Merkel, Macron und May schulden der Welt Antworten

Wer soll nach Assad kommen? Wer schützt dann die Minderheiten vor den radikalen Islamisten?

Warum hat man mit den Militärschlägen nicht gewartet, bis Beweise vorliegen? Wer und was soll nach Assad kommen? Das große Vergeltungsmassaker der radikalen Sunniten an den Bevölkerungsgruppen, die für Assad gekämpft haben?

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Veröffentlicht: | Kategorien: Reportagen, Reportagen - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Angela Merkel, Bashar al-Assad, Donald Trump, Emmanuel Macron, Syrien, Russland, Theresa May, USA
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Emmanuel Macron, Theresa May, Angela Merkel und Donald Trump schulden der Welt klare Antworten auf klare Fragen: Wo sind die Beweise, dass das Regime von Bashar al-Assad für den Giftgasanschlag bei Duma verantwortlich ist? Warum wurde mit den Militärschlägen nicht gewartet, bis überzeugende Beweise auf dem Tisch liegen? Und vor allen Dingen: Was passiert, wenn das Assad-Regime gestürzt ist?


Warum haben Angela Merkel und Heiko Maas den Militärschlägen der westlichen Bündnispartner zugestimmt, ohne klare Beweise abzuwarten? Warum haben Merkel und Maas eine drohenden Eskalation im Syrienkrieg in Kauf genommen, ohne sich überhaupt Klarheit über die gefährliche Gemengelage vor Ort zu machen?


Heiko Maas ist wie Emmanuel Macron und Theresa May für eine Beseitigung von Assad. Sie singen unisono im Chor vieler Journalisten und Kommentatoren der europäischen und US-amerikanischen Mainstream-Presse das Lied von der Revolution gegen die syrische Regierung.


Macron, May, Merkel und Trump schulden eine wichtige Antwort: Wer und was soll nach Assad kommen?


Wir haben in Libyen, im Irak und in Afghanistan gesehen, was passiert, wenn die zentrale Regierung weg-geputscht oder weg-gebombt wird: Die Länder verfallen ins Chaos, dessen Folgen grausamer sind als jede Diktatur.


Was würde passieren, wenn Assad gestürzt würde?


Syrien ist ein multiethnischer und multikultureller Staat. Entgegen der Propaganda, die den Bürgern in Westeuropa eintrichtert, dass eine multiethnische und multikulturelle Gesellschaft ein anzustrebendes Ziel sei, zeigt sich in Syrien, welche Gefahren damit verbunden sind.


Syrien ist ein ethnischer, kultureller und konfessioneller Flickenteppich – genauso wie das ehemalige Jugoslawien einer war und wie die Länder Libyen, Irak und Afghanistan es heute noch sind.


Die Kurden und Jesiden in Syrien haben bereits schmerzhaft erfahren müssen, wie es ist, in einem solchen Staat eine Minderheit zu sein. Sie haben unter den türkischen Interventionen zu leiden gehabt, aber besonders unter dem Terror des sogenannten »Islamischen Staates (IS/ISIS/DAESH)«. Die IS-Milizen haben ganze kurdische und jesidische Dörfer ausradiert, die Bevölkerung grausam massakriert und die Frauen und Mädchen als Sexsklavinnen verkauft.


Eine andere Minderheit im Lande sind die Turkmenen, die mit den Türken verwandt sind und deren Vorfahren aus Zentralasien kommen. Auch sie haben durch ihren Minderheitenstatus immer um ihre Existenz kämpfen müssen.


Die Mehrheit der Syrer sind Araber, die allerdings konfessionell gespalten sind. Da gibt es die Muslime, die Drusen und verschiedene christliche Konfessionen. Die Christen und Drusen mussten in den letzten Jahren unter den radikalen Islamisten wie der Al-Nusra-Front und dem »Islamischen Staates (IS/ISIS/DAESH)« um ihr Leben fürchten. Viele christliche Gemeinden wurden ausgelöscht.


Unter den arabischen Muslimen in Syrien gibt es die Spaltung in Schiiten und Alawiten auf der einen Seite und den Sunniten auf der anderen Seite. Die islamistischen Milizen sind fast allesamt Sunniten. Der Clan der Familie Assad gehört dagegen zu den Alawiten.


Wenn Assad stürzt, werden die nicht-sunnitischen Minderheiten um ihr Leben fürchten müssen


Wenn die Rebellen an die Macht kommen, werden unter ihnen die Islamisten die Oberhand bekommen, wie es in vielen Regionen bereits der Fall war. Für die Christen, Jesiden, Drusen und Alawiten bedeutet dies die völlige Unterwerfung unter die Willkür der radikalen Sunniten.


Wenn das Assad-Regime fällt, dann ist mit Vergeltungsaktionen zu rechnen. Der nächste Völkermord wäre vorprogrammiert. Riesige Flüchtlingswellen wären die Folge.


Assad hatte es – wie sein Vater – vor dem Krieg geschafft, für einen Ausgleich aller ethnischen und konfessionellen Gruppen zu sorgen. Zwar wurden die Alawiten bei Besetzungen von Regierungsämtern und Militärposten bevorzugt. Doch keine Minderheit wurde gewaltsam unterdrückt oder musste um ihr Leben fürchten. Damit soll keinesfalls bestritten werden, dass das Regime hart gegen politische Oppositionelle vorging. Doch es gab keinen Völkermord wie unter der grausamen Herrschaft der IS(IS)-Milizen im Osten des Landes.


Merkel, Macron, May und Trump haben bis jetzt keinen Plan vorgelegt, wie man die Minderheiten vor Vergeltungsmaßnahmen der radikalen Sunniten schützen will, wenn das Assad-Regime nicht mehr da sein sollte. Scheint es sie überhaupt zu berühren? Nicht ein einziges Mal haben sie eine Antwort auf dieses dringende Problem gegeben, obwohl aus Russland immer wieder darauf hingewiesen wurde.


Der multiple Proxykrieg: Stellvertreterkriege gegen das Assad-Regime


Wir haben es schon oft erwähnt. Doch man kann es nicht oft genug betonen. Der Krieg in Syrien ist eine Ansammlung von Stellvertreterkonflikten, ein multipler Proxykrieg.


Nochmals in aller Kürze:


Israel will die schiitische Achse durchbrechen. Denn vom schiitischen Iran über den schiitischen Südirak und dem alawitischen Assad-Regime in Syrien bis hin zu den schiitischen Hisbollah-Milizen im Libanon und den Al-Quds-Brigaden hat sich über Jahrzehnten eine Art Brückenkopf gebildet, der den Iran in direkte Frontstellung gegen Israel bringt. Das Durchbrechen dieser Achse ist DIE zentrale Sicherheitsfrage Israels. Daher ist es kein Wunder, dass Israel auf eine Beseitigung Assads drängt – koste es, was es wolle.


Der schiitische Iran ist nicht nur der strategische Hauptfeind Israels, sondern auch des mehrheitlich sunnitischen Saudi-Arabien. Seit dem Sturz des Schahs und der Ausrufung der islamischen Republik im Iran befürchten die Golfstaaten vergleichbare islamistische Revolutionen. Daher wollen sie mit aller Kraft den Iran isolieren. Die Gegnerschaft Saudi-Arabiens zum Iran hat das Königreich an die Seite Israels gerückt. Israel und Saudi-Arabien – so unterschiedlich sie sein mögen – sind Verbündete gegen einen gemeinsamen Feind: Iran.


Der dritte Konflikt ist jener zwischen den USA und Russland um Einfluss im Nahen Osten. Russland steht hinter Assad, die USA wollen ihn beseitigen und somit Russland aus dem Nahen Osten heraushaben.


Wirtschaftliche Gründe spielen in Syrien ebenfalls eine Rolle: Denn die großen Erdgasfelder im Persischen Golf vor der Küste von Katar und im Mittelmeer vor der Küste Israels könnten gewinnbringend ausgebeutet werden, wenn man das Erdgas via Pipeline durch Syrien in die Türkei und von dort nach Europa pumpen könnte. Europa will dieses Erdgas, um unabhängiger vom russischen Erdgas zu werden. Daher hat der mit Russland verbündete Assad sich diesen Plänen widersetzt. Durch ein von Assad regiertes Syrien werden keine solchen Pipelines führen.


Das Problem mit den Pipelines hat noch weitreichendere geopolitischen Aspekte. Denn es liegt auch im Interesse Washingtons, dass Europa vom russischen Erdgas losgelöst wird, um mehr Druck auf Moskau ausüben zu können.


Es gibt also viele Interessensgruppen, die für eine Beseitigung Assads kämpfen. Angela Merkel hat sich diesen Interessensgruppen einfach untergeordnet, ohne danach zu fragen, was Syrien erwartet, wenn das Assad-Regime fallen sollte. Dabei war dies exemplarisch und als Warnung bereits in den Regionen zu sehen, in denen die syrische Armee von den radikalen Islamisten verdrängt worden war. Das Ergebnis war der pure Horror des radikal-sunnitischen Gottesstaates.


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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl

Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren,, USA , Merkel May und Macron ( wobei USA stellvertretend der kapitalistischen Elite steht ) und Trump lass ich mal aussen vor, da er nur eine Marionette von USrael ist.
Das Chaos das sie anrichten hat system und kann nicht mehr zurückgerudert werden ,da zuviele interessen da vertreten werden,,und grenzen kennen die nicht geschweige ein widerspruch der Vasallen ,, Merkelaner..

Gravatar: SchlafKindleinSchlaf

Wohl eher niemand ausser, der von der Mehrheit des syrischen Volkes Gewälte.

Gravatar: Werner

Der Vater von Assad kam zwar durch einen Putsch an die Macht, aber er hat wie sein Sohn danach, Syrien einigermaßen stabilisiert. Durch Putsch oder parlamentarische Diktatur an die Macht zu kommen, ist das selbe.
Den Krieg in Syrien haben die von den USA unterstützten Rebellen angefangen, nicht Assad.
USA, England, Frankreich waren und sind das dreckigste Kriegstreibergesindel. Die brauchen immer wieder Kriege um ihre desolaten Wirtschaften anzukurbeln. Merkel, Maas und Konsorten gehören auch mit dazu und müssten schon lang hinter Gitter.

Gravatar: Mino Cair

Das Ganze ist noch etwas komplexer. Es gibt zwei Pipeline-Projekte nach Europa, die beide durch Syrien laufen sollen. Die eine vom Iran, durch Iraq und Syrien nach Libanon, wird von den Russen unterstützt (die Russen machen ihr Gasgeschäft so oder so. Europa ist denen gar nicht mehr so wichtig). Die zweite Linie geht von Quatar über die arabische Halbinsel durch Syrien in die Türkei, wird von den USA befürwortet.
Für Europa käme die erste Variante besser und billiger, auch weil die Türkei dabei nicht ihre Finger im Spiel hätte. Aber der Iran (der noch nie einen Angriffskrieg auf fremdem Territorium geführt hat) ist sowohl ein Konkurrent der (sunnitischen) Saudis, zweitens sind Iraner meistens Schiiten und drittens wollen sie beim Petrodollar nicht mitmachen, die Quelle für saudischen und US-amerikanischen Reichtum, an dem auch Israel mitverdient. Die Frage ist, warum Macron, May und Merkel sich gegen europäische Interessen vor den falschen Karren spannen lassen.
Die nächste Frage ist, was aus Syrien werden soll, wenn der gewählte Präsident auf welche Art auch immer "weg" ist. Das letzte Mal als diese Frage nachrangig schien, war "der Schah muß weg". Was auf den Schah folgte, war ein Blutbad unter Ayatollah Khomeini, ein Absturz des ultra-modernen, säkularen Persien zurück ins muslimische Mittelalter und eine unversöhnliche Feindschaft mit Israel.
Um das für Syrien zu verhindern, brauchen wir eine Kursänderung in Europa und die Auflösung der NATO.

Gravatar: Hans von Atzigen

Der Artikel zeigt sehr gut auf wie VIELE Interessen und Fraktionen ihre Finger im Spiel haben.
Das ganze obendrauf auch noch unter und überlagert von einer Demografisch- Ökonomischen Misere wie dies in den Dimensionen ihresgleichen in der Geschichte sucht.
Rund im Israel und im erweiterten Raum ballt sich eine Masse an Menschen am Rande des Existenzminimums.
Die ganzen Aktöre von aussen haben nicht die leiseste Ahnung und Vorstellung wie all dies auf weitere Sicht noch einigermassen unter Kontrolle bleiben soll.
Was hat der sog. Westen noch an Rezepten Ideen auf Lager um das irgendwie unter kontrolle zu halten.
Tja was??? Schlicht NULL und NIX.
Ausser Luftwaffenübungen und irgendwelches herumschwadronieren von Frieden absolut NIX.
Immerhien die Russen haben, da noch das minimum
an Ideen, heisst stabilität in der Region erhalten, Zeit schinden damit mit sehr sehr viel Glück, eine Lösung
gesucht werden kann.
Die massgeblichen Kreise Regierungen usw.was haben die noch drauf???
Ausser absoluttes Chaotentum schlicht NIX im gegenteil,
das hineinpfuschen beschleunigt das abgleiten in ein gigantisches Desaster. Dessen Trümmer soviel ist absehbar, mit Wucht nach Europa ,,fliegen,, und den
Europäischen Raum grauenhaft mitverheeren.
Der blanke Ideologen- IRRSINN.

Gravatar: Heinz

Mir sagt das Ganze nur eines; wehe uns, wenn diese Mächte weiter so agieren können. Wehe uns, wenn noch mehr dieser Multikulti-Gesellschaften zu uns kommen.

Wer die Finger in solche fragielen Systeme steckt kann sich nur verbrennen oder Folgen heraufbeschwören, die nicht seinschätzbar sind.

Bald werden wir alle bluten, um die Folgen dieses Krieges zu beseitigen. Für wie lange?

Gravatar: Hans Kolpak

Sobald Washington D.C., die EU und die NATO abgewickelt sind, steht Israel auf verlorenem Posten.

Ibrahim Günes schrieb am 23. Dezember 2016:

Was die Anschuldigungen der "Opposition" betrifft, dass die Regierung - wie Assad - nur aus Alawiten bestehe, ist eine Lüge. Die Baath-Partei besteht zu 75% aus Sunniten.

Außerdem ist der syrische Präsident zwar Alawit, seine Frau hingegen Sunnitin. Sein Bruder Maher Al-Assad heiratete ebenfalls eine Sunnitin. In Syrien leben Muslime untereinander (Sunniten und Alawiten) mit Christen, Juden und Atheisten in Frieden. Es ist sogar strafbar, wenn man versucht, die Religionen zu spalten.

In der syrischen Gesellschaft ist es ohnehin eine Beleidigung, wenn man auf die Religion angesprochen wird, weil so etwas nur zu Spaltungen führt. So kam es auch dazu, dass viele Christen und Muslime geheiratet haben. Das ist eben ein säkularer Staat - Trennung von Staat und Religion.

Gravatar: Ein unbequemer Geist

Das Gas, bzw. Energieversorgungsproblem Europas mag ein Teil des Konfliktes sein, ist meiner Ansicht allerdings aus geostrategischer Sicht für die Amerikaner und Russen ein untergeordnetes Problem.
Gerade für Deutschland ist seine Energieversorgung ein selbstgeschaffenes, künstliches Problem, das vermeidbar gewesen wäre, wenn in der Deutschen Politik mehr Vernunft und Sachverstand sich durchsetzen könnten.

Stattdessen Ideologie pur als Quelle aller überflüssigen Probleme, die aber gravierende Auswirkungen auf unsere Existenz haben.

Ideologiebesoffen wird mit einer unglaublichen Leichtfertigkeit, ohne Sinn und Verstand, eine völlig verzichtbare, existenzbedrohende Energiewende durchgeboxt, um Schaden Deutschlands.

Führend in der Atomtechnologie gibt man diesen Technologievorsprung einfach auf, weil es den Grünen und unseren "lieben" Nachbarn nicht gefällt.

Der Energielos Deutschlands hat uns lange Zeit vor zu großer Abhängigkeit von einem einzigen Energierohstoff zuvor bewahrt. Dieses war die kluge Lehre aus der Ölkrise des letzten Jahrhunderts.

Genau um diese Aufgabe bemüht sich nun unsere Bundesregierung durch ihren realitäts- und zukunftsverweigernden, technologiefeindlichen Ausstieg aus möglichst allen Bereichen.

Die Dummheit und Verblendung der total inkompetenten, völlig versagenden Politik Deutschlands machen sich unsere Gegner, gern als "Freunde" bezeichnet, skrupellos für ihre eigenen Interessen zunutze.

Deutschland hat sich also selbst, in unverantwortlicherweise und völlig unnötig, extrem abhängig von der Erdgasversorung gemacht.

Die Lösung Deutschlands liegt langfristig in einem Ausstieg aus dem wirklichkeitsverweigernden Kartellparteiensystem und die Rückbesinnung auf eine solide funktionierende Wirtschaftspolitik, die selbstverständlich auf eine vernunftsorientierte Energiepolitik zurückgreift, die eine Rückkehr zur Atomenergie nicht grundsätzlich ausschließt.

Gegen linke Ökoterroristen sollte zukünftig bei Sabotageanschlägen mit aller Härte vorgegangen werden, auch und gerade juristisch.

Der Grund für das expansive Verhalten der Amerikaner in Syrien geht weit über dieses Energieversorgerproblems und den lokalen politischen Problemen des Nahen Ostens hinaus.

Es geht in Wirklichkeit um knallharte Geopolitik und die hierzu gehörenden Strategien.
Das Ziel der USA, Syrien letztlich kontrollieren zu wollen, wäre danach nur ein Etappenziel, dem weitere Ziele in Richtung Zentral- und Ostasien folgen würden.

Gerade vom Süden her ist das russische Riesenreich sehr anfällig und verletzlich.
Die Destabilisation der russische Peripherie würde unweigerlich auch für Russland Konsequenzen haben und würde eine Ausweitung dieser Konflikte auf russisches Staatsgebiet sehr wahrscheinlich werden lassen.

Das nächste Ziel der Amerikaner, gemeinsam mit den Israelis, wäre mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit der Iran.

Und von hieraus geht es dann für die Amerikaner selbstverständlich unvermittelt weiter Richtung ihres Primärzieles, immer verbrannte Erde hinter sich herziehend.
Es geht letztlich um nicht weniger als Russland und China für die USA, ausgebrütet und konzipiert, mit vielen Daten spieltheoretisch untermauert, in den amerikanischen Think Tanks.

Wer glaubt, die Amerikaner mit ihren Verbündeten gehen ein solch großes Risiko einer direkten Konfrontation mit Russland nur wegen Syrien ein, der sollte lieber einmal sein Augenmerk auf die Gesamtkonstellation unserer Welt richten, insbesondere hierbei auf Asien.

Parallel zu den Ereignissen in Syrien scheinen sich die Spannungen an einem anderen Zipfel Asiens, Korea relativ rasch zu lösen.
Positive Signale werden von Trump in Richtung China gesandt und selbst ein Treffen mit dem nordkoreanischen Staatschef steht nichts mehr im Wege.

Sofort wurde nach dieser Bekanntgabe ein weiterer amerikanischer Flugzeugträger von Korea abgezogen, der sich nun in Richtung Syrien bewegt.
Ich nenne dies Schwerpunktbildung.

Je mehr Kriegsmaterial die Amerikaner in der Nähe Syriens konzentrieren, um so wahrscheinlicher wird es sein, dass die Amerikaner ein längerfristiges Abenteuer in dieser Gegend der Welt in Erwägung gezogen haben.

Von einer Entspannung nach dem Luftschlag kann also gar nicht die Rede im Syrienkonflikt sein. Dagegen erhöht sich eher die Wahrscheinlichkeit, dass weitere militärische Aktionen der USA bei Bedarf folgen werden.

Lösen sie sich daher von der Sicht versperrenden Vorstellung, dass es bei diesem Konflikt einzig und allein um Syrien geht.
Der Konflikt um Syrien ist noch längst nicht vorbei und wir werden, aus den oben genannten Gründen heraus, noch so manche Überraschung und Kehrtwende in diesem Stellvertreterkieg erleben.

Gravatar: Thomas Waibel

Sollte Assad gestürzt werden, besteht die Gefahr, daß es zu einer blutigen Christenverfolgung kommt, so wie im Irak nach dem Sturz von Saddam Hussein.

Daher ist Assad in dieser Situation das geringe Übel.

Gravatar: Gisela Fromm

" Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art einen großen Teil der Menschen mit
Dummheit schlägt.

Das Wort der Bibel, das die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit, sagt, dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirliche Überwindung der Dummheit ist.

Dietrich Bonhoeffer

Wieviel Leid, Elend, wieviel Blut unschuldiger Kinder
muss noch vergossen werden, bis wir uns besinnen,
und Mitmenschlichkeit kein hohler Begriff bleibt.

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