Blogger: Steinbrück ein anderer, als es scheint

05. Oktober 2012, 06:56 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: Tobias Koch/dapd
Redaktion

Ist Peer Steinbrück der kompetente Bankenkrisenmanager, für den man ihn hält? Der Blogger Jens Berger hat da gewisse Zweifel. Er macht darauf aufmerksam, dass unter Steinbrücks Aufsicht (1998-2005) die WestLB mit dubiosen Geschäftspraktiken in eine existenzbedrohende Krise steuerte. Ab 2005 sorgte er als Bundesminister für die Liberalisierung der Finanzmärkte.

Berger zeichnet ein Porträt von Steinbrück als willfährigen Interessenvertreter der Banken, der dann mit den von seinen Entscheidungen mitverursachten Folgen nicht zurechtkommt. Dass er seinerzeit die IKB für »systemrelevant« erklärte, habe vermutlich eher damit zu tun gehabt, dass Steinbrück den Banken, die bei einer Insolvenz Geld verloren hätten, einen Gefallen tun wollte. »Offenbar wollte der Mann, der heute den Banken den Kampf angesagt hat und viel von Gläubigerhaftung erzählt, damals, als es darauf ankam, die Banken noch nicht einmal für diese überschaubare Summe in Haftung nehmen.«

Im Verlauf der Krise wurde dann der Mythos des Krisenmanagers geboren, meint Berger. »Der Mann, der während der Krise orientierungslos und seekrank unter Deck hockte und den Bankern das Steuerrad überließ, lässt sich stattdessen heute als Lotse feiern, der das Land angeblich mit ruhiger Hand durch den schlimmsten Orkan der jüngeren Geschichte gesteuert hat.« Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Vortragstätigkeit Steinbrücks gewinnt diese Deutung an Gewicht.

 

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(oe)

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