Weidmann warnt vor Ankauf von Staatsanleihen durch EZB

27. August 2012, 08:07 | Kategorien: Wirtschaft | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: Uwe Lein/dapd
Redaktion

In einem Interview, über das die Welt berichtet, hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann die Politik der EZB scharf kritisiert. Er warf ihr und ihrem Chef Mario Draghi vor, mit dem Programm zum Ankauf von Anleihen von Krisenstaaten Geld- und Fiskalpolitik zu verknüpfen. Damit löse man keine Probleme, schaffe aber »anhaltende Begehrlichkeiten« bei den Empfängern.

Weidmann: »Wir sollten die Gefahr nicht unterschätzen, dass Notenbankfinanzierung süchtig machen kann wie eine Droge.«

Auch die Gefahr eines Austritts eines Landes wie Griechenland aus der Eurozone rechtfertige nicht die Staatsfinanzierung mit der Notenpresse. Eher sollte ein Land auch ausscheiden können. Das Ankauf-Programm der EZB ruht zur Zeit, aber es gibt Indizien, dass es demnächst wieder aufgenommen werden könnte.

Weidmann fürchtet weiterhin um die Unabhängigkeit der EZB und die Transparenz der Entscheidungsfindung in einer so wichtigen Angelegenheit. »Der EZB-Rat ist kein Politbüro«, ätzte er.

 

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(oe)

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