große Auswahl haben. Der Rest wird sich selbst, dem Zeitarbeitsmarkt, dem Niedriglohnsektor oder dem Hartz-IV-System überlassen.

Symbolbild. Foto: Pixabay
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Wirtschaft, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel, Studium, Wirtschaft
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Die Mär vom Fachkräfte- und Ingenieursmangel ist gefährlich. Denn nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Politik lebt durch falsche Zahlen und Prognosen in einer Scheinwelt. Wie kann das Gerede vom angeblichen Akademiker-, Fachkräfte- und Ingenieursmangel der Wahrheit entsprechen, wenn viele hochgebildete Menschen nach Hunderten von Bewerbungen keinen Job finden oder am Ende im Call-Center oder bei einer Zeitarbeitsfirma landen?


Beispiel Ingenieure: Diese würden immer gesucht, heißt es. Doch tatsächlich müssen viele Ingenieure nach ihrem Studium händeringend nach einer Einstellung suchen. Oftmals landen sie bei Zeitarbeitsfirmen, die sie dann mit geringen Löhnen an die Industrie vermietet.


Die Süddeutsche Zeitung zitiert in diesem Zusammenhang Gerd Bosbach, Statistikprofessor an der Hochschule Koblenz, mit einer Erklärung für dieses Phänomen: »Die Arbeitgeber machen eine Kampagne, um mehr Leute ins Studium zu locken, damit sie anschließend aus einem Heer gut Ausgebildeter wählen können.«


Es sagt viel über eine Gesellschaft, Wirtschaft und den Arbeitsmarkt aus, wenn selbst Absolventen der sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Ingenieurswesen, Naturwissenschaften, Technik) und der Medizin, ja sogar Informatiker Schwierigkeiten haben, einen anständigen Job zu finden.


Schlimm ist es vor allem in der Wissenschaft und an den Universitäten. Rund ein Drittel aller Lehrtätigkeiten der Hochschulen und Universitäten werden von Lehrkräften getätigt, die entweder unentgeltlich oder in Form eines niedrig bezahlten Lehrauftrages beschäftigt werden.


Auch mit einem Jura-Studium oder einem BWL-Studium ist das Risiko groß, im Prekariat zu landen. Der Staat und die Wirtschaft sind gesättigt. Die Wirtschaft will mehr Leiharbeit, um Konjunkturschwankungen auszugleichen, der Staat will weniger Beamte, um keine langfristigen Kosten aufgebunden zu bekommen.


Warum wird dennoch von verschiedenen Arbeitsgeber- und Wirtschaftsverbänden immer wieder vom Fachkräfte- und Akademikermangel gesprochen? Warum gibt es lauter Werbekampagnen, Frauen von der Familie weg und hinein ins Studium zu drängen? Warum wird die Mär vom Arbeitskräftemangel immer wieder aufs neue reproduziert?


Die Antwort ist banal: Es besteht ein beständiger Druck zum Sparen. Und gespart wird bei den Menschen. Wenn ein beständiger Überschuss an Bewerbern vorhanden ist, dann können die Löhne gedrückt und die Arbeitsanforderungen erhöht werden. Nur Arbeitnehmer mit Existenzangst im Nacken lassen sich das gefallen.


Ein Studium schütze vor Arbeitslosigkeit, heißt es. Und die Zahl der arbeitslosen Akademiker sei gering, sagt die Regierung. Das kann sie sagen, weil Hartz-IV-Aufstocker nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst sind. Ein Maschinenbauingenieur, der auf 400-Euro-Basis im Paketdienst arbeitet, gilt offiziell nicht als arbeitslos. Das war früher einmal anders. Aber die Regierung hat sich die Welt durch Fantasie-Statistiken schöngerechnet.

 

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Karin Weber

Mein Unternehmen hat massiv unter Globalisierung respektive EU zu leiden. Die Leistungen unserer tariflich bezahlten Arbeitnehmer bieten Rumänen und andere Osteuropäer deutlich billiger an. Da können wir nicht mehr mithalten. Die deutschen Arbeitnehmer werden deshalb bei uns nach und nach entlassen. Was wir bräuchten, wäre ein geschützter Binnenmarkt, der Löhne und Gehälter ermöglicht, die hier ein menschenwürdiges Leben für unsere Arbeitnehmer sicherstellen. Mit dieser EU ist das nicht möglich. Wohlgemerkt, wir haben alles gut ausgebildete Facharbeiter, aber das interessiert niemanden, entscheidend auf dem Markt ist primär der Preis.

Ich habe mal im Rahmen einer Angebotsverhandlung zu solch einem potentiellen Kunden gesagt: "Mit den Preisen, die Sie bereit sind zu bezahlen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn der Murcks & Pfusch in dieser Branche zur Normalität werden. Ordentliche Firmen halten diese Preise nicht durch und was dann übrig bleibt, damit müssen Sie leben. Sind die guten Firmen weg, bricht auch unwiderruflich die Qualität weg."

Angemerkt sei noch, dass selbst öffentliche Auftraggeber, obwohl die Bundesländer unhinterfragt und gegenleistungslos Milliarden an Asylanten rauskippen, deutsche Firmen nur schlecht bezahlen. Das wird mit dem Sparzwang der öffentlichen Hand begründet. Merke: Wer hier in dem Land noch arbeitet, sitzt immer am kürzeren Hebel. Es macht nicht mehr wirklich Sinn.

Gravatar: Andi Mohrenkopf aus RLP

Spätestens beim Thema Fachkräftemangel müsste den klar denkenden Bürgern bewusst werden, wie verlogen dieses System mit seinen Politikdarstellern ist. Doch weite Teile des Wahlvolks schlafen immer noch.
Offensichtlich ist vielen Menschen die Fähigkeit abhanden gekommen, sich selbst eine Meinung zu bilden (liegt wahrscheinlich an unserem Schulsystem). Sie glauben einfach jedes schwachsinnige Gelaber.

Armes Deutschland

Gravatar: Hans

Kann das nur bestätigen. Schlage mich seit 30 Jahren als Tagelöhner durch. Deshalb wird meine Rente auch unterhalb des Existenzminimums liegen. Habe eine Berufsausbildung mit sehr gut absolviert, habe danach ein Diplom in BWL gemacht und finde seit 30 Jahren keine feste Anstellung. Und ich kenne etliche ähnliche Schicksale. War bereit im In- und Ausland zu arbeiten - auch unter Tarif - trotzdem nichts gefunden. Arbeitskräftemangel: Ein modernes Märchen! Siehe auch die rund 3 - 4 Millionen offiziellen Arbeitslosen, man hat es in 30 Jahren nicht geschaft, diese Zahl deutlich zu verringen - oder doch? Ja, durch statistische Tricks!

Gravatar: ropow

Es sind doch nicht nur die Arbeitgeber, die vom importierten Überangebot an Arbeitskräften profitieren.

Schon zu Zeiten des Wirtschaftswunders, als ein Arbeitskräftemangel zu höheren Löhnen und zu selbstbewußteren und privilegierteren (weil „händeringend“ gesuchten) Lohnabhängigen führte, also die Ausbeutung eigentlich auf dem besten Weg war überwunden zu werden, sorgten linke Parteien in Kollaboration mit rechten, wirtschaftsfreundlichen Parteien gemeinsam dafür, dass durch Massenimport billiger und williger „Gastarbeiter“ die Löhne in vielen Bereichen so sehr wieder auf Ausbeuter-Niveau gedrückt und die Profite von Unternehmern wieder maximiert werden konnten, dass viele Arbeitnehmer der Schicht der „sozial Schwachen“ und „Unterprivilegierten“ erst gar zu nicht entfliehen vermochten und weiter ihre angeblichen „Beschützer vor Ausbeutung“ wählen mussten.

Die ihre Klientel aus dem Versprechen von der „Überwindung von Ausbeutung“ und dem Schutz „sozial Schwacher“ und von „unterprivilegierten Schichten“ beziehenden linken Parteien werden also niemals wirklich daran interessiert sein, dass es irgendwann einmal keine Ausgebeuteten, keine „sozial Schwachen“ und keine „unterprivilegierten Schichten“ mehr gibt - wie bisher werden sie immer wieder dafür sorgen, dass ausreichend „Unterprivilegierte“ im Land sind - und sei es durch Import aus den nahezu unerschöpflichen Quellen der Dritten Welt.

Gravatar: karlheinz gampe

Die ganze Politik ist so verlogen wie die Kanzlerin. Es gibt sehr viele arbeitslose Akademiker. Man denke nur an die Generation Praktikum ! Die Regierung verarscht den dummen Deutschen Michel. Bei den Ungebildeteten ganz unten werden nun auch noch Merkel-Migranten bevorzugt.

Akademiker und gute Facharbeiter haben Chance in Skandinavien oder England. Mehr Geld, besseres Betriebsklima und man kümmert sich, was in Deutschland verloren gegangen ist. Sprachkurs gibts für lau, medizinische Versorgung ist besser. z. Bsp. Aetat.no

Gravatar: H.M.

Die Masseneinwanderung nach Deutschland (Durchschnitts-IQ von 100) durch Menschen, die einen Durchschnitts-IQ von 80-85 (Nordafrika, Orient und Südostasien) haben oder sogar 70 (Schwarzafrika) hat auf Dauer einen dysgenischen Effekt und sorgt so für eine Schwächung Deutschlands. Dass diese Menschen in anspruchsvollen Jobs in unserer hochtechnischen Gesellschaft nicht gebraucht werden und nicht brauchbar sind, sollte klar sein. Der Nutzen eines halbanalphabetischen Möbelpackers, der für 2-3€/Stunde arbeitet, ist kurzfristig für den Arbeitgeber da, aber langfristig ist er eine Belastung für unsere Gesellschaft.

Wer an den Fachkräfte- und Ingenieursmangel glaubt, glaubt auch, dass Merkel eine gute Kanzlerin ist. Wer glaubt, dass o.g. Immigranten einem (nicht existierenden) Fachkräftemangel abhelfen können und die Einwanderung ohne Schaden für unser Volk und Land geschieht, hat sicherlich auch einen unterdurchschnittlichen IQ und kann daher das Konzept Intelligenz und deren Bedeutung für Erfolg und Mißerfolg nicht verstehen.

Gravatar: karlheinz gampe

@H.M.

Merkel hat meiner Meinung nach auch einen unterdurchschnittlichen IQ. Physikerin ??? ist für mich fragwürdig, da starke Mängel an Grundlagenkenntnissen der Mathematik und Physik. Wenn man bei der Stasi studierte, ist man so doof, dass man nicht einmal weiß wo die deutsche Hauptstadt liegt !
Video dazu :
https://www.youtube.com/watch?v=4gwIoIgKzy0

Gravatar: Dirk S

@ ropow

Zitat:"Schon zu Zeiten des Wirtschaftswunders, als ein Arbeitskräftemangel zu höheren Löhnen und zu selbstbewußteren und privilegierteren (weil „händeringend“ gesuchten) Lohnabhängigen führte, also die Ausbeutung eigentlich auf dem besten Weg war überwunden zu werden, sorgten linke Parteien in Kollaboration mit rechten, wirtschaftsfreundlichen Parteien gemeinsam dafür, dass durch Massenimport billiger und williger „Gastarbeiter“ die Löhne in vielen Bereichen so sehr wieder auf Ausbeuter-Niveau gedrückt"

Na, die Behauptung, dass der "Massenimport von Gastarbeitern" die Löhne gedrückt hätte, halte ich aber für überaus mutig, zumindest für nachweisbedürftig.

Wenn man sich die Lohnentwicklung in DE-West mal so ansieht, dann gab es eigentlich nur eine Richtung und die war nach oben ( http://www.flegel-g.de/brutto_entgeld.html, http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/120703_grafik.jpg und http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/lohnentwicklung-der-zugriff-des-staates-versteckt-sich-auch-in-der-inflation-1308136/arbeiterverdienste-seit-1950-1313621.html ), in den Wirtschaftswunderjahren und noch darüber hinaus lagen die Lohnsteigerungen eher über der Inflation ( https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/ ). Kurz, die Löhne stiegen nicht nur, die Menschen konnten sich auch mehr leisten bzw. mussten für ein Produkt weniger lange arbeiten.

Wo soll da die Lohndrückerei sein?

Lohnfreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: ropow

@Dirk S

Na schön, jetzt haben Sie mich meinen Text noch einmal lesen lassen, in dem steht, dass „die Löhne in vielen Bereichen“ (!) gedrückt wurden. Natürlich nicht in allen Bereichen, es wäre schon alleine durch die oft höheren Anforderungen nicht möglich gewesen, geeignete Fachkräfte für alle Bereiche massenweise importieren zu können. Die allgemeine Lohnsteigerung konnte damit - zum Leidwesen der Wirtschaft - gar nicht verhindern werden.

Die Behauptung, dass ein vermehrtes Angebot an Arbeitskräften zu Lohndrückerei führt, ist im Übrigen weder überaus mutig, noch nachweisbedürftig. Das ist eine Binsenweisheit der Arbeitsmarktökonomik.

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