»Wie eine Welle des lauten Aufschreis«

In Brasilien wächst Widerstand gegen die Amazonassynode

Nur noch wenige Tage bis zur Amazonassynode im Vatikan: Immer mehr kritische Stimmen melden sich zu Wort. Der Widerstand aus Brasilien selbst wird immer lauter.

Foto: Pixabay
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Immer mehr Brasilianer sorgen sich um die möglichen verheerenden Auswirkungen der Amazonassynode, die Papst Franziskus für den 6. Oktober in Rom einberufen wird.

Anstoß der Synode wurde von Befreiungstheologen gemacht, die das Arbeitsdokument zur Vorbereitung stark beeinflussten, berichtet Julio Loredo.

»Wie eine Welle des lauten Aufschreis bildet sich eine Reaktion auf den Sozialen Medienplattformen und in den Zeitungen, die immer mehr Personen auf ihre Seite zieht. Die brasilianischen Katholiken werden sich immer bewusster: es handelt sich nicht um eine Synode, sondern um eine Revolution!,« so Loredo.

Die brasilianische Bischofskonferenz hat gleich gekontert: man solle mit der »Hexenjagd« auf die progressiven Bischöfe aufhören und ihrer »Dämonisierung« ein Ende setzen – eine Antwort die erwartungsgemäß genau das Gegenteil von dem erwirkte, was sie beabsichtigte: stärkeren Widerstand.

Motto der Mobilmachung seitens der Bischofskonferenz ist »Ich stehe zur Synode, ich stehe zum Papst.« Gleichzeitig wurde ein Video von Bischöfen lanciert, in denen sie der Synode Lobeshymnen singen und die Gläubigen dazu auffordern, ihren Hirten zu folgen.

Aber die Kampagne blieb weitestgehend erfolglos, das Video wurde allgemein nur wenig angeklickt und auf YouTube wurde es nur 400 mal mit »gefällt mir« gekürt, über 4000 Stimmen wählten hingegen »gefällt mir nicht«.

Loredo kommentiert dann die Zuschauermeinungen zum Video, in denen er vor allem Aufruhr wahrnimmt. Über 85 Prozent der Kommentare kommentieren den Inhalt des Videos negativ. Kommentare wie »Wir brauchen keine Revolution in der Kirche – man soll nicht 2000 Jahre Geschichte verwerfen«, »Eine Herde von Kommunisten, ihr verschmutzt das Angesicht der Kirche« und »Weg mit den CNBB [Bischofskonferenz Brasiliens]! Weg mit den Kommunisten! Es lebe Christus der König!« um nur einige wenige zu nennen.

Es ist bemerkenswert wie wenig eine Synode, die auf die Stimme »des Volkes« hören will, die Stimme des »Volkes« ignoriert…

(jb)

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Fritz der Witz

Gottseidank sind die Brasilianer noch nicht so hirngewaschen und verblödet, wie ein Großteil der Deutschen.
Das gibt der Menschheit ein bisschen Hoffnung.

Gravatar: Thomas Waibel

"Es ist bemerkenswert wie wenig eine Synode, die auf die Stimme »des Volkes« hören will, die Stimme des »Volkes« ignoriert…"

Kommunisten betrachten sich als eine Elite, die dem Volk diktiert, was es zu denken und tun hat, um vom Kapitalismus befreit zu werden.
Sollte sich das Volk vom Kapitalismus nicht befreien lassen wollen, trifft die marxistische Nomenklatura die entsprechende Repressalien.

Gravatar: patrick feldmann

"bemerkenswert wie wenig eine Synode, die auf die Stimme »des Volkes« hören will, die Stimme des »Volkes« ignoriert…"
Andererseits ist gerade das typisch für kommunistische Systeme!

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