Russland: gezielte Provokation gegen Japan?

02. November 2010, 11:42 | Kategorien: Politik | Schlagworte: | von
Foto: Harry Hautumm/pixelio.de
Redaktion FreieWelt.Net

Der Besuch de russischen Präsidenten Dmitri Medwedjew auf den Kurilen-Inseln hat für einen Aufschrei in Japan gesorgt. Tokio beansprucht die seit ende des Zweiten Weltkriegs von Rußland annektierten Inseln für sich. In japanischen Medien wertet man Medwedjews Reise als mit Peking abgesprochenes Komplott, um Japan in die Zange zu nehmen. Auch mit China gibt es Streit um eine Inselgruppe. Dazu würde passen, dass Medwedjew erst im Sommer den 2. September zum feiertag des "Sieges der Sowjetunion über Japan" erklärt hatte. Tokio hat nun den russischen Botschafter einbestellt und seinen Botschafter in Moskau vorübergehend abgezogen.

Zudem verurteilten sowohl der Ministerpräsident als auch der Außenminister Medwedjews Besuch auf den Südkurilen als “Verletzung der Gefühle des japanischen Volkes”.  Der russische Präsident war offiziell zum Besuch eines geothermischen Kraftwerks dort, erklärte die Inseln allerdings zu einem “sehr wichtigen Teil Russlands”. In Japan ist man überzeugt, dass Medwedjew den erst im September wieder eskalierten Streit zwischen China und Japan um die Senkaku- bzw. Diaoyu-Inseln ausnutzen will und mit seiner fernsehwirksam inszenierten Reise auf die Südkurieln den diplomatischen Druck auf Tokio erhöhen – in Absprache mit den Chinesen.

 

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