Von Israel lernen heißt… Was hat Israel, das wir nicht haben?

Nichts scheinen wir Nachkriegsdeutschen mehr zu hassen, als wenn einer sein eigenes Schicksal freimütig selbst entscheiden will. Das gilt im Alltag für diejenigen, die mehr Eigenverantwortung einfordern und weniger staatliche Bevormundung durch Sozialpampering. Das gilt noch mehr für die Politik.

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Wacht an der Gaza-Grenze (Foto: G. Suhr)

 

Nichts scheinen wir Nachkriegsdeutschen mehr zu hassen, als wenn einer sein eigenes Schicksal freimütig selbst entscheiden will. Das gilt im Alltag für diejenigen, die mehr Eigenverantwortung einfordern und weniger staatliche Bevormundung durch Sozialpampering. Das gilt noch mehr für die Politik: Der (von Merkel und Medien) nicht erlaubte Brexit und die insgesamt verweigerte Anerkennung der Wahl von Donald Trump sind für diesen ungehemmten Hass auf Selbstbestimmung der eigenen Interessen die jüngsten Beispiele. Am nachdrücklichsten wird der totale moralische Kampf gegen die Wahrnehmung eigener Interessen gegen den Staat Israel geführt: Gegen die einzige Demokratie in Nahost, die, in einem Meer von Feinden, ihr Existenzrecht behaupten muss.

Wer in diesen Tagen als Deutscher Israel besucht, nicht um sich zu empören, sondern um zu lernen, entdeckt viele Defizite. Nicht bei der israelischen Politik, sondern bei der Deutschen.

Im Außenministerium in Jerusalem ist die oberste Maxime: Nüchternheit. Nicht moralische Kriterien bestimmen die Handlungsoptionen. Seit Trumps neuer Ehrlichkeit verfolgt der knapp Neun- Millionen-Staat eine andere Option zur Lösung des ewigen Konflikts mit den Palästinensern. Bisherige Versuche (Oslo I und Oslo II) scheiterten. Immer ging es darum, in direkten Abkommen mit den Palästinensern eine friedlichere Koexistenz zu erreichen. Natürlich will niemand in der Sderot Itzchak Rabin zitiert werden, wenn es um die neue Strategie geht. Aber so viel ist klar: Die Analyse der Situation ergibt, dass nur ein Teil des Konflikts von der unmittelbaren Betroffenheit der Palästinenser in Israel, im Gaza und auf den West Banks bestimmt wird. Es sind die großen Player Iran und Saudi-Arabien, die den “Palästinenserkonflikt” benutzen, um ihre Vormachtstellung in der Region auszubauen. Deshalb gilt es hier, die Fronten zu begradigen. “Europa”, also die EU spielt bei dieser Politik keine Rolle. Wörtlich: “Zero”.

Stattdessen werden gemeinsame Interessen mit Saudi-Arabien und der Türkei ausgelotet. Beide Staaten sehen ihre Interessen durch Iran und die Hisbollah in Assads Syrien bedroht - genau wie Israel. Ein Interessenabgleich könnte auf Kosten der Terror-Hisbollah gehen.

Die radikal-sunnitische Hamas scheint als erste den Wind of Change in Israels Politik gespürt zu haben. Wie anders ist ihre kosmetisch aufgehübschte neue Charta zu verstehen. Die Diktatoren in Gaza erwägen darin, einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 zumindest zeitweise zu akzeptieren – halten aber gleichzeitig am bewaffneten Widerstand gegen Israel fest.

Mit den Wahabiten in Riad gemeinsame Interessen auszuloten wäre in Deutschland undenkbar, außenpolitisch sozusagen “über die Bande” zu spielen.
Außenpolitik hierzulande führt ihr Theater in der Kulisse fest installierter moralischer Feindbilder auf.

Noch etwas kann man im Gespräch mit israelischen Außenpolitikern lernen: Eine realistische Selbsteinschätzung. Während es in maßloser Selbstüberschätzung in Berlin die Vorstellung gibt, durch einen „Marschallplan 2.0“ die (globalen) Fluchtursachen  beseitigen zu können, oder Klimagott zu spielen, setzt die israelische Politik ihre Mittel sparsam ein. Statt Weltpolitik, wie sie Merkel im Namen Europas und auf deutsche Rechnung betreibt, kennt Israel seine Grenzen. Und definiert den sparsamen Einsatz seiner begrenzten Mittel auf der internationalen Bühne als Regel.

Ja, Israel weiß auch, wie man Grenzen dichtmacht. Dass trotzdem ein Heer von Palästinensern täglich einreist, um bei Bauarbeiten, in der Landwirtschaft oder wo auch immer Geld zu verdienen - darüber spricht man selten.

Tatsächlich gab es bis 2012 auch ein Heer illegaler Einwanderer - vor allem aus Sudan und Eritrea. Geschätzt bis zu 60 000. Erst seitdem Israel sich mit einem Zaun an der Sinai-Grenze schützte, versiegte der Strom. Den illegalen Migranten droht Haft oder Abschiebung nach Uganda. Wenigstens offiziell. Eine andere Geschichte ist, was der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Hudai erzählt. In seiner Stadt gäbe es 12 000 schwarzhäutige Kinder. Und auf die Frage: “Was nun?” ist seine Antwort: “Schulen bauen”. Immerhin: Die illegale Zuwanderung ist jetzt nahe Null. Tatsache ist: Man KANN Grenzen dichtmachen. Man KANN abschieben. Aber selbst Israel schafft das nur im Maßstab von wenigen tausend pro Jahr.

Eine Frage, die jeden Israelbesucher umtreibt ist: Wie kommt es, dass dieser kleine Wüstenstaat wirtschaftlich so erfolgreich ist? Dafür gibt es eine einfache Formel: Not macht erfinderisch. In der Wüste Negev: Blühende Plantagen. Dem Wassermangel wurde durch Tröpfchenbewässerung ein Schnippchen geschlagen. Eine Technik, die wie so viele aus der Not geborenen Erfindungen zum Exportschlager wurde.

Die spektakulärste wirtschaftliche Erfolgsgeschichte schreibt Israel im Bereich IT. Immer wieder von internationalen Boykottversuchen bedroht, setzte das Land ganz auf eigene Entwicklungen. Dabei ging es zunächst um Spionage- und Spionageabwehr. Ein vielleicht schmutziges Geschäft, aber auch ein weltweiter Verkaufsschlager. Inzwischen gibt es kaum ein namhaftes Unternehmen weltweit, das nicht in Israel ein IT-Standbein hat. VW, Bosch, Daimler und die Telecom sind nur einige der deutschen Namen, die Grisha Alroi-Arloser von der Deutsch-Israelischen IHK nennt. Sie alle setzen auf disruptive Technologien, also völlig neue Lösungsansätze. Zwei Faktoren spielen bei dieser Entwicklung eine Rolle: Die Nähe zum Militär, die in Israel kein Makel sondern eine Auszeichnung ist. Und: Anders als in Deutschland steht IT nicht ständig unter moralischem Generalverdacht. Dazu kommt eine Kultur des Scheiterns als Voraussetzung für die Suche nach Neuem. Niemand muss auf Nummer Sicher gehen. Auch Scheitern, weiß man, gehört zum schlussendlichen Erfolg.

Aber vor allem eins unterscheidet Israels Befindlichkeit von den Deutschen: Das Bewusstsein der eigenen Identität - geprägt durch gemeinsame Geschichte, die wohl mit Abraham ihren frühen Fixpunkt hat. Nur durch diese Gewissheit, sich ihre EIGENE Welt zu errichten, schaffen sie Wachstum, Optimismus und auch einen Geburtenüberschuss: Hier werden mehr Kinder geboren als in jedem anderen Staat der westlichen Welt. Eine israelische Frau bekommt im Durchschnitt 3,1 Kinder.

Während in Deutschland die Rückbesinnung auf alte Werte („1000 Jahre“ Heiliges Römisches Reich) absolut tabu ist, begründen offizielle Gesprächspartner in Israel - genauso wie der Bürger auf der Straße -  das Existenzrecht des Staates mit historisch belegten Ansprüchen. An erster Stelle natürlich steht dabei der Anspruch auf die Hauptstadt Jerusalem. “Wir sind seit 3000 Jahren hier verwurzelt. Hier zu sein ist unser Recht.” Und eines ist immer klar: Israel ist der Staat der Juden. Dürfte man so etwas auch in Deutschland sagen? Deutschland ist der Staat der Deutschen? Nein. Die Deutschen sind in Deutschland, nach dem Diktum der Kanzlerin eben nur jene, “die schon länger bei uns wohnen”. Selbsthass, Verleugnung eigener Interessen, ist hierzulande Staatsräson.

 

http://www.lyrikheute.com/2017/05/was-kann-deutschland-lernenvon.html

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: fruuf

Es ist wohl kaum zu erwarten, dass bei dem Thema Israel die Meinungen und Kommentare in ihrer großen Mehrheit nicht von polarisierter Voreingenommenheit gezeichnet sind.
Will man allerdings die halbwegs objektiven Normen gültigen Völkerrechtes zur Grundlage der Betrachtung heranziehen, wird dies von den Israel-Protagonisten weitgehend abgelehnt.

Im Weiteren sollte man in Deutschland nicht pauschal von Israel lernen wollen, außer man plädiert, so wie es mir beim Autor den Eindruck macht, für die Vorzüge einer militarisierten Gesellschaft. Darüber hinaus allerdings stimme ich dem Autor zu, dass es Deutschland in Bezug auf Souveränität, Nationalstolz und Grenzsicherung durchaus vorteilhaft wäre, an Israel ein Beispiel zu nehmen.

Gravatar: Katharina

Es ist schon erstaunlich, dieses kleine Israel, nur so
groß wie unser Hessen, von Feinden umgeben, macht
so große Wissenschaftliche Fortschritte.

Dieses kleine Land blickt auf eine lange Geschichte
und Kultur zurück. Wir, die Christen schreiben das Jahr
2017. Die Juden zählen das Jahr 5777, das ist ein bißchen
länger. Die Stadt Jerusalem wurde vor
mehr als 3000 Jahren von König David zur Hauptstadt
des jüdischen Landes gemacht.

Es gibt 57 islamische Länder. Muslime können sich
also nicht über Landmangel beklagen.
Aber es gibt nur ein winziges jüdisches Land. Leider
wollen die Araber dieses kleine Land auch noch besitzen.

Dabei steht im Koran dem "heiligen" Buch der Moslems,
dass, das jüdische Land den Juden zusteht.
Es scheint, manche der Araber kennen ihre eigene
Religion nicht.

Gravatar: Rösler

"...für die Vorzüge einer militarisierten Gesellschaft. "

Tja, 400 vereitelte Terroranschläge im Jahre 2016!
Es wird wohl niemand glücklich sein über eine militarisierte Gesellschaft, doch was wäre die Alternative?

Gravatar: Ich

Ohne die Milliarden aus USA, und der BRD, ohne die "Waffengeschenke", gäbe es Israel nicht mehr. Bzw. es würden höchstens einige wenige Juden friedlich mit den Palästinensern, wie vor der Nakba zusammenleben.
Die Wasserversorgung auf Kosten der Palästinenser kann ich nicht gut heissen. Bei einem Besuch in Israel, informierte uns ein Fremdenführer, dass ein Israeli, der auf sich hält, bei 40° Hitze (Osterzeit) 3 mal täglich duscht. Der Palästinenser dagegen, den wir besuchten, bekam 2-3 mal pro Woche Wasser zugewiesen.
Die unverschämte Landnahme der Zionisten, die Zerstörung der Olivenhaine und der Häuser von Palästinensern, das Morden, vertreiben und Foltern ist etwas, was man in solchen Artikeln nicht schönreden kann.
Niko Peled, der Sohn eines israelischen Generals benennt die Verbrechen der Israelis!
https://youtu.be/3N-7RKqqfGo
Ebenfalls sehenswert ist der Film Palästina-Al Nakba, indem zwei israelische Historiker zu Wort kommen
https://youtu.be/Sjuv2HWNbT4
Zum Selbsthass der Deutschen haben Juden alles getan um diesen Hass, auf das eigene Volk, auch in der 3. Generation aufrechtzuerhalten. Die deutsche Geldquelle darf nicht versiegen!
Was zur Völkervermischung auffällt jst, dass sich gerade Juden für die Zerstörung der europäischen Völker einsetzen
https://youtu.be/XYMpBCoTO_s
Die Welt braucht Juden, die die Wahrheit sagen, wie den Sohn des Jahrhundertgeigers Yehudin Menuhin, Gerard Menuhin. Ilan Pappe, Miko Peled und, und, und.
Nur durch die Wahrheit gibt es eine Möglichkeit zur Umkehr, sonst wächst der Hass auf allen Seiten ins Unermessliche!

Gravatar: Duffy

@Ich: Das gleiche Bild ergibt sich zwischen USA und Mexico. Der einst mächtige Colorado wurde auf US-Seite der Grenze so oft aufgestaut, daß er sein Delta in Mexico nur noch ein dünnes Rinnsal erreicht. Als 1930 der Hoover-Damm gebaut wurde, kam für drei lange Jahre kein Tropfen Wasser im Golf von Kalifornien an, mit verheerenden Folgen für das dortige Öko-System. Mexikanische Bauern, konnten früher ihre Felder notfalls mit Wasser aus dem Colorado bewässern. Nun gibt es die Felder nicht mehr, denn alles ist zur Wüste geworden. Die Bauern können vielleicht noch als Erntehelfer nach Kalifornien, um dort in den Obstplantagen zu arbeiten, weil ihre Existenzgrundlage verloren ist.
Israel ist seit der Balfour-Erklärung (vor genau hundert Jahren) ein Stachel im Fleisch der arabischen Welt. Die friedliche Ko-Existenz von Christen, Arabern und Juden im Nahen Osten ist seit dem 6-Tage Krieg unwiederbringlich verloren. Wie Israel mit seinen Nachbarn umgeht ist dem Verhalten der USA gegenüber Mexiko recht ähnlich.

Gravatar: Donald-Fan

@ Verehrter Ich, eigentlich hat "@Katharina schon Alles gesagt zu ihren Ausführungen. Bei meinen Besuchen in
Israel habe ich den Erfolg dieser kleinen Nation mit eigenen Augen gesehen. Obwohl, wie Katharine richtig erkannt hat, die Araber unendlich viel mehr Land zur Verfügung haben , wollen sie nur Eines , das kleine perfekt organisierte Israel annektieren Jedem vom religiösem Hass aufgehetzten
Araber wird es von Kindheit indoktriniert . Es ist auch der Neid, der weltweit gegen Israel vorhanden ist, weil sie einfach schlauer sind als die meisten der anderen Völker.
Grundlage dazu scheint auch ihre Religion zu sein, in der sich seit Jahrtausenden gescheite Menschen zusammentaten, anstehende Probleme, sachlich diskutierten und die Ergebnisse in einem großen Buch aufschrieben und dem Volk laufend über ihre Religion laufend vermittelten. Im Gegensatz dazu die dummen gewalttätigen Muslime mit ihrem Anspruch, die Ungläubigen zu unterwerfen und wo es nicht gelingt diese zu töten. Ich habe noch niemals einen derartigen Anspruch der jüdischen Religion in der heutigen Zeit feststellen zu können.
Sie betreiben keine Missionierung gemäß dem christlichen Missionsaufruf "Gehet Hin und lehret alle Völker" wer sich im Mittelalter dem Religionsterror und der Infehlbarkeit der katholischen Kirche nicht unterwarf und eigenständiges Denken vorzog, wurde als Ketzer zur Abschreckung der Schäflein, bei lebendigem Leibe verbrannt. (Bruno Giordano,) Galileo Galilei
widersprach um 1612 dem Unsinn der Katholischen Kirche, die Erde sei der Mittelpunkt des Weltall, weil Jesus (als 3 Kind einer immer noch Jungfrau geboren) hier geboren wurde. (In der Zwischenzeit hat die Wissenschaft(Erzfeind der Kirche) festgestellt, dass es ungefähr soviel verschiedene Sterne gibt wie Wassertropfen im Meer. Da hat Kardinal Marx ein großes Aufgabengebiet, die Unzähligen zu Unrecht verdammten Wissenschaftler zu rehabilitieren und kein e gemeinsamen Kirchenauftritte mit dem Islam.
Es hilft nur Eines gegen den Islamterror wie es auch der erfolgreiche Geschäftsmann Donald Trump erkannt hat "Mauer bauen um weltweiten den Islamterror zu unterbinden.
Danke fürs Lesen

Gravatar: Rösler

@ich,

die übliche antisemitische Propaganda über die Gräueltaten der Israelis stellen sich bei genauer Betrachtung als haltlos und inszeniert heraus.
Israel soll verteufelt werden, um ihnen ihr Existenzrecht abzusprechen. Natürlich gibt es sog. Aktivisten, die bei diesem Vorhaben an vorderster Front stehen. Die gibt es auch bei uns, nur das es hier heißt 'Deutschland verrecke'. Man darf sich nicht einseitig informieren und der linken oder palästinensischen Propaganda alles glauben.

Gravatar: RA Martin Schmid

Donald-Fan:
Viel richtiges.
Und das von nem Linken, sowas auch, gell.
Aber:
Und was sagen Sie dazu, dass der erfolgreiche Geschäftsmnann (sic) Trump das Umweltabgekommen aufgekündigt hat, nur zum Beispiel? Geht das auch ok?

Ich erwähne es nur am Rande, weil es mit keiner Silbe in dieser Zeitschrift thematisiert werden wird.

Ach so, ja, Israel hat noch was, aber das lassen wir jetzt lieber, Sie wissen, was ich meine: Einen Bonus, weil ...
Genau.
Ihr
Schmid

Gravatar: Oskar

Alle kennen wohl die biblische Geschichte vom
Kampf zwischen David und Goliath.
Dieser ungleiche Kampf läuft immer noch.
Damals der kleine David gegen den Riesen Goliath.

Heute das kleine Israel gegen die Übermacht und den
Reichtum der Araber und deren Unterstützer.

Es ist ein sehr ungleicher Kampf.
Der Islam will die ganze Welt beherrschen.
Das kleine jüdische Land soll dem Islam unterworfen
werden.
Wie alle anderen Länder übrigens auch.
Und immer haben Moslems mit Gewalt erobert.
Siehe auch Türkei, Ägypten usw. Das waren alles einmal
christliche Länder.

Wir, die Westler, der ganzen Erde sitzen mit den Juden in einem
Boot.
Der Islam will auch uns erobern.
Mit den Juden haben sie, so denken sie, es einfacher,
weil Juden nur so wenige sind. Ca. 14 Millionen nur
Weltweit.

Gravatar: Tracie

Durch die Besiedelung von Türken und Arabern in
unserem schönen Deutschland steigt die Juden-
und Israelfeindschaft sprunghaft an.
Hinzu kommt noch die immer größere Einflussnahme der
Linken, die wohl auch in aller Regel keine Judenfreunde
sind und komischweise auf Seiten der Araber stehen.
Das soll ein Mensch verstehen.

Ganz schrecklich ist auch, das die Araber, die sogenannten Palästinenser von Deutschland und der
EU schon mehr Gelder erhalten haben als die Juden
für den Holocaust. Und das meine verehrten Damen
und Herren ist auch unmöglich.

Und ich finde es ziemlich pervers, wenn "Deutsche"
sich über die Siedlungen der Juden in ihrem eigenen
land Israel aufregen. Diese Deutschen sollten sich
mal Gedanken über die islamische Landnahme hier
bei uns Gedanken machen.

Allerdings glaube ich eher, das sind alles Moslems.

Gravatar: Britta

Und ganz, ganz schrecklich ist, wenn seit einiger Zeit
in Deutschland auf den Straßen Töne erklingen wie:
"Juden ab ins Gas," oder ähnliches.
Diese Menschen will ich nicht in meinem Land haben.
Diese Moslems gehören sofort abgeschoben.

"Der Islam passt nicht zu Deutschland."

Übrigens, die Israelis haben ca. 22% Araber im Land.
Oh, mein Gott!
Diese Araber leben lieber dort als in einem islamischen
Land. Die sind dort völlig gleichberechtigt.
Und was sind Juden in den arabischen Ländern?
Sie wurden von dort vertrieben. Eine Entschädigung
gab es dafür nicht.
Aber die sogenannten Palästinenser sind die Menschen
die am höchsten subventioniert werden.

Was denken hier so Menschen wie @ ICH, wenn hier
mal 22% Moslems leben? Dann ist Schluß mit lustig
für uns die Einheimischen.
Dann werden auch SIE mit anderen Augen auf Israel
blicken.
Aber vielleicht ist @ ICH auch kein Einheimischer.

Gravatar: Ich

@ Rösler
Mir ganz neu, dass der Israeli Miko Peled, oder der israelische Historiker Ilan Pappe haltlose antisemitische Propaganda machten!
Lassen Sie einfach einen Abend lang den zionistischen Desinformationsfunk ausgeschaltet (ZDF) und gucken, was die beiden Juden zu sagen haben. Ich garantiere Ihnen, Sie werden ein bisschen schlauer.
https://youtu.be/L9_OcCXvT6Y
https://youtu.be/Sjuv2HWNbT4

Gravatar: Elvi Stegner

Warum wir von Israel nicht lernen können was sie haben und wir nicht:

In erster Linie prägt nicht die "gemeinsame Geschichte" das Bewusstsein der jüdischen (nicht "israelischen"!) Identität ("Judenstaat") sondern das religiös gepflegte Bewusstsein der "Auserwähltheit vor allen Völkern" im "Ofen des Leidens" (Jes. 48,10), weswegen oftmals die Verfolgungen, KZs und Auschwitz als "göttliche Prüfung" vor auslöschender Selbstaufgabe bewahren und sinnstiftenden Überlebenswillen erzeugen konnten.
http://www.judentum-projekt.de/printable/religion/religioesegrundlagen/auserwaehlt/index.html

In israelischen Schulen wird zwecks jüdischer Identitätsbildung und steter Versicherung der Existenzberechtigung des Staates Israel auf palästinensischem Boden "die Bibel als wahre Geschichte gelehrt"*), obwohl selbst die akribischsten archäologischen Forschungen nicht nur keine Beweise darüber vorlegen können, sondern nachgewiesener Maßen es z.B. nie ein Davidisches Großreich gegeben hat.
*`)Dazu:
Programmatische Rede von Uri Avnery bei der Kinneret-Konferenz über „Den Felsen unserer Existenz – die Verbindung zwischen Archäologie und Ideologie“
und
Lit.:"Die Erfindung des jüdischen Volkes – Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand" vom israelischen Historiker Shlomo Sand.( Originaltitel übers.„Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?“)
Im 2009 zur deutschen Ausgabe geschriebenen Vorwort erklärt Sand, „dass die Kluft zwischen meinen Forschungsergebnissen und der in Israel und anderswo verbreiteten Geschichtsauffassung erschreckend groß ist“.
****
Folgendes Zitat des Autors trifft gewissermaßen zu, jedoch in einem ganz anderen Sinne:

"Nur durch diese Gewissheit, sich ihre EIGENE Welt zu errichten, schaffen sie Wachstum, Optimismus und auch einen Geburtenüberschuss: Hier werden mehr Kinder geboren als in jedem anderen Staat der westlichen Welt. Eine israelische Frau bekommt im Durchschnitt 3,1 Kinder."

Für den Geburtenüberschuss für ihre EIGENE Welt aber sorgen zunehmend überproportional Ultraorthodoxe Juden und die arabische Minderheit .
"Sie treiben die Geburtenrate nach oben. Strenggläubige Familien haben im Durchschnitt 6,5 Kinder, obwohl sie sie meistens nicht selbst versorgen können. Für die Väter gibt es nichts Wichtigeres, als Tora und Talmud zu studieren. Die Mütter versorgen die Kinder und versuchen, noch etwas dazuzuverdienen. Ohne Spenden und Kindergeld könnten die Familien nicht überleben..."
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/glaeubige-juden-und-ihr-kinderwunsch-14392983.html

Auch das stimmt nur zum Teil:

"Statt Weltpolitik, wie sie Merkel im Namen Europas und auf deutsche Rechnung betreibt, kennt Israel seine Grenzen.", welche im Gegensatz zu unseren jedoch fortlaufend erweitert werden.

Die Grenzen des „Vollständigen Landes Israel“ ("Groß-Israel") umgeben das Gebiet vom Euphrat bis zum Nil, das dem einstigen biblischen Davidischen Großreich entsprechen soll.
Auf seine Wiederherstellung ist insbes. die von der orthodoxen Mehrheit in der Knesset expansiv betriebene israelische Siedlungspolitik ausgerichtet.
Ihre Rechtfertigung leitet sich wiederum aus der Bibel ab, dem identitätsbildenden Schulgeschichtsbuch von der ersten Klasse an:

"So war Salomo Herr über alle Königreiche, vom Euphratstrom bis zum Philisterland und bis an die Grenze Ägyptens; die brachten ihm Geschenke und dienten ihm sein Leben lang." (1Kön 5,1.4")

Die Deutschen können als gemeinsames Erbe auf ihre kulturell facettenreiche nichtnationalistische 1000 jährige, christlich geprägte Geschichte zurückblicken als "Heiliges Römische Reich Deutscher Nation" bis 1806 . Es besaß als "Reich"zwar keine militärisch oder wirtschaftliche Bedeutung, hatte keine Hauptstadt und kein Staatsvolk, war multilingual, im Kern deutschsprachig, diente jedoch der Friedenserhaltung und Rechtsbewahrung. Insofern wurde auch keine äußerliche Macht- oder Expansionspolitik betrieben.
Mehr zum Phänomen des HRRDN:
http://www.deutschlandfunk.de/das-heilige-roemische-reich-deutscher-nation.1148.de.html?dram:article_id=179904

Nur die Juden in diesem Vielvölkergebilde bildeten als wahrgenommener "Fremdkörper" in diesem "multinationalem, multilingualem und multireligiösem Imperium“ ein eigenes Gemeinwesen mit eigener über 2000-jähriger Geschichte, Gesetzgebung - ein homogenes "Volk ohne Staat"...

Identitäre wie assimilierte Juden haben die deutsche Geschichte, Kultur u. Wissenschaft bereichert, das deutsche Vaterland im 1.WK mitverteidigt und es auf allen Ebenen entscheidend mitgeprägt. Sie sind eingewurzelter Teil unseres kulturellen Erbes.
Wir können individuell von jüdischen Menschen lernen. Insbes. viele junge jüdische Menschen sind auch inzwischen bereit bei uns und von uns zu lernen. Inwieweit sie jedoch bereit wären, von uns auch als "Christen" zu lernen, bleibe dahin gestellt.
In Israel sind sie es jedenfalls nicht!

Was wir aber als Deutsche in Deutschland vom heutigen Israel als "JudenSTAAT" lernen sollten, außer ihm Respekt und Anerkennung zu zollen, erschließt sich mir in keiner Weise.

Gravatar: Rösler

Shlomo Sand als Kronzeuge für einen Gründungsmythos des Staates Israel anzuführen und ein jüdisches Volk in Abrede zu stellen ist natürlich peinlich und hilflos, denn seine kruden politischen Ideen, getarnt als 'Geschichtswissenschaft', werden von Historikern entlarvt, nicht ernst genommen und als fragwürdig bezeichnet.
Antisemiten jeglicher Couleur hängen an seinen Lippen, während er selbst doch meint, ein Existenzrecht Israels stände nicht zur Debatte. Sicher ein Wermutstropfen seiner Anhänger.
H.Broder hat es so schön als 'Lizenz zum Fabulieren' beschrieben:
https://www.welt.de/kultur/article109755287/Ja-wer-hat-denn-nun-die-Juden-erfunden.html

Eine weitere Rezension hier:

https://www.welt.de/welt_print/kultur/article7496943/Wenn-ich-es-will-wird-es-zum-Maerchen.html

Gravatar: Elvi Stegner

@Rösler

Danke erst mal für Ihre beiden Links zu den "Sand-Rezensionen"!

Ich habe Sands Literatur im Rahmen eigener bibelwissenschaftlicher Untersuchungen, die sich aus jüdischer Sicht mit dem Spannungsfeld zwischen Archäologie, Ideologie, Religion, Überlieferung Mythos und Glauben befassen,neben einer Reihe anderer jüdischer Wissenschaftler u. Philosophen natürlich nicht unkritisch gelesen.
Desgleichen auch die hebräische Bibel selbst ,das (christl AT) in div. Übersetzungen und zwar von vorne bis hinten mehrfach, um zu erforschen, welche "geschichtlichen Wahrheiten", dem überlieferten Traditionsgut der Bibel und ihren Glaubenszeugnissen zugrunde liegen.

Meine Ergebnisse aus mehrjähriger Arbeit sind in ein Grundlagenwerk mit eingeflossen, das sich mit der "Gewalt im Namen Gottes" im biblischen Monotheismus der drei großen Buchreligionen gründlich auseinandersetzt. *s.u.)

Alles ist natürlich eine Frage der Perspektive und (Un-)Voreingenommenheit, mit der man an solche Untersuchungen herangeht. Geschichtsschreibung kann ehrlicherweise niemals "objektiv" sein.

Dasselbe gilt natürlich auch für Kritiker, Andersmeinende und last but not least insbes. für Interesse geleitete Rezensenten, die z.B. vorne, in der Mitte und am Schluss so ein vielhundertseitiges REz.Exemplars lesen, um dann es dann gegen Honorar meinungslenkend hochschreiben oder zu verreißen.

Es hat schon was Bizarres, wenn selbst Juden gegen Juden die "Antisemitismuskeule" gegenüber unliebsamen Meinungsvertretern in und außerhalb Israels als Totschlaginstrument schwingen.
(s. Lt.: "Antisemit!: Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument" von Moshe Zuckermann)

Aber ich hatte vergessen die "Programmatische Rede von Uri Avnery bei der Kinneret-Konferenz über
„Den Felsen unserer Existenz – die Verbindung zwischen Archäologie und Ideologie“ zu verlinken.

http://www.uri-avnery.de/news/315/17/Der-Felsen-unserer-Existenz
Dieser ebenfalls "antisemitismusverdächtige" Autor und Journalistenkollege war jahrelang Knesset-Abgeordneter und publizierte u.a. sowohl in "Junge Freiheit" als auch in der taz.
****
*)Lit.: "Gewalt im Namen Gottes -
Ursachen und Hintergründe im biblischen Monotheismus"
von Christa Mulack, 382 Seiten, Paperback, Tectum Verlag, ersch. 2016

Ein gesegnetes Pfingstfest!

Gravatar: Tobias

In Israel ist jeder Stein Geschichte. Uralte Geschichte.
Die Geschichte auch unserer Kultur.
Denn unsere Kultur kommt von dort. Ich erinnere,
Jesus, Yeschua, war Jude.

Darum sollte doch jeder Christ einmal im Leben nach
Israel reisen.
Das ist nicht nur schön und auch sicher es ist interessant.

Gravatar: R. Avis

@Oskar: Sie sind da einem Irrtum aufgesessen. Das kleine Israel bestimmt die Strategie Saudi-Arabiens (sunnitischer Islam) gegen jene Staaten, die ihnen geostrategisch im Wege sind (Syrien und Iran, Teile des Irak sind schiitischen Glaubens). Israel hat sich selbst zu einem Staat erklärt, aber seine Staatsgrenzen nie definiert, d.h. es könnte durchaus anstreben, weite Teile Syriens zu annektieren. Das könnte auch der Grund sein, warum die israelische Regierung gebetsmühlenartig Assads Tod fordert. Der große Einfluss der Saudis im Weißen Haus wäre ohne Israels Unterstützung nicht möglich und für diese Lobby-Arbeit lãßt Israel sich natürlich gut bezahlen. Wobei die Armut innerhalb Israels trotzdem erschreckend hoch ist, denn das "normale" jüdische Volk ist froh, wenn es über die Runden kommt, weitab von den Großmachtphantasien seines jetzigen Präsidenten. Präsident Itzhak Rabin wollte seinerzeit die Verständigung mit den Palästinensern und eine zwei-Staaten-Lösung. Er wurde zusammen mit Yasir Arafat für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Mußte er etwa deswegen sterben?

Gravatar: Britta

http://www.israel-nachrichten.org/?s=BDS&x=5&y=6

Das hat das kleine tapfere Israel auch noch am Hals.
Ja, das haben wir auch nicht. Zum Glück.
Es ist zum verzweifeln, was die Juden alles durchleiden
müssen.

Was ich von den "Menschen" halte die das unterstützen,
darf ich hier nicht schreiben.

Gravatar: Rösler

Liebe Frau Stegner,

sicherlich befinden wir uns in einer Epoche in der 'Killerbegriffe' nicht nur Diskussionen beschneiden, sondern maßgeblich Argumente und Fakten aushebeln.
Dennoch kann man nicht leugnen, dass sie auch ihre Berechtigung haben, wenn es um die Abwehr existenzbedrohender Entwicklungen geht und eine propagandistische Lynchjustiz die Selbsterhaltungskräfte lähmen möchte.

Auf den Punkt bringt es immer wieder H. Broder, den ich gerne anführe, da er sich nicht scheut deutliche Worte zu finden:

"Leute wie Moskowitz, Burg, Avnery, Pappe und andere tragen maßgeblich zur Delegitimation Israels bei, sie sind die Alibijuden des sauberen Antisemitismus, der sich als Antizionismus maskiert."

Aus: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article6074788/Das-Undenkbare-denken.html

Heutzutage verschanzt sich nahezu jeder Gegner Israels hinter solchen Worthülsen wie 'Israelkritik' oder 'aufklärerische Infragestellung' und dergleichen mehr.
Und was man findet verschlägt einem den Atem: Selbstgerechte Darstellung moralischer Überlegenheit,
Aufarbeitung der eigenen konfliktreichen Biografien,
Verdrehungen der Wirklichkeit wie sie sich nur 'Intellektuelle' oder 'Narren' ersinnen können, verbal - rituelle Demütigungszeremonien und noch so manches andere, was lieber im Dunkel des Unterbewußtseins verblieben wäre.

Übrigens, Averny hat in der 'Jungen Freiheit' publiziert oder nur mal ein Interview gegeben?

Zum Thema Religion und Gewalt möchte ich dann an dieser Stelle auch eine Buchempfehlung abgeben:

'Toleranz und Gewalt - Das Christentum zwischen Bibel und Schwert' von Arnold Angenendt.
Facettenreich, teils auch unverdaulich, dennoch lesenswert.

Gravatar: Oskar

@ R, Avis

Israelis dürfen nach Saudi-Arabien noch nicht einmal
einreisen.
Wenn Sie einen Stempel von einem Besuch in Israel im
Pass haben, selbst dann dürfen Sie nicht nach Israel
einreisen.
Das ist der Grund warum Diplomaten zwei Pässe haben.

Erst vor kurzem gab es eine kleine vorsichtige
wie soll man sagen, Annäherung zwischen einigen
Diplomaten von beiden Seiten.

Gravatar: R. Avis

@Britta: was hat der Bund Deutscher Steuerzahler mit Israel zu tun? Oder steht BDS für etwas, was ich im Internet auf die Schnelle nicht finde? Kann die von Ihnen verlinkte Seite auch belegen, was da behauptet wird? Als Leser von Jerusalem Today glaube ich, über die Situation in Israel einigermaßen im Bilde zu sein. Es bringt absolut nichts, immer wieder von "erschreckendem Antisemitismus" zu phantasieren und zu erwarten, daß die Leser sich sofort angstvoll und schamgebeugt verkriechen. Irgendwann wird die Schraube überdreht und dann gibt es den hörbaren Knacks in der Bevölkerung. Ist es das, was Sie wollen?

Gravatar: Elvi Stegner

Lieber Herr Rösler,

Danke für Ihre interessante Replik.

Auch ich war bis vor wenigen Jahren Fan von
Broders flotten Sprüchen. Erst als er sich "bescheidenermaßen" im populistischen Bedarfsfall auch "als Fachmann für israel. Archäologie und wissenschaftliche Geschichtsforschung" gerierte, bröckelte meine Sympathie.
Seine süffisanten Hiebe gespickt mit schweren, nicht quellen gestützten Anschuldigungen u. Unterstellungen, geht man leicht wohl auch deshalb auf den Leim, weil Broder sich in bestimmten Kreisen ebenfalls prima als "Alibijude" verwenden lässt, wenn er sich für passende Zitate eignet, die den " inneren Antisemiten in jedem Kritiker" entlarven.

Wer keine Notwenigkeit anerkennt, grundsätzliche Existenfragen des Selbstverständnisses Israels auf der Sachebene (!) zu kommunizieren, verkennt natürlich den eigentlichen Ansatz, wie bekennender "Hardcore-Zionist" Broder sich z.B. wundert, warum niemand der regimekritischen Archäologen u. Historiker - ab Finkelstein..etc., den STAAT Israel im "Heiligen Land" (erez jisrael) in Frage stellt.

Auf die bibl. Geschichten begründet sich aber die expansive Siedlungspolitik bis zur Erreichung des Zieles "Groß-Israel". Nur deshalb darf es auch keine "Zwei-Staaten-Lösung" geben.

Israels Staatsgründer und erster Ministerpräsident David Ben Gurion, schrieb am 5. Oktober 1937 an seinen Sohn Amos:
"Ich bin mir sicher wir werden auch in allen anderen Teilen des Landes siedeln, sei es durch ein Abkommen und einem beidseitigen Verständnis mit unseren arabischen Nachbarn oder AUF ANDERE WEISE ...
Wir errichten jetzt erst einmal einen jüdischen Staat, auch wenn er sich nicht über das ganze Land erstreckt.
Der Rest wird mit dem Lauf der Zeit kommen. Es muss kommen."

Menachim Begin nach Verkündung des UN-Teilungsbeschlusses im Nov. 1947
"Das Land Israel [ hebr."Eretz Israel" = "Heiliges Land"] wird für das Volk Israel wiederhergestellt werden. Das ganze Land. Und auf ewig."

Broder und seine systemkonformen Anhänger wollen aus ideologischen Gründen nicht wahrhaben oder kapieren es einfach nicht, dass es jüdischen Israel-Politik-Kritikern dabei nur darum geht, dass die Legitimation des "Existenzrecht Israels aus der BIBEL abzuleiten", was lt. einschlägiger Forschungsergebnissen NICHT haltbar ist!

Israel Finkelstein zählt trotzdem zu den führenden Archäologen in Israel. KEINER von denen leugnet die Shoah!
Shlomo Sand z.B. selbst ist Kind polnischer Shoah Überlebender in einem DP-Lager in Linz u.lebt seit 1949 in Israel,
Interessantes Interview:
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Israel/mythos.html
Schwer vorstellbar, dass "rassereine" Antisemiten jüdische Forscher, die zugleich bekennende säkulare israel. Patrioten sind, tatsächlich als Kronzeugen aus Broders "Alibijuden-Liste" glaubwürdig aufrufen würden. Nur Dummköpfe fallen darauf herein.

Scharfe Kritiker der Instrumentalisierung des Religiösen zu Staatszwecken und des "Hardcore-Zionismus" waren nebem vielen anderen die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) der humanistische Zionist aus Gründerzeit, derKulturphilosoph und Bibelübersetzer ins Deutsche, Martin Buber, der wie viele andere, gegen Ben-Gurions "Ziel des Zionismus" mit der Ansagel der Auslöschung der Plästinenser und arabischen Bevölkerung nach 1948 anwetterten

Eine Menge brachliegender "Alibijuden-Stoff" für Broder!

Oder aktuell dies als "Sprengstoff": http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Dokumentarfilm-im-Ersten-Die-Siedler-de/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=38005108

Gesegnete Pfingsten, Fest der Erleuchtung durch "ha ruach", hebr. wörtl. der Heiligen "Geistin" ...

MfG

Gravatar: Rösler

Liebe Frau Stegner,

in Comic-Heft-Manier würd ich jetzt mit 'Aaaargh' anworten,
um meiner Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen, möchte aber doch noch wenigstens ein paar Worte dazu finden.

Finkelstein, ja natürlich, der darf nicht fehlen, auch wenn seine eigenwilligen Interpetationen schon längst entkräftet wurden. K.H.Vanheiden hat hierzu auch ein paar passende Worte gefunden:

https://bibelbund.de/2014/12/wie-der-spiegel-die-bibel-erfindet/

Dekonstruktion in seiner negativsten Form der Zerrüttung scheint in unserer Zeit eines der beliebtesten Motive zu sein. Ist das nicht bedauerlich und schrecklich zugleich?
Vielleicht wird es mal Einsicht geben - wahrscheinlich ist es jedoch nicht.

Warum sie bei 'ha ruach' aus einem Genus einen Sexus machen, weiß ich nicht. Eine scherzhafte Bemerkung?

Das wär ja so also ob ich aus dem Ausruck 'die Ignoranz' 'die Ignorantin' machen würde. Hier würde die Falschheit sofort auffallen oder sollten wir spaßeshalber annehmen, dass auch eine Falschheitin zulässig wäre?

Gravatar: Sabine

http://juedischerundschau.de/nicht-zionistisch-sondern-israelophil-135910293/

...und ich liebe Israel, weil die Menschen, die Juden,
zu mir der Deutschen so liebenswert waren.

...... ich liebe Israel, weil die Menschen trotz der Angriffe
und dem täglichen Terror und allen Anfeindungen
so tapfer sind und sich niemals unterkriegen lassen.

...ich liebe Israel, weil trotz allem für Israelis, Deutschland das Lieblingsreiseland ist.
Alle Achtung.

Gravatar: Elvi Stegner

Lieber Herr Rösler,

weder K.H.Vanheiden noch der Spiegel, geschweige Broder, Sie oder ich werden das letzte archäologische Geheimnis um die Bibel weder herausfinden noch widerlegen können.
Überlassen wir dies weiterhin besser den streitbaren konkurrierenden Fachkreisen:

"Die Archäologie ist eine Wissenschaft und sie hat ein festes methodisches Repertoire. Folgt man dem, wird man zu weniger sensationellen, dafür aber gut belegbaren Folgerungen kommen!
Und fragt man, was die biblische Archäologie kann oder nicht kann, dann wird man bescheiden antworten:
Wir graben die Kultur einer Zeit aus, wir lernen, wie die Menschen damals lebten, welche Häuser sie bauten, was sie aßen, welche Tiere sie hielten, welche Handwerke sie kannten und mit wem sie welche Güter handelten –
aber die Geschichten der Bibel, die Erlebnisse der Erzväter, die Fußstapfen Davids oder der Stein, mit dem der noch jugendliche Held einst Goliath erschlug, sind nicht Gegenstand einer sinnvollen Beschäftigung mit archäologischen Fragen.
...Der Archäologe Dieter Vieweger warnt davor, die Bibel als Geschichtsbuch zu verstehen."
Ihttps://www.welt.de/kultur/history/article108169171/Jerichos-Ruinen-haben-mit-der-Bibel-nichts-zu-tun.html

Bedenklich macht umso mehr, dass die Bibel mit ihren zahlreichen Ausrottungsgeschichten u. Massenexekutionen Andersgläubiger "im Namen Gottes" als ernstzunehmendes GESCHICHTSBUCH an israelischen Schulen dient! (s. z.B. Josua 6-11, Landnahme Kanaans)

"Die Geschichte unseres Volkes lernen wir zunächst aus der Bibel. Die Bibel wird in allen Schulen in Israel behandelt, auch in säkulären Schulen, wo sie vor allem als Geschichtsbuch unseres Volkes betrachtet wird.
"...Die Juden haben im Lauf von 2.700 Jahren den Glauben lebendig erhalten, daß das ganze Land ihnen gehöre, daß das ganze Land ihre ursprüngliche biblische Heimat sei...." erklärt Avi Primor.
http://www.hagalil.com/primor/hist.html

Diese Art von dogmatischer Frühsozialisation verheißt "kein bisschen Frieden" - weder für "Israel" noch für ganz Pälästina. Auf ewig?
+++

Genau darin jedoch liegt die eigentliche Ursache, Lösung oder Nichtlösung des gesamten Nah-Ost-Problems und das betrifft letztlich die gesamte Welt...

MfG
שלום

Gravatar: Rösler

"Diese Art von dogmatischer Frühsozialisation verheißt "kein bisschen Frieden" - weder für "Israel" noch für ganz Pälästina. Auf ewig?
+++

Genau darin jedoch liegt die eigentliche Ursache, Lösung oder Nichtlösung des gesamten Nah-Ost-Problems und das betrifft letztlich die gesamte Welt..."

Liebe Frau Stegner,

das schreiben Sie einfach mal so zwanglos dahin und verkennen dabei, dass man aus einer Floskel 'die Bibel sei kein Geschichtsbuch' nicht ableiten darf, dass die dort geschilderten Ereignisse nicht stattgefunden hätten.
Die Bibel ist, was historische Begebenheiten angeht, eben auch kein Märchenbuch.
Ebenso kann aus der Kenntnis der Vergangenheit keine 'dogmatische Frühsozialisierung' gefolgert werden.
Eine solch subjektive Pauschalisierung ist nicht belegbar, da die zugrundliegenden Annahmen lediglich auf eine persönliche Perspektive basieren, die möglicherweise auf Vorurteile aufgebaut ist.
Den historischen Blickwinkel zu problematisieren und damit eine augenscheinliche Verzerrung der Identität in Kauf zu nehmen wird nicht funktionieren und stellt im Grunde genommen eine Realitätsverweigerung dar.
Auch hierbei schimmert für mich wieder durch, die Juden seien an allem schuld und schon das Berufen auf ihre Wurzeln macht sie verdächtig, ein kriegerisches Volk zu sein, welches anderen nur Unrecht zufügt.
Angesichts solcher Verurteilungen, worauf bitte soll sich das jüdische Volk verlassen? Auf eine palästinensische Geschichtsauffassung? Auf wenige 'Forscher', die nachweislich unbewiesene Extrempositionen einnehmen? Ich denke, das käme einer Selbstaufgabe und in der Folge einer Selbstauslöschung gleich. Sicherlich für manche auch eine Lösung, die verständlicherweise beim jüdischen Volk keine Akzeptanz findet.

Mit der 'dogmatischen Frühsozialisierung' haben Sie aber ein wichtiges Stichwort geliefert, welches bekanntermaßen tatsächlich als Instrumentarium der Indoktrination und Manipulation junger Menschen und derjenigen, die gewillt sind alles zu glauben, Anwendung findet. Nur eben nicht dort, wo sie es vermuteten. Wo sie fündig werden, brauche ich wohl nicht zu erwähnen!

Shalom, ebenfalls

Gravatar: Giselher Suhr

Liebe Frau Stegner, liebe anderen Kommentatoren,

leider gibt es für Nordeuropäer keine Bibel, wo sie nach ihrem Herkommen "forschen" können. Und für die "Deutschen" schon gar nicht: Die Merseburger Zaubersprüche sind doch ein bisschen wenig -aus erster Hand.

Lassen Sie mich bitte an dieser spannenden - und sachlichen Diskussion mit einer Überlegung teilnehmen:

Politik ist etwas sehr menschliches, und politische Probleme sind so vielschichtig wie menschliche Krankheiten. Zum psychosomatischen Ansatz gehört, alle Sphären des Handelns und Seins, der Wünsche und der Vergangenheit mit einzubeziehen.

Was mir im Zusammenhang mit meinen Begegnungen mit Juden in Israel naheging, war die (eigentlich immer auch selbstkritische) WAHR-NEHMUNG der vielschichtigen Vergangenheit des eigenen Volkes. Im Vergleich dazu ist das, was der deutsche Mainstream vorschriebt eine krankhafte, Krankheitsbildende Verdrängung, meine ich.

Ihr G.S.

Gravatar: Karl Brenner

"Was hat Israel, das wir nicht haben?"

Die Leute sind nicht so blöd, daß sie SPD oder Grünen die Mehrheit geben würden.

Die Selbstmörder kommen von der anderen Seite der Grenze.

Gravatar: Britta

https://www.youtube.com/watch?v=GpXMe_

Über kein Land dieser Erde verhängt die von Moslems
dominierte UN so viele Resolutionen wie über das
kleine, geplagte Israel.
Länder mit den schlimmsten Menschenrechtsverletzungen
bestimmen über die Menschenrechte in Israel.
Die UN gehört reformiert oder verboten.

Gravatar: Elvi Stegner

Lieber Herr Rösler,

Danke für Ihre interessante Entgegnung. Am Ende schließlich ist alles irgendwie "Glaubenssache". Und jeder muss auch zu seiner Überzeugung stehen können.
Meine Ü. habe ich mir - die ich selbst streng bibeltreu gläubig-gehorsam sozialisiert worden bin, im Laufe meines Lebens erarbeitet - und genieße sie als Freiheit im Glauben und Denken.

Fachlich unbestritten dürfte inzwischen weitgehend sein, dass die hebräische Bibel kein historisch-wissenschaftliches Geschichtswerk darstellt. Aber seit ca. zweieinhalbtausend Jahren ist sie unbestritten insbes. für jüdische Menschen die identitätsstiftende, normensetzende Heilige Schrift (Thora), das "Glaubensbuch" par exellence für "Gottes auserwähltes Volk"
Das erste "Heilige Buch der Bücher" ist kein einheitliches Gebilde, sondern besteht zum großen Teil aus noch viel älterem Überlieferungsgut von GLAUBENSserfahrungen und -Zeugnissen aus dem "alten Israel", das von einer über das Volk herrschenden Priester-Elite (Leviten) während des babylonischen Exils redigiert wurde.
Die priesterliche Kanonisierung zum dogmatisch verschriftlichten "Wort Gottes" mit seinem normativen Anspruch verlief bis zu ihrem Abschluss im Zeitraum von ca. 600 v. Chr. bis 135 n. Chr.

Die darin beschrieben Aufforderungen der AT-Propheten zu Gewaltorgien, Massenmorden,zwecks Ausrottung des im Volk praktizierten Polytheismus im Namen des "eifersüchtigen Gottes", der keine anderen "Götter" neben sich zu dulden bereit war, obwohl in der vorexilischen Zeit der alte Hirtengott"Jahwe" UND Aschera, die uralte Muttergöttin der frühsemitischen Religionen lt. Bibel (!) als "Paar" verehrt wurden (wie z.B. in Samarien), lassen einem den Atem stocken.

Wenn aber die Bibel als Geschichts-LEHR-buch, was die Faktizität der darin erzählten Ereignisse glaubhaft suggerieren soll, auch an Israels staatlichen Schulen verpflichtendes Lehrmittel ist - dann offenbart sich hierin eine
"Instrumentalisierung des Religiösen zu Staatszwecken"! (Hannah Arendt).

In diesem Falle i.S. eines "inhumanen militaristischen Zionismus", wie ihn einer der ursprünglichen Gründerväter des Zionismus, Martin Buber, nach der Staatsgründung Israels geißelte:
Buber beklagte später bzgl.des jüdisch-arabischen Konflikts das Fehlen eines "hebräischen Humanismus", den er im Widerspruch sah zum propagierten "jüdischen Nationalismus", den das jüdische Staatswesen unterschiedslos gemein mache mit allen anderen Völkern, die genau dadurch zum Untergang verurteilt sind und waren.
(Empf.:"Ein Land und zwei Völker – Martin Bubers Kampf um die jüdisch-arabische Verständigung" http://www.zeit.de/1984/04/frieden-ist-moeglich/komplettansicht)

Im Unterschied zum "Religösen" prangerte Karl Marx "die Religion" ausschließlich in ihrer Form als indoktrinierende "STAATSreligion an, weil sie missbräuchlich dem "Volk als Opium", zur Festigung und Sicherung eigener Herrschafts- und Machtstrukturen verabreicht wird.
Dagegen bezeichnet er das Freikirchentum in den USA als vorbildlich!
(Ich bin vor 3 Jahren aus allen Wolken gefallen, als ich den Originalkontext rund um diese verhängnisvolle Zitatverkürzung las.)

Seine rechtsphilosophischen "Schriften über die Religion" *) haben die meisten "Marxisten" so wenig verstanden wie bis heute unsere staatlich alimentierten Bischöfe vom emanzipatorischen Gehalt der Botschaft des Rabbi Jesus, den man auch als (gescheiterten) Reformator des klerikalen Judentums seiner Zeit betrachten kann, als er den Tempelspitzeln empfahl:
"Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist
und Gott, was Gottes ist" (Mat. 22:21)"
Was wir getrost als Aufforderung zu strikter Trennung von Kirche und Staat auslegen können!

*) Marx: Luther.hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat...Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum inneren Menschen gemacht hat.
http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_378.htm
***
Regimekritische jüdische linke Patrioten, wie der jetzt 90-jährige Uri Avnery, setzten sich lebenslang engagiert ein für die "vollkommene Trennung von Staat und Religion" und gegen den totalitär bevormundenden Freiheits beschneidenden orthodoxen Einfluss auf das privateste, religiöse und politische Leben in Israel.

Ob dies nun zu einer "Selbstauflösung der jüdischen Identität" oder zu ihrer "originären Selbstfindung" führen kann - im von prophezeiten Sinne Jesu, dass das "Heil für die Welt vom Volk der Juden kommt" (Joh.4,22) wird allerdings im Nachherein nur die wahre Geschichte lehren können.
***
Dass der inzwischen konvertierte nunmehr bekennende "Hardcore-Zionist" und Berufszyniker Broder solche für das Ansehen Israels vorbildichen Beispiele von praktiziertem Kulturjudentum als "Alibijuden" für deutsche Antisemiten" tituliert, weil der keine andere Meinung als seine eigene verkraften kann, empfinde ich übrigens im höchsten Maße als abstoßend.
Deshalb danke ich Ihnen für diesen wirklich aufklärenden Link noch mal besonders.
Bei mir jetzt - Schluss mit Broder lustig!

Schalom, schalom!
grüßt Elvi

Gravatar: Elvi Stegner

Lieber Herr Suhr,

Ihre WAHR-NEHMUNG in ihren Begegnungen in Israel, wie selbstkritisch die Juden mit ihrer eigenen vielschichtigen Vergangenheit als Volk umgehen, aber auch wohl schon immer in der europäischen Diaspora vor allem brilliant selbstironisch umgegangen sind, finden Sie überreichlich bestätigt im "Jüdischen Witz" als literarische Gattung und in der Satire wie bei E. Kishon.

Ihr Beitrag hat mich sofort spontan daran erinnert! Die "Witze" ( großartig hrsg. v. Salcia Landmann) liegen bei mir in Nachttisch-Nähe immer griffbereit.

Schön, dass Sie zu unseren Kommentaren Ihre Erfahrungen und Überlegungen mit eingebracht haben haben.

Ihnen weiterhin
Masel tov!

Gravatar: Rösler

"...leider gibt es für Nordeuropäer keine Bibel, wo sie nach ihrem Herkommen "forschen" können."

Lieber Herr Suhr,

und doch gibt es ausreichend Geschichtserinnerung, um Identität erkennbar und erfahrbar zu machen.

Gravatar: Rösler

Liebe Frau Stegner,

durch welche Brille die retrospektive Sicht und deren Deutung auch gesehen wird, es bleibt nun mal Fakt, dass sich die Existenz des Judentums aus dem religiösem Erleben und seiner Beziehung zu Gott ableitet. Auch wenn die Bibel kein Geschichtswerk in heutigem Sinne darstellt, sind die Juden nicht vom Himmel gefallen und haben eine Geschichte, die sich in einem zeitlich-geographischem Kontext einordnet.
Geschichte ist immer Perspektive und in diesem Falle bietet die Bibel sogar multiperspektivische Darstellung an, die selbstverständlich Auswirkungen auf heutige Generationen hat. Aber warum sollte dies negativ sein, wenn aus der Vergangenheit gelernt wird und daraus Orientierung erfolgt? Wer nimmt sich das Recht, darüber zu urteilen? Wer spricht das Tabu darüber aus, was erinnert, vergessen oder ausgegrenzt werden darf oder muß? Aus der Vergangenheit wird die Gegenwart verstanden und die Zukunft gestaltet. Wer diese Entwicklung unterbricht, beginnt sein Zerstörungwerk und mutiert vom gutgemeinten 'Entwicklungshelfer' zum Totengräber.
Na ja, es gäbe dazu noch viel zu sagen, um aber auf den Eingangstext zurückzukommen, könnte man feststellen, dass auch unsere Kultur in die Krise einer Delegitimierung gekommen ist, die von Kräften angestrengt wird, die im Sinne 'einer guten Sache' eine gesellschaftliche Transformation erreichen möchte.
Der Gefährdung des 'Eigenen', quasi die existenzielle Gefahr der Auslösung, dieses Bewußtsen können wir mit Israel durchaus teilen - und von ihnen lernen.

Gravatar: Elvi Stegner

Nachtrag:
"Opium fürs deutsche Volk" - als
"Instrumentalisierung des Religiösen zu Staatszwecken"! (Hannah Arendt):

Auszug aus dem "Merkel-Plan":

1. Nach der täglichen brain-washing-Pillenverabreichung mit dem Wirkstoff:
verkleisternde Mainstream-Sprachregelungen, wie durch den unbestimmbaren Beliebigkeitsbegriff ZUwanderung", statt einer sauberen Unterscheidung von Flüchtlingen, politisch Verfolgte und Arbeitsmigranten.

2. folgt nach Gewöhnungseffekt der intravenöse Eingriff:
Wenn Frau Dr. Bundeskanzlerin ihre persönliche "Christlichkeit" heraushängen lässt, um im Namen der "Religion" oder sonstiger wohlfeiler "Glaubens-Werte" per ordre de mufti Recht und Gesetz außer Kraft zu setzen, befinden wir uns schwuppsgenau auf diesem Level von "Religions-Staatlichkeit", die Karl Marx als "Opium" angeprangert hat.
http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Der-Richter-der-Kanzlerin-article16746101.html
und
https://www.welt.de/politik/deutschland/article150947586/Merkels-Alleingang-war-ein-Akt-der-Selbstermaechtigung.html

3. mit der diagnostischen Folge:
Willkommenskultur-Besoffenheit mit fortdauerndem Realitätsverlust :
Offiziell haben von monatlich 13.000 ZU-uns-Wanderer zwei Drittel keinen Pass.
Seit 2010 bekannt: bezahlte Scheinvaterschaften, um das Asylrecht zum umgehen
https://www.morgenpost.de/berlin/article210813765/Maenner-erkennen-Vaterschaft-an-Muetter-duerfen-bleiben.html

4. Therapie: Fake News halten den Pegel. Dafür sorgt die Politik selbst.
Mit Kreuz am Haken massieren Spitzen-Funktionäre der beiden Großkirchen das schuldige Gewissen der Deutschen - nicht das nur der Gläubigen.

****
Tja, vor diesem bekifften Hintergrund MUSS einem das gesetzestreue Israel einfach als das "Gelobte Land" erscheinen...

Gravatar: R. Avis

@ Oskar: Stimmt! Deshalb besitzen Vielreisende auch mehrere Pässe, damit sie bei der Einreise in ein bestimmtes Land keine Schwierigkeiten bekommen. Man zeigt einfach den Reisepaß vor, in welchem sich kein unerwünschter Visa-Stempel befindet.

Gravatar: Giselher Suhr

Liebe Frau Stegner,
ganz herzlichen Dank für den Hinweis auf Lancia Salzmann "Witze". Versuche ich, mir sofort zu bestellen! Was hier an Diskussion angestoßen wird - für mich eine Fundgrube des Lernen und Erkennens...
Ihr
G.S.

Gravatar: Elvi Stegner

Tipp:

Lieber Herr Suhr,
ich würde mich beim Neukauf für diese überarbeitete Ausgabe entscheiden:

DER JÜDISCHE WITZ
SOZIOLOGIE UND SAMMLUNG
Vollständig neu bearbeitete
und wesentlich ergänzte Ausgabe
Herausgegeben und eingeleitet von
SALCIA LANDMANN
Mit einem Vorwort von
VALENTIN LANDMANN

Patmos, 18. Auflage 2016

Viel Freude damit!

Gravatar: Madelaine Chaproll

Ich glaube, die Juden, genau wie die Japaner und Chinesen, denken, nicht lernen, während die westliche Welt von lernen ermüdet ist. Alle reden in der westliche Länder über die Demokratie, nur wie viele versteht die Demokratie tatsächlich? Die demokratische Welt ist krank, weil in der soziale Systeme, ein Chaos herrscht. In vielen Kommentaren lese ich, dass der schwer gearbeitete Bürger, an Neid leidet, leider ist die heutige unnatürliche Reichtum einigen, nur eine Schande. Nun, die Juden haben durch ihrer tausende Jahren tragische Geschichte gelernt, dass nicht die Größe eine Armee in einer Kampf entscheiden ist, sondern die Wille, der einfachsten Mensch aus dem Volk. Die Araber sind reich an Bevölkerung, aber arm an Geist. Genau dies war der große Fehler von Christen, früher. Sie waren viele, leider mit Mord und Rache, konnten sie die Juden nicht vernichten, weil das Volk von Juden, reich am Geist war. Die Hetze von der christliche Kirche, war und ist immer noch, der Geiz und Geld Menge von Juden. Heute gibt es in Deutschland fast kaum Juden mehr, das Volk wird immer ärmer, und trotzdem werden weiter die Juden für die materielle Armut im Lande, verantwortlich gemacht. Jetzt nicht mehr national, sondern Global. Über die Reichtum von Araber spricht kaum jemand, obwohl die Gesundheitssystem schon seit Jahren, von der reiche Araber, richtig ausgenützt ist. Für der normale Bürger bleibt jetzt nur Monatelang Warten, auf ein Arzt Termin. Was haben die Juden, was die Deutschen nicht haben? Fairness gegenüber der eigener Volk. Solidarität mit den eigenen Volk. Respekt und richtige Aufbewahrung der eigener Religion. Die christliche Kirche betrachtet sie sich immer als göttliche Macht über ihren Gläubigen, sie lebt in Pump und Überfluss, trinkt Wein, predigt für die Arme, Wasser, und solidarisiert sich inzwischen mit der Islam. Warum? Weil sie wegen der Überzahl von Muslime, Angst haben, während sie früher das kleine Volk von Juden, als Sündenbock für die Armut ihren Gläubigen, ständig inszenieren konnten. Über die eigenen Reichtum spricht sie nie, gleichzeitig Widerspricht auch nicht, die Lüge über das globale Finanzmacht der Juden. Warum nehmen die Deutsche nicht einmal, ihren eigenen Multimillionären oder Milliardären, unter die Luppe? Die Juden kämpfen täglich gegen Islam-Terror, doch sie heulen nicht, wir sind von Terroristen überflutet, sondern putz mit Gewalt und konsequente Maßnahmen, ihr kleines, schwer wieder eroberte Stück Land. Was macht die westliche Welt? Sie warten auf neue demokratische Wahlen, wo sie wieder einmal, das gleiche auf Wahlzettel geschriebene Politiker Namen, kreuzen werden. Geht die Alten, kommen die Alten, ein groteske Karussell von Politiker Rotation. Die Christen haben einmal der Herrschaft über Constantinoples nur durch ein kleiner geöffnete Tür, verloren, heute ist die Tür von Christen Welt ganz weit geöffnet, sind dafür immer noch die Juden verantwortlich? Nein Arte und WDR, nicht die Juden islamisiert heute Europa, sondern ihr, Medien und die christliche Kirche. Diesmal wird aber keine orthodoxe russische Kirche der Christentum retten, weil die politische Anarchie des Westens, mit Arroganz und Gewalt in Russland, exportiert wurde. Nie wurde Russland so bereit mit Westen Frieden zu machen, doch ihre Bereitschaft wurde nur mit Hohn und Beleidigungen, Inszenierungen und Erniedrigung , belohnt. Ökonomische Sanktionen und politische Isolation, das war die Dankbarkeit von Westen für die friedliche Truppen Abziehen, aus ehemaligen URSS Territorien. EU wollte auf einmal Weltmacht spielen, und heute bezahlen diese friedliche Oase der Welt, Europa, die krankhafte Megalomanie einigen ungewählte Beamten, die dank einer inszenierte Demokratie, die politische Macht, übergreifen haben. Die Juden haben aus den eigener Tragödie gelernt sich selber zu wehren, Europa mit ihrer Hybrid Gattung, kein richtiger Mann, keine richtige Frau, hat wenig Chance mehr von da an, sich zu wehren. Sie scheint sogar mit Blumen und Kerzen zu feiern, wenn ein Terror-Akt passiert, so als wäre Feigheit vor eine Bande von Primitiven, die ohne Grund tötet und Menschen die Ihnen geholfen haben, erniedrigen, eine Nobles geworden . Was haben also die Juden mehr, als die Deutsche? Sie haben aus den eigenen Leid etwas gelernt, während die Deutsche aus ihrer Blindheit hinter die Verrücktheit einer über anderen Nationen zu marschieren, blind geblieben sind. Chaproll

Gravatar: nicosanzterre

D retten, salvatio per satiram?
Leiden an D
Prooemium ante rem 3

Das Heiliges Römische Reich im schulischen Geschichtsunterricht intensiver zu behandeln,
gälte das heute nicht schon als suspekt?
Ein HRR Teutscher Nation gar kann dem populus vulgaris kaum/nicht zugemutet werden.
Schon allein deshalb nicht, da die Herrscher damals die Pflicht hatten, "semper Augustus" zu sein;
also allzeit Mehrer des Reiches sein mussten, dessen Rechte sie zu schützen und zu erhalten
und jeden Verlust zu verhindern hatten →
Mehrer und nicht Minderer.

Existentielle Bedrohungen,
wie die Bataille auf dem Lechfeld bei Augsburg 955,
die Hekatomben von Toten auf beiden Seiten im Gemetzel bei Liegnitz 1241
oder die Belagerungen von Wien 1529 und 1683 oder...oder...
sind verdrängte, eher nicht gewürdigte oder betrauerte, ja kaum noch genannte historische Daten,
höchstens für die Touristik-Branche von Interesse.

Sind nicht in Israel und in vielen/in allen (?) anderen Ländern entsprechende geschichtliche Geschehnisse als sozio-poltische Groß-Ereignisse zur Bildung und Festigung von Staaten und Nationen permanent in der nationalen Rezeption und im deklarativen Langzeit-Gedächtnis verankert? - frei (meistens wenigstens) von Ressentiments, Vorurteilen, Animositäten.

...honour the past | but welcome the future | (and dance your death away | at this wedding)...
e.e. cummings ***

Für dieses Land sind solche Verse kaum noch relevant.
Nicht die Zukunft, sondern Deutschlands Gevatter, der Tod, hat sich angekündigt,
und ein Hochzeitsfest liegt wohl außerhalb von Willen und Vorstellung?

* Johannes R. Becher. Gesang vom Lernen
In: Ein Lesebuch für unsere Zeit
Volksverlag Weimar (später Aufbau Verlag) 1962. S.127-128

** nach Friedrich Schiller. Wilhelm Tell

*** e.e. cummings. dive for dreams
In: gedichte. so klein wie die welt und so groß wie allein
Verlag Volk und Welt Berlin. 2. Aufl. 1986. S. 142

Gravatar: nicosanzterre

D retten, salvatio per satiram?
Leiden an D
Prooemium ante rem 1

Einige späte Notizen/Anmerkungen/Fragen. Ich habe den Artikel erst jetzt im Blog Lyrikheute gefunden.
Die Kommentare dazu (in freiewelt.net/blog; dort hat eine Kommentar-Eingabe bisher nicht richtig geklappt,
nur Teil 3 ist angekommen)
beziehen sich vorwiegend auf Probleme Israels, auch auf israelisch-arabische Komplikationen,
zum Teil auf deutsch-israelische Verwicklungen.
Ich beziehe mich vor allem auf die Ausführungen und die Frage des Autors nach den Inhalten und nach der Notwendigkeit deutschen Lernens von Israel.

Was kann Deutschland lernen....von Israel? fragt der Autor Giselher Suhr.

Ist die Frage nicht auch, will das heutige Deutschland,
wollen die nach fast 70 Jahren BRD (in Germania occidentalis) nunmehr real-existierenden Deutschen überhaupt bei solchen Themen etwas lernen, sich weiterbilden, fortentwickeln.
Ist die BRD, sind die Deutschen dazu bereit (bzw. überhaupt noch fähig), Defizite zu überwinden
sowohl hinsichtlich
Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Realismus in der Selbsteinschätzung, Sachlichkeit/Nüchternheit bei Interessenabwägungen
als auch hinsichtlich
Rückbesinnung/Wertschätzung manches/vieles Vergangenen, eigene Identität,
Sinn für die Gemeinschaft, Lebens-Überlebens-Strategien, eine Einstellung bei Notwendigkeit
(freiwillig) verzichten zu können, auch Ansprüche zu vermindern, Minimalismus.

Ich denke, in einem Lyrikblog kann ich Fragen mit Hilfe eines Gedichtes formulieren →
Wollen die Deutschen beispielsweise dies von sich sagen –
"Wir wollen lernen! | Wir wollen begreifen, | Die Welt erkennen | Und uns verstehn!"
oder das –
"Wir wollen die Dinge beim Namen nennen | Und auf den Grund der Dinge sehn."
oder gar dies –
"Wir wollen das Schöne | Uns machen zu eigen | Und dienen dem Wahren | Mit ganzer Kraft!"
und wollen sie von sich sprechen als –
"Wir, Deutschlands Töchter, | wir, Deutschlands Söhne..."

Ich befürche, sie werden das eher nicht sagen wollen, vielleicht gerade noch mit den Lippen andeuten, diese dazu (womöglich sogar) missgestimmt-mürrisch-verdrießlich,
auf jeden Fall wohl aber nur halbherzig öffnen und schließen;
sie werden sich nicht dazu bekennen mit dem Herzen, dem Gemüt, der Innerlichkeit?
Höchstens eine Minderheit wird es wollen, eine große Minderheit?

Ja, das sind Verse von Johannes Robert Becher.*
Sind sie deshalb weniger treffend-zutreffend oder weniger passend und ihre Einlösung durch die Deutschen weniger wünschenswert?

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