Klientelismus verhindert Reformen in Griechenland

30. Juli 2012, 08:17 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: | von Redaktion
Foto: Axel Schmidt/dapd
Redaktion

Die Ankündigung des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras, ein Sparprogramm zu verabschieden und dabei auch Behörden zusammenzulegen und Beamte zu entlassen, ist allenfalls geeignet, ein müdes Lächeln hervorzurufen. Die Troika ist zwar zur Zeit in Athen - ihren Bericht will sie demnächst vorlegen -, doch Skepsis am Willen und der Fähigkeit der Griechen, die Vereinbarungen einzuhalten, mit denen das Defizit unter die Drei-Prozent-Marke gedrückt werden soll, ist angebracht.

Sicher: Renten sollen gekürzt, Abgaben erhöht und Löhne gesenkt werden. Aber wenn an etwas nicht gespart wird, dann sind es zum Beispiel die Privilegien der griechischen Beamten, egal welcher Couleur der Ministerpräsident auch sein mag. Da ihre Macht auf der Vergabe von Stellen in obskuren Behörden gegen Zustimmung bei Wahlen beruht, sind sie überhaupt nicht in der Lage, an diesem System der Patronage etwas zu verändern – selbst wenn sie es wollten. Samaras ist wie seine Vorgänger nicht dem Staat und dem Allgemeinwohl verpflichtet, sondern seiner Klientel. Eher lassen sie den Staat untergehen als daran etwas zu ändern.

 

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(oe)

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