Historisches und topographisches Wissen wird an Schulen vernachlässigt

Geographie: mangelhaft!

Wozu sollen die Kinder etwas über den Dreißigjährigen Krieg wissen? Warum sollten sie wissen, wo Neuseeland auf der Landkarte liegt? Grundkenntnisse in Erdkunde und Geschichte werden nur noch mangelhaft vermittelt.

Foto: Pixabay
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Lebenswelt, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen, Startseite - Unterbühne | Schlagworte: Bildung, Geographie, Geschichte, Schule
von

Ein mündiger Staatsbürger, der sich aktiv an der Demokratie beteiligen soll, bringt idealerweise gute Kenntnisse aus der Geschichte und Geographie mit. Denn nur so kann er sich selbst, sein Land und seine Gesellschaft in Raum und Zeit verorten.

Doch die heutigen Bildungspläne haben in fast allen Bundesländern dreierlei gemeinsam: Erstens wird mehr Wert auf Abstraktionsfähigkeiten als auf Wissensvermittlung gelegt. Zweitens werden die Fächer Erdkunde und Geschichte hoffnungslos vernachlässigt. Drittens sind die Lehrer von heute mehr Sozialarbeiter als Wissensvermittler.

Dabei geht es gar nicht darum, dass die Fächer Geschichte und Erdkunde für den späteren Berufsweg wichtig sein könnten. In der Regel sind sie es nämlich nicht. Sondern es geht um die Tatsache, dass Menschen ohne ein gewisses Grundverständnis von historischen Entwicklungen und topographischen Fakten die täglichen Nachrichten gar nicht verstehen können.

Den Kindern wird an keiner Schule eine Grundstruktur an die Hand gegeben, wie in Form einer Zeitskala historische Ereignisse in einer gewissen Reihenfolge angeordnet werden, oder in Form einer soliden Topographie-Kenntnis, die zur räumlichen Orientierung auf der Weltkarte notwendig ist. Wer die Kinder nach Stadt-Land-Fluss fragt, wird schnell mit der nüchternen Realität des Nichtwissens konfrontiert. Tatsächlich nähern wir uns schon amerikanischen Verhältnissen an.

Auch Heimatkunde wird vernachlässigt. Die deutsche Geschichte wird ohnehin hauptsächlich auf das Dritte Reich und die Nachkriegszeit reduziert. Kenntnisse vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation sucht man auf den Schulhöfen vergeblich, ebenso eine Idee von der Gesellschaft der Kaiserzeit 1871-1914.

Die Tendenz ist eindeutig: Kinder, die sich in Geschichte und Geographie gut auskennen, haben ihre Kenntnisse entweder aufgrund ihres Elternhauses (Bildungsbürger) oder aufgrund ihres persönlichen Interesses (Hobby) erworben. Die Schule bietet hier keine Grundlage mehr. Die letzte Hoffnung liegt einzig auf der gymnasialen Bildung. Hier ließe sich noch das Ruder herumreißen. Die Hauptschulen, Realschulen, Werksrealschulen, Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen mit ihren integrativen Tendenzen und neuen pädagogischen Konzepten stimmen pessimistisch.

 

(Dieser Kommentar-Artikel bezieht sich auf Gespräche mit Eltern, Lehrern, Nachhilfelehrern und Schulkindern in drei Bundesländern: Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen.)

 

 

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Eva Herman

Wenn du das Volk auf ewig verderben willst, verderbe Ihre Kinder...

Gravatar: Gipfler

Der Mensch soll nicht mehr im Sinne der christlichen Humanitätsideale Europas, also zur autonomen, sich selbst bestimmenden Individualität gebildet, sondern zu immer neuer Anpassung an die abstrakten Anforderungen der Wirtschaft befähigt werden. Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit gelten der OECD als Schlüsselkompetenzen. „So heißt es 1961 in unmissverständlicher Offenheit: ´Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen. Das Erziehungswesen steht nun gleichwertig neben Autobahnen, Stahlwerken und Kunstdüngerfabriken.´“ Intellektuelle Fähigkeiten gelten als eine Form des wirtschaftlichen Kapitals, das wie ein Spinnrad oder eine Getreidemühle als Produktionsfaktor wirtschaftlichen Ertrag bringt.

Kompetenzen in ihrem Erwerb sollen immer auf konkrete Lebensbereiche und -situationen, sowie deren Anforderungen angewiesen sein, auf die sie sich beziehen und in deren spezifischen Rahmen sie zu konkreten Lernleistungen und Problemlösungen befähigen sollen. Auf allgemeine, fachübergreifende Persönlichkeitsmerkmale und intellektuelle Kompetenzen, die sich nicht als Leistungen für Problemlösungen direkt beobachten lassen, kommt es dabei nicht an. Es sollen bestimmte Begriffs- und Verhaltensschemata veranlagt werden, „habituell gewordene Denkstrukturen, die auf intelligente Formen der Anpassung zurückzuführen sind.“ Bildung in diesem Sinne heißt also: Anpassung der Schüler an bestehende rechtliche und wirtschaftliche Strukturen, innerhalb derer sie sich bewegen können sollen.

Siehe die wichtige Untersuchung:
http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/03/der-marktradikale-griff-der-eu-nach-der-schulischen-bildung/

Gravatar: Lurch Molch

Es ist immer wieder erschreckend, wie viele Menschen nicht einmal Ouagadougou oder Lilongwe auf der Landkarte finden. Dabei weiß das doch jedes Schulkind.

Gravatar: H.Roth

Im Sozialismus waren Geographie und Geschichte doch noch nie besonders wichtig. Die Geschichtsschreibung diente entweder der Hervorhebung sozialistischer Errungenschaften, sozusagen als dunkles Passepartout, vor dem der helle, neue, sozialistische Mensch sich erhebt und abhebt, oder sie wurde so verfälscht und verdreht, dass sie diesem Zweck dienen konnte.

Und Geographie diente nur dazu, um Feinde und sozialistische Freunden ungefähr lokalisieren zu können. Das bedeutendste Land Amerikas war demnach Kuba. Und als ideologisch gehorsamer Schüler, schlug man niemals die Atlasseite mit USA oder Westeuropa auf (gab es die Länder überhaupt im Atlas?). An Reisen dahin, war ohnehin nicht zu denken.

Und endlich ist es wieder soweit, dass man sich als Schüler nicht mehr mit Namen von Bergen, Flüssen oder Orten plagen muss, sondern einfach nur die Weltkarte mit den Farben "gut" oder "böse" anmalen kann. Und wozu sich noch mit unzähligen Namen und Jahreszahlen quälen, wenn sich deutsche Geschichte auf 12 Jahre reduzieren läßt! Der andere unnötige Ballast kann daher ruhig aus dem Lehrplan geworfen werden, denn dann bleibt mehr Raum und Zeit für das Wesentliche:
I d e o l o g i e!

Gravatar: Rotwurst

Das Fach Geschichte ist in erster Linie "Geschichtsbeschreibung" der Herrschenden.

Die Bildung beginnt erst nach der Schule oder Uni !

Da die "Bildungsbürger" in der Regel die Herrschenden sind, bestimmen sie auch das, was gelehrt wird. Und das kommt immer auf die Herrschenden selbst an.

Auch nichts zu vermitteln, kann durchaus ein Ziel sein, damit der Bürger gar keine Fragen zu Themen stellen kann, die er nie gehört hat: Alle politischen Systeme erhoffen sich viele Befehlsempfänger - daher ist die Frage der Bildung oder Nichtbildung eine des Systems.

Gravatar: Nordheidjer

Wer sich mit Geschichte und Erdkunde nicht auskennt, ist leichter zugänglich für Fake News - und zwar für die vom Juste-Milieu verordneten. Wir haben an unserer Schule in Buchholz/Nordheide Lehrer, die das Sach- und Orientierungswissen für überflüssig halten und nicht bewertet sehen wollen, ja sogar Kollegen bestraft sehen wollen, die auf dieses Wissen noch Wert legen, weil ohne dieses Wissen eine zutreffende Bewertung und Einordnung geschichtlicher Ereignisse schlicht nicht möglich ist. Schüler werden mit den herrschenden Bewertungsmaßstäben für das Herumschwadronieren im luftleeren Raum belohnt und bekommen dann 11, 12, 13 Punkte. So ziehen wir die "Generation Fake News" heran, und ich möchte nicht daran denken, von was für Leuten wir in 20 bis 30 Jahren regiert werden könnten!

Gravatar: R. Avis

Als wir unsere Kinder vor nun bald zwanzig Jahren einschulten, glaubten wir noch, naiv wie wir waren, an den deutschen Syllabus. Wir wurden bald eines Anderen belehrt und meldeten unsere Älteste schon im ersten (!) Schuljahr um und brachten sie auf eine Privatschule. Das empfehle ich allen Eltern: sobald man feststellt, daß irgendetwas nicht mehr rundläuft, weil der Schulleiter gewechselt hat und die Schule als Experimentierfeld mißbraucht; wenn Lehrer ihre psychischen Probleme an den Kindern abarbeiten; wenn die Kinder so unterschiedlich sind, daß die Klasse nicht konzentriert und zügig durch den Stoff kommt; wenn verschiedene Ethnien meinen, sie müßten in der Schule Kulturkampf spielen.
Ein befreundeter Schulleiter, inzwischen pensioniert, empfahl uns den Wechsel zum Privatinstitut und sagte wörtlich: "Heutzutage kann man schon froh sein, wenn die Kinder unbeschadet an Geist und Seele im zwölften Lebensjahr ankommen."

Gravatar: Ein unbequemer Geist

Ziel dieser schleichenden Entwurzelung ist es, dem Deutschen Volk langfristig seiner Identität zu berauben.

Beginnt man mit dieser Prozedur bei den Kindern, so ist hier kaum mit einem Widerstand zu rechnen. Selbst wenn das eine oder andere Kind sich querlegen sollte, gibt es relativ einfache Mittel, seinen Widerstand zu brechen.

Wir kennen diese Verfahrensweise bereits von der Frühsexualisierung her, die auf einen breiteren Widerstand stößt als sich das ihre Initiatoren erhofft haben.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit werden auch in anderen Bereichen der Lehranstalten emsig an der Umformung, besser Deformation, der Kinder hin zum "neuen" Menschen gearbeitet.

Diese Totalpolitisierung des Unterichts entspricht genau den linksideologischen Vorstellungen einer schönen neuen Welt, in der alle Menschen gleich sind und keinen Bezug mehr zu ihrer eigenen Kultur und Heimat haben.

Es geht um die Realisierung der "vielfältigen" Einfalt der Linken. Auch hier hinter steckt letztlich der menschenverachtende Gleichheitswahn.

Schreibe einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang