»Social Distancing«, umfangreiche Tests, Homeoffice

Auswege aus der Corona-Krise

Anders Leben nach der Coronakrise – wie wir soziale und wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen – Strategie auf Grundlage epidemiologischer Erkenntnisse (wie sie z. B. Alexander Kekulé im MDR-Podcast darlegt).

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Anders Leben nach der Coronakrise – wie wir soziale und wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen – Strategie auf Grundlage epidemiologischer Erkenntnisse (wie sie z. B. Alexander Kekulé im MDR-Podcast darlegt).

In der jetzigen Phase kommt es darauf an, die massive Vermehrung der Infektionen bremsen, so dass man möglichst bald wieder einzelne Fälle und Ansteckungswege identifizieren könne und gezielte Quarantäne-Maßnahmen ergreifen könne. In dieser Zeit kommt es zum einen auf strikte Grenzkontrolle an, damit über die Grenzen möglichst keine weiteren Fälle nach Deutschland eingeschleppt werden. Zum anderen muss das »social distancing« im Inneren unbedingt beachtet und durchgehalten werden.

Testen, testen, testen: Wir müssen mehr wissen über die tatsächliche Zahl der Infizierten, um die Gefahren realistischer abschätzen und besser beherrschen zu können. Nur wenn wir wissen, wer tatsächlich infiziert ist, können wir alte und kranke Menschen wirksam schützen. Besonders wichtig sind Test im Blick auf das Pflegepersonal, insbesondere in Alten- und Behinderteneinrichtungen. Je mehr wir wissen, desto gezielter und damit maßvoller können Quarantäne-Maßnahmen ergriffen werden. Zugleich werden wir auch erfahren, welche Menschen womöglich schon Immunitäten entwickelt haben.

3. Wenn eine Stabilisierung der Infektionszahlen (hoffentlich schon in zwei bis drei Wochen) erreicht ist, muss das soziale und wirtschaftliche Leben behutsam und schrittweise wieder geöffnet werden. Dafür ist es unbedingt erforderlich,
a) Risikogruppen (Menschen über 70 Jahre und Vorerkrankte) besonders zu schützen,
b) die Hygiene-Regeln (Desinfektion, Verzicht auf Händeschütteln etc.) durchzuhalten, damit
c) Gesunde/Normalgefährdete wieder das soziale Leben beginnen können. Um die Infektionsrisiken möglichst gering zu halten ist eine gemilderte Form des »Sozial Distancing«, von A. Kekulé »Smart Distancing« genannt, erforderlich. Dazu gehört insbesondere das Tragen von OP-Masken in der Öffentlichkeit.

Das zentrale Problem ist aktuell die Knappheit der Ressourcen (Masken, Desinfektionsmittel, Schutzbrillen etc. An der Herstellung dieser Materialien wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Gerade die deutsche Industrie kann und wird hier ihre Leistungsfähigkeit zeigen. Schutzausrüstung benötigen zunächst Ärzte, Pfleger etc., dann Arbeitnehmer in »kritischer Infrastruktur« (Verkaufspersonal, Müllabfuhr, Strom- und Wasserversorgung etc.), dann Arbeitnehmer in der Grundversorgung (insbesondere Erntepersonal in der Landwirtschaft), dann  besonders gefährdete, körperlich tätige Arbeitnehmer (Handwerker, Bauarbeiter etc.).

4. Es ist eine dauerhafte Kontaktreduktion und räumliche Distanzierung im Arbeitsleben erforderlich, die durch Homeoffice, Abschaffung von Großraumbüros, Verzicht auf »Meetings« (physisch), Digitalisierung etc. gefördert werden kann. Was das Freizeitleben betrifft sind weiterhin Einschränkungen erforderlich, insbesondere strikte Begrenzungen der Besucherzahlen/des Einlasses in Geschäfte, Restaurants, Kultureinrichtungen, Kultstätten etc. Diese Phase dürfte mehrere Monate dauern, vielleicht sogar eine halbes Jahr oder länger.

5. Der Verzicht auf Großveranstaltungen jeder Art für mindestens zwölf Monate, jedenfalls so lange wie noch kein Impfstoff allgemein verfügbar ist, erscheint unabdingbar und im Blick auf die verheerende Rolle solcher Veranstaltungen für die tragische und für viele tödliche Eskalation der Epidemie nach Massenveranstaltungen wie Fußballspielen und Demonstrationen in Bergamo, Madrid, Straßburg und anderen Orten auch vermittelbar, ein Gebot der Humanität.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Rita Kubier

@Ted Bundy 30.03.2020 - 01:18

"..... Wie wäre es denn einfach mit dem Ausdruck: "körperlicher Abstand" oder "körperlichen Abstand halten" ?"

Genau DAS wird "man" nicht tun. Und zwar BEWUSST nicht. Denn wer beabsichtigt, ALLES DEUTSCHE abzuschaffen, zu zerstören und zu vernichten, wird auch keinesfalls mehr die deutsche Sprache einsetzen, benutzen und verwenden. DAS gehört zur Deutsch-Vernichtungsmethode einfach dazu!

Gravatar: Ted Bundy

"Social Distancing" ist ein wirklich unglücklich gewählter Ausdruck. In Englisch, sowohl als auch ins Deutsche Übersetzt kann und wird dieser neu geschaffene Begriff, der einfach nur einen körperlichen Mindestabstand anmahnt, von vielen Menschen weltweit mißverstanden.
Viele deuten diesen Ausdruck dahingehend, als daß sie auch ANDERE soziale Verhaltensweisen, also auch Kontakte jeglicher Art, vermeiden sollten. Das führt in der Folge natürlich bei vielen Menschen zu schwerwiegenden seelischen Schäden, wenn sie sich dadurch ausgegrenzt fühlen oder andere, falsch verstanden, nicht mehr kontaktieren.
Wir Deutschen sollten nicht andauernd Englische Ausdrücke einfach ungeprüft und unkritisch eindeutschen. Unsere Deutsche Sprache ist ungleich vielfältiger, als das geistig behinderte Englisch. Wir sind in der Lage, mit unserer großartigen Sprache die kleinsten und feinsten Unterschiede in allen Lebens- und Wissenschaftsbereichen zu beschreiben. Also sollten wir dabei bleiben, um uns dieser unzähligen Chancen, die unsere Sprache uns bietet, nicht selbst zu berauben.
Wie wäre es denn einfach mit dem Ausdruck: "körperlicher Abstand" oder "körperlichen Abstand halten" ?

Gravatar: Gerhard G.

Der 1. Ausweg nach der Krise...eine neue wirklich kompetente Regierung. Dazu 2. ein neugewähltes Parlament mit wahren Volksvertretern...die auch mal den Regierenden das Wort zum Sonntag predigt...den Kadavergehorsam verweigert.Und 3. ein neues BVG...das sich nicht bevormunden lässt. Für mich sind die Roten Roben bisher nur ein ,,Abnick.-Verein''.
Eben im TV...das Gejammer der Wirtschaft...keine Einnahmen. Lasst gefälligst die Leute gesunden ...auf deren Knochen ihr euren Reichtum erbeutet.

Gravatar: Sabine W

Vielleicht können diese Wichtigtuer Keule, Drosten und Co. mal was gegen dieses Virus unternehmen, statt uns tagtäglich in ihren Podcasts und Pressekonferenzen mit ihren ideologischen Panikbotschaften zu beschallen. Wenn es sich wirklich um ein so gefährliches Virus handelt, dann überrascht es, dass unsere angeblich besten Virologe nicht Tag und Nacht im Labor hocken, um es zu erforschen und zu bekämpfen. Dass die noch Zeit haben, im Internet und im Fernsehen aufzutreten. Das Ganze ist eine inszenierte Schmierenkomödie. Am Ende werden sich Herr Spahn und Frau Merkel nicht nur politisch, sondern auch juristisch verantworten müssen. Vielleicht sollten die Journalisten Mal in den Brennpunkt Stadtteilen nach dem Rechten schauen. Mal sollte mal über die Selbstmordraten in Italien reden oder eine Statistik über die zusätzlichen Toten durch die Ausbreitung andere Volkskrankheiten, die aufgrund mangelnder Bewegung und mangelnder sozialer Kontakte entstehen.
Jeder Todesfall, der damit nicht im Zusammenhang steht, ist die Schuld von Drosten, Merkel, Wieler und Co. und sie werden von den Angehörigen auf Mord und fahrlässige Tötung verklagt werden.

Gravatar: Winni

Die Grenzen innerhalb der EU müssen offen bleiben. Zu viele persönliche Schicksale sind damit verbunden, das merkt man natürlich nur wenn man an der Grenze wohnt! Die Forderung nach Grenzschliessung kommt aus der Feder von Menschen, welche keine eigenen Erfahrungen haben! Die Corona Krise jetzt für Ihre nationalen Egos zu nutzen ist tragisch. Dann sollte man lieber gleich sagen was man will statt sich feige hinter einer Grippeepedemie zu verstecken!

Gravatar: francomacorisano

Die EU hat bei der Bekämpfung des China-Virus fürchterlich versagt. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Nationalstaaten schneller, besser und organisierter gehandelt haben. Sogar Bayerns MP Söder hat jetzt EU-Chefin UvdL scharf angegriffen. Gerade in einer Krise zeigt sich, wer es besser, bzw. wer es schlechter macht. Nur mit Wettbewerb lässt sich das Beste herausholen, anstatt dass alle den gleichen Fehler machen…!

Gravatar: Hans-Peter Klein

Sobald es konkret wird, wirds schwierig für die Entscheidungsträger. Auch hier auf FW gehen die Positionen auseinander oder bleiben vage und unkonkret, außer in einer:
Egal was Angela Merkel und die Regierung macht, es ist falsch.
Jetzt, in der Krise, zeigt sich was wahres Demokratieverständnis eigentlich ist:
Die hohe Kunst des Kompromisses.
MfG, HPK

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „5. Der Verzicht auf Großveranstaltungen jeder Art für mindestens zwölf Monate, jedenfalls so lange wie noch kein Impfstoff allgemein verfügbar ist, erscheint unabdingbar und im Blick auf die verheerende Rolle solcher Veranstaltungen für die tragische und für viele tödliche Eskalation der Epidemie nach Massenveranstaltungen wie Fußballspielen und Demonstrationen in Bergamo, Madrid, Straßburg und anderen Orten auch vermittelbar, ein Gebot der Humanität.“ ...

Sollte man sich nicht aber schnellstens Gedanken darüber machen, was man was tut, „wenn die Kurve abflacht?“??
https://www.youtube.com/watch?v=-inX5GZkH_M&feature=youtu.be

Gravatar: Hajo

Homeoffice ist ja in Ordnung, wenn der Server zeitgleich mit den Kernzeiten und den Pausen getaktet ist und davor und danach abgeschaltet bzw. wieder online geht, ansonsten gibt es kaum noch eine Kontrolle und die ist unerläßlich in Bezug auf die Gleichheit und das abzuarbeitende Pensum. Das wäre in zeitlicher Hinsicht das Einfallstor für viele, die es nicht so ernst mit ihrer Arbeit nehmen, aber jeweils zum Ersten pünktlich ihr Entgelt anfordern und der Mitarbeiter am Fließband total überwacht ist und das wäre ungerecht, oder man bezahlt ein Grundgehalt und der Rest muß per Erfolgsprämie dazu verdient werden, ansonsten gibt es zuviele Verlierer und die vermeintlich Schlauen gewinnen dabei. Das alles ist doch noch völlig unausgegoren und schadet eher als es nützt, weil man derzeit nicht messen kann, wie der Verlust sich in Konsequenz auswirkt.

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