Experte Markus C. Kerber plädiert für Einführung von Parallelwährung

14. August 2012, 07:16 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: Berthold Stadler/dapd
Redaktion

Um den Grundfehler bei der Konstruktion des Euro auszugleichen, schlägt der Finanzwissenschaftler Markus C. Kerber die Einführung einer Parallelwährung vor: die Guldenmark. Länder, die Überschüsse erwirtschaften sollten neben dem Euro auch in dieser Währung rechnen, um die Leistungsbilanzunterschiede kenntlich zu machen und eine eigene Finanzpolitik verfolgen zu können.

Kerber erläutert im Interview mit der Welt die Vorteile: »Die Länder der Guldenmarkzone hätten mit einer tendenziell aufwertenden Währung die Rückzahlung der Euroverbindlichkeiten auf mittlere Frist optimiert. Die Südländer würden nach Transformation des Euro zur Weichwährung ihre Euro-Schulden weginflationieren, ohne von Deutschland und seinen Partnern ewig stabilitätspolitisch drangsaliert zu werden.«

Die Einführung der Drachme oder der Lire als Parallelwährung in den Krisenländern hält Kerber aus historischer Erfahrung für wenig aussichtsreich. Geeignet seien ausschließlich die starken Volkswirtschaften. »Die Gründung der Guldmarkzone ist als Stabilitätsanker gedacht. Wir entziehen uns dadurch dem EZB-Management, das maßgeblich von Frankreich und seinen monetär Gleichgesinnten beherrscht wird. Wollen Sie weiter untätig mit an sehen, wie Herr Draghi aus dem Euro eine Lira macht? Ich sage Nein und will nicht länger hoffen, dass Herr Weidmann die Ausführung der Beschlüsse der EZB verweigert. Wir sollen das Schiff verlassen, bevor es endgültig sinkt.«

 

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(oe)

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