Elektroautos »Made in China«

E-Autos: China macht mobil

In keinem Land der Erde versuchen sich so viele Unternehmen an der Elektromobilität wie in China. Die Regierung fördert diese Entwicklungen.

Foto: Navigator84 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
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In China hoffen viele junge Unternehmer auf den Elektroauto-Boom. Rund 500 Start-ups versuchen zurzeit, den Durchbruch zu schaffen [siehe Bericht »FAZ«]. Man geht davon aus, dass viele den großen Sprung nicht schaffen. Aber es reicht ja, wenn nur einer von hundert es schafft. Dann würden aus diesen 500 neuen Start-ups schon fünf neue Auto-Unternehmen hervorgehen, mit denen sich unsere Fahrzeugindustrie messen müsste. In China macht es halt die Masse. Das Land ist ein riesiges Versuchslabor mit erfolgshungrigen Nachwuchs-Ingenieuren und Jungunternehmern. In China gibt es mehr Ingenieure als Deutschland Einwohner hat. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige den großen Durchbruch schaffen. Die letzte Automesse in Shanghai lässt jedenfalls erahnen, dass der Wind aus China in punkto Elektromobilität bald heftiger wehen wird. Ein typisches Beispiel ist die neue Marke »Nio«, die ab 2020 auch auf den europäischen Markt will [siehe Bericht »manager-magazin«].


China wird auf jeden Fall der größte Markt für Elektromobile werden [siehe Bericht »Freie Welt«]. Große Städte wollen bei der öffentlichen Infrastruktur verstärkt auf Elektromobilität setzen. So hat man den öffentlichen Nahverkehr in der 13-Millionen-Einwohner-Metropole Shenzhen (nordwestlich von Hongkong) auf elektrisch betriebene Busse umgestellt [siehe Dokumentation von »Galileo« auf YouTube]. Innerhalb von wenigen Jahren wurden dort rund 17.000 Elektrobusse angeschafft. Auch amerikanische Unternehmen haben dies erkannt. Der E-Auto-Riese »Tesla« lässt in Shanghai das größte Elektromobil-Werk der Welt bauen. Dort sollen bald jährlich 500.000 Elektroautos vom Band rollen [siehe Bericht »Freie Welt«].


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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: dafranzl

...die haben ja auch genügend Stromkraftwerke um die alle zu laden!

Gravatar: Walter

Dann sollten doch unsere Autokonzerne ihre Werke in China vorausschauend abbauen wegen Mangels an Nachfrage.
Die Chinesen bauen dann schnell mal noch ein paar Atomkraftwerke, damit sie den Strom für ihre Elektromobilität zur Verfügung stellen können.
Hauptsache sie finden dann in Europa genügend Abnehmer, wenn dann ihr eigener Markt gesättigt ist.
Ich finde die ganze Panikmache mit der Elektromobilität wenig sinnvoll.

Gravatar: Erdö Rablok

Was machen uns die annähernd 100 Mio. Ingenieure von China aus?
Mit denen werden wir leicht fertig. Haben wir doch Millionen von Pseudo-Akademikern, Genderistinnen, Krampfhennen und nicht zu vergessen Millionen von Merkel-Akademikern. Damit schlagen wir alle, vor allem uns selber aufs Haupt, wenn wir erst mal deindustrialisiert sind!

Gravatar: Hans von Atzigen

Ladezeiten- Baterien-Ladestationen zumindest für
die Stadtzentren und das dicht bebaute Umland
braucht es dieses ganze teure drum herum gar nicht.
In der Zentralschweizer Stadt Luzern wird seit rund 70 Jahren mit den Bussen Elektrisch gefahren.
(Trolibusse, die sperrige Strassenbahn wurde abgeschaft.)
Gefahren wird mit Gleichstrom gespeist aus einer Doppel-
Fahrleitung.) Die Busse sind für Notfälle mit einer kleinen
Baterie für einige 100 Meter ausgestatten.
gefahren wird mit Strom direkt aus der Doppelfahrleitung.
Ohne Ladezeiten und kostspieliege Baterien und weiterer aufwändiger Technik.

Gravatar: bahnfahrer69

Der Hase liegt wohl da im Pfeffer: Keiner wollte sagen, wie viel Geld der Staat in Shenzhen da reingebuttert hat. Ein Batterie-Elektrobus kostet hier in D rund doppelt soviel wie ein gleich großer Dieselbus (Dieselbus ab 250 t EUR, Elektrobus jenseits 500 tEUR), zudem braucht man rund 1/3 mehr an Bussen als Ersatz für die langen Ladezeiten. Wenn eine Stadt 100 Dieselbusse hat belaufen sich allein die Beschaffungskosten für 130 E-Busse als Ersatz auf mehr als 65 Mio EUR (100 neue Dieselbusse hätten nur etwas mehr als 25 Mio gekostet). Kosten für die Schnelladestationen der E-Busse sind da noch gar nicht mit dabei. Fahrpreise dürfen ja nicht steigen, da will ja niemand. Da sieht man dass da jede Menge Subventionen der Öffentlichen Hand drinstecken müssen.

Gravatar: Hajo

Die deutsche Autoindustrie wird meiner Auffassung nach in ganz unruhiges Fahrwasser kommen, wenn nicht gar kentern, denn wer heute einen Kleinwagen zum "Discounter-Preis" von ca. 30 Tsd. EUR anbietet, handelt entweder aus Verzweiflung oder aus Realitätsverlust heraus, denn man sieht ja schon die Millionen die sich morgen für diese Fahrzeug interessieren, denn Geld spielt keine Rolle und zweifelhafte Erfahrungen im täglichen Betrieb vermutlich auch keine und in dieser Gemengenlage kommen dann andere daher und bieten maximale Reichweiten für einen Preis, vergleichbar mit einem Durchschnittskleinwagen mit Verbrennungsmotor und schon sind sie weg vom Fenster, denn der Preis und die Leistung bestimmen immer noch das Kaufverhalten, wie man und mit was man vorwärts kommt ist egal, das haben sie nicht verstanden und werden sich noch wundern was alles passiert und die Fabrikarbeiter werden sich noch wundern was alles kommt, nämlich nicht mehr viel und das wird nicht zu ihrem Vorteil ausgehen, dank einer Regierungs- und Geschäftspolitik von epidemischen negativen Ausmaßen und das mitten in Friedenszeiten bis hin zur Revolution.

Gravatar: Lothar Hannappel

Die Chinesen sind ja nicht dumm. Und wenn Politiker in Europa die eigene Autobranche zum Anschuss freigeben, braucht es halt nur noch den richtigen Hebel zum Umschmeißen. Aber auch da wissen unsere Politiker Rat. Das Zauberwort heißt E-Mobilität. Und wenn wir 20 Jahre weiter sind, in Europa kein Auto mehr gebaut wird und E-Autos wieder ein Nischendasein führen, wird keiner mehr verstehen, wieso wir in Europa eine ganze Industrie vorsätzlich zerschlagen haben.

Gravatar: Hans-Peter Klein

Ganz neue Töne auf einmal, weht da gerade ein frischer Wind, gar Kurswechsel, durch die Redaktionsstube?.

Kann man davon ausgehen, das hinter den Kulissen ganz schön um den energiepolitischen Kurs und damit auch um die so oft geschmähte E-Mobilität gerungen wird?

Denn immerhin werden so zentrale Themen wie Ölverbrauch, Ressourcenverbrauch, synthetische Treibstoffe, usw. auf einmal seit neuem in einem ganz anderen Kontext behandelt, viel positiver, mit mehr Zukunftsperspektive, eben wie ein frischer Wind.

Jedenfalls nicht mehr ganz so der altbackene EIKE-Stil:
Alles Quatsch, Hysterie, stimmt sowieso nicht, in Russland gibts einen Thorium-Reaktor der alle Probleme löst, die Verbrennung von Kohle ist gut fürs Pflanzenwachstum und Öl ist sowieso genug da, für alle und für alle Zeiten. Vor allem : zurück zum Weiter so.

Wenn diese an EIKE orientierte Phase sich dem Ende zuneigt:
Das wäre ja ein Paradigmenwechsel, das wäre der Wiedereinstieg in die reale, lösungsorientierte Diskussion nach dem voreiligen Ausstieg aus allem und jedem was nach Energiewende duftet.

Das Wasserstoffzeitalter klopft an die Tür, wehe dem der diesen Anschluss verpasst und weiterhin im Denken des 20. Jhdts. stecken geblieben ist.
MfG, HPK

Gravatar: karlheinz gampe

Wenn unsere geistig beschränkten roten Politiker von CDU + SPD aufwachen ist für Deutschland der Zug abgefahren !

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