Taubblinder Vater: Unverständnis über belgische Selbsttötung

29. Januar 2013, 10:22 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: | von Redaktion
Redaktion (oe)

Mit Unverständnis hat der taubblinde Peter Hepp über die Nachricht von der Selbsttötung eines belgischen Zwillingspaars reagiert. »Meine erste Reaktion war, dass ich das zunächst nicht glauben konnte! Das Usher-Syndrom ist keine tödliche Krankheit und dürfte von daher kein Grund sein für gesetzlich erlaubte Sterbehilfe«, sagte er im Interview mit dem Nachrichtenportal kath.net.

Hepp leidet ebenfalls unter dem Usher-Syndrom: Er ist taub zur Welt gekommen, seine Sehfähigkeit hat im Verlauf der Jahre bis zur Erblindung nachgelassen. Mit seiner Behinderung kommt der Ehemann und Vater zweier Söhne alles in allem gut klar, weil er sie als Teil seiner Person begreift, die er akzeptieren kann und muss. Als Diakon, also als Seelsorger, ist er geistlicher Begleiter für andere Taubblinde.

Der belgische Fall, den er letztlich nicht versteht, weil er das Verhalten der Brüder untypisch für Taubblinde hält, ist für Hepp verstörend – und er empfindet ihn als Bedrohung: »Wie ist es also trotz bereits vorhandener hoher professioneller Taubblindenhilfe zu dieser wirklich nicht notwendigen, nicht versöhnenden, nicht erlösenden, sondern nur unheilverursachenden Sterbehilfe gekommen? Diesen Fall betrachte ich nicht nur für alle Menschen guten Willens, sondern auch für mich höchstpersönlich als ein ernstzunehmendes Warnsignal.«

 

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