Aufrüstung des Volkes: Polnische Staatsbürger bilden Bürgerwehren

Immer mehr Polen treten paramilitärischen Freiwilligenmilizen bei

Immer mehr junge Polen organisieren in ihrer Freizeit private Kampfsportgruppen, aus denen paramilitärische Einheiten entstanden sind. Mittlerweile unterstützt der Staat diese Entwicklung mit kleinen Aufwandsentschädigungen.

Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Bürgerwehren, Militär, Paramilitär, Polen, Russland, Zuwanderung
von

Die Krise in der Ukraine hat viele Polen verunsichert. Könnten solche Bürgerkriegsszenarien wie in der Ukraine oder in Syrien auch in Polen passieren? Besteht die Möglichkeit, dass Russland über dessen Enklave in Kaliningrad (Königsberg, Ostpreußen) Polen mit geheimen Kämpfern infiltriert wie mutmaßlich im Osten der Ukraine? Oder könnte es gar eine direkte Invasion aus Russland geben?


Diese und viele andere Gedanken beunruhigen seit etwa drei bis vier Jahren immer mehr junge Menschen in unserer Nachbarrepublik, Männer und Frauen gleichermaßen. Hinzu kommt die Sorge vor einer möglichen islamischen Invasion. So wie in Deutschland oder Schweden soll es in Polen nicht werden. Und islamistische Fundamentalisten und Terroristen will man auf gar keinen Fall im Lande haben.


Also haben sich Freiwilligenverbände gebildet, die in ihrer Freizeit und am Wochenende Krieg »spielen«, Wehrsportübungen machen und sich an der Waffe ausbilden. Sie tragen Uniformen und sehen auf dem ersten Blick fast wie echte Soldaten aus.


Mittlerweile soll es rund 80.000 paramilitärische Freizeitsoldaten in Polen geben. Sie sind in zahlreiche Unterorganisationen und Gruppen gegliedert. Inzwischen hat das polnische Verteidigungsministerium das offizielle Oberkommando auch für diese Milizen übernommen und sie in die Verteidigungsplanung integriert. Das bedeutet, dass die Bürgerwehren und Milizen zusammen mit den Reservisten der normalen Armee trainieren dürfen und im Ernstfall auch dem Kommando des Staates unterstehen. Dafür gibt es für alle offiziell registrierten freiwilligen Bürgermiliz-Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung in Form eines Quasi-Soldes von umgerechnet 120 Euro pro Monat. Allerdings müssen sich die Milizen vieles ihrer Ausrüstung selber kaufen.


Wer mehr darüber erfahren will: Hier gibt es Informationen und Dokumentationen zum Thema auf VICE International, BBC News, Al Jazeera English, Deutsche Welle.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: H.von Bugenhagen

Toll der Anfang ist gemacht ,,weiter so,,
Hoffe andere EU Länder folgen dem Beispiel.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Könnten solche Bürgerkriegsszenarien wie in der Ukraine oder in Syrien auch in Polen passieren?“

Ich denke „Ja“!

„Besteht die Möglichkeit, dass Russland über dessen Enklave in Kaliningrad (Königsberg, Ostpreußen) Polen mit geheimen Kämpfern infiltriert wie mutmaßlich im Osten der Ukraine?“

Von mir ein klares „Nein“!

„Oder könnte es gar eine direkte Invasion aus Russland geben?“

Ebenfalls klar nein!!!

Auch aus meiner Sicht kommt die Angst der Polen aus einer vollkommen anderen Richtung:

Das polnische Nachrichtenmagazin „Wprost“ hatte im Januar 2016 Angela Merkel auf dem Titel. „Oder zumindest den Kopf der Kanzlerin. Denn alles unterhalb der Halskante lässt sich ziemlich eindeutig Adolf Hitler zuordnen: die Uniform, die Feldherrnpose, die Karte des Generalstabs auf dem Tisch. Und auch die vier Herren um Merkel herum haben zwar die Gesichter von heutigen EU-Politikern, aber die Körper von Wehrmachts-Generälen. Schlagzeile dazu: „Sie wollen Polen wieder kontrollieren“. https://www.svz.de/deutschland-welt/politik/neues-altes-feindbild-deutschland-id12423226.html

Wird es nun nicht mehr lange dauern, bis die Göttliche(?) dem Junker befiehlt, die Samthandschuhe gegenüber Polen abzustreifen??? https://morbusignorantia.wordpress.com/2015/10/02/deutschlands-ende-der-europaeische-polizeistaat-uebernimmt/

Gravatar: Unmensch

Ungarn, Tschechien, Polen - das sind jetzt wehrhafte Demokratien, die lassen sich keine falschen Freunde unterjubeln.

Gravatar: Deutsch-Pole

Eine interessante Doppelmoral fällt in dem Zusammenhang auf. Neben Polen haben auch die baltischen Staaten wie zum Beispiel Litauen ein ganz ähnliches Konzept der Nationalgarde in Form von freiwilligen Schützeneiheiten. Aber in der deutschen Presse wird nur Polen dafür kritisiert und nur im Falle Polens von "Paramilitärs" gesprochen. Die deutsche Berichterstattung über die litauischen Nationalgarden fällt dagegen meist neutral bis wohlwollend aus. Ein Schelm wer Böses dabei denkt...

Schreibe einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang