Damals waren es die »Roten«, heute sind es die »Rechtspopulisten«

Jagd auf die Opposition: McCarthy auf den Kopf gestellt

In den 1950er Jahren machte man in den USA Jagd auf angebliche »Kommunisten« und fürchtete sich vor der Sowjetunion. Heute jagt man die sogenannten »Rechtspopulisten« und fürchtet sich vor der Russischen Föderation. Déjà-vu?

Foto: Wikimedia Commons, Public Domain
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Erinnern Sie sich noch an die McCarthy-Ära, benannt nach dem US-Senator Joseph McCarthy? Oder vielleicht kennen Sie diese Zeit aus dem Geschichtsbuch? Es war der Auftakt des Kalten Krieges. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die späten 1950er Jahre waren die USA geradezu fanatisch besessen vom »Red Scare«-Phänomen. Überall vermutete man Spione der Sowjetunion, überall befürchtete man kommunistische Verschwörungen. In ganz Amerika wurden Menschen des öffentlichen Lebens überwacht. Sobald jemand etwas »sozialpolitisches« sagte, war man verdächtigt. Viele Amerikaner verloren ihren Job, ihr Ansehen und mussten das Land verlassen. Es traf auch viele Prominente. Es gab eine regelrechte schwarze Liste von verdächtigen Prominenten und Künstlern. Hollywood war besonders unter Verdacht. Selbst Charlie Chaplin wurde die Wiedereinreise in die USA verwehrt, weil man ihn für einen Kommunisten hielt. Überall wurden Plakate aufgehängt und Flugblätter verteilt, auf denen geschrieben stand, dass Amerikaner sich nicht mit Kommunisten gemein machen durften.


Wer die damalige Zeit historisch analysiert und mit der heutigen vergleicht, der wird viele Ähnlichkeiten entdecken. Das »böse Land« ist nach wie vor Russland. Doch diesmal gehen die Medien-Hetze, Verleumdungskampagnen und Denunziationen nicht gegen angebliche Kommunisten, sondern gegen sogenannte »Rechtspopulisten«. Mit derselben Naivität und demselben Eifer wird Jagd auf alle Menschen gemacht, die nicht dem linksliberal-progressivem Mainstream folgen. Sobald jemand konservative Ansichten äußert, für Donald Trump ist oder Verständnis für die Außenpolitik Russlands zeigt und dies öffentlich äußert, wird man zur Zielscheibe von Staat, Überwachungsmaschine, Medien und linksradikalen Gruppen. Es ist das gleiche Phänomen wie in den 1950er Jahren. Man muss nur die Begriffe austauschen.


In den USA wird schon seit langem darüber diskutiert, ob »rechts« das neue »links« sei. Jedenfalls fühlen sich die jungen Konservativen und Wirtschaftslibertären in den USA so. Sie schwimmen gegen den Mainstream ihrer Generation an und empfinden sich deshalb als Revoluzzer. Tatsächlich gilt es heutzutage in den USA (zumindest an der Ost- und Westküste) schon als revolutionär (in anderen Augen als reaktionär), wenn eine Frau sich dazu entschließt früh zu heiraten und zu Hause bei ihren Kindern zu bleiben.


Doch die Geschichte lehrt uns, dass die Verfolgten das Blatt wenden können.

 

Kommentare zum Artikel

Gravatar: MGR

Wie lustig, genau dieser Gedanke kam mir letzte Woche bei der Lektüre von D. Talbot "The Devil's Chessboard" auch.
Die Parallelen zwischen McCarthy's Treiben in den Fünfzigern und heute sind schon frappierend. Seinerzeit wurde die rote Gefahr/Gesinnung u.a. dazu verwandt um die unliebsamen "New Dealer" aus der Regierung zu treiben.

Gravatar: Candide

Da wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen. Der junge Senator McCarthy bekam vom FBI eine Liste zugespielt mit angeblichen pro-russischen Agenten innerhalb der US-Regierung. Er mobilisierte eine patriotische Bewegung, die jeden unter Generalverdacht stellte, der mit kommunistischem Gedankengut auffiel (HUAC).
Dabei gab es schlimme Auswüchse, wie immer wenn Menschen glauben, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Fakt ist, daß die inzwischen veröffentlichten Venona papers dem alten McCarthy Recht geben. Gerade Hollywood-Größen, welche die öffentliche Meinung ja besonders beeinflussen, waren damals wie heute gekaufte (oder erpreßbar gemachte) Sprachrohre der Staatsfeinde.
Im Unterschied zu der heutigen Hexenjagd waren die anti-kommunistischen Maßnahmen damals patriotisch und wollten das amerikanische Volk vor dem Verlust seiner Souveränität schützen. Dagegen stehen heute genau die am Pranger, welche ihre deutsche/abendländische Identität nicht aufgeben wollen.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

Wie sehr sich die Zeiten doch gleichen!!!

Ging es dem US-Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater https://de.wikipedia.org/wiki/Barry_Goldwater
während der Wahlen anno 1964 nicht „sehr“ ähnlich wie Präsident Trump, der im Unterschied zu ihm - auch wegen der Korruption und Kriegslust seiner Konkurrentin Killary, welche die innigste Unterstützung dieser Merkel genoss - die 2016er Wahl allerdings gewann??? http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174174.html

„Es ist das gleiche Phänomen wie in den 1950 („und“ 1960)er Jahren. Man muss nur die Begriffe austauschen“ … „Doch die Geschichte lehrt uns, dass die Verfolgten das Blatt wenden ´können`.“

Gravatar: Alfred

Zur Ergänzung:
Früher war es McCarthy-Ära, heute ist es die Soros-Ära.

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