Ankauf von mehr »schwachen« Papieren geplant

EZB will Kapitalschlüssel außer Kraft setzen

Dem Anleiheankauf der EZB liegt ein Kapitalschlüssel zugrunde: je stärker eine Volkswirtschaft, um so größer muss der Anteil dieser Volkswirtschaft bei den gekauften Anleihen sein. Diese letzte Sicherheitsvorrichtung will Draghi nun auch noch kippen.

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Der von Mario Draghi initiierte umstrittene und höchst riskante Ankauf von Staatsanleihen seitens der EZB geht unvermindert weiter. Die Zentralbank kauft weiterhin Monat für Monat Anleihen in einer Größenordnung von 60 Milliarden Euro und sammelt auf diesem Weg jede Menge »Ramsch« an. Die letzte Sicherheitsvorkehrung, um nicht nur quasi wertlose Papiere der südeuropäischen Länder in das Portfolio aufzunehmen, war der Kapitalschlüssel. Dieser besagte, dass der Anteil eines Landes an der EZB ausschlaggebend für den Anteil der Staatsanleihen dieses Landes an der Gesamtheit aller gekauften Staatsanleihen ist.

Einfach ausgedrückt: Deutschland hat einen Anteil von rund ein Viertel an der Europäischen Zentralbank. Demzufolge mussten bisher bei dem Anleihenankauf jedes Mal rund ein Viertel aller Papiere wertstabile Bundesanleihen sein. Doch die Bundesanleihen werden langsam knapp. Daraus resultiert, dass sie für die Ankäufer hinsichtlich der Verzinsung unrentabel werden. Zweijährige Bundesanleihen weisen aktuell, so schreibt es die »Welt«, eine Negativverzinsung auf. Das heißt, dass der Anteilseigner Geld dafür bezahlt, diesen Anteilschein zu besitzen.

Dafür aber weiß der Papierinhaber, dass dieses Geld relativ sicher ist. Veräußert er dieses Papier, so erhält er den Nominalwert zurück. Das macht dieses Papiere trotz Negativverzinsung interessant. Ganz anders als zum Beispiel die Staatsanleihen von Italien, Spanien und Portugal. Sie rangieren seit Monaten nur knapp über Ramschniveau, sollen zukünftig aber einen noch größeren Anteil beim Ankauf der Staatsanleihen durch die EZB erhalten. Der Anteil der wertstabilen Bundesanleihen soll nun, so will es Draghi, durch einen größeren Anteil an hoch- bis höchstspekulativen Papieren aus diesen drei Ländern ersetzt werden. 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: p.feldmann

Alles läuft auf eine totale Schuldentilgung des Südens durch deutsche Steuerzahler und Sparer hinaus.
spd-Kanzlerkandidat SCHULZ ist DAFÜR!

Gravatar: Aufbruch

Draghi - dieser Mann ist ein gemeingefährlicher Hasardeur, der, in wessen Auftrag auch immer, Europa und vor allem Deutschland destabilisieren soll. Seine Mandatsübertretungen, die er ständig vollführt, bleiben ungeahndet, da das ganze Establishment am gleichen Strang zieht. Draghie ist kein Insolvenzverwalter der Problemstaaten, sondern ein Insolvenzverschlepper. Nur geht das nicht bis in alle Ewigkeit. Irgendwann ist Zahltag. Und wer zahlt dann? Vor allem der dumme deutsche Steuerzahler.

Gravatar: Ulli P.

@p.feldmann: ... und Häuptling "Jacke wie Hose" macht das jetzt schon mit!

Es hilft nur eines: Richtig wählen! Auch die, welche meinen, nicht zu wählen, müssen überzeugt werden, dass es besser ist, die Tierschutzpartei oder die Bibeltreuen Christen zu wählen (wenn sie aus irgendeinem Grund sich nicht für die AfD entscheiden können) als eine von den sog. "Etablierten". Nichtwählen hilft nur Merkel. Die spekuliert sogar darauf!

Gravatar: H.von Bugenhagen

Na iss denn dass
Reichen die 12 Milliarden Spielschulden am deutschen Volk noch nicht aus?
Oder ist da ein Finanz Nazi am Werk ?
Schäuble:"Ich möchte die Frage nicht beantworten"

Gravatar: ruhland

Nach der Höcke-Rede zum Holocaustdenkmal in Berlin ist die AfD in der neuesten Umfrage auf 9% zurückgefallen und der Bundesvorstand völlig unterschiedlicher Meinung zum Thema Parteiausschluss. Schade, die Partei mit ihrem Wahlprogramm war davor noch so aussichtsreich ins Rennen um möglichst viele Sitze im Bundestag gegangen. Holocaust ist ein absolutes Tabuthema, das hätte Höcke wissen müssen. Das war ein sehr dummes Eigentor.

Zu Draghi: Der Ausgang der Wahlen in den Niederlanden und Frankreich werden den Niedergang der EU und das Ende des Euros beschleunigen. Ich persönlich hoffe auf eine starke Währung für Deutschland, mit dem der Export zwar schwieriger werden, die Kaufkraft aber endlich wieder steigen wird.

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