Enge Verknüpfung von Parteipolitik und katholischer Kirche. AfD-Politiker sind nicht erwünscht

Katholische Kirche feiert Katholikentag mit Kirchenfeinden

Abtreibung, Gender, Christenverfolgung und Homo-Ehe: Wer solche Themen im EU-Parlament vertritt, durfte sich über eine Einladung zum Europatag, der im Rahmen des Katholikentags in Münster stattfindet, freuen. Es liegt nahe, dass die Katholische Kirche diese Positionen fördert und hofiert.

Foto: Wolfgang Roucka [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons / Ausschnitt
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: EU, EU-Politiker, Familie, Gender Studies, Katholische Kirche, Kirchentag
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Im Rahmen des Katholikentags in Münster findet ein Europatag statt. Hier demonstrieren Europa-Abgeordnete der im Bundestag vertretenen Parteien ihre Nähe zur katholischen Kirche: das ist Parteipolitik im Kirchentagsgewand. Die AfD wurde nicht eingeladen. Dem Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten im EU-Parlament, Manfred Weber (ebenfalls Vize-Chef der CSU), wird jedoch eine Stunde Redezeit und ein eigener Programmpunkt eingeräumt. Daneben treten in Münster diese Europa-Abgeordneten auf: Ska Keller (Fraktionsvorsitzende der Grünen) Elmar Brok (CDU), Rebecca Harms (Grüne) Dr. Peter Liese (CDU), Sven Giegold (Grüne), David McAllister (CDU), Dr. Markus Pieper (CDU), Arne Lietz (SPD). Aus Polen wurde Róza Thun (EVP) eingeladen. Auch die ehemalige Europa-Abgeordnete Sylvie Goulard (Frankreich) ist dabei.

Wissen die Organisatoren des Kirchentags eigentlich, welche Europa-Politiker sie da eingeladen haben? Die zum Kirchentag eingeladenen Europa-Abgeordneten stimmten nämlich in der Vergangenheit im EU-Parlament mehrfach explizit gegen die Positionen der katholischen Kirche bei Abtreibung, Gender, Christenverfolgung, Homo-Ehe und Subsidiaritätsprinzip. Das geht aus den Ergebnissen der namentlichen Abstimmungen hervor, die das EU-Parlament veröffentlicht. Der Blick auf das Abstimmungsverhalten ist berechtigt. Schließlich hofiert die katholische Kirche Politiker, und Politiker hofieren die Kirchenfürsten. Die Kirche erlaubt, Mandatsträger der Altparteien in Pfarrgemeinderäte, Dekanatsräte und Diözesanräte sowie die Gremien ihrer Verbände, Hilfswerke oder Sozialeinrichtungen zu wählen oder zu berufen. Dort beraten Parteipolitiker dann nicht nur Pfarrer und Bischöfe. Sie nutzen diesen privilegierten Zugang zur katholischen Kirche auch als Plattform für Parteipolitik, um ihren politischen Einfluss auszuweiten. Bei der evangelischen Kirche ist es nicht anders. Doch sollten sie dann nicht wenigstens auch kohärent abstimmen?

Aus den vom EP veröffentlichen Abstimmungsergebnissen (Dokument PE 619.035) geht hervor: die zum Katholikentag eingeladenen Europa-Abgeordneten stimmen namentlich (also nachweisbar) für Abtreibung, für die Homo-Ehe, für die Gender-Ideologie in Schulen („Lehrpläne der Toleranz“), und gegen den Schutz verfolgter Christen. Sie stimmen auch gegen den Respekt der nationalen Identität und der Rechtsordnungen der Mitgliedsstaaten. Roza Thun wurde darüber hinaus bekannt, nachdem sie Polen als Diktatur bezeichnete, weil sie mit der demokratisch legitimierten Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) nicht einverstanden ist. Die liberale Politikerin Sylvie Goulard gehört zwar nicht mehr dem EU-Parlament an, doch während ihrer aktiven Zeit stimmte sie ebenfalls gegen alle wichtigen Positionen der katholischen Kirche. Sie verlor ihr Amt in Frankreich im Zuge einer Betrugs-Affäre um EU-Parlamentsassistenten.

Der Europa-Tag der größten katholischen Veranstaltung in Deutschland wird orchestriert von der „Europa-Union Deutschland (EUD)“ und der Vereinigung „Junge Europäischen Föderalisten (JEF)“. Beide Organisationen proklamieren den europäischen Superstaat unter Brüsseler Führung. Die Europareferentin der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Gabriele Schneider ist Sprecherin der Europa-Union in Berlin. Ein Veranstaltungspunkt des Europatags heißt „Europahymne recomposed“. Dabei gibt es so etwas wie eine „Europa-Hymne“ gar nicht.

Angesichts der engen Verknüpfung von Parteipolitik und katholische Kirche werden wir in den kommenden Tagen die Ergebnisse der namentlichen Abstimmungen zur Entschließung des EU-Parlaments vom 1. März 2018 zur Lage der Grundrechte in der Europäischen Union 2016 beleuchten. Auf dem Prüfstand: die Abstimmungen zu Fragen des Respekts des deutschen Staats-Kirchen-Rechts durch die EU, des Subsidiaritätsprinzips, die Definition von Ehe und Familie sowie Gender-Ideologie, das Recht auf Leben sowie den Schutz verfolgter Christen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Bernd Büdenbender

Die Staatskirchen,insbesondere die katholische Kirche,ist doch immer schon mit den aktuell herrschenden Schichten in einem Boot gesessen.Vor der Aufklärung konnte das schon mal lebensgefährlich für diejenigen sein,die sich der weltlichen Allmacht dieser "Kirche in den Weg stellen wollte.Heute braucht man um sein Leben nicht mehr zu fürchten,aber die Idendifikation der Amtskirchen mit der politischen Korrektheit ist evident.Wie das traurige Beispiel des Einladungsgeschacher's zum Katholikentag zeigt,geht es schlicht um die Ausgrenzung der AfD,die von den Systemparteien mit Hilfe der Kirchen versucht wird.

Gravatar: Aventinus

Ich kann Herrn Gampe nur zustimmen: Austreten! Austreten! Austreten! Außerdem muss in Deutschland nach dem Vorbild Frankreichs eine vollständige Trennung von Kirche und Staat eingeführt werden. Unsere Steuergelder dürfen nicht für eine Organisation ausgegeben werden, die so sehr gegen unsere Interessen handelt und agitiert. Ich fordere die Kündigung aller Konkordate ohne Entschädigung!

Gravatar: Thomas Waibel

Warum sollte eine anti katholische Sekte, wie der Bergoglio-Marx-Verein, nicht zusammen mit den Feinden der katholischen Kirche feiern?

Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne.

Gravatar: Bleichgesicht

Zahltag ist am Letzten. "Und dann wird sein Heulen und Zähneklappen". Amen.

Gravatar: P.Feldmann

Die Schlagzeile könnte wohl auch lauten"Katholische Kirche feiert Katholikentag ohne Katholiken", denn die meisten dürften inzwischen , so wie ich schon seit Jahren, bei der AfD sein. ..

Gravatar: P.Feldmann

@B.Büdenbender

Bis vor einiger Zeit war allein die evangelische Kirche seit Kaiserszeiten in D #Staatskirche!
Die Katholische Kirche war von der Obrigkeit sogar von Staatsämtern ausgeschlossen (Kulturkampf).

Gravatar: Aufbruch

Der Teufelsritt, den die katholischen Kirche eingeschlagen hat, wird in einem schrecklichen Dickischt enden. Die Kirche verheddert sich immer mehr in den Fangarmen der Politik und wird da so schnell nicht wieder heraus kommen. Man regt sich hierulande auf über die Hassprediger in den Moscheen. Wenn ich manche Predigt in der katholischen Kirche höre, wähne ich mich manchmal auch in einer politischen Veranstaltung. Die Stoßrichtung ist dabei immer sieselbe: Drauf auf die AfD.

Wie schon in dem Artikel erwähnt, werden diejenigen, die wirklich Thesen gegen die kirchliche Lehre vertreten, hofiert, während die AfD, die sich zur Kirche bekennt, verteufelt wird. Warum wohl? Weil sie nicht in die Kuschel-Ecke des Parteien-Filzes und der Kirchen passt, weil sie unbequeme Wahrheiten ausspricht. Aber immer mehr Menschen scheinen das alles zu durchschauen. Wenn die Kirche klug wäre - ihre Klugheit ist ihr allerdings mit dem Rücktritt von Benedikt XVI. abhanden gekommen - würde sie sich wieder auf die Lehre Jesu und ihre caritativen Aufgaben beschränken, statt Politik zu machen.

Gravatar: sigmund westerwick

Strikte Trennung von Staat und Kirche ?

wenn ich mich recht erinnere ist strikte Trennung von Staat und Kirche gesetztlich und verfassungsmäßig vorgeschrieben.
Das hat sogar eine gewisse Zeit funktioniert, ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass sich in den frühen Jahren der Bundesrepublik die Kirche dermaßen in die aktuelle Politik eingemischt hat wie heutzutage.
Es muss mit der allgemeinen Auslösung der politischen Sitten zu tun haben, also mit Marktanteilen, Vergünstigungen und Begünstigungen, und Kirchen und Altparteien haben nichts anderes im Sinne, als sich gegenseitig zu bereichern.
Alles was man gemeinhin mit christlich, öffentliches Wohl oder sozialem Engagement verbindet, trifft heute weder auf die Kirchen oder die 'staatstragenden' Parteien zu.
Als zu napoleonischen Zeiten die Kirchenvermögen teilweise verstaatlicht wurden und im Gegenzug der Staat die Gehälter der Berufsgläubigen übernommen hat, war die Sache einfach geregelt, die Kirche hält sich aus dem Staat heraus und kümmert sich um die Belange der Christen.
Heute, wo die Kirche sich nicht mehr im das christliche kümmert und Kirche und Staat Hand in Hand arbeiten, um das Wahlvolk dumm und arm zu halten, hat diese Vereinbarung keine Berechtgung mehr, der Staat sollte also aufhören die Kirchen mir Milliardenbeträgen zu mästen und für den Kirchen auch noch eine Extrasteuer einzutreiben.
Für die Zukunft der Kirchen muss man nur mal über den Rhein schauen, dort leben die Kirchenverteter ausschliesslich von den Spenden ihrer Gemeindemitglieder, und nur wer auch wirklich etwas für die Gläubigen tut, kann mit einem bescheidenen aber auskömmlichen Leben im Sinne von Jesus Christus rechnen.

Gravatar: Assebuhl

@Aventius, mein Herz frohlockt beim Lesen Ihrer Zeilen.

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